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Reviews: Nintendo Wii U

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Mario Party 10

Party

27.03.2015

Autor: Lukas Strübig

 

 

Mario Party gehörte zu den ersten Spielen, die ich damals für das gute alte N64 besaß und es war wohl der Multiplayer-Titel, der am aller öftesten im Modulschacht steckte. Mario Kart? Wohl eher Mario Fart! Mit Mario Party hat man erst richtig gelernt, was Hass ist!

 

Fast 20 Jahre später geht also Nintendos Festivität in die zehnte Runde, und es hat sich so einiges geändert.

 

 

Gemeinsam feiern!

 

Mario Party war in seinem Kern immer ein Arschloch-Contest. Jedes Minispiel, jede Strategie und jedes Ereignis brach am Ende immer auf eine Sache herunter: Hau deine Mitspieler in die Pfanne, oder du selbst landest in ihr. Am Ende wurde man sogar mit Bonus Sternen belohnt, wenn man der asozialste Spieler war. Es war frustrierend, es machte wütend, es war perfekt.

 

Mittlerweile laufen die Dinge ein wenig anders.

 

In seinem Review für Mario Party 9 fand Martin ziemlich lobende Worte für das neue System, in dem sich alle Spieler zusammen in einem Fahrzeug über das Spielbrett bewegen. Es würde jeden Zug für jeden Spieler gleichermaßen relevant machen und zu neuen, interessanten Strategien führen. Unrecht hat er damit nicht, nur kann ich ihm da nicht ganz zustimmen.

 

Das Fahrzeug bringt eine völlig andere Dynamik in das Spiel. Dadurch, dass jetzt alle Spieler wortwörtlich in einem Boot sitzen, wird der Konkurrenz-Aspekt stark nach hinten gesetzt, die Bosskämpfe verstärken diesen Effekt nur. Es ist nicht mehr ein Spiel Spieler gegen Spieler, sondern Spieler vereint gegen den Rest der Welt. Man nutzt die Minispiele nicht mehr, um seine Konkurrenten zu überflügeln, sondern um lediglich zu überleben und wenn man am Ende halt auf Platz 1 ist, ist das eben so. Dafür sorgt auch, dass es nun keine Münzen und Sterne mehr gibt, sondern lediglich Ministerne, die man gewinnen oder verlieren kann. Momente, in denen ein Spieler also sämtlichen Widrigkeiten trotzt und gegen alle Spieler und Fallen auf dem Spielfeld endlich einen Stern ergattert, nur damit dieser dann von einem anderen Spieler geklaut wird, kommen leider nicht mehr vor.

 

Und ja, ich verstehe was damit bezweckt wird. Das Spiel wird stromlinienförmiger, schneller und kann darüber hinaus einen wahren Abenteuerkurs mit dramaturgischen Höhen, Tiefen und Ereignissen bieten. Die Sache ist nur, dass die chaotischen Spielfelder von früher eben skriptfrei für immer neue Ereignisse gesorgt haben.

 

Ich will jedoch nicht die alte "früher war alles besser"-Leier anstimmen. Mario Party 10 ist für sich genommen ein super spaßiges Partyspiel und darüber hinaus hat die Serie in klassischer Hinsicht schon mit dem 2. Teil die Perfektion erreicht, also ist es wohl das Beste, Dinge einfach anders zu machen. Dennoch halte ich eben die klassischen Titel bisher für die überlegene Spielerfahrung. Martin wird mir dabei vielleicht widersprechen und mit ihm eine große Anzahl von Fans, die die neue Richtung begrüßen.

 

Immerhin macht dieses neue Konzept im 5-Spieler Modus Sinn. Hier übernimmt Spieler Nummer 5 nämlich die Kontrolle über Bowser und jagt seinen vier Kollegen über das gesamte Spielbrett. Hier steht Überleben wirklich an aller erster Stelle, denn Bowser ist schön überpowert. Vor allem die Minispiele treiben das altbekannte alle gegen einen-Konzept, das man schon von Beginn an kennt, in nie gekannte Höhen. Hier ist Bowser nicht ein Spieler, er ist das Spiel. Und die vier Kontrahenten können froh sein, wenn sie lebendig durch seine Finger schlüpfen.

 

Die Minispiele insgesamt sind, auch wenn sie hier deutlich seltener auftauchen als früher, stark wie gewohnt. In sie konnte sich auch der alte Arschloch-Aspekt hinein retten. Teilweise sind komplexe Strategien vonnöten, die man in kürzester Zeit erarbeiten muss, wannanders spielt man kleine Psychotricks gegen seine Gegner aus, dann muss man sich lange Tastenkombinationen merken und hin und wieder sind die Spiele ganz einfach, sodass man eigentlich nur von einer Plattform auf eine andere gehen muss, bevor sie versinkt. Das Spiel ist recht leicht und harmonisch, bis man herausfindet, dass man sich auch einfach an den Rand der Plattform stellen kann um seine Gegner zu blockieren.

 

Und auch hier beweist Nintendo, dass sie Meister darin sind, einfachste Spiele zu gestalten. Man liest sich nur einmal die Steuerung durch und weiß sofort, was zu tun ist. Eine Übungsrunde kann man zwar nach wie vor spielen, nötig ist es aber nie.

 

 

Grafik

 

Mario Party 10 überzeugt auf grafischer Ebene durch Zurückhaltung. Ich meine, der Mario-Grafikstil hat schon auf dem GameCube seine stilistische Erfüllung getroffen und ein höherer Polygoncount oder bessere Texturen können den rot gekleideten Klempner kaum großartig schöner machen. Es sind also die polierten Oberflächen, die hin und wieder aufblitzenden Shader oder die manchmal besonders effektvolle Beleuchtung, die durch geschickte Nuancierung beeindrucken. Technisch gesehen wird einem hier nichts besonder Großartiges oder nie Dagewesenes geboten. Aber weil sich das Spiel eben dem bewusst ist, überrascht es durch seine stille Größe.


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Fazit

Ihr habts gelesen: Die neue Richtung, die Mario Party in seinen Fahrzeugen einschlägt, ist nicht gerade das, was für mich die Reihe definiert. Aber für mich definiert halt Mario Party 2 die Reihe, insofern bleibe ich zufrieden. Fans der neuen Richtung freuen sich über den konsequenten Ausbau vom Fudament, das mit Teil 9 gelegt wurde, einen spannenden, neuen Modus und haufenweise großartiger Minispiele.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

65%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

20. März 2015

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-5



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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