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Reviews: Nintendo Wii U

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Assassin's Creed 4: Black Flag

Action Adventure

04.01.2014

Autor: Matthias Küpper

 

Ahoi Matrosen

 

Willkommen in der Karibik, ihr Landratten. Im zweiten Ableger der Assassins Creed-Reihe für die Wii U geht es mit dem Animus, der von Abstergo entwickelten Apparatur, die jemanden in seiner DNA gespeicherte Erinnerungen aufrufen lässt, ins Piratenzeitalter. Bisher war es so, dass sich die Spiele der Gegenwart immer mehr genähert haben, doch in diesem Teil gehen wir zeitlich gesehen wieder etwas zurück. Wir schlüpfen nämlich in die Rolle von Edward Kenway, einem berüchtigten Freibeuter, der die Karibik zu Lebzeiten unsicher machte. Beim Namen Kenway klingelt es sicherlich noch bei dem ein oder anderen. Der gute Haythem trägt nicht ohne Grund den selben Namen, da es sich bei ihm um den Sohn von Edward handelt. Damit ist er natürlich auch ein Vorfahre von Desmond, den wir bisher immer begleitet haben. Doch im vierten Teil ändert sich daran etwas.

 

 

Stecht in See!

 

Die Geschichte beginnt auf einer einsamen Insel, auf der Kenway als Schiffbrüchiger auf einen Assassinen trifft. Da dieser vor ihm flieht, muss man ihm hinterherjagen und am Ende im Kampf besiegen. Hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts getan, außer das es sich jetzt auch um Piratenwaffen handelt. Noch immer kann man Kontern, Angreifen und die Verteidigung durchbrechen. Die Auswahl an Waffen, die man im Kampf verwenden kann, ist dabei wieder groß. Sobald man den Assassinen besiegt hat, nimmt man seine Rolle an und segelt nach Havana. Dort stellt sich aber schon bald heraus, dass es sich um einen abtrünnigen Assassinen gehandelt hat. Man selbst arbeitet nur kurz mit den Templern, da Kenway schon am Anfang zu viel riskiert und deshalb auffliegt. Ab dort geht das Spiel als Pirat erst richtig los.

Schon bald kapert man das erste Schiff und stellt eine Mannschaft zusammen, nur um die ersten Schiffe auszurauben zu können. Auch beim Segeln fällt schon bald auf, dass sich hier im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich etwas getan hat. Es gibt nun nur die Möglichkeit, das Schiff optisch und auch von den Waffen her aufzuwerten. Neu ist hier, dass man die Schiffe nun ausrauben und dadurch Geld und wichtige Rohstoffe gewinnen kann. Die Seeschlachten fühlen sich frisch an und machen Spaß, da man nun nicht die ganze Zeit in einer Mission ist. Man kann also auch die Karibik erkunden. Leider ist auch hier wieder das Problem, dass gewisse Abschnitte am Anfang noch nicht erreicht werden können, da der Animus diese blockiert. Denn es geht wieder von Sequenz zu Sequenz, in der einzelne Missionen erfüllt werden müssen. Die Nebenaufgaben, um die Synchronisation zu erhöhen gibt es auch wieder. Sie erhöhen den Schwierigkeitsgrad, sofern man denn die 100% unbedingt erreichen möchte.

Punkten kann Black Flag durch das Piratensetting und die vielen Sidequests. Es gibt unzählige Truhen, Animusfragmente und Schriften, die nur darauf warten, von euch gefunden zu werden. Außerdem gibt es Schatzkarten, die man hauptsächlich bei Leichen findet. Die gute alte Flaschenpost darf aber auch nicht fehlen, wodurch man Briefe bekommt. Mit dem Geld der gefundenen Schätze und Truhen könnt ihr dann euer Schiff aufwerten oder euch neue Ausrüstung zulegen. Ausrüstung könnt ihr euch jetzt auch teilweise selber mit den Rohstoffen, die ihr zum Beispiel bei der Jagd erhalten habt, erstellen. Denn auf den zahlreichen Inseln warten natürlich einige Tiere, von denen manche euch auch mal gerne angreifen. Im Dschungel lauert sogar ein weißer Jaguar!

