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Reviews: Nintendo Wii U

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Monster Hunter 3 Ultimate

Action Adventure

11.04.2013

Autor: Lukas Strübig

 

 

Die Jagdsaison hat begonnen, die Wildnis ruft, die Monster brüllen und die WiiU bekommt einen lang ersehnten Hammertitel, einen System Seller, ein Spiel mit einer eingeschworenen Fanbase, die schon seit Monaten Geld gegen ihren Bildschirm wirft in der Hoffnung, das Spiel käme früher in die Läden.

...Während ein Großteil der westlichen Spieler unbeeindruckt abwinkt.

 

Monster Hunter polarisiert die Zocker Gemeinde wie selten eine andere Spieleserie, doch warum ist das so, wem gefällt was und ist das ganze am Ende sogar etwas Gutes?

 

 

Die Ultimative Jagd!

 

Das Spiel startet im Dorf Moga, welches seit einiger Zeit Opfer von Erdbeben ist, die auf den Lagiacrus, ein gewaltiges, im Meer lebendes Monster, zurückzuführen sind.

 

Der Spieler ist ein junger, aufstrebender Jäger, der von der Gilde in das stark abgelegene, fast schon vergessene Stück Land entsendet wird um den Moga Bewohnern ihr Leben zu erleichtern. Noch zu unerfahren und zu schlecht ausgerüstet, um es gleich mit dem Lagiacrus aufnehmen zu können, muss man jedoch erst in verschiedenen Gebieten schwächere Monster jagen, sie ausweiden und sich aus ihren Krallen, Häuten und Panzern neue Rüstungen und Waffen basteln.

 

Die Jagd findet Vorzugsweise über so genannte "Quests" statt. In denen hat man 50 Minuten Zeit eine vorgegebene Aufgabe zu erfüllen. Das Erlegen von riesigen Monstern ist da schon recht simpel, solange man schnell genug ist und nicht drei Mal auf den Brettern landet. Ein Monster zu fangen, also zu schwächen und in eine Falle zu locken, ist da schon die schwerere Aufgabe, doch beides ist zum Scheitern verurteilt, wenn man sich nicht genügend vorbereitet.

Heiltränke und Rationen zum Wiederherstellen der Lebensenergie und Ausdauer sind allein schon Grundausrüstung, sie einfach zu Kaufen wäre aber zu leicht, weshalb man viele der wichtigen Zutaten erst in der Wildnis suchen muss.

Viel wichtiger sind da schon Farbbälle, die ein beworfenes Monster auf der Karte anzeigen. Nutzt man sie nicht können einem Monster irgendwann entkommen und sich irgendwo verstecken bis irgendwann die Zeit abläuft, gerade bei fliegenden Monstern ist dies unglaublich zermürbend.

 

Richtig mürbe wird man aber erst bei den hin und wieder auftretenden Sammelmissionen. 12 Einmalige Pilze in 50 Minuten zu sammeln klingt zwar recht einfach, wenn aber die Orte, wo man vielleicht welche findet, alle abgegrast sind und diese eine halbe Stunde zum respawnen brauchen fühlt man sich ein wenig verarscht, wenn man bei Vergehen der fünfzigsten Minute gerade mal elf Pilze gefunden hat. Was diese Missionen wirklich sollen ist mir auch schleierhaft, immerhin habe ich für das Aufstocken meiner Vorräte genug Auslauf in der Natur, da muss mich die Gilde nicht noch wegen 12 Pilzen los schicken, was wollen die überhaupt damit?

 

Die Lernkurve hat sich, verglichen zu MH Tri, stark verbessert. Bereits zu Beginn trifft man mehr Monster mit einem leichter ansteigenden Schwierigkeitsgrad, Großwildjagden sind also nicht mehr frustrierend und mit jedem Kampf merkt man geradezu, wie man besser wird.

Aber auch für alte Hasen ist gesorgt, tief im Spiel vergraben sind haufenweise neue Monster anzutreffen, die einen noch lange bei der Stange halten, die dadurch automatisch ansteigende Anzahl an Waffen und Rüstungen wird noch durch viele neue Waffenarten erweitert und sorgt dafür, dass dem Jäger die Beute so schnell nicht ausgeht. Wer doch etwas Hilfe braucht kann seine Gehilfen Cha Cha und Kayamba mitnehmen. Diese beiden Burschen vom Volk der Schakalaka helfen dir im Kampf, halten kleinere Monster von dir fern und verstärken deine aggressiven und defensiven Eigenschaften.

