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Reviews: Nintendo Wii U

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Watch_Dogs

Action Adventure

12.01.2015

Autor: Christian Kohls

 

Achja, Watch Dogs. Auf der E3 damals als einer DER NextGen Titel angekündigt mit bombastischer Grafik und dynamischer Umgebung, hat es vor seiner Veröffentlichung einen riesigen Hype aufgebaut. Vertraut man dem Großteil der Presse und den Spielern, die das Spiel bereits auf anderen Plattformen gespielt haben, wurde das Spiel den Erwartungen aber nur in Maßen gerecht.

 

Ich muss sagen, dass ich im Vorfeld schon recht angetan vom Spiel war. Der erste Dämpfer kam dann für mich, als die Wii U-Version auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Als dann die ersten Reviews und Meinungen der anderen Konsolenversionen auf mich einprasselten, war das Interesse gar nicht mehr so groß. Dann kam das Testmuster bei uns in der Redaktion an und ich war doch wieder neugierig, was denn nun an den ganzen negativen Wertungen dran war.

 

 

Story

 

Die Story beginnt damit, dass der Protagonist Aiden Pearce mit einem Komplizen in ein Hotel einbricht und dieses elektronisch überfallen will. Aiden ist nämlich kein gewöhnlicher Gangster, sondern er kann sich dank seines Smartphones in alle möglichen technischen Geräte einklinken und so allerhand Schabernack mit diesen treiben. Leider geht bei dem Auftrag, der gleichzeitig ein Intro ist und somit das Gameplay näher bringt, etwas schief und Aiden und sein Komplize fliegen auf. Geschnappt werden sie zwar nicht, allerdings heftet sich ein Auftragskiller an Aidens Fersen.

 

Als dieser später mit seiner Schwester und deren zwei Kindern zu einem Ausflug unterwegs ist, schlägt der Assassine zu und verwickelt das Auto der Pearces in einen Unfall. Aidens kleine Nichte stirbt bei diesem Unfall und fortan ist unser Held auf der Jagd nach dem Mörder.

 

Die eigentliche Handlung ist es nun nicht, den Killer zu finden, diese setzt nämlich an dem Punkt an, wo Aiden das Versteck des Killers gefunden hat und diesen stellt. Dass die wahren Probleme damit erst beginnen, ahnt Aiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Grundsätzlich ist die Geschichte von Watch Dogs zwar ganz gut und besitzt auch einige Wendungen, allerdings hat sie mich leider zu keinem Zeitpunkt vollends mitreißen können. Mir ging es oft so, dass ich keinen wirklichen Bezug zu den Charakteren hatte und diese mir auch weitestgehend egal waren. Leider ein Aspekt in dem Watch Dogs einiges an Potenzial liegen lässt, leider sollte dies nicht der einzige Punkt bleiben...

 

 

Die Stadt gehört dir

 

Wer noch kein Gameplay zu Watch Dogs angesehen hat, dem könnte man es am ehesten als GTA mit dem Fokus aufs Hacken beschreiben. Die Besonderheit des Spiels ist nämlich folgende: das Chicago der Zukunft ist komplett vernetzt und wird komplett über das ctOS gesteuert, einer Art städtischen Betriebssystem. Wer das ctOS steuert, der kann sich zu so ziemlich allen technischen Geräten Zugriff verschaffen und diese dann nach Belieben manipulieren.

 

Aiden besitzt ein Handy, mit dem er sich Zugriff auf das ctOS verschaffen und somit viele Geräte hacken kann. Wobei Hacken jetzt auch etwas hochgestochen klingt, denn im Prinzip ist er nur ein Skript Kiddie, das auf Knopfdruck bestimmte Geräte übernehmen kann.

 

Und genau das macht man einen Großteil der Zeit. Seht ihr ein Gerät, was ihr hacken könnt, dann drückt ihr Y und irgendetwas passiert. Die Auswahl der hackbaren Geräte hält sich aber leider sehr in Grenzen. Beim Autofahren gibt es im Prinzip nur eine Handvoll sinnvoller Aktionen. Zum Beispiel könnt ihr die Ampelsteuerung einer Kreuzung verrücktspielen lassen, Straßenpoller nach oben fahren oder Zugbrücken öffnen, um potenzielle Verfolger abzuhängen.

