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Reviews: Nintendo Wii U

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Bayonetta

Action

08.10.2014

Zum Video-Test

 

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Geburt von Nintendos Rückkehr zu einer alten Zielgruppe!

 

Wer hätte das gedacht? Als die Platinum Games 2010 mit Bayonetta ein Spiel auf den Markt gebracht haben, das sich auf Sonys PlayStation 3 und Microsofts Xbox 360 gut verkaufte und gute Wertung einsammelte, haben sie damit gleichzeitig den Grundstein für eine neue Entwicklung bei Nintendo gelegt. Während der erste Teil noch von Sega veröffentlicht wurde, fand sich für den Nachfolger des rasanten Titels kein Abnehmer. Nintendo sprang ein und nun steht Bayonetta 2 kurz vor der exklusiven Veröffentlichung auf der Wii U. Und da den Vorgänger wohl kaum einer von Nintendos „Leuten“ gespielt hat, bringen sie den ersten Teil gleich mit auf die neue Konsole. Eine Chance für mich, ein weiteres Mal in die Welt der sexy Hexe einzutauchen und die etwas ruckeligen Erfahrungen mit der PS3-Version hinter mir zu lassen.

 

Im ersten Teil geht es im Wesentlichen darum, dass Bayonetta, eine Hexe des Umbra-Clans auf der Suche nach ihrer Vergangenheit ist. Sie erinnert sich nicht wirklich an die Zeit vor der Hexenverfolgung als es noch wesentlich mehr von ihrer Sorte gab. In der heutigen Zeit ist sie aber alleine unterwegs und wandelt auf einem Pfad zwischen Himmel und Hölle – dort beschützt sie zum einen die Menschen vor seltsamen Kreaturen und ist (wichtiger für sie) auf der Suche nach Antworten. Spätestens als sie auf ein kleines Mädchen trifft, dass sie „Mami“ nennt, wird sie so neugierig, dass sie die Suche nicht mehr aufgeben kann. Und obwohl sie eigentlich nicht der Typ Frau ist, der gerne mal ein kleines Mädchen beschützt, tut sie es doch und kommt so Schritt für Schritt der Wahrheit näher.

 

Und auch wenn die Geschichte bei Bayonetta eher im Hintergrund liegt – auf das Gameplay haben die Entwickler den größten Fokus gelegt – ist es eines der wenigen Spiele im Genre, bei den die Geschichte trotzdem wichtig, spannend und gut erzählt ist. Oberflächlich ist die Hexe sehr kühl und lässt alles an sich abprallen, aber man merkt als Spieler schnell, dass sie doch einen weichen Kern hat. Allerdings hält der sich nicht davon ab, die wohl stärkste Frau aller Zeiten zu sein. Auf der einen Seite kann man den Entwicklern zwar vorhalten, dass sie sich bei Bayonetta aller Klischees bedienen, die Frauen in Videospielen so zu erfüllen haben, auf der anderen Seite merkt man allerdings auch schnell, dass sie sich selbst ihrer Macht am meisten bewusst ist. Sie spielt mit ihren Reizen, tritt aber gleichzeitig ihre Gegner mächtig in den Hintern.

 

Martin hat es in einem Video mal ganz schön formuliert: Jeder merkt sofort, dass sich das Spiel nicht ernst nimmt, aber ironische Tit... pardon weibliche Brüste, sind immer noch weibliche Brüste. Das trifft den Kern des Spiels ganz genau. Diejenigen, die erkennen, was hinter der Fassade von Bayonetta steckt, erwartet ein Spiel mit vielen Facetten und einer tollen Geschichte sowie brutaler Action. Alle pubertierenden Teenager (also die typischen Videospieler, um mich auch mal einem Klischee zu bedienen) konzentrieren sich also auf das Oberflächliche und sind glücklich.

 

 

Gameplay: Schnell, schneller, Bayonetta!

 

Wie schon gesagt, haben die Entwickler den größten Fokus auf das Gameplay gelegt und dabei ganze Arbeit geleistest. Man steuert Bayonetta durch die große 3D-Welt, löst kleinere Rätsel und bekämpft vor allem einen Gegner nach dem anderen. Und das alles geht butterweich von der Hand. Schon damals auf der PS3 habe ich es sehr genossen, aber auf der Wii U liebe ich es geradezu. Wenn ich mir dagegen zum Beispiel die Demo von Smash Bros. anschaue (ja, jetzt mache ich mir bewusst Feinde), dann frage ich mich, warum Nintendo das nicht auch kann. Bei Bayonetta fühlt es sich gleichzeitig so an, dass man die voll Kontrolle hat, aber bei dem stets vorhandenen Gefühl, dass es sich irgendwie auch von selbst spielt. Das finde ich absolut beeindruckend und vor allem deshalb hatte ich auch keine Probleme damit, Bayonetta jetzt zum zweiten Mal durchzuspielen. So etwas mache ich ja nur äußerst selten!

 

Jedenfalls bewegt man die Hexe mit dem linken Stick und benutzt die vier Aktions- und die vier Schultertasten für verschiedene Aktionen. Und dabei kommt es nicht nur darauf an, die Gegner mit cleveren Kombos stilvoll auseinander zu nehmen, sondern vor allem auch auf ein gutes Auge und perfektes Timing. Ohne gekonntes Ausweichen ist jeder Kampf zwangsläufig sehr schnell vorbei, die Gegner machen nämlich nicht gerade wenig Schaden. Ziel in den Kämpfen ist es also vor allem, die Gegner zu beobachten und dann im letzten Moment auszuweichen. Das aktiviert die so genannte Hexenzeit, in der sich Bayonetta ganz normal bewegen kann, alles andere aber stark verlangsamt ist. So kann sie dann ohne Gnade ihren Gegnern für kurze Zeit sehr viel Schaden zufügen.

