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Reviews: Nintendo Wii U

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Pikmin 3

Strategie

26.07.2013

Autor: Martin Küpper

 

Pikmin 3

 

Die Wartezeit ist überstanden, Pikmin 3 ist nach einer gefühlten Ewigkeit endlich draußen. In unserem Testbericht (und in meiner Spielraum-Folge) möchte ich euch erläutern, wieso sich das Warten gelohnt hat!

 

 

Wieder mal gestrandet...

 

Pikmin 3 erfindet das Rad nicht neu. Wer schon ein mal Pikmin gespielt hat, der weiß was ihn hier erwartet. Es gibt aber auch zahlreiche Neuerungen. Schon beim Protagonist hat sich einiges getan. Ihr spielt nicht länger als Captain Olimar, sondern habt gleich drei Charaktere unter eurer Kontrolle: Alpf, Brittany und Captain Charlie. Die drei sind Forscher vom Planeten Koppai, der unter Nahrungsmangel leidet. Sie werden auf den Planeten PNF-404 geschickt, da es dort jede Menge Früchte geben soll. Doch, wie üblich, geht etwas furchtbar schief. Die drei stranden auf dem Planeten – zu allem Überfluss auch noch getrennt voneinander.

 

Genau wie Captain Olimar stoßen Alph, Brittany und Charlie auf PNF-404 natürlich auf die Pikmin. Schnell stellen sie fest, dass diese kleinen Pflanzen-Tierwesen ihnen freundlich gesinnt sind und sogar auf ihre Kommandos hören. Schnell begreifen sie, dass sie nur mit der Hilfe der Pikmin ihre Mission abschließen können und wieder nach Hause zurück kehren können.

 

 

Alles beim alten?

 

Wie schon gesagt, am Grundkonzept der Reihe hat sich nicht wirklich etwas getan. Ih kontrolliert auf euren Missionen bis zu 100 Pikmin, die ihr per A-Knopf auf Gegner und Objekte werfen könnt. So teilt man den Pikmin Aufgaben zu, die sie sofort voller Eifer angehen. Gegner werden angegriffen, aus Bausteinen wird eine Brücke gebaut, Hindernisse werden eingerissen... und so weiter.

 

Dabei gilt es wieder die verschiedenen Fähigkeiten der Pikmin zu berücksichtigen. Rote Pikmin sind resistent gegen Feuer, blaue Pikmin können im Wasser überleben und gelbe Pikmin können Elektrizität durch ihren Körper leiten, ohne dass sie dadurch Schaden nehmen. Zu den fünf bereits bekannten Pikmin Arten stoßen in Pikmin 3 zwei neue.

 

Zumindest eine der Arten möchte ich vorstellen, da man sie recht früh im Spiel bekommt und sie sowieso schon in Trailern und Präsentation gezeigt wurden. Die Felspikmin sind steinerne Pikmin, die bei einem Wurf auf Gegner mehr Schaden anrichten (es sind schließlich quasi Steine). Doch viel wichtiger ist, dass sie Glas zerschlagen können.

 

Um die verschiedenen Eigenschaften der Pikmin sind zahlreiche klevere Aufgaben gebaut. Man könnte zwar meinen, dass dieses Konzept viel zu simpel sei um langfristig zu unterhalten – aber auch im dritten Pikmin-Abenteuer liegt man damit meilenweit daneben. Es ist wirklich bemerkenswert was Nintendo mit den alten- und neuen Elementen des Spiels angestellt hat.

 

 

Drei Anführer sind besser als einer!

 

Apropos neue Elemente: Das man nun drei Anführer hat, eröffnet zahlreiche neue taktische Möglichkeiten. Zum einen kann man auf diese Weise die Pikmin in drei Gruppen einteilen und mehrere Aufgaben gleichzeitig angehen. Das habe ich aber eher selten genutzt. Wichtiger ist, dass man auch andere Anführer werfen kann. Wirft man einen Kollegen etwa auf eine ansonsten unerreichbare Anhöhe, muss man ihm nur ein paar Pikmin hinterher werfen, den Anführer wechseln – und schon kann man ein neues Gebiet erkunden. Sehr gute Idee!

