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Reviews: Nintendo Wii U

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Darksiders 2

Action Adventure

19.02.2013

Autor: Martin Küpper

 

 

Vielleicht war es ein böses Omen. Das in einem der letzten großen THQ-Titel der Tod selbst die Hauptrolle übernimmt, ist jedenfalls fast schon ein lustiger Zufall, wenn der Abgang von THQ nicht so verdammt unlustig wäre. Mit THQ sind wohl auch die Hoffnungen auf weitere Darksiders-Titel begraben worden. Und somit hat dieser Test hier einen ganz bitteren Beigeschmack, ist er doch quasi ein Abgesang an THQ und eine Spieleserie die viel zu Jung von uns gegangen ist. Also legt die Taschentücher griffbereit, hier ist unser Testbericht zu Darksiders 2.

 

Zelda für Erwachsene?

 

Da Darksiders 1 nicht auf einer Nintendo Konsole erschienen ist, trifft es sich gut, dass Darksiders 2 quasi parallel zu den Ereignissen des Vorgängers stattfindet. So können auch Neueinsteiger ohne Probleme in die Rolle des Apokalyptischen-Reiters Tod schlüpfen. Der zieht los, um die Unschuld seines Bruders Krieg zu beweisen, der zu Beginn von Teil 1 beschuldigt wird die Menschheit ins Verderben geritten zu haben.

 

Wir begeben uns also mit dem Tod selbst auf eine lange Reise und stürzen uns in ein Abenteuer, dass immer wieder als „Zelda für Erwachsene“ tituliert wurde. Als großer Zelda-Fan machte mich dieses Versprechen seinerzeit schon auf Teil 1 aufmerksam und mit einigen Abstrichen kann ich diesen Vergleich durchaus unterstreichen. Ich halte allerdings nichts davon, diesen Test jetzt als großen Vergleich aufzuziehen. Denn wie Kollege Lukas immer so schön sagt, sollte man Spiele nun mal als das nehmen was sie sind und nicht immer nur daran Messen, wie sie sich im Vergleich zu Spiel B schlagen. Und da die Parallelen und Unterschiede zwischen Darksiders und Zelda sowieso offensichtlich sein dürften, möchte ich mich (bis auf einem Satz im Fazit) diesbezüglich zurück halten.

 

 

Auf in den Kampf!

 

Was anhand des Vergleiches aber niemanden mehr überraschen dürfte ist, dass Darksiders 2 im Genre der Action-Adventure anzusiedeln ist. Wobei die Action-Komponente des Spiels deutlich die Oberhand hat. Mit dem flinken Tod können wir im Kampf eine ganze Reihe von Angriff-Kombos auf unsere Gegner loslassen. Allein das Arsenal des Reiters ist beeindruckend: Während wir mit Y seine Sense schwingen können, greift Tod mit X zu einer Zweitwaffe, bei der ihr ganz nach Vorliebe zwischen Schwertern, Hämmern, Äxten und Krallen auswählen könnt.

 

Waffen und weitere Ausrüstungsgegenstände, wie Rüstungen, Stiefel und Talismane findet ihr im Spiel zuhauf. Sie warten in unzähligen Truhen auf euch oder werden von besiegten Gegnern fallen gelassen. Auf der Wii U könnt ihr zudem ganz einfach und flott via Touchscreen zwischen eurer Ausrüstung hin und her wechseln oder Waffen verbessern. Damit ist die Rollenspielkomponente aber noch nicht vorbei. Der Tod steigt auch Level auf und erlernt immer neue Fähigkeiten und Angriff-Kombinationen.

 

Diese kommen besonders bei den teils sehr fordernden Bossgegnern zum Einsatz. Hier ist es das perfekte Timen der Angriffe genauso unerlässlich wie das Ausweichen der gegnerischen Attacken. Da braucht es gerade auf einer hohen Schwierigkeitsstufe teilweise auch mehrere Anläufe, bis man einen Boss besiegen kann. Das ist aber leider nicht immer motivierend und fair. Bei den Bosskämpfen zeigt sich leider hin und wieder die ein oder andere Designschwäche, die teils echt frustrierend sind.