Wenn man dann an Land ist, macht man genau das gleiche, wie in den bisherigen Spielen. Man schleicht sich an die Gegner heran und besiegt diese mit den versteckten Klingen, oder man wagt sich einfach ins Getümmel und besiegt die Feinde nacheinander. Am Ende werden dann auch gerne einmal ein paar Templer in Form von Spanier oder Engländern getötet. Woher Kenway am Anfang sein Adlerauge hat, würde ich aber schon einmal gerne wissen, da er zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Assassine ist. Auch die ganzen Fähigkeiten bringt er sich irgendwie selber bei. Schließlich kann er sich nicht auf die vielen Hinweise des Animus verlassen.

Außerhalb des Animus gibt es aber auch einiges zu entdeckten. Ihr seid ein Mitarbeiter von Abstergo. Was? Ein Mitarbeiter vom eigentlichen Feind? Genau das habe ich mir auch gedacht! Abstergo gibt sich nun als Entertainment Firma aus und ihr müsst Kenway angeblich untersuchen, weil sie ihn in der Öffentlichkeit zeigen wollen. Man trifft aber auch auf alte Bekannte aus den Vorgängern und findet zudem durch Hacken sehr viele interessante Informationen über vorherige Subjekte. Leider muss ich mich hier sehr kurz halten, weil es mir eigentlich untersagt ist, schlechte Dinge über Abstergo zu erzählen. Zumindest steht das in meinem Vertrag. In diesem finden sich ein paar zusätzliche Informationen, die nett sind und das ganze ein bisschen lebhafter gestalten. Besonders hieran zeigt sich also, dass die Entwickler immer noch sehr viel Kreativität und Herzblut in das Spiel gesteckt haben.

 

 

Ihr seid der Käpt'n

 

Die Steuerung unterscheidet sich nicht wirklich von Teil drei, der sich auch nur mit dem Gamepad oder mit einem Pro Controller steuern ließ. Sie hat sich einfach bewährt und steuert sich so immer noch am besten. Die Kämpfe sind dadurch meist immer noch recht langweilig, da man oft nur am Kontern ist und darauf wartet, dass sich endlich mal einer erbarmt und stirbt. Zum Kontern einfach Y drücken, mit A greift man an und durch drücken von B durchbricht man die Verteidigung. Mit X kann man zudem auch gerne mal schießen, sofern man es nicht über die Schultertasten tut. Solltet ihr diese simple Steuerung mal vergessen haben, wird sie euch auch im Spiel angezeigt oder auf eurem Gamepad, sofern ihr mit diesem spielt. Außerhalb des Kampfes rammt ihr mit B Leute und sprecht mit A bestimmte Personen an oder kauft euch zum Beispiel die Dienste von "netten Damen." ;)

Auch die Steuerung auf hoher See hat sich nicht verändert. Mit den Schultertasten greift ihr immer noch mit euren Kanonen an. Hier habt ihr die Auswahl zwischen Drehbassen, Kanonen und Fässern und anderen Waffen, die ihr im späteren Verlauf freischaltet. Ihr könnt per Knopfdruck bestimmen, wie viel Segel gesetzt wird. Auch diese Steuerung ist sehr einprägsam und erhöht dadurch den Spielspaß am Segeln. Sobald ihr einem gegnerischen Schiff genug Schaden zugefügt habt, könnt ihr es per Knopfdruck kentern und mit einem Seil auf dieses schwingen. Man bekommt also wirklich das Piratengefühl, welches man schon aus einschlägigen Filmen kennt.

Grafisch ist das Spiel wieder schön anzusehen. Die vielen Inseln sind sehr unterschiedlich gestaltet und die Welt macht allgemein einen besseren Eindruck als im Vorgänger. Sie ist einfach interessanter, da jede Insel ein neues Geheimnis verbirgt. Mal habt ihr es mit einem Dschungel zu tun, dann gibt es nur wieder ein paar Palmen. Das Wasser sieht auch sehr gut aus und auch das Wetter ist gut in das Spiel mit einbezogen. Vor allem bei Sturm steuert sich das Schiff nicht so einfach und die Sicht ist auch bei Nebel deutlich eingeschränkt. Optisch ist Assassins Creed 4 eins der schönsten Spiele, welches bisher auf der Wii U erschienen ist.

Die Sprachausgabe ist wieder gelungen. Die Sprecher sind gut und die ein oder andere Stimme kennt man auch aus Filmen. Dazu singen die Piraten auch auf hoher See und hier und dort werden mal andere Sprachen mal gesprochen. Die Mitarbeiter von Abstergo Entertainment haben zum Beispiel oft einen französischen Akzent oder telefonieren auf Französisch. Im Spiel hört man aber eher Englisch oder Spanisch.

