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Reviews: Nintendo Wii U

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Batman: Arkahm Origins

Action Adventure

21.01.2014

Autor: Martin Küpper

 

Mit offenem Mund und weit auf gerissenen Augen starte ich auf den Bildschirm. Ich war perplex, verwundert und ein wenig verwirrt. Haben sie das gerade wirklich getan? Langsam sackte die Erkenntnis: Ja, das haben sie. Und damit begann mein Hirn wie verrückt zu Rattern und sich mit der einen Frage zu beschäftigen: Wie geht es jetzt weiter?

 

Das Ende von Arkham City war eine Wucht und das perfekte Mittel um mich und Millionen andere Batman Fans auf den dritten Teil der Arkham-Reihe heiß zu machen. Doch statt genau da anzusetzen, kriegen wir nun erst mal ein Prequel, nach dem niemand gefragt hat und das auch noch von einem gänzlich anderen Studio entwickelt wurde. Nicht gerade die perfekten Voraussetzung für ein Spiel, doch Batman Arkham Origins verdient dennoch eine faire Chance. Vielleicht ist es ja das Spiel das Gotham verdient, aber nicht das, das es gerade braucht... moment, mach das Sinn? Ich bin mir gerade nicht sicher. Aber coole Batman Referenzen gehen immer, nicht wahr? Und außerdem...

 

 

Ich bin Batman! (Immer noch)

 

Dieses Gefühl war es stets, dass die Arkham-Reihe ausgezeichnet hat. Niemals zuvor hat es ein Spiel geschafft, das Gefühl selbst in die Rolle des dunklen Ritters zu schlüpfen, derart überzeugend zu vermitteln. Auch Batman Origins schafft das erneut – kein Wunder, schließlich hat man am Konzept des Spiels fast gar nichts geändert.

 

Genau wie in Arkham City begibt man sich mit dem dunklen Ritter in nächtlichen Streifzüge durch Gotham, das nun etwa doppelt so groß ist wie zuvor. Leider hat man es aber verpasst, das Setting auch inhaltlich zu erweitern oder zu verändern. Dank einer Straßensperre ist Gotham erneut wie leer gefegt und man kann sich sicher sein, dass alle Gestalten, die sich dennoch vor die Tür waren, Schläger-Typen sind, die sich sofort auf uns stürzen, wenn sie uns erblicken.

 

Auch im Kampf ist alles beim Alten geblieben: Ihr prügelt euch auf Knopfdruck durch die Gegner und müsst dabei auf Blitz-Symbole über den Köpfen achten, deren Farben euch verraten, ob ihr diesem Angriff ausweichen müsst oder ob ihr gleich einen Konter-Angriff starten könnt. Zusätzlich kann Batman seine Gegner mit seinem Cape noch (irgendwie) betäuben. Das Kampfsystem ist simpel, funktioniert aber einwandfrei und wurde in der Vergangenheit zurecht gelobt. Auch hier erfüllt es seine Aufgabe noch tadellos – aber es ist eben nicht mehr wirklich neu.

 

Und das lässt sich quasi eins zu eins auf den Rest des Spiels übertragen: Auf der Oberwelt gelangt ihr von Mission zu Mission, die meist in irgendwelchen Gebäuden stattfinden. Abgesehen von den Schlägern warten auf den Straßen und Dächern Gothams noch zahlreiche Rätsel von einem Verrückten der sich E.Nigma nennt (wer könnte das wohl sein?). Außerdem gibt es eine Menge Nebenaufgaben, wie etwa das Lösen von Verbrechen. Für Kenner der Arkham-Spiele wird hier aber auch nicht wirklich etwas Neues geboten.

 

Auch das Schleich-Gameplay ist wie gehabt: Trefft ihr auf bewaffnete Gegner, gilt es Vorsicht walten zu lassen. Schleicht euch mit Batman an sie heran, schaltet sie von Wasserspeiern aus von oben aus oder stellt ihnen fiese Fallen, etwa in dem ihr sie zu einem versteckten Sprengsatz lockt. Auch hier gilt: Das funktioniert nach wie vor tadellos, macht auch noch Spaß... neu ist es aber nicht.

 

Und dann gibt es natürlich wieder Upgrades und Fähigkeiten, die ihr euch mit Erfahrungspunkten freischalten könnt, sowie die üblichen Batman-Gadgets.

 

 

Gibt es gar nichts Neues?

 

Sagen wir es so: Die Neuerungen halten sich in überschaubaren Grenzen. Am nennenswertesten ist wohl, dass Batmans Detektiv-Fähigkeiten etwas erweitert wurden. An Tatorten kann man nun im sogenannten „Detective Mode“ nicht nur nach Indizien und Beweisen Ausschau halten, sondern das Geschehen rekonstruieren und es anschließend vor- und zurück spielen lassen, um nach wichtigen Hinweisen zu suchen. Das Gefällt mir im Ansatz sehr gut, denn die Detektiv-Seite kam mir bislang immer etwas zu kurz... allerdings wäre etwas mehr Tiefgang hier wünschenswert gewesen. Letztlich ist es leider immer noch nicht mehr als ein Absuchen nach Hinweisen.

