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Reviews: Nintendo Wii U

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Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen Sotschi 2014 HD

Sport

18.11.2013

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Autor: Mario Kablau

 

 

Mario und Sonic – die Vierte!

 

Als Nintendo gemeinsam mit Sega Ende 2007 das erste gemeinsame Spiel der einstigen Rivalen Sonic und Mario herausgebracht hat, schüttelten viele mit dem Kopf. Ein Spiel, in dem beide sich in einem freundschaftlichen Wettbewerb miteinander messen? Das hätte es mal 10 Jahre vorher geben sollen, als die beiden Firmen noch in direkter Konkurrenz zueinander standen, um ein für alle Mal zu klären, wer nun der bessere der beiden ist!

 

Aber gut, 2007 hat sich dann gezeigt, dass dieses zunächst belächelte Konzept eine wahre Goldgrube ist, kaum ein Spiel auf der Wii war so erfolgreich. Kein Wunder also, dass uns seit dem alle zwei Jahre zu den nächsten Olympischen Spielen eine neue Version erwartet. Da sich zum Glück Winter- und Sommerspiele abwechseln, ist das neue Spiel jetzt erst das zweite mit Wintersport-Thematik, also eigentlich gibt es noch keinen Grund, von einem Overkill zu sprechen. Vor allem, da es auch das erste Spiel der Reihe auf der Wii U ist, kann man doch einen ordentlichen Sprung erwarten, oder? Ja, kann man, eingetreten ist er aber leider nur teilweise. Warum das so ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

 

In etwa 20 winterlichen Disziplinen tritt man mit einem der 16 Charaktere entweder gegen seine Freunde, gegen Leute aus dem Internet oder gegen maschinell gesteuerte Gegner an. Moment? Hab ich da eben was von Internet geschrieben? Das, was laut Nintendo für Mehrspieler keinen Mehrwert liefert, weil es doch zusammen an einem Sofa vor einem Fernseher viel spaßiger ist. Ja, wirklich! Entwickler Sega hat dem Spiel tatsächlich einen Online-Modus spendiert und damit meine größte Forderung an die Reihe erfüllt. Generationssprung geschafft? Fast!

 

Leider reicht es nämlich nicht, einfach nur ein solches Feature zu ergänzen, wenn dafür dann der Rest nicht mehr stimmt. Aber dazu komme ich später. Was auf jeden Fall stimmt, ist die Steuerung. Hier haben sich die Macher echt einiges einfallen lassen. Je nach Sportart steuert man seinen Charakter entweder per GamePad, per Wiimote Plus oder in der Kombination von Wiimote Plus und Nunchuk. Eine gute Entscheidung ist dabei nicht nur, dass MotionPlus zwingend vorausgesetzt ist, sondern auch, dass sich jede Sportart anders kontrolliert – das sichert Vielfalt und Abwechslung. Ein paar Beispiele:

 

Beim Bobsport kommt als Einzelspieler das GamePad zum Einsatz, damit lenkt man per Bewegung den schnellen Schlitten die Bahn herunter und kann entweder auf dem Fernseher (Ansicht von außen) zuschauen oder auch direkt auf dem GamePad (Egoansicht). Im Viererbob spielt der erste per GamePad und sieht das Geschehen auf seinem Controller in Egoansicht, während die Spieler 2-4 per Wiimote Plus ihr Gewicht verlagern und das Geschehen auf dem Fernseher von außen verfolgen.

 

Beim Eisschnelllaufen muss man die Wiimote im richtigen Takt von links nach rechts schwingen, damit die Spielfigur möglichst schnell über das Eis läuft. Je besser und länger am Stück man dem Takt folgt, desto schneller ist man unterwegs. Beim Skilaufen dagegen hält man Wiimote Plus und Nunchuk in den beiden Händen wie Skistöcke und ahmt die Bewegungen eines Skifahrers nach.

 

Während der Disziplinen, die das GamePad nicht brauchen, wird darauf außerdem das Geschehen von Toad und über Posts aus dem Miiverse kommentiert. Das ist vor allem für die gerade nicht aktiven Mitspieler eine nette Idee. Dass man dann bei guten Ergebnissen am Ende auch noch ein Interview geben darf – der Kommentar landet dann wiederum im Miiverse – ist auch eine gute Idee. Nicht zuletzt kann man auch noch Siegerfotos schießen und diese mit seinen Freunden teilen. All das ist gut ins Spiel eingebaut, so dass man fast schon dazu gezwungen wird, die Features zu nutzen.

 

Außerdem hat man im Hauptmenü auf dem GamePad auch noch fünf TV-Kanäle, über die man sich verschiedene Leistungen anschauen kann. Dort sind die eigenen Errungenschaften ebenso dargestellt, wie Neuigkeiten aus der Freundesliste und einiges mehr. Vorbildlicher kann man den Touchscreen-Controller in einer solchen Sport-Sammlung wohl kaum einsetzen.

 

 

Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

 

Allerdings ist dies nur die halbe Miete und scheinbar haben die Entwickler diese Ideen für ausreichend gehalten. Da jedoch leider die Sportspiele an sich allesamt nur sehr kurz wirklich Spaß machen, reicht es eben nicht aus. Vor allem mein Beispiel zum Viererbob sollte das schon deutlich gemacht haben: Es ist für die Spieler 2-4 einfach total langweilig, zwei Minuten lang nur die Fernbedienung mal nach links und mal nach rechts zu kippen. Ähnlich ist es beim Skifahren, da ist einfach total schnell die Luft raus.

 

Und dabei ist es auch egal, ob man alleine oder mit drei Freunden spielt. Wirkliches Konkurrenzgefühl kommt nicht auf, dazu ist alles zu unrelevant und teilweise auch zu langsam. Es fühlt sich eher an, als wäre es für ein jüngeres Publikum gemacht. Das ist grundsätzlich natürlich nicht falsch, aber irgendwie habe ich einfach mehr erwartet. Vor allem, weil die Vorgänger mehr geboten haben.

 

Es hilft einfach nicht, wenn die Steuerung gut und abwechslungsreich, das Gameplay aber dauerhaft viel zu monoton ist. Daran ändert dann auch der Online-Modus nichts – Spiele, die offline keinen großen Spaß machen, tun das in der Regel auch online nicht. Das gilt leider auch für Mario und Sonic auf der Wii U. Problematisch am Online-Modus ist auch noch, dass man trotz arg eingeschränkten Wahlmöglichkeiten nur selten Spieler findet.

 

Meine ersten Versuche, in einer der vier Sportarten weltweit Mitspieler zu finden, sind komplett gescheitert, erst später habe ich mal einen oder zwei gefunden. Und da der Rest durch CPU-Charaktere aufgefüllt wird, kann man dann auch gleich alleine spielen. Fehlende Kommunikationsmöglichkeiten tun ihr übriges.

 

Online ist lediglich die Einbindung der eigenen Freundesliste gut. Über die TV-Kanäle wird man ständig über das informiert, was die Freunde so treiben und die eigenen Ergebnisse werden natürlich auch weitergegeben. Aber auch das nützt nicht viel, wenn das Spiel kaum gespielt wird. In meiner nicht sehr kleinen Liste scheinen gerade mal zwei Leute das Spiel zu haben. Auf der Wii hatte es irgendwie gefühlt noch jeder – das ist wirklich schade.

 

Auch die anderen Modi, die teilweise etwas Party-Flair reinbringen sollen, klappen nicht so richtig. Die grundsätzlichen Probleme am Gameplay lassen sich nämlich auch dadurch nicht heilen, indem man vordefinierte Mehrkämpfe gegeneinander antritt. Gut wäre allerdings gewesen, wenn man auch online nicht nur Einzelwettkämpfe machen könnte. Die Einschränkungen auf vier Sportarten kann ich nicht nachvollziehen. Bei Mario Kart kann man ja auch nicht nur aus vier Strecken wählen, sondern trifft sich vorher und stimmt dann darüber ab, was gespielt wird. Das hätte Mario und Sonic sicher auch gut getan.

 

 

Technik einer neuen Generation?

 

Grafisch ist das Spiel in Ordnung. Schon die Vorgänger sahen für ein Sportspiel im Mario- und Sonic-Universum relativ gut aus und das gilt auch für den vierten Teil. Allerdings fehlt doch etwas der echte Generationssprung. Klar, alles ist in HD, aber es hätten doch mehr Details und Effekte sein können. Vor allem Schnell und Eis geben da ja eigentlich sehr viel her, was aber nur selten und wenig genutzt wird.

 

Akustisch bin ich enttäuscht, die bekannten Melodien gehen mir mittlerweile nur noch auf die Nerven und der euphorische Sprecher sollte auch lieber Marktschreier werden. Jedes Mal ein „MARIO!“ oder „GOLDMEDAILLE“ zu brüllen, ist nicht wirklich sinnvoll. Hier hätte man wesentlich mehr machen können und müssen, andere Spiele im Genre zeigen doch wie es geht. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich die Ausrufe der ganzen Nintendo-Charaktere, wie Bowsers immergleiches Gebrüll oder das Gequietschte von Peach einfach nicht mehr hören kann...

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Unterm Strich ist Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen Sotschi 2014 leider eine Enttäuschung. Die Grundidee ist zwar nach wie vor gut, aber die Sportarten sind einfach auf Dauer viel zu langweilig. Auch wenn sich die Entwickler viele Gedanken darüber gemacht haben, wie man die Steuerung gut an die neue Konsole anpasst, haben sie scheinbar vergessen, worauf es wirklich ankommt: Fesselndes und forderndes Gameplay. Das fehlt dem Spiel leider fast völlig. Und dann helfen auch der Online-Modus und die weiteren Spielmodi sowie die vielen Extras nichts – monoton bleibt monoton und langweilig bleibt langweilig. Echt schade, ich hatte mir vom ersten Spiel der Reihe auf der Wii U viel mehr versprochen.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

59%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

08.11.2013

Developer

Sega

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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