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Reviews: Nintendo Wii U

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Resident Evil Revelations

Action

11.07.2013

Autor: Lukas Strübig

 

 

Das bessere Spin off

 

Die Resident Evil Serie ist wohl das perfekte Beispiel für alles, was die letzte Generation schief gelaufen ist. Der Japanische Markt ist zu großen Teilen stagniert und wird von Westlichen Entwicklern immer weiter überschattet. Die einzige Möglichkeit zu überleben ist es also, jedes Spiel so westlich wie möglich zu machen. So verzichtet man auf alles, was einst eine Serie groß machte und setzt statt dessen auf eine fette Inszenierung und viel Action, um möglichst auch noch etwas vom Massenmarkt abzugreifen, der von Call of Duty, Battlefield und Gears of War scheinbar immer noch nicht übersättigt ist.

 

So ist es kaum verwunderlich, dass gerade ein kleines Spin off für einen Handheld stärker an die Wurzel des ursprünglichen Gameplays zurück kehrt, während die groß beworbene Fortsetzung der Hauptreihe weiter auf Bombast und Blendwerk setzt.

 

Resident Evil Revelations erfreute sich daher so großer Beliebtheit, dass es einen Port auf die HD Konsolen spendiert bekam.

 

 

Enthüllungen

 

Es ist ein Jahr her, dass die Insel Terragrigia, die als autonome Stadt, unabhängig von äußerer Energieversorgung ein Wegweiser für die Zukunft darstellen sollte, von einem Virus infiziert und von Mutanten überrannt wurde, sodass sie letztendlich komplett zerstört werden musste.

Hinter den Anschlägen steckte die Terror-Organisation Veltro, denen nun Jill Valentine und ihr Partner Parker Luciani auf dem Schiff Queen Zenobia auf die Schliche kommen. Das Problem: Das vermeindliche Kreuzfahrtschiff ist bereits von Mutanten besetzt, Kommunikation unmöglich und auch sonst sind die beiden nicht allein.

Während dessen versucht der Rest der BSAA, der Organisation, der die beiden angehören, herauszufinden, was mit ihnen geschehen ist, was hinter der ganzen Sache steckt und wie die rivalisierende Organisation FBC darin verstrickt ist.

 

Die Handlung klingt kompliziert und das ist sie auch, gut also, dass man sich entschieden hat, sie wie eine Serie in Episoden aufzuteilen. Das Ganze geht so weit, dass sogar vor jeder neuen Episode ein kleiner Rückblick gezeigt wird, in dem noch einmal rekapituliert wird, was zuvor passiert ist. Und das ist auch dringend nötig, denn das Geheimnis um die Queen Zenobia ist ein weit verstreutes Mosaik aus Intrigen, Rache und Verrat. So dreht sich die zentrale Story um Jill und Parker, die auf dem Schiff zusammen mit hunderten Zombies festsitzen und unbedingt den Kontakt zur Außenwelt wiederherstellen müssen, allerdings nicht, ohne dabei die eine oder andere Unstimmigkeit aufzudecken. Woanders sucht ein Team der BSAA nach weiteren Hinweisen auf das Schiff, und wo es versteckt sein könnte, während Chriss Redfield verzweifelt nach seiner ehemaligen Partnerin sucht.

 

Die Story ist gut geschrieben, hat sympathische Charaktere und einige intelligente Wendungen. Wirklich gruselig wird es allerdings nie, später wird sogar eine Art Running Gag eingebaut, der dennoch nicht aus dem Kontext gerissen scheint.

 

Das Gameplay teilt sich gleichsam mit der Story auf: Die Queen Zenobia ist praktisch die Hauptwelt des Spiels, sie ist weitestgehend offen und lädt zu Erkundungen und gelegentlichem Backtracking ein, vor allem um neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu finden. Ballermänner gibt es zu Hauf, von einfachen Pistolen, über Shotguns und Sturmgewehren bis hin zu Scharfschützen-Gewehren, die komplett nutzlos sind, weil sich fast das ganze Geschehen in engen Gängen abspielt.

 

Das grundliegende Gameplay hat Resident Evil von den jüngeren Teilen übernommen, so kann man schnell Waffen wechseln, im Gehen zielen und schießen und es gibt sogar ein sehr nützliches Feature, das es erlaubt, sich auf der Stelle umzudrehen. Schade nur, dass man mit der selben Kombination auch gegnerischen Attacken ausweicht, weshalb diese Aktion nicht besonders verlässlich funktioniert.