 

Die Jagdgebiete erstrecken sich von Wäldern über Wüsten, Tundren bis hin zu tropischen Gegenden. Jedes dieser Gebiete hat seine eigenen Regeln, so braucht man in der Wüste oder der Tundra genug kalte, bzw. heiße Getränke, um nicht zu verdursten oder zu erfrieren. Die Gebiete sind also mehr als optische Abwechslung, jedes Monster reagiert verschieden auf die Umgebung und der Jäger muss dies eben auch tun. Die Taktik steht stark im Vordergrund und nimmt sich auch im Multiplayer nicht zurück. Welche Waffen nehme ich mit? Welche Rüstung ziehe ich an? Stelle ich fallen? Wo greife ich an? Wie greife ich an?

 

Die Kämpfe selbst sind dabei recht fordernd, da sie recht oldschool sind. Es gibt keine Anzeigen, wo das Monster Verwundbar ist, welche Attacken es drauf hat oder wann es angreift. Dies alles muss der Spieler selbst heraus finden, recht bald fallen einem Schwachstellen auf, man erkennt Muster, weiß, wie sich das Monster vor einem bestimmten Angriff verhält und wohin er ausweicht. Monster Hunter ist aber kein Skill-based Game, und vor allem da spalten sich die Geister.

 

 

Träge Jäger

 

Bei all der Spieltiefe gibt es nämlich etwas zu bemängeln, was oft bemängelt wird: Die langen Animationsphasen der Jäger.

Da bleibt man noch ein Sekunde, nachdem man einen Heiltrank geschluckt hat wie angewurzelt ihn der Gegend herum stehen, braucht gefühlte Stunden um seine abgestumpfte Klinge zu wetzen oder steht nur widerwillig nach einem Kritischen Treffer wieder auf, während ein riesiger Dinosaurier auf einen zustürmt.

Und ja, ich weiß dass das gewollt ist, es ist ein Gameplay Element das die Vorbereitung und die RPG Elemente in den Mittelpunkt stellt, Monster Hunter will nicht Skill-based sein, es ist kein Arkade Action Game, blablabla, ist mir alles klar.

Aber es kann doch nicht wirklich sein, dass ein junger Mensch eine längere Recovery nach einem normalen Schlag hat, als ein großes Monster das seinen ganzen Körper ins Leere wirft. Darüber hinaus lassen sich Animationsphasen nicht abbrechen, wodurch die Ausweichfunktion in den wichtigsten Situationen nicht läuft. Wenn dann die Spielfigur wenigstens die Aktion wie das Schärfen der Klinge durchführen würde, ungeachtet davon, ob er nun getroffen wird oder nicht, wäre das ja noch okay, aber schon dieser Satz zeigt wo das Problem liegt. Man fühlt sich irgendwann von der Spielfigur getrennt, man hört auf, Fehler bei sich selbst zu suchen oder sich verbessern zu wollen und fängt an das Weichei auf dem Bildschirm anzuschreien, damit es schneller wieder aufsteht. Ich will auch mal einfach ein zu starkes Monster nur durch meine Fähigkeiten und nicht meine Ausrüstung besiegen, ich will auch mal eine Chance haben wenn ich vergessen habe, vor Beginn der Mission etwas zu essen und ich will verdammt nochmal nicht jedes Mal stehen bleiben und mich zusammen kauern, nur weil dieses scheiß Vieh herum brüllt. Die Spielfigur ist schon langsam genug, da muss er nicht noch durch den Windstoß der Flügel aufgehalten werden, wenn das Monster zurückweicht.

 

 

Mit den Touchscreen auf die Jagd

 

Wenn Monster Hunter Ultimate eines zeigt, dann wie man einen Touchscreen sinnvoll einsetzt um das Gameplay zu erweitern. War der Bildschirm in Tri noch derbe Überladen mit einer Karte, die zu tief in das Sichtfeld des Spielers hinein ragte, lässt sich nun nach Wunsch alles auf den Touchscreen legen. Dinge wie die Lebensanzeige sollten zwar nach wie vor auf den Hauptbildschirm, doch alleine die Auswahl von Items wird durch simple Druckbefehle stark vereinfacht, die Karte nervt im Getümmel nicht mehr unnötig herum. Die Optionen sind simpel aber genial, der Screen lässt sich völlig frei anordnen und den Wünschen des Spielers anpassen. So muss das.

 

 

Was SD alles so verstecken konnte

 

 

Monster Hunter Tri zählte wohl zu den grafisch schönsten Wii Spielen. Beeindruckend waren die schönen Texturen, die detailliert gestalteten Monster und die, so frustrierend sie auch sein konnten, super flüssigen Animationen, die vor allem die Monster regelrecht zu Leben erweckten.

Nun in echten 1080p sieht die Sache ganz anders aus, wie wie bei Crusty dem Clown.

