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Reviews: Nintendo Wii U

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Sing Party

Party

12.02.2013

Autor: Michael Lehmenkühler

 

 

Schon Jahre, bevor der Ausdruck „casual game“ den meisten Zockern ein Begriff war, sorgten Karaoke-Spiele für prall gefüllte Kassen bei den Publishern und lockten zahlreiche Leute vor die Spielekonsole, die sonst niemals einen Controller in die Hand nehmen würden. Das liegt vor allem daran, dass diese Titel meistens in einer lockeren Party-Atmosphäre angeschmissen werden und selbsterklärend sind. Ein Mikro in die Hand gedrückt bekommen und ein Lied singen – Erfahrungen mit anderen Videospielen braucht man hier nicht. Aus diesem Grunde gibt es nach wie vor jährlich einen sehr großen Output an verschiedenen Karaoke-Spielen für die unterschiedlichsten Plattformen und auch Nintendo konnte nicht lange damit warten, die neue Wii U mit einem Gesangstitel zu versorgen.

 

Bei Sing Party fällt sofort der knallig bunte Stil auf, der mit grellen Farben in (für mich) eher augenfeindlichen Kombinationen zumindest meinen Geschmack schon mal überhaupt nicht trifft. Die persönliche Geschmacksfrage stellt sich, wie bei jedem Musikspiel, natürlich aber auch bei dem Kern und wichtigsten Aspekt eines jeden Titels dieser Art – der Tracklist. Hier, ohne große Umschweife, die komplette Liste von Sing Party, sodass jeder sein eigenes Urteil darüber bilden möge.

 

"All About Tonight" - Pixie Lott

"Alone" - Heart

"Always on My Mind" - Pet Shop Boys

"Baby" Justin Bieber

"Call Me Maybe" - Carly Rae Jepsen

"Dancing on the Ceiling" - Lionel Richie

"Daydream Believer - The Monkees

"Don't Hold Your Breath" - Nicole Scherzinger

"Don't Leave Me This Way" - Thelma Houston

"Don't Stop Me Now" - Queen

"Firework" - Katy Perry

"Flashdance... What a Feeling" - Irene Cara

"Glad You Came" - The Wanted

"Go Your Own Way" - Fleetwood Mac

"Groove Is in the Heart" - Dee-Lite featuring Q-Tip and Bootsy Collins

"Haven't Met You Yet" - Michael Buble

"Higher" - Taio Cruz featuring Kylie Minogue

"How You Remind Me" - Nickelback

"I Believe in a Thing Called Love" - The Darkness

"I Got You (I Feel Good)" - James Brown

"I Think We're Alone Now" - Tiffany

"I Want You Back" - The Jackson Five

"I Will Survive" - Gloria Gaynor

"I'm Yours" - Jason Mraz

"Ironic" - Alanis Morissette

"Jar of Hearts" - Christina Perri

"Just a Kiss" - Lady Antebellum

"Just The Way You Are" - Bruno Mars

"Kids in America" - Kim Wilde

"Le Freak" - Chic

"Love You Like A Love Song" - Selena Gomez & the Scene

"Mercy" - Duffy

"Only Girl (In The World)" - Rihanna

"Party Rock Anthem" - LMFAO

"Satellite" - Lena

"Sexy Chick" - David Guetta

"Show Me Love" - Robin S.

"So Good" - B.o.B.

"Surfin' U.S.A." - The Beach Boys

"The Climb" - Miley Cyrus

"The Edge of Glory" - Lady Gaga

"The Power of Love" - Huey Lewis and the News

"The Shoop Shoop Song (It's in His Kiss)" - Betty Everett

"Walking on Sunshine" - Katrina and the Waves

"Y.M.C.A." - The Village People

"You Can't Hurry Love" - The Supremes

"You've Got the Love" - Florence + The Machine

 

Auf jeden Fall kann man sagen, dass der starke Fokus auf Pop-Songs unverkennbar ist, aber dass die Mischung aus Klassikern und aktuellen Songs trotzdem für Abwechslung sorgt. Verschiedene Altersstufen dürften also angesprochen werden. Auch handelt es sich bei der Mehrheit der Songs um wirklich sehr bekannte Stücke, was für eine hohe Partytauglichkeit des Titels sorgt. Letzteres hängt natürlich auch wieder von den anwesenden Personen ab, um andere Musikgeschmäcker zufrieden zu stellen, wird ein vielseitiger Download Content in Zukunft nötig sein. Noch sind keine herunterladbaren Songs verfügbar, dies soll jedoch in Kürze geschehen. Download Content ist bei Musikspielen meiner Meinung nach mittlerweile das A und O, so braucht man sich dann schließlich nur Songs kaufen, die man auch wirklich mag. Dennoch dürfte man auch in Zukunft mit Discs rechnen, die neue Songs und vielleicht die eine oder andere Änderung und/oder Erweiterung mit sich bringen.