 

Mein Highlight waren aber ausgerechnet Passagen, wo die Anführer getrennt waren. Da gab es etwa eine Stelle wo zwischen Brittany und Alph ein reißender Fluss lag. Sie konnten nicht zueinander, aber an einer Stelle war es möglich die Pikmin über den Fluss zu werfen. Und genau das war gefragt! Hier galt es die unterschiedlichen Pikmin mit ihren Eigenschaften untereinander auszutauschen. Eine fantastische Idee, die mir viel Spaß bereitet hat.

 

 

Fruchtalarm!

 

Über eine Sache war ich im Vorfeld aber richtig besorgt: Miyamoto hatte angekündigt, er wolle das Zeitlimit des ersten Teils wieder einbauen. In Pikmin für den Nintendo GameCube (und später die Wii) musste man das Spiel innerhalb von 30 Tagen beenden oder man hatte versagt und durfte von vorne anfangen. Das konnte im Zweifelsfall natürlich reichlich frustrierend sein und sorgte letztlich dafür, dass man sich immer leicht gehetzt fühlte!

 

Zum Glück ist das Zeitlimit in Pikmin 3 ganz anders geregelt. Statt einem festgelegten Limit, müsst ihr ein Auge auf die Nahrungsvorräte der Crew werfen. Der Kniff an der Sache ist die simple Tatsache, dass ihr den Vorrat selbst aufstocken könnt! Überall in den verschiedenen Gebieten des Spiels liegen (mehr oder weniger gut) versteckte Früchte, die ihr von den Pikmin zu eurem Schiff transportieren lassen könnt. Dort werden sie in Saft umgewandelt und in Kanister abgefüllt. Jeden Tag verbraucht die Crew einen Kanister – deren Anzahl zeigt euch also klar, wie viele Tage ihr noch zur Verfügung habt.

 

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das sagen könnte, doch dieses Konzept ist genial! Es hat mich überhaupt nicht gestresst oder panisch gemacht, es hat mir nur die Bedrohung der Situation näher gebracht und mich motiviert nach den Früchten zu suchen. Und die haben so eben einen echten Wert. Sie sorgen für das Überleben der Crew – und des Spielers. Daher fühlt es sich einfach großartig an, wenn man beobachten darf, wie die Pikmin mit einer dicken Melone zurück zum Schiff marschieren.

 

Außerdem kann man nun (wie in der Wii-Version von Pikmin) einen Tag ganz einfach neu starten oder zu einem späteren Zeitpunkt zu einem früheren Tag zurück kehren.

 

 

Tick-Tack!

 

Das ganze würde natürlich nicht ohne ein Tag-Nacht-System funktionieren. Ein Tag hat eine festgelegte Länge von schätzungsweise etwa 15 Minuten. Ist die Zeit um wird es Nacht und die Crew, genau wie die Pikmin, ziehen sich in ihr Schiff bzw. in ihre Zwiebel zurück. Alle Pikmin die alleine auf dem Feld sind (also weder in oder an der Zwiebel noch im Team) bleiben zurück und werden von den nachtaktiven Kreaturen des Planeten verspeist.

 

Ich mag dieses System. Wirklich. Ich glaube, dass dem Spiel ohne diesem Faktor etwas fehlen würde. Aber es hat auch seine Schattenseite. Einen Bossgegner nicht besiegen zu können, weil der Tag vorbei ist... das ist einfach nur nervig und fühlt sich nach einem billigen Trick an. Eine tickende Uhr im Hintergrund sollte nicht dass sein, was einen Boss fordernd macht.

 

Das führt auch dazu, dass man sich in manchen Situationen entsprechend verhält und etwas gar nicht mehr angeht. Da gab es etwa eine Stelle, wo ein Boss vor dem eigentlichen Kampf schon langsam aufgebauscht wurde. Die Situation war klasse aufgebaut und hat mich richtig heiß auf den Kampf gemacht. Als ich dann endlich richtig kämpfen konnte, war es allerdings zu spät und ich habe mich zurück gezogen. Das hat die ganze Situation kaputt gemacht, weil ich an einer Stelle rausgeschmissen wurde, die dafür einfach nicht gedacht war.