 

Ansonsten muss man eigentlich nur noch erwähnen, dass Batman man nun mit seinem Privat-Flugzeug von A nach B bringen lassen kann. Leider ist es aber nicht möglich, selber als Pilot ins Cockpit zu steigen, der Flug besteht nur aus einer Zwischensequenz um die Ladezeit zu überbrücken, dann schwingt sich Batman schon herab und landet am gewünschten Zielpunkt. Um dieses bequeme Transportmittel einsetzen zu können, müsst ihr in den verschiedenen Gebieten allerdings erst ein Störsignal eliminieren.

 

 

Frohe Weihnachten!

 

Spielerisch mangelt es also durchaus an neuen Impulsen und somit fühlt sich das Spiel leider eher wie ein halbgarer Aufguss an. Eventuell schafft es aber ja die Story darüber hinweg zu trösten, auch wenn es als Prequel nun mal nicht die Geschichte ist, die uns nach dem Ende von Arkham City alles interessiert. Die Ursprünge von Batman zu erkunden, zu sehen wie sich sein Verhältnis zu den kriminellen Superhirnen und der Polizei entwickelt... das klingt auf dem Papier zumindest auch recht interessant.

 

Batman ist zu dieser Zeit noch nicht mehr als ein Gerücht und um diesem auf den Zahn zu fühlen, setzt Mafiaboss Blackmask ein fettes Kopfgeld auf Batman aus, das pünktlich zu Weihnachten zahlreiche Auftragskiller wie etwa Bane auf den Plan ruft. Aber auch ein neuer Spieler taucht aus dem Nichts auf... irgendein Verrückter namens Joker. Schöne Bescherung!

 

Leider erzählt es einem Kenner des Batman-Universums aber nicht wirklich viel Neues und so mancher Fan wird auch einige Charakter- oder Story Entwicklungen mit einem Stirnrunzeln aufnehmen. Das soll aber nicht heißen, dass die Handlung nichts taugt. Das Set-Up ist klasse, es gibt 1, 2 unerwartete Wendungen und einige interessante Charakter-Entwicklungen. Sie ist durchaus ganz nett... aber eben auch nichts, das man unbedingt erfahren müsste.

 

 

Präsentation und Wii U-spezifisches

 

Grafisch sieht Batman: Arkham Origin immer noch ganz anständig aus, auch wenn die Engine langsam doch in die Jahre kommt. Mir sind leider auch einige Ruckler aufgefallen, doch das eigentliche Problem ist für mich, wie trostlos Gotham ist. Alles ist grau, nichts sticht sonderlich heraus... es ist einfach langweilig. Schon klar, Gotham muss dreckig und düster sein aber ein paar interessante Gebäude, abstrakte Designs... irgendwas, um Gotham optisch interessant zu machen, wäre doch sicher möglich gewesen. So wirkt Gotham einfach nur wie eine X-beliebige Stadt, deren verdreckte Straßen nicht wirklich zu dem Weihnachts-Schmuck passen, der überall hängt. Die Cut-Szenes sind allerdings absolut fantastisch und richtig schön anzusehen.

 

Der Soundtrack, Soundeffekte und die Sprachausgabe sind dafür prinzipiell hervorragend, leider hapert es an einigen Stellen aber an der Abmischung. Hier und da sind die Dialoge der Charaktere einfach viel zu leise, sodass man kein Wort versteht... zum Glück gibt es Untertitel.

 

Noch schlimmer wird es bei der Einbindung des GamePads, die nach der Armored Edition von Arkham City einfach ein ziemlich enttäuschendes Downgrade ist. Sie haben quasi alle nützlichen Funktionen gestrichen... übrig bleibt eine Karte. In Kombination damit, dass der Multiplayer in der Wii U Version ersatzlos gestrichen wurde, ist diese Version also leider mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie ernst die Publisher die Wii U noch nehmen. Immerhin wird Off-TV Play unterstützt... aber selbst hier gibt es ein „aber“: Man muss diesen Modus erst im Hauptmenü auswählen, was bedeutet, dass der Fernseher beim Starten des Spiels immer eingeschaltet sein muss.


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Fazit

Nach all diesen negativen Punkten könnte man den Eindruck bekommen, Arkham Origin wäre kein gutes Spiel. Doch auch wenn gerade die gestrichenen GamePad-Feateres sehr ärgerlich sind, ist das natürlich nicht der Fall. Das Arkham-Prinzip funktioniert schließlich immer noch hervorragend und konnte mich auch im dritten Ableger durchaus unterhalten. Es ist aber eben leider nicht mehr als „more of the same“ und erreicht dabei nicht mal die Qualität der beiden anderen Spiele. Und da auch die Story nicht mehr als „nur“ interessant ist, macht das Arkham Origins leider zu einem Spiel, das sich wie ein unnötiges Zwischenkapitel anfühlt. Es ist nicht schlecht... aber wenn man es nicht spielt, hat man auch nicht wirklich etwas verpasst.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.11.2013

Developer

Warner Bros. Games Montréal

Publisher

Warner Bros. Interactive Entertainment

USK Freigabe

16+



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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