 

 

Sparen am falschen Ende?

 

Bedarf zur Verbesserung hat Sing Party nämlich durchaus. Dafür, dass man mit Karaoke-Spielen eigentlich nur sehr wenig falsch machen kann, macht Sing Party hier dann doch einiges falsch. Zunächst einmal enthält das Spiel nur ein Mikrofon, das noch nicht mal kabellos ist. Ein Mikro mit Kabel bei einem solchen Spiel rauszubringen ist im Jahre 2013 eher peinlich. Zwar ist das Kabel gefühlte 500 Meter lang, wir sind auf unserer ersten Sing Party-Session aber bereits im Kabelsalat versunken. Auch die Abwesenheit eines zweiten Mikros ist sehr, sehr fragwürdig. Zwar kann man fast alle Modi auch mit einem Mikrofon spielen und viele USB-Mikros werden vom Spiel unterstützt, aber dennoch wirkt dies von Nintendo fast schon unverschämt geizig. In eine ähnliche Richtung schlägt der Mangel an Musikvideos. Anstelle der Originalvideos (zu fast allen Songs der Tracklist existieren Videos) bekommen wir animierte Hintergründe zu sehen, die viel zu oft einfach wie billige Bildschirmschoner und nur selten stimmig wirken. Ich vermute zumindest, dass man sich Lizenzkosten für die Videos sparen wollte.

 

Bei den Spielmodi wird unter dem Strich das Übliche geboten, hier hebt sich nur der Partymodus ein wenig ab. In diesem Modus stellt sich ein Spieler mit Mikro und Gamepad in Händen mit dem Rücken zum Fernseher vor die Menge, liest den Text vom Pad ab und liefert seine Performance ab. Das geht dann schon mehr in Richtung klassischer Karaoke, bietet aber keinen wirklichen spielerischen Gehalt. Punktzahlen gibt es nicht, hier liegt der Fokus total auf Stimmung und guter Laune. Die Zuschauer werden durch Anweisungen auf dem TV gelegentlich zum Tanzen oder Mitsingen animiert, sodass dieser Spielmodus mit den passenden Leuten sicher Spaß machen kann. Bei nicht Wenigen dürfte hier jedoch der Schamfaktor noch um einiges höher sein als beim standardmäßigen Singen vor dem Fernseher.

 

 

Solokarriere oder Chor?

 

Hierfür gibt es die traditionellen Modi, in welchen man alleine oder im Team singen kann. Solisten werden jedoch kaum zum längerfristigen Spielen animiert, da man sowohl einen Karrieremodus (der Karrieremodus im ersten Singstar war großartig!), als auch einen Lektionsmodus mit Gesangstipps o.ä. vermisst. Lediglich verschiedene kleine Achievements versuchen, den Solokünstler langfristig zum Singen zu animieren, schaffen dies aber auch kaum. Am meisten Laune bringt einfach der Multiplayer.

 

Im Teammodus gilt es, in verschiedenen Disziplinen wie z.B. Teamgesang mit weitergereichtem Mikro während des Songs oder einer Art Chor, bei welcher alle Teammitglieder gleichzeitig in das Wii U-Gamepad hineinsingen, die gegnerische Truppe zu besiegen. Hier mangelt es im Vergleich zu Singstar aber an der Auswahl der Disziplinen und auch die Tatsache, dass man sich die Songs stets selbst aussuchen kann, nervt. Es sollte zumindest die Möglichkeit geben, wie bei Singstar zufällige Songs und eine geringe Anzahl an Jokern zum Überspringen von Liedern zu bekommen. Dies bringt nämlich eine kleine taktische Komponente mit sich und sorgt oft für lustige Momente. Außerdem stört es, dass man nach den einzelnen Songs keine vernünftigen Bewertungen zu sehen bekommt und erst nach allen Runden den Sieger erfährt. Die Punktzahlen werden zwar auch während des Singens klein eingeblendet, aber der Überblick geht trotzdem schnell verloren. Witzig ist aber, dass unparteiische Zuschauer Bewertungen abgeben und entscheiden können, wer eine bessere Show abgeliefert hat. Da es ja durchaus vorkommen kann, dass manche Anwesenden keinen Bock aufs Singen haben, ist dies eine nette Funktion.

 

Wer sich nicht über mehrere Runden hinweg im Team messen will, kann auch einfach so einzelne Duette oder Duelle singen, lobenswert ist hier, dass auch Harmonie-Duette mit unterschiedlichen Tonarten möglich sind. Wer schnell gelangweilt ist, wenn andere Leute singen und man selbst warten muss, kann eine Wiimote schwingen oder auf dem GameRad rumtatschen und somit simple Instrumente wie eine Triangel oder ein Tamburin simulieren. Wirklich viel Spaß macht dies aber auch nicht.

 

 

Mehr Ausdruck bitte!

 

Beim Singen an sich ist es lobenswert, dass der Songtext