 

 

Kritik

 

Assassins Creed 4 macht vieles richtig. Doch man darf einfach nicht vergessen, dass es sich um den sechsten Teil im sechsten Jahr handelt, der nun für eine Heimkonsole herausgekommen ist. Wer also die Spiele schon früher gespielt hat, merkt hier eindeutig, dass sich spielerisch nur wenig getan hat. Erst letztes Jahr ist der dritte Teil der Hauptreihe erschienen und die Gefahr wird einfach immer größer, dass man irgendwann dieses - an sich sehr interessante - Setting durch den Mangel an Innovation beim Gameplay kaputt macht. Das Segeln fühlt sich genauso an, wie bereits in im dritten Teil, wo es eines der besten Neuerungen war. Das Kapern macht zwar Spaß, aber es ist nun einmal kein so wirklich großer Aspekt. Eine deutliche Weiterentwicklung ist hier nicht mehr zu sehen.

Dazu kämpft das Spiel immer noch mit den Mängeln, sofern man über Hindernisse balanciert. Auf einem Schiff ist es auch vollkommen normal, dass der Kapitän über die Reling läuft, anstelle über die Treppe direkt daneben. Man hat noch immer nicht wirklich das komplette Gefühl von Kontrolle.

 

 

Multiplayer

 

Anscheinend hat man in den letzten Jahr vor allem wert auf die Verbesserung des Multiplayers gelegt. Denn hier erwartet euch eine Neuerung, die den kreativen Spielern unter euch sicherlich viel Spaß machen wird. Endlich könnt ihr eigene Spielmodi erstellen. Sofern ihr also etwas an den bisherigen Spielmodi auszusetzen habt, könnt ihr diese Einstellung umändern. Dabei ist auch wieder das Wolfrudel, in dem ihr gemeinsam mit anderen Spielern die feindlichen Ziele aufspüren und ausschalten müsst. Ansonsten könnt ihr wieder auf Kopfjagd gehen. Bei diesem Spielmodi treten zwei Teams gegeneinander an und man ist einmal der Verfolger und dann der Gejagte. Wer am Ende mehr Punkte hat, gewinnt die Runde. Dann gibt es noch den Artefakt-Angriff, der genauso funktioniert wie Capture the Flag. Beim Modus Dominanz geht es darum, bestimmte Gebiete einzunehmen und danach zu verteidigen. Bei "Gesucht" muss alleine ein bestimmtes Ziel gefunden und ausgeschaltet werden. Da man selber aber auch ein Ziel von jemanden ist, sollte man sich dabei vorsichtig verhalten. Das Deathmatch verhält sich ähnlich, nur ohne Kompass und auf kleinerer Karte. Als letztes wäre da noch Meucheln, wobei man ein Ziel nach Wahl identifizieren muss, es als Auftrag anfordert und danach tötet. Je mehr ihr spielt, desto mehr Erfahrung sammelt ihr und desto mehr könnt ihr am Ende freischalten. Gleichzeitig werden eure Gegner aber auch erfahrener und es können euch mehr Leute als Ziel haben. Wer also schon vorher gerne den Multiplayer gespielt hat, wird auch hier wieder sehr viel Spaß haben. Durch den Editor wird das ganze noch einmal interessanter. Nun fehlt nur noch, dass man auch eigene Karten erstellen kann.


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Fazit

Assassins Creed 4: Black Flag bietet wieder eine sehr interessante Geschichte und viele Geheimnisse. Es lehrt viele Hintergrundgeschichten und historisch bedeutsame Personen werden erneut verwendet und näher erklärt. Nur leider ist es erst ein Jahr her, dass der Vorgänger erschienen ist, zumal sich spielerisch nicht viel verändert hat. Wer also schon bei Teil drei festgestellt hat, dass er erst einmal keine Lust mehr auf die Serie hat, sollte sich diesen Ableger erst gar nicht holen. Spielerisch hat sich fast nichts getan, weshalb das Spiel dann doch recht schnell monoton werden kann. Da die Innovationen fehlen, reicht es am Ende auch nicht für eine Topbenotung. Es handelt sich aber immer noch um ein gutes Spiel, welches mit einer sehr guten Grafik und einer interessanten Geschichte überzeugen kann. Am Ende lebt dieser Teil hauptsächlich von dem unverbrauchten Setting in Videospielen.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

81%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

21.11.2012

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-8



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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