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Reviews: Nintendo Wii U

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The Legend of Zelda - The Wind Waker HD

Action Adventure

04.10.2013

 

Zu Martins Spielraum: Zelda - The Wind Waker HD

 

Autor: Mario Kablau

 

 

Wecke den hoch aufgelösten Wind!

 

Wir schreiben das Jahr 2003. Nintendo bringt das erste, aber nicht letzte Zelda-Spiel für den GameCube heraus: The Legend of Zelda - The Wind Waker spaltet damals die Fans in zwei Lager: Die einen finden den kindlichen Comik-Look furchtbar und verteufeln damit das komplette Spiel und die anderen lieben es einfach und lassen sich mitreißen.

 

Da ich hier über die HD-Neuauflage schreibe, will ich mir weitere Anlehnungen an damals nun schenken und einfach einsteigen. Natürlich werde ich jedoch ganz klar darauf eingehen, was sich im Vergleich mit dem Original getan hat und ob ich das gut finde oder nicht. Spätestens im Fazit erfahrt ihr dann, für wen sich das Spiel lohnt und warum. Aber nicht direkt runter scrollen, sonst verpasst ihr das Beste... Also los:

 

Die Geschichte ist schnell erzählt: Auf einer Insel namens Präluiden lebt ein Junge zusammen mit seiner Schwester bei ihrer Oma. Die beiden führen dort ein ruhiges Leben, bis eines Tages ein großer Vogel über die Insel fliegt. Er trägt ein blondes Mädchen mit spitzen Ohren in seinen Krallen und wird gejagt von Piraten. Die treffen den Vogel mit einer Kanonenkugel, so dass das Mädchen in einem Wald auf der Insel abstürzt. Der Junge entschließt sich, ihr zu helfen und besorgt sich dafür erstmal ein Schwert. Ohne kommt man da nämlich gar nicht erst hin.

 

Kaum angekommen und das Mädchen befreit, nimmt das Chaos seinen Lauf. Der Vogel kehrt zurück und greift sich ein blondes Mädchen mit spitzen Ohren – dummerweise aber die Schwester des Jungen und nicht das ursprüngliche Opfer. Die hört übrigens auf den Namen Tetra und ist die Anführerin der Piraten. Unser Held macht sich dann gemeinsam mit den Piraten auf die Jagd nach dem Vogel, um seine Schwester zu befreien.

 

Und damit ist das wohl beste Tutorial in einem Zelda-Spiel schon rum. Kurz und knackig wird man ins Spiel eingeführt, der Held hat eine persönliche Motivation für seine Reise und es geht danach gleich los. So muss das sein. Der Spieler steuert nun den Helden, nennen wir ihn der Einfachheit halber einfach mal Link, durch das Abenteuer, das schnell ungeahnte Ausmaße annimmt. Die direkte Verknüpfung zum N64-Klassiker Ocarina of Time sorgt dabei für die leider bis heute letzte Geschichte in einem Zelda-Spiel, die wirklich mitreißen kann. Ein wahres Feuerwerk für Fans der Reihe. Aber das wird hier jetzt nicht gespoilert.

 

Schon bald „verliert“ Link den Anschluss zu den Piraten und ist dann alleine unterwegs. Zum Glück hilft ihm ein sprechendes Boot bei seiner Aufgabe. Doch die ist natürlich schwerer und länger als zuvor angenommen. Link muss den Ozean bereisen, denn natürlich geht es um viel mehr als nur die Rettung seiner Schwester. Ein ganzes Königreich steht auf dem Spiel...

 

 

Fantastisches Gameplay!

 

Zugegeben: Seit Ocarina of Time tut sich Nintendo etwas schwer, das Spielprinzip von Zelda-Spielen weiterzuentwickeln. Dennoch ist es bei The Wind Waker gelungen, ein wirklich tolles Gesamtpaket auf die Beine zu stellen, das jedoch hier und da leider einige Mängel hat. Zunächst aber ein paar Sätze zum Positiven:

 

Das Abenteuer fesselt von Anfang an und man wird als Spieler auch niemals überfordert. Man bekommt in den Tempeln, wie immer bei Zelda, neue Items, die man dann sinnvoll einsetzen muss. Damit werden aber nicht nur in den Tempeln neue Bereiche verfügbar, auch in der offenen Oberwelt kann man so immer mehr Orte erreichen.

