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Call of Duty Ghosts

Ego Shooter

07.01.2014

Autor: Gunnar Schreiber

 

Ein neues Jahr, ein neues Call of Duty. Ähm, ups, so habe ich schon im letzten Jahr meinen Test begonnen. Aber im Prinzip drückt es genau das aus, was die meisten denken. Und zum ersten Mal seit Jahren gibt es auch jede Menge Kritiker in den Medien, die plötzlich von ihren uneingeschränkten Lobeshymnen abweichen und nun meinen, bei ihren Wertungen wegen Innovationsmangel und Ideenarmut ein Exempel zu statuieren. Ist das gerechtfertigt? Vielleicht. Aber nur wenn es ordentlich begründet wird. Erstaunlicherweise bin ich da eher anderer Meinung: Denn auch wenn Call of Duty Ghost keine Innovationsbombe ist, bietet es doch zumindest ansatzweise immer wieder ein erfrischendes Spielgefühl.

 

 

Die Geschichte

 

Call of Duty Ghosts bietet gutes Popcorn-Kino, wenn auch wie immer auf recht stumpfsinnigem Niveau. Das Game spielt in einer fiktiven Zukunft. Die so genannte Föderation hat große Teile der Welt unterjocht. Gleich zu Anfang bekommt ihr die Katastrophe hautnah mit, als Mitglieder der Föderation den Militärsatelliten ODIN okkupieren, die Waffe auf die USA richten und großen Schaden anrichten. Der Protagonist des Spiels Logan Walker sowie sein Vater Elias und ein weiterer Kamerad überleben das Massaker in San Diego nur so gerade.

 

10 Jahre später macht sich das Gespann als Mitglieder der Untergrund- und Elite-Einheit Ghost auf der Föderation die Stirn zu bieten. Dabei wird schnell klar, dass sie es mit einem extrem clever agierenden Feind zu tun haben. Grund dafür ist ein ehemaliger Anführer der Ghost, der zum Feind übergelaufen ist und deren Geschicke leitet. Nun geht es längst nicht mehr um den Krieg und Terror an sich, sondern auch um verletzte Eitelkeit und Rachegelüste.

 

 

Die Kampagne

 

Klar bietet auch Call of Duty Ghost größtenteils recht schlauchartige Levels, die euch von einem Ereignis ins nächste jagen und in denen ihr euch prinzipiell von A nach B durchballert. Aber das Spiel kann dennoch immer wieder überraschen und sorgt für den einen oder anderen Moment der „Entspannung“. Drei Dinge wissen dabei besonders zu gefallen:

 

Als erstes bieten viele Levels etwas mehr Freiheiten als üblich. Ihr habt mehr Einfluss auf das Spieltempo, könnt euch in einem Bereich auch mal was austoben oder von verschiedenen Seiten agieren. Zweitens haben mir die Passagen mit dem Hund Riley sehr gut gefallen. Schlüpft ihr in seine Rolle ändert sich das Gameplay komplett. Als Riley versucht ihr die Umgebung zu erkunden, geht bewusst Feinden aus dem Weg. Ich behaupte sogar, dass man die meisten Passagen schaffen kann, ohne überhaupt einen Gegner zu erledigen. Kommt es aber hart auf hart, dann beißt ihr einfach beherzt zu. Aber Vorsicht! Wird Riley entdeckt, ist er auch gleich chancenlos.

 

Aber am besten gefallen haben mir die Unterwasser- und Weltraummissionen. Die sehen nicht nur absolut klasse aus, die Schwerelosigkeit bzw. die Behäbigkeit unter Wasser sorgen für ein frisches Spielgefühl. Versucht hier mal einem Kugelhagel auszuweichen! Und selbst jemanden zu erschießen entpuppt sich schnell als etwas knifflig, brauchen die Kugeln und Projektile doch 2 bis 3 mal länger als gewohnt bis zum Ziel.

 

Ein kleines Highlight war auch die Mission, in der ihr eine feindliche Inselbasis infiltrieren und zerstören sollt. Zunächst einmal sitzt ihr am Steuer eines Hubschraubers , fliegt relativ frei über das Gelände und Meer und pulverisiert feindliche Schiffe, Helikopter und Luftabwehrstellungen. Als die Luft einigermaßen rein ist, setzt ihr das Einsatzkommando auf der Insel ab. Nun steuert ihr einen Kollegen an Land und infiltriert die Basis. Zwischendrin bekommt der Feind aber Verstärkung, so dass ihr wieder als Pilot im Hubschrauber gefordert seid.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kampagne einige Höhepunkte hat und durchaus sehr kurzweilig ist. Aber im Kern bleibt es immer Call of Duty. Das kann man jetzt positiv und negativ sehen.

 

 

Die Steuerung

 

Die Steuerung von Call of Duty Ghost ist nahezu perfekt. Ihr habt zunächst die Wahl zwischen GamePad, Classic Controller oder der Wiimote/Nunchuk-Kombination. Natürlich bietet letztere die höchste Genauigkeit und Geschwindigkeit beim Spielen. Aber auch die anderen Varianten funktionieren einwandfrei. Das GamePad wird dabei für Menüs, Statistiken und das Inventar verwendet. Außerdem dient es vielfach als zweiter Bildschirm, worauf ich im Multiplayerbereich noch mal eingehen werde. Grundsätzlich dürft ihr so ziemlich alles einstellen und verändern, was euch in Sachen Steuerung in den Sinn kommt. Vorbildlich!