 

 

Kletter-Max und Rätsel-Ass

 

Aber der Tod hat nicht nur im Kampf seine Qualitäten. Er ist auch ein wirklich hervorragender Kletterer. Flink wie ein Affe klettern wir mit ihm Wände empor, hangeln uns an Vorsprüngen entlang und springen zwischen selbigen hin und her. Die Kletter- und Sprungeinlagen erinnern stark an Prince of Persia und haben mir auch fast genauso viel Spaß gemacht.

 

Außerdem gibt es natürlich das ein oder andere Rätsel zu knacken. Und die sind teilweise ganz schön clever konstruiert, auch wenn sich leider die Grundideen etwas zu häufig wiederholen. So muss man etwa recht oft ermitteln, wie ihr eine Kugel in eine bestimmte Vertiefung rollt, oder wie ihr für Tod normalerweise unüberwindbare gelbe Kristalle zerstört beziehungsweise umgeht.

 

 

Die richtige Mischung machts!

 

Nun haben wir die drei wichtigsten Komponenten des Spiels (Kämpfe, Kletterpassagen und Rätsel) erläutert, aber mindestens genauso wichtig ist doch, wie sie in Darksiders 2 zusammen gesetzt wurden. Auch mit den besten Zutaten, kann man eine Suppe mit der falschen Mixtur ja noch versauen. Doch, um das gleich vorweg zunehmen, genau hier schafft es Darksiders 2 zu brillieren.

 

So mag das Aufleveln und Ausrüsten eure Chancen im Kampf zwar erhöhen, aber der Schlüssel zum Sieg sind sie nicht. Die Kämpfe werden stets durch die Geschicklichkeit des Spielers entschieden: seine Antizipation, seine Reaktion und sein Umgang mit Tods Fähigkeiten sind elementar. So verkommt Darksiders 2 nicht zu einem Spiel, indem man für den nächsten Boss sich ein höheres Level und neue Ausrüstung erarbeiten muss. Das ist hilfreich aber nicht notwendig. Und davon profitieren sowohl die Kämpfe, als auch das Ausrüsten und Aufleveln.

 

Und auch wenn ich ja schon gesagt habe, dass die Kämpfe ganz klar das wichtigste Element des Spiels sind, kommen auch Kletterpassagen und Rätsel nicht zu kurz. Man merkt einfach, dass die Entwickler diese nicht Alibi-mäßig eingebaut haben, um irgendwie auf Teufel komm raus Abwechslung ins Spiel zu bringen. Das scheitert nämlich oft daran, dass die Elemente, die Abwechslung bringen sollen, für sich genommen einfach nicht gut sind und somit auch keinen Spaß machen. In Darksiders 2 sind die Rätsel aber beispielsweise stellenweise wirklich fordernd und gut durchdacht. Es macht Spaß sie zu lösen! Außerdem nehmen sie oft an genau der richtigen Stelle das Tempo aus dem Spiel und erlauben es dem Spieler seiner Hand-Augen Kombination etwas Ruhe zu gönnen und stattdessen sein Gehirn in Ruhe arbeiten zu lassen.

 

 

Der allgemeine Spielablauf

 

Eure Reise zwischen den Handlungsrelevanten Orten führt euch durch eine große und offene Spielwelt, in der ihr euren Pfad zwischen A und B auch mal für einen Ausflug nach C unterbrechen könnt. Manch anderes Spiel hat hier leider das Problem, dass die Spielwelt schon zu groß ist und dem Spieler zu viele Freiheiten geboten werden. Aber Größe und Freiheiten sind nun mal nicht alles. Darksiders 2 aber schafft es genau das richtige Maß zu finden, zumindest für meinen Geschmack. Die Spielwelt lässt sich mit dem Pferd (der Tod ist ja schließlich nicht umsonst ein Reiter) relativ flott durchqueren, sodass man zum nächsten Handlungsort nicht all zulange aufgehalten wird.

 

Der Weg ans Ziel ist klar erkennbar, eine gewisse Linearität vorhanden, aber wer einen komplett optionalen Abstecher nach Rechts oder Links wagt, wird meist belohnt. Nicht nur durch schöne Landschaften, sondern auch durch versteckte Truhen oder Bonusaufgaben. Und selbst gesammeltes Geld lässt sich in Läden super verbraten.