Die Texturen haben sich trotz besserer Hardware gar nicht geändert, weshalb sie zwischen annehmbar und Katastrophal schwanken, vor allem die Wasseroberfläche erinnert an PS2 Zeiten, die Monster wirken in HD auf einmal recht grob gestaltet und wenn man sich ansieht, dass kleinere Monster wenige Sekunden nach dem Verenden bereits verschwinden fragt man sich, warum Capcom den ganzen Memory der WiiU ignoriert hat.

 

Es ist allerdings nicht so schlimm wie es sich anhört, denn immerhin ist ein grafisch starkes WiiSpiel schlimmstenfalls ein durchschnittlich aussehendes HD Spiel. Der Stil ist einfach sehr besonders das Urzeit Setting unverbraucht, die Monster und andere Wesen nach wie vor liebevoll gestaltet und das Interface, vor allem wenn es um die Feliney geht, sehr gewitzt. Man merkt einfach dass der Entwickler Spaß hatte, das Spiel zu gestalten. Und nun da man mal endlich wieder ein HD Spiel ohne übertriebene Lichteffekte oder Plastische Shader auf jeder Matsch Textur sieht bekommt man das Gefühl, dass auch andere Entwickler in diesem Bereich etwas weniger übertreiben sollten.

 

 

Globale Jagd

 

 

Monster Hunter ist allerdings kein reiner Single Player. Schon auf der Wii gehörte die Serie zu den Online Größen und das ist auf der WiiU keine Ausnahme. Die Neuerungen sind hier am auffälligsten. So wurde die ganze Multiplayer Stadt neu gestaltet und in einen Hafen umgewandelt, der gleich ein viel aufgeräumteres und übersichtlicheres Design hat. Es gibt immer noch genug Server und die Lobbies lassen sich von jedem Spieler so einstellen, dass sie anzeigen mit welchem Jäger Rang man hinein gehen sollte und welches Monster gejagt wird, notfalls kann man sie mit einem Passwort versperren. Allerdings bewahrt das nicht davor, dass man in einer "Jeder ist willkommen" Lobby von High-Levlern angemeckert wird, weil man für das Monster ein viel zu schlechtes Equip hat. Gerade öffentliche Lobbies ziehen darüber hinaus gerne Spanier oder Franzosen an, die nie die Klappe halten und sich weigern, ordentlich englisch zu sprechen. Deutsche lassen da aus Schüchternheit das Mikro gerne aus, weshalb eine starke Freundesliste Voraussetzung für eine Erfolgreiche Jagt ist.

 

Die Server an sich laufen aber alle super, Lags habe ich kaum erlebt, die Synchronisation bei kleineren Monstern ist nicht ganz perfekt, so dass manchmal ein Kollege in die Luft schlägt und zwei Meter weiter ein Jaggi umfällt, die großen Monster sind aber immer genau da, wo sie sein sollen.

Der Voice Chat funktioniert über das ins WiiU Pad eingebaute Mikro und ist überraschend gut, der Schriftchat ist funktional weil man beim Schreiben immer noch laufen kann, mit einem Maximum von 30 Zeichen allerdings nicht wirklich geeignet für Konversationen über Politik, Wirtschaft oder Philosophie. Oder über irgendwas.

 

Die gemeinsame Jagd bringt bessere Ausrüstung die man auch im Single Player machen kann, leider kann man jedoch immer noch keine Single Player Missionen gemeinsam lösen. Auch nicht, wenn man anstatt Online zusammen mit bis zu drei 3DS Spielern auf Spurensuche geht.

 

Wer dann öfter unterwegs ist kann seinen Spielstand auf den 3DS laden und mitnehmen, dafür braucht man ein kostenloses Programm, das man sich im eShop auf den 3DS herunter laden muss. Hat man bereits ein weiteres Profil auf dem 3DS kann man keine Synchronisation vornehmen. Mit anderen Worten "versklavt" man damit sein 3DS Spiel und kann es nur noch als Medium für den WiiU Charakter nehmen. Unschön.


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Fazit

Nach einem Tag waren viele Spieler bereits sehr viel weiter als ich nach zwei Wochen. Warum? Weil Monster Hunter nicht jedermanns Sache ist, die einen lieben es, die anderen hassen es, ich werde eben erst langsam damit warm.
Der hohe taktische Anspruch, das träge, oldschoolige Gameplay und die lange Vorbereitungszeit vor der Action zieht Langzeitzocker und Leute an, die gerne möglichst viel aus einem Spiel heraus holen und mit ihm hunderte von Stunden verbringen möchten. Wer lieber ein stimmiges, kohärentes und zielgerichtetes Game Design vorzieht, wird Monster Hunter nicht lange spielen können.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

78%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

22.03.2013

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-4

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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