 

 

Der Multiplayer

 

Im Prinzip teilt sich der Mehrspielerbereich in drei große Teile auf: Den Squad-Modus, Extinction und den normalen Gegeneinander-Modus. In allen Modi sammelt ihr Erfahrungspunkte und Ingame-Währung, verbessert so euren Charakter (diesmal könnt ihr auch Figuren auswählen, inklusive erstmals auch Frauen), kauft neue Waffen, Perks und anderes Equipment. Die Fülle der Verbesserungs- und Auswahlmöglichkeiten ist mittlerweile so groß, dass ich mir eine genauere Betrachtung erspare. Es sei nur so viel gesagt, dass Vielspieler und Profis eine Menge Optionen haben, sich reinzufuchsen. Gelegenheitsspieler und Neueinsteiger der Serie werden aber so langsam echt erschlagen von der Fülle an Möglichkeiten. Aber zurück zu den einzelnen Teilen:

 

In Squads versucht ihr wahlweise als Team möglichst lange euren Standort zu verteidigen und zu überleben oder eine gegnerische Basis einzunehmen. In Extinktion haben Aliens die Erde angegriffen. Nun gilt es gemeinsam deren Nester zu zerstören und immer neuen Angriffswellen standzuhalten. Die beiden Modi sind sehr auf kooperatives Spielen ausgelegt. Das könnt ihr entweder online, aber auch offline machen. Spielt ihr zu zweit an einer Konsole, dürft wahlweise via Splitscreen agieren oder ein Spieler sieht das Geschehen auf dem Bildschirm des GamePads, während der andere den TV nutzt. Coole Lösung!

 

Im „normalen“ Mehrspielerbereich stehen euch 11 Modi von Team Deathmatch bis Search & Destroy zur Verfügung, wo ihr mit bis zu 12 Spielern antreten können. Ihr habt dabei immer die Wahl zwischen normalen und hardcore Varianten (weniger Hilfestellungen, schnellerer Tod etc.) sowie ob ihr gegen/mit Freunden oder gegen Fremde antretet. Bei allem steht euch Voice-Chat via GamePad oder separaten Headsets zur Verfügung. Da die Modi hinlänglich bekannt sind, erspare ich mir auch hier genauere Erklärungen. Es sei nur gesagt, dass der Multiplayer wie immer große Freude bereitet. Natürlich abhängig von euren Fähigkeiten und einer stabilen Internetverbindung. Denn wer kriegt schon gerne permanent den Hintern versohlt?

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Die Grafik von Ghost schwankt so ein wenig zwischen Durchschnitt und atemberaubend. Gerade die Weltraummissionen sind teilweise echte Augenöffner! Tja, aber dann wird auch wieder der teilweise sehr positive Gesamteindruck von einzelnen matschigen Texturen zunichte gemacht. Ein zweischneidiges Schwert ist auch die neue Physikengine. Einmal hat sie kaum einen Einfluss auf das Spiel und zum anderen sind zusammenstürzende Gebäude zwar eine nett anzuschauende Effekthascherei, aber nicht mehr. Einmal hat dies sogar zu einem kritischen Bug geführt, als ein Gebäudetrümmer so ungünstig auf dem Weg gelandet ist, dass es mir den Weg versperrt hat. Als ich mich dann irgendwie doch vorbeigequetscht habe, hab ich damit irgendwelche Scripte ausgehebelt und konnte den Level nicht beenden.

 

Der Sound ist wieder immer klasse: Druckvoll, glasklar. Auch die Sprachausgabe ist auf gewohnt hohem Niveau!

 

 

Die Meckerecke

 

Neben ein paar technischen Patzern bleibt natürlich der Hauptkritikpunkt, dass man sich einfach noch mehr Mut zu Veränderung wünscht. Dass das Team von Infinity Ward durchaus dazu in der Lage wäre, zeigen ja die oben geschilderten Aspekte. Vielleicht wäre es aber auch schon damit getan, die Serie mal für ein paar Jahre ruhen zu lassen, damit man wieder Bock auf mehr davon bekommt!

 

 

Wir danken Activision für die Bereitstellung des Rezenzensionsexemplars!


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Fazit

Call of Duty Ghost ist besser als sein Ruf! Es hat nur das Problem, dass es das gefühlt 1000ste Spiel der Reihe ist. Dabei bietet sowohl die Kampagne als auch der Multiplayer genügend Spielspaß, um für Wochen an den Bildschirm zu fesseln. Letztendlich bleibt es aber wie immer: Wer drauf steht, es noch nicht satt hat, bekommt ein tolles Spiel geboten. Wer mit Call of Duty bisher nichts anfangen konnte, wird auch diesmal keinen Gefallen dran finden. Zu schade nur, dass mangels Alternativen Fans des Genres auf Wii U eigentlich zu dem Titel greifen müssen. Zuletzt möchte ich an dieser Stelle wieder einmal festhalten, dass auch Ghost den mit Abstand am besten umgesetzten Online-Multiplayer auf einer Nintendo-Konsole bietet!

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

08.11.2013

Developer

Infinity Ward/Treyarch

Publisher

Activision

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-12



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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