 

Der Handlungsstrang selbst führt einen an wirklich interessante Orte, an denen ihr auch auf andere Charaktere stoßt, mit denen sich ein Plausch lohnt. Die NPCs haben eigentlich immer etwas interessantes zu sagen und haben auch den ein oder anderen Auftrag für euch.

 

Und auch wenn es in Darksiders 2 durchaus klar erkennbare Dungeons gibt, in denen ihr besonders gefordert werdet, ist auch die Spielwelt nicht frei von Hindernissen. Kämpfen, Rätseln und Klettern müsst ihr auch abseits der Dungeons hin und wieder.

 

 

Die Präsentation

 

Darksiders 2 sieht auf der Wii U genauso gut aus wie auf der PlayStation 3 und der Xbox 360. Okay, es gibt natürlich kleinere Unterschiede und wenn man ganz genau hinschaut scheint die Wii U Version nicht die technisch beste zu sein. Aber diese Unterschiede liegen so sehr im Detail, dass sich daran wirklich nur Technikfanatiker stören. Einzig das die ohnehin schon langen Ladezeiten auf der Wii U noch länger sein sollen fällt wirklich ins Gewicht.

 

Auch auf den anderen HD Konsolen ist Darksiders 2 technisch leider nicht ohne Unsauberkeiten und auch Auflösung und Umgebungsdetails sind etwa nicht gerade herausragend. Dafür hat das Spiel aber einen schicken Comic-Stil und eine fantasievoll gestaltete Spielwelt zu bieten. Ich würde Darksiders 2 also durchaus das Prädikat „schön“ verpassen.

 

Beim Sound gibt es noch weniger zu meckern. Die musikalische Untermalung ist stets passend und auch die deutsche Sprachausgabe klingt hervorragend. Hier könnte sich ein gewisses Spiel, mit dem ich Darksiders nicht vergleichen wollte, gerne eine Scheibe abschneiden. Nicht wahr, Nintendo?!

 

 

Zweitmeinung von Sascha:

 

Als es in Videos vor seinem Release vorgestellt wurde, hatte ich immer den Eindruck, Darksiders II will größer, höher, schneller und weiter hinaus als sein Vorgänger. Das ist ein lobenswerter Ansatz, jedoch empfand ich ihn in diesem Fall als überambitioniert. Vieles ist hinzugekommen, aber nichts sticht heraus: Schatztruhen waren im ersten Teil noch ein echter Grund zur Freude, bei Tods Abenteuer sind sie meist mit irgendeinem Loot gefüllt, den auch zahllose Gegner droppen. Es gibt viel Ausrüstung, doch nur die "Besessenen Waffen" bringen etwas Tiefe in die Auswahl. Die weitläufige Welt ist in den ersten beiden Gebieten zwar groß, aber auch leer und öde - sie birgt kaum Geheimnisse. Und dann ist da noch das extrem lineare letzte Drittel, das nur so nach Zeitdruck in der Entwicklung schreit.

Schade, Darksiders II hat einen interessanten Charakter und einige tolle Dungeons. Trotzdem reicht das Spiel für mich nicht an Teil 1 heran. Die Abenteuer der letzten beiden Reiter hätte ich gerne noch erlebt, aber nur auf dem Niveau von Teil 1. Nach der THQ-Auktion ist das aber ohnehin sehr fraglich.


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Fazit

Darksiders 2 hat durchaus kleinere Macken. Gerade die Designschwächen bei den Bossgegnern können einem eben manchmal wirklich den Spaß verderben. Aber im Großen und Ganzen ist das Spiel einfach fantastisch und muss sich auch vor Zelda nicht verstecken. Tatsächlich macht das Spiel sogar manches besser als das große Vorbild, das zum Beispiel gerade was Rätsel angeht aber unerreicht bleibt. Dennoch sollte jeder Zelda-Fan diesem Spiel eine Chance geben. Und wer weiß, vielleicht stimmt ihr bald in meinen traurigen Abgesang an diese Serie mit ein. Mach es gut Darksiders! Leb' wohl THQ! Danke für die gute Zeit, ich werde euch nicht vergessen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Vigil Games

Publisher

THQ

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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