 

Die Gestaltung der Welt und das Fortschreiten im Spiel ist aber wieder eher klassisches Resident Evil: Man muss Schlüssel finden, um neue Türen zu öffnen, Rätsel lösen, um fortzuschreiten und Hinweise suchen, um zu verstehen, was vor sich geht. Eine Hilfe dabei ist das Genesis Gerät, mit dem man zwar keine Planeten terraformen, aber die Umwelt auf Hinweise und Gegenstände abscanen kann. So kann man auch der serientypischen Munitionsknappheit entgegen wirken, verschwenderisch sein darf man jedoch immer noch nicht, sonst bringt man irgendwann ein Messer zu einem Gehirn-Fress-Kampf.

 

Aufgelockert wird das recht langsame Gameplay mit actionreicheren Passagen, die außerhalb des Schiffs spielen, ein netter Kompromiss, so wird die düstere Atmosphäre der Haupthandlung nicht unterbrochen.

 

Die Steuerung geht gut von der Hand, allerdings ist das Zielen ein wenig schwammig. Dies ist aber tatsächlich etwas gutes, da nur so der Survival Aspekt das Gewicht bekommt, den er braucht. Nur im letzten Endkampf, der wirklich jeden Fehler macht, den man bei einem Endgegner nur machen kann, fühlte ich mich durch die Steuerung benachteiligt.

 

Begeleitet wird man darbüer hinaus ständig von einem KI Gefährten, ein Co-Op Spiel ist in der Kampagne nicht möglich, trotzdem empfand ich den Partner als wertvolles Feature. Nicht nur unterstützt er einen im Kampf, auch deutet er den Spieler darauf hin, wenn er sich zu weit vom eigentlichen Ziel entfernt oder einen Raum zu früh verlassen will, was ein gutes Mittel gegen verzweifeltes Backtracking ist, wenn man gerade an einer Stelle nicht weiter kommt, weil man etwas völlig offensichtliches übersieht.

 

Gemeinsam spielen kann man im Raid Modus, allerdings gibt es hier keinen lokalen Multiplayer, obwohl sich das grade auf der Wii U angeboten hätte. Ja, es ist schön seine Waffen per Touchscreen auswählen zu können, doch es wäre noch geiler gewesen, wenn einer am Gamepad und der andere mit einem Classic Controller am Fernseher hätte spielen können. Vor allem, weil der Classic Controller auch benutzt werden kann.

 

Statt dessen gibt es nur einen Online-Modus. Und ja, ich sage hier "nur", denn während meiner gesamten Testzeit habe ich gerade mal einen anderen Spieler online getroffen, und der war ganze 40 Level höher als ich. Lokal wäre der Co-Op sehr viel sinnvoller gewesen, denn die Person, die zwei Wochen nachdem sie den Single Player durchgespielt hat sagt: "So, ich spiele jetzt mal ne Runde Resident Evil Revelations online.", existiert nicht.

 

 

Handheld in HD?

 

Dass Resident Evil Revelations der Port eines 3DS Spiels ist, fällt auf den ersten Blick gar nicht auf. Die Texturen sind scharf, und Jill ebenfalls... Also, ich meine die Charakter Modelle haben haben wirklich viele Polygone... zumindest bei denen, auf die es ankommt... ja.

 

Erst im Detail zeigt sich die Herkunft des Spiels: Alle Gegner sind einfarbig und grau und verschwinden, nachdem man sie erschossen hat, Animationen wirken zu Teilen etwas steif, die Spielwelt ist in sehr viele, durch Türen getrennte Bereiche geteilt und die Ausrüstung wird nicht am Körper gezeigt, viel mehr zieht Jill ihre Sturmgewehre und Shotguns aus ihrer unsichtbaren Tasche heraus, und anscheinend hat sie eine Pistole im Holster, die sie nie benutzt, und eine, die sie zu den anderen Waffen in die unsichtbare Tasche legt.

Ein wenig schade finde ich darüber hinaus, dass die Todesanimationen nicht mehr so kreativ und brutal wie zu Resi 4 Zeiten sind. Manchmal beißt Jill zwar ziemlich marzialisch ins Gras, allerdings bleibt sie jedes Mal eine schöne Leiche.

Okay, langsam höre ich mich wirklich pervers an...

 

Darüber hinaus unterstützt die Wii U-Version das MiiVerse. Sollte man also mal das Zeitliche segnen, kann man gleich seinen Frust darüber in die Welt hinaus posaunen, oder für Tipps durch die Nachrichten der anderen scrollen. Vor allem beim letzten Endgegner wird man beides zu schätzen wissen.


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Fazit

Resident Evil Revelations ist ein netter Mix aus alt und neu. Die Story ist komplex, ohne dabei zu abgedreht zu sein, das Gameplay ist schnell und angenehm, dennoch so langsam wie es sich in Survival Horror gehört und die Kampagne im Single-Player setzt zumindest ein Gehirn voraus, das ist für die Serie doch mal wieder der Schritt in die richtige Richtung, so wie man hört.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

24. Mai 2013

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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