 

Daneben gibt es noch allerhand Kombos, die teilweise von Anfang an verfügbar sind und teilweise erst erworben werden müssen, die das Ganze noch stylischer machen. Nicht zuletzt gibt es später auch die Möglichkeit, auch kurz nach einem gegnerischen Treffer noch den Schaden zu minimieren und brutal zurückzuschlagen. Wie gesagt: Es fühlt sich richtig gut an, geht perfekt von der Hand und obwohl man manchmal denkt, es spielt sich wie von selbst, muss man dennoch jede Sekunde aufmerksam sein.

 

Wichtig bei Bayonetta ist neben den kleineren Rätseln, die das Geschehen etwas auflockern auch, die Umgebung gut zu durchsuchen. Es gibt allerhand Extras zu finden, die einem das Leben leichter machen. Darunter zum Beispiel Schallplatten, mit denen man neue Waffen freischaltet, die man dann allerdings auch noch kaufen muss, bevor sie einsatzbereit sind. Waffen ist ein gutes Stichwort: Bayonetta hat vier davon, linke Hand, rechte Hand, linker Fuß, rechter Fuß. Hände und Füße lassen sich dabei unabhängig voneinander einsetzen, was die brachialen Kombos überhaupt erst möglich macht. Und es reizt dadurch, neue Waffen zu bekommen, um auch neue Kombos möglich zu machen.

 

Ein letztes Wort zum Gameplay: Bayonetta ist bei weitem kein einfaches Spiel. Aber zum Glück kann man die Schwierigkeit für jedes Kapitel neu einstellen. Man kann also ruhig schwerer anfangen und dann im Zweifel runter gehen, wenn man mal nicht weiter kommt. Dann muss man zwar das betreffende Kapitel noch mal von vorne spielen, aber das ist kein großes Problem. Ich kann nur raten, eher schwerer einzusteigen, weil man dann mehr Geld sammelt, was mehr Extras ermöglicht – sofern man denn die Kapitel dann überhaupt noch schafft.

 

 

Technik, Umfang und Steuerung!

 

Grafisch fand ich Bayonetta schon damals beeindruckend und auf der Wii U sieht es noch mal ein gutes Stück besser aus. Vor allem aber ist es insgesamt die beste Umsetzung, die sogar die auf der Xbox 360 merkbar schlägt, von der PS3-Version brauchen wir gar nicht sprechen, die Wii U pulverisiert dieses Ruckelkonzert geradezu. Und von daher kann ich jedem nur raten: Auf der Wii U spielen, nicht zuletzt weil es dort auch ohne Fernseher geht, das komplette Spiel ist auf dem GamePad spielbar.

 

Grafik ist also top, Musik und Sound generell ebenso. Die teilweise mystischen und teilweise harten Musikstücke haben mir jederzeit Spaß gemacht und die coole Sprachausgabe ebenso. Vor allem Bayonetta mit ihrem britischen Englisch ist richtig genial, das untermalt ihre überhebliche Attitüde perfekt.

 

Der Umfang ist unterm Strich mein mehr oder weniger einziger Kritikpunkt. Das Spiel kann man in unter 10 Stunden durchspielen, hat dann aber auch noch eine Menge verpasst. Zum einen ist generell der Wiederspielwert recht hoch, weil man in einem Durchgang nicht alles freischalten kann und zum anderen gibt es Anreize, es nach Runde 1 noch mal auf einem höheren Schwierigkeitsgrad zu versuchen. Wer aber – wie ich – die meisten Spiele nur „einfach“ einmal durchspielt, der bekommt hier maximal 10 Stunden geboten. Diese 10 Stunden sind dafür dann aber auch brachial gut!

 

Zur Steuerung habe ich eben ja schon ein paar Sätze verloren, daher hier nur ergänzend: Für Einsteiger eignet sich der neue Modus, das Spiel auf dem GamePad zu spielen. Dort kann man nämlich auch mit dem Touchpen ins Spielgeschehen eingreifen und Bayonetta komplett steuern. Wer sonst nur Handy- und Tablet-Spiele spielt, für den ist das eine Wonne. Für echte Spieler eine Qual. Es ist aber nichtsdestotrotz eine gute Idee, diese Möglichkeit zu bieten, um das potentielle Publikum zu vergrößern.

 

Ach so, eins hab ich ganz vergessen: Die Kostüme. Normalerweise trägt Bayonetta ja nichts außer ihren Haaren, die allerdings doch eine ganze Menge verdecken, aber nicht verstecken. Exklusiv auf der Wii U gibt es ein paar andere Kostüme, die ich sehr gelungen finde. Neben Link und Samus haben mich vor allem die beiden Prinzessinnen aus dem Pilzkönigreich überzeugt. Wenn ihr wissen wollt, warum, dann schaut euch meinen Video-Test an. Damit ist übrigens eindeutig bewiesen, dass ich zu den typischen Videospielern gehöre.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Bayonetta ist eine Bombe! Nein, damit meine ich nicht, dass die Hexe eine Sexbombe ist... Okay, auch. Wie dem auch sei: Ich meine damit vor allem, dass das Spiel nicht ohne Grund schon vor vier Jahren sehr gute Noten kassiert hat. Es ist einfach ein rundum gelungenes, schnelles, brutales, zweideutiges, spannendes und forderndes Spiel, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Ich bin kein Fan des Genres, aber Bayonetta hat es mir echt angetan. Also wieder das Spiel, nicht die Hexe. Oder so. Will sagen: Kaufen! Für die Wii U! Spielen! Genießen!

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

super

86%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

24.10.2014

Developer

Platinum Games

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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