 

Dank GamePad hat man dabei nun mehr Möglichkeiten als zuvor. Zum einen wird auf dem Bildschirm des Controllers stets die aktuelle Karte angezeigt, also je nach Situation die vom Meer, einer Insel oder dem aktuellen Tempel. Außerdem kann man über den zusätzlichen Bildschirm jederzeit seine Items wechseln, ohne dafür das Spielgeschehen pausieren zu müssen. Um unnötiger Hektik vorzubeugen, kann man aber natürlich auch jederzeit auf Pause drücken und dann in aller Ruhe umsortieren.

 

Des Weiteren ist das Segel nun kein Item mehr, sondern man legt es auf dem Boot einfach durch den A-Knopf an und ab. Das spart jede Menge hin und her Geschiebe. Außerdem liegen die Kanone und der Taktstock nun auf dem Steuerkreuz, so dass man sie während der diversen Segeltörns jederzeit leicht anwählen kann. Apropos Taktstock: Den kann man jetzt auch durch Bewegungen über den Touchscreen steuern, das fand ich im Gegensatz zur Abbildung aller Lieder auf dem GamePad-Bildschirm aber eher überflüssig.

 

Und bevor wir zur besten Verbesserung im Spiel kommen, zunächst noch mal ein paar allgemeine Dinge. Die Steuerung geht mit dem GamePad wirklich fantastisch. Nicht nur, dass man dank Touchscreen die Items viel schneller verwalten kann und außerdem eine viel bessere Übersicht hat, nein, auch der Rest ist nahezu perfekt. Die Kamera lässt sich super kontrollieren, die Tasten für die Items sind gut erreichbar und natürlich frei belegbar und, und, und. Mir hat sogar die Bedienung der Waffen in Egoansicht durch Bewegungssteuerung besser gefallen als per Stick.

 

Man kann das Spiel zwar auch mit dem Pro Controller spielen und sogar nur auf dem GamePad, also ohne Fernseher, das kann ich aber nicht empfehlen. Warum? Weil dann einfach der zweite Bildschirm fehlt, der als Komfort-Merkmal die HD-Version deutlich besser kontrollierbar macht als das Original.

 

 

 

Den Wind immer im Rücken!

 

Die beste Neuerung im gesamten Spiel ist ohne Frage das neue Segel. Dieses kann man nach dem ersten Tempel erhalten. Wie das geht, sage ich hier jetzt nicht. Nur soviel: Das Spiel führt einen nicht dahin, es gibt aber einen Fisch in der Nähe einer Insel, der einen Tipp dazu gibt. Hat man das Segel, dann ist das Reisen über den Ozean wesentlich beschleunigt. Und das liegt nicht nur daran, dass man mit dem neuen Segel, das man durch einen zweiten Druck auf die A-Taste aktiviert, doppelt so schnell unterwegs ist. Ne, das ist sogar die eher kleinere Verbesserung. Eine echte Wonne ist die Tatsache, dass sich der Wind mit diesem neuen Segel mitdreht, so dass ihr ihn immer im Rücken habt.

 

Segelt man also an einem Schatz vorbei oder ist im Kampf mit ein paar feindlichen Booten, dann muss man dank dem neuen Segel nun nicht mehr ständig den Wind per Taktstock drehen, sondern das passiert automatisch. Sinnvoll ist das natürlich auch bei normalen Segelfahrten, da man auch mal Inseln umfahren oder den Kurs ändern kann, ohne dass man gleich gegen den Wind fährt.