 

 

Grafik, Sound und Steuerung

 

Kurz und knapp: Pikmin 3 ist ein Augenschmaus. Es sieht unglaublich gut aus! Es fühlt sich an, wie das erste „richtige“ HD-Spiel von Nintendo. Und genau das ist wohl die größte Stärke des Spiels. Pikmin ist das erste Franchise von Nintendo, das von der Hardware der Wii U wirklich profitiert. Das Gewusel von 100 Pikmin in scharfem, flüssigen HD sehen zu dürfen ist einfach eine Wonne! Allein das macht Pikmin 3 schon zu einem neuen Erlebnis! Genau das ist es, was ich in Zukunft bitte öfters von Nintendo sehen möchte: Spiele, die von besserer Hardware auch profitieren! Und da ist sicher auch grafisch immer noch mehr Luft nach oben.

 

Der Soundtrack des Spiels hält sich eher im Hintergrund. Die Melodien sind zwar melodisch, passen zur Situation und unterstreichen den Charme des Spiels – wirklich ins Ohr gingen sie mir aber nicht. Schade finde ich auch, dass nach dem Intro, das in englischer Sprache vertont wurde, nur noch Fantasie-Gebrabbel folgte. Das passt zwar bei Pikmin einigermaßen – ich hätte eine „richtige“ Sprachausgabe aber mal wieder bevorzugt.

 

Bei der Steuerung gibt es hingegen absolut gar nichts zu meckern. Spielt ihr per Wii-Remote und Nunchuk habt ihr dank des Pointers sehr viel Präzision beim abwerfen der Pikmin. Das funktioniert aber auch ohne Probleme per Analogstick – und auf dem Wii U GamePad steht dafür noch eine zusätzliche Karte der Umgebung bereit. Auch allerhand Infos lassen sich über das GamePad einsehen.

 

Wirklich nervig ist nur, dass die Pikmin teilweise immer noch an Objekten hängen bleiben. An einer Stelle sind mir sogar etliche Pikmin gestorben, weil sie eine Kurve nicht richtig genommen haben und schnurstracks ins Wasser gelaufen sind... Zum Glück passiert so etwas aber wirklich nur sehr selten.

 

 

Multiplayer

 

Zusätzlich zur Kampagne bietet das Spiel noch zwei weitere Spielmodi. Die Missionen kann man selbstverständlich auch alleine angehen aber eben auch mit einem Freund zusammen. Es gibt drei Missionsarten: Schätze sammeln, Gegner besiegen und Bossgegner. Je nach Leistung bekommt ihr Medaillen, wobei ihr mindestens Bronze schaffen müsst um die nächste Mission freizuschalten.

 

Im Bingoduell geht es hingegen gegeneinander um die Wurst. Es gilt bestimmte Gegner und Objekte zum eigenen Nest zu bringen. Der erste Spieler der eine komplette Reihe abschließt, gewinnt – wie beim Bingo eben. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, wie ich diesen Modus einschätzen soll. Er macht auf jeden Fall Spaß, aber ich weiß nicht... Pikmin ist einfach so ein Spiel wo mir der kooperative Aspekt der Zusammenarbeit sehr viel mehr gibt. Ich hatte mit den Missionen im Koop so viel Spaß, dass ich mir wünschte es wäre Möglich das komplette Abenteuer im Koop zu spielen. Und wieso gibt es mal wieder keine Möglichkeit das Spiel online zu spielen?

 


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Fazit

Pikmin 3 ist ein grandioses Spiel! Es unterhält und motiviert auf konstant hohem Niveau und die wenigen Neuerungen wurden klasse integriert und ausgenutzt. Sogar das (quasi) Zeitlimit weiß mir zu gefallen – hier wäre vielleicht nur noch mehr drin gewesen. Wieso hat mir das Spiel nicht die Wahl zwischen verschiedenen Missionen gleichzeitig gestellt? So eine Entscheidung wäre überaus interessant gewesen. Pikmin 3 ist sicher nicht perfekt - gerade das Tag-System hat wie beschrieben eine Schattenseite – aber es ist das erste Spiel von Nintendo, das die Hardware-Power der Wii U richtig nutzt und davon extrem profitiert. Allein das ist viel wert! Jetzt fehlt nur noch eine wirklich kreative, neuartige Einbindung des GamePads und die Wii U hat endlich die Spiele, die sie braucht! Pikmin 3 ist bislang ohne jede Frage das bislang beste Wii U Spiel für mich. Danke Nintendo!

Grafik

super

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

super

88%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

26.07.2013

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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