 

Zu Fuß gibt es auch nicht so viel mehr Möglichkeiten. Passanten kann man hacken und bekommt dann zu jedem einige Informationen, ist zwar witzig, hat aber keinen Mehrwert. Außerdem kann man deren Bankkonten hacken und beim nächsten Geldautomaten das sauer Ersparte abholen. Ansonsten kann man sich Zugänge verschaffen indem man Tore hackt oder Gabelstabler und Aufzüge steuert um höher gelegene Ebenen zu erreichen. Das Sinnvollste was man hacken kann, sind die überall in der Stadt verteilten Überwachungskameras. Hat man diese übernommen, kann man Personen ausspähen, Türsteuerungen hacken, die sich auf irgendwelchen Dächern befinden oder auch weitere Kameras hacken. Somit kann man sich oftmals von Kamera zu Kamera hangeln und somit immer mehr Informationen erlangen oder komplette Missionen machen ohne sich selbst in Gefahr zu begeben.

 

Das Hacken ist zwar eine gute Idee und bereichert das normale „GTA Gameplay“ um einige Aspekte, allerdings kommt es einem am Ende doch so vor, als ob man kaum sinnvolle Gelegenheiten hat, diese Fähigkeit einzusetzen. Auch dies ist wieder ein Punkt der wesentlich besser ausgebaut hätte werden können.

 

Neben dem Auto fahren und Hacken gibt es aber noch die dritte große Komponente, die Kämpfe. Man hat die Auswahl aus einigen Waffenkategorien wie Pistolen, Sturm- oder auch Scharfschützengewehren. Zusätzlich kann man sich noch verschiedene Gimmicks aus in der Welt verstreuten Materialien basteln. So kann man Störsender oder auch Granaten bauen oder mit dem mächtigen Blackout ganze Stadtviertel vorübergehend durch einen Stromausfall lahm legen.

 

Innerhalb der Kämpfe habt ihr verschiedene Möglichkeiten vorzugehen: entweder ihr schleicht euch von Deckung zu Deckung und vermeidet den Kampf komplett, hilfreich sind hier auch die Kameras mit denen ihr Gegner markieren könnt. Andererseits könnt ihr aber auch einfach den Rambo raushängen lassen und euch den Weg freiballern. Eure Hackfähigkeiten helfen euch dabei Granaten der Gegner zur Detonation zu bringen oder auch die Funkkommunikation zu stören.

 

 

Der Tausendsassa

 

Neben den Hauptmissionen gibt es aber noch einiges mehr im virtuellen Chicago zu entdecken. So kann man in bestimmten Läden Waffen kaufen oder auch neue Klamotten. Aiden wird allerdings immer wie Aiden aussehen und somit immer Mantel und Käppi tragen. Auch tauchen am Rand immer wieder Nebenmissionen auf. Das muss man sich im Prinzip so vorstellen, dass es verschiedene Kategorien von Nebenmissionen gibt. Manchmal müsst ihr Personen beschatten, ein anderes Mal eine feindliche Gang ausschalten, ein Auto so unbeschadet wie möglich zu einem Ziel fahren und so weiter. Um euch Nebenmissionen auf der Karte anzeigen zu lassen und das Hacken in bestimmten Stadtgebieten zu ermöglichen, müsst ihr ctOS Sendemasten manipulieren. Diese sind meistens auf Dächern positioniert und können nur erreicht werden indem man mittels Kameras einen Zugang öffnet.

 

Die digitalen Trips lockern das Spielgeschehen auch noch etwas auf. Diese sind quasi ein virtual Reality Spiel in dem ihr beispielsweise Pixelaliens abschießen müsst oder einen Parcours bewältigt. Letztendlich gibt es zwar viele Nebenmissionen, diese spielen sich je nach Kategorie aber immer viel zu ähnlich. Ich hab schnell damit angefangen, nur noch ab und zu mal Nebenmissionen zu machen und mich sonst auf die Hauptstory zu konzentrieren. Durch das Abschließen der Nebenmissionen kann man allerding Erfahrungspunkte sammeln, die sich in einen Skillbaum investieren lassen und euch so weitere Fähigkeiten freischalten. Diese Skills lassen sich grob in die Richtungen Fahren, Hacken und Kämpfen einteilen.

 

Ab und zu kommt es vor, dass sich ein anderer Spieler in euer Spiel einklinkt. Dieser muss dann versuchen, euch über eine bestimmte Zeit zu hacken und nicht von euch erwischt zu werden. Man selbst bekommt auf der Minimap angezeigt in welchem Radius sich der Gegner befinden muss, der mit der Zeit auch immer kleiner wird. Hat man den feindlichen Spieler erfolgreich enttarnt, muss man diesen erledigen, während er versucht zu fliehen. Ich finde diese Online-Versteckspiele sehr interessant und es baut sich so eine schöne Spannung auf, wie damals beim Verstecken spielen eben. Online kann man auch noch Rennen gegen andere Spieler spielen. Diese sind aber nichts Besonderes, machen aber ab und zu durchaus auch Spaß.

 

In eurem Telefon, welches quasi ein Menü darstellt, habt ihr auch immer die Möglichkeit, euren Spielfortschritt einzusehen und auch Missionen einzeln anzuwählen. Zusätzlich lassen sich hier die Online Modi starten. Falls ihr mal schnell einen fahrbaren Untersatz braucht, dann könnt ihr diesen auch einfach übers Handy bestellen und flugs wird er euch geliefert.

 

 

Der ungeliebte Schwiegersohn: die Wii U-Version

 

Kommen wir einmal speziell zur Wii U-Version. Ubisoft begründete die Verspätung der Version damit, dass man das Spiel auf die Wii U optimieren wollte. Bei einem Spiel, in dem ein Handy ein zentrales Spielelement ist, welches an sich ja ähnlich zu einem Tablet funktioniert, hätte man da doch einiges draus machen können oder? Ja hätte man, hat man aber nicht!

 

Auf dem Tablet wird die ganze Zeit die Karte des Spiels angezeigt, diese ist auch ohne Zweifel super umgesetzt, weil sie superflüssig funktioniert und genau das macht was sie soll, aber das kann doch nicht die versprochene Anpassung sein oder? Dafür das die Wii U-Version viele Monate nach allen anderen erschien, hätte doch zur Folge haben müssen, dass das Spiel gepolisht ohne Ende hätte sein müssen. Leider ist gefühlt das Gegenteil der Fall. Die Performance ist (Sorry, aber) teilweise unter aller Sau! Frameeinbrüche ohne Ende, machen das Spiel einfach teilweise unfreiwillig schwerer. Versucht mal vernünftig Auto zu fahren oder zu Zielen wenn sich die Framerate ständig verändert. Ganz zu schweigen davon, dass ein flüssiges Spielerlebins einfach viel mehr Spaß macht. Stellt euch mal Bayonetta 2 vor mit ständigen Frameeinbrüchen. Wo wir schon von der Konkurenz reden: die Xbox360- und PS3-Versionen eines GTA 5 sahen dann doch um einiges besser aus und liefen um einiges runder als ein gewisses Watch Dogs auf der hardwaretechnisch stärkeren Wii U. Ich gebe zu das der Vergleich nicht komplett fair ist, aber dennoch wäre auch hier einiges mehr drin gewesen, wenn man die Wii U nicht von vornerein stiefmütterlich behandelt hätte.

 

Kommen wir mal zur Musik: Es gibt viele verschiedene Musikstücke aus verschiedensten Genres die nacheinander durchlaufen. Gefällt euch ein Song nicht, schaltet ihr einfach weiter. So richtig viele bekannte Bands sind allerdings nicht dabei oder ich kenne mich mit der allgemein bekannten Musik einfach nicht genug aus, kann ja auch sein. Schade, dass es nicht verschiedene Radiosender mit verschiedenen Musikgenres gibt.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für das Testmuster.


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Fazit

Watch Dogs hätte ein richtig tolles Spiel werden können. Leider gibt es zu viele Aspekte in denen das Spiel leider nicht über den Durchschnitt hinaus kommt. Potenzial hat das Spielkonzept allemal, nur sollte dieses bei einem eventuellen Nachfolger noch sehr viel mehr ausgebaut werden. Schade ist auch, dass die Wii U-Version wohl kaum Prioritäten hatte, da diese sehr lieblos portiert wirkt, die monatelange zusätzliche Arbeitszeit merkt man jedenfalls nicht. Frameeinbrüche und eine mäßige Grafik lassen den Spielspaß einfach zu sehr sinken. Wenn man also unbedingt Watch Dogs spielen will, so rate ich dann doch zu den technisch besser umgesetzten Versionen auf den leistungsstärkeren Konsolen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

58%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.11.2014

Developer

Ubisoft Montreal

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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