 

Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Feature der HD-Version, das man erwähnen muss, auch wenn es mir persönlich gar nicht so bewusst aufgefallen ist: Man kann sich jetzt auch im Schwung am Seil drehen und muss dafür nicht erst anhalten. Das macht viele Aufgaben einfacher und reduziert das Spiel um eine weitere nervige Eigenart. Dass man sich nun auch in der Egoansicht bewegen kann, ist da schon nebensächlich. Es hilft auf jeden Fall in Bosskämpfen und bei manchen Rätseln, etwas wirklich Neues bietet es aber nicht. Und Durchspielen kann man das Spiel so entgegen bestimmter Meldungen auch nicht, man kann nämlich weder klettern oder springen noch Türen öffnen, während man mit der Kamera in Links Kopf sitzt.

 

Zuletzt ist die verbesserte Triforce-Suche noch nennenswert. Man wird nämlich nun viel früher darauf gestoßen, in dem man zum Beispiel Tingle ganz am Anfang schon befreien muss. Ebenso findet man fünf der acht Teile jetzt direkt und ohne Schatzkarte, eben an der Stelle, an der man bisher die Karte gefunden hat. Es geht also etwas schneller und ist weniger teuer. Nervig ist die Suche aber immer noch, es fühlt sich nach wie vor unfertig an. Es ist einfach blöd, wenn ein Spiel einen die ganze Zeit ganz eng an die Hand nimmt und einem dann nach dem vorletzten Tempel einfach sagt: „So, du bist fertig, jetzt such mal schön das Triforce, sonst kommst du nicht weiter.“ Bis dahin hat man ja nur eine Ahnung, was das Triforce überhaupt ist, weil man vielleicht schon ein Zelda-Spiel gespielt hat. Sonst erklärt das Spiel das überhaupt nicht, wirklich komisch, weil man sonst ständig den Zaunpfahl an den Hinterkopf gehauen bekommt.

 

 

Wo sind denn hier die grafischen Verbesserungen?

 

Okay, die Überschrift ist natürlich leicht ketzerisch, aber die Frage darf man sich durchaus stellen. Wenn es ein 3D-Zelda gibt, das vom Stil her absolut zeitlos ist und vermutlich auch in 20 Jahren noch gut aussieht, dann ist das The Wind Waker. Der Comic-Look, die sehr einfachen Texturen und vieles mehr sorgen einfach dafür, dass das Original auch heute noch absolut toll aussieht. Und das heißt dann natürlich auch, dass sich die HD-Version davon nur schwer abheben kann. Und genau das ist hier passiert.

 

Klar, die Weitsicht ist besser, alles wirkt klarer und schärfen, Kanten flimmern nicht und vieles sieht einfach einen Ticken hübscher aus. Aber profitiert das Spiel davon? In meinen Augen kaum. Und noch viel schlimmer ist: Die HD-Optik offenbart zudem einige Schwächen im Stil, die vorher durch die niedrigere Auflösung gar nicht so aufgefallen sind. Das beste Beispiel ist wohl Links Beule in der Hose. Achtet einfach beim Krabbeln mal drauf... Oder teilweise sind auch einige Animationen nicht ganz sauber, vor allem beim Dirigieren der beiden Weisen in den späteren Tempeln. Das fällt jetzt so unglaublich offensichtlich ins Auge, dass man sich fragt, warum sie nicht ein bisschen mehr Arbeit in die HD-Version gesteckt haben. Oder noch besser: Lieber Majora’s Mask in HD auf die Wii gebracht hätten – und zwar richtig!

 

Allerdings muss ich auch sagen, dass der Grafikstil natürlich auch in HD noch zeitlos ist und gut aussieht. Mir hat die Optik des Titels schon immer gefallen und das tut sie auch in 1080p noch. Vor allem Gestik und Mimik sind nach wie vor unerreicht gut in einem Zelda-Spiel.

 

Akustisch ist das Update eher mau. Zwar wurden einige Stücke überarbeitet, das aber meist zum Schlechteren. Das Thema in Port Monee zum Beispiel wirkt nun irgendwie flacher. Dazu hätte man natürlich echt punkten können, indem man das meistgehörte Stück im Spiel von einem Orchester eingespielt hätte: Das Segel-Thema, wenn man über den Ozean schippert. Aber nein, Nintendo hat auch hier nur minimalen Aufwand rein gesteckt.

 

Ach so, noch am Rande: Bei The Wind Waker akzeptiere ich sogar, dass es keine Sprachausgabe gibt, einfach weil der Stil des Spiels durchaus Textboxen zulässt. Allerdings sollten sich alle, die nicht wollen, dass Link spricht, mal folgendes auf der Zunge zergehen lassen: Er spricht! Nicht nur seine Schwertrufe, die ihm ja schon eine feste Stimme geben, nein, er ruft auch zum Beispiel die Weisen mit einem gesprochenen „Come on“. Wenn das nicht die Stimme des Helden fest vorgibt, dann weiß ich es auch nicht. Ist deswegen die Welt untergegangen oder noch schlimmer: das Spiel schlecht? Nein!

 

 

Meckerecke!

 

Leider ist meine Meckerei (auf hohem Niveau) noch nicht ganz vorbei. Allen voran muss ich den Helden-Modus noch erwähnen. Spielt man in diesem Modus, dann erscheinen im Spiel keine Herzen mehr und man nimmt doppelten Schaden, wenn man von Gegnern getroffen wird. Ziel soll sein, das Spiel, das von vielen als zu leicht bezeichnet wird, schwerer zu machen. Haben sie dieses Ziel damit erreicht? Nein!

 

Warum nicht? Nun, während man am Anfang aus den falschen Gründen leichter stirbt (zwei kleine Fehler, die einfach immer mal passieren können sind auf einmal brandgefährlich), weil man nur wenige Herzen hat, merkt man danach eigentlich keinen Unterschied mehr. Das Spiel ist nämlich zu leicht, weil man die meisten Gegner inklusive der Endgegner so schnell durchschaut, dass sie einen gar nicht oder nur sehr selten treffen. Die werden damit also überhaupt nicht schwerer, nur weil sie mehr Schaden verursachen. Zwei Mal Null ist nach Adam Ries immer noch Null...

 

Auch hier hat Nintendo also den Weg des kleinsten Aufwandes gewählt, um das Spiel zu verändern. Aber nicht zum Besseren, sondern einfach nur anders. Es ist durch den Modus nicht schwerer, die Gegner sind immer noch zu leicht, zu schnell durchschaubar und wenig angsteinflößend. Mich nervt einfach am meisten, wenn ein episch eingeführter Endgegner nach ganz wenigen Minuten schon Geschichte ist und Link sich dann wie ein Schneekönig freut – und ich mir nur denke: Okay, das hätte ich jetzt auch mit bloßen Händen schaffen können...

 

Wenn ihr nun noch mehr zum Spiel wissen - und auch sehen - wollt, dann empfehle ich euch den folgenden Klick auf Martins Spielraum zu WInd Waker HD: klick

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Obwohl die HD-Version von The Wind Waker ohne Zweifel die beste Version des Spiels ist, kann ich sie nicht jedem empfehlen. Es hat sich im Vergleich zum Original einfach viel zu wenig getan – vor allem, um das Spiel zum Vollpreis zu kaufen. Klar, es macht großen Spaß, ist das letzte Zelda-Spiel, das eine wirklich mitreißende Geschichte und gefühlsbetonte Momente hat und macht fast die gesamte Spielzeit über großen Spaß. Das gilt aber auch für das Original, so dass man besser das noch mal in seinen GameCube oder seine Wii einlegt, statt so viel Geld für so wenige Neuerungen zu investieren. Nintendo hat hier echt eine Chance verpasst, indem sie sich für das wohl einzige Zelda-Spiel entschieden haben, das nun wirklich keine HD-Version braucht. Allerdings muss ich auch sagen: Wer das Original nicht gespielt hat, der kommt um The Wind Waker HD auf keinen Fall herum!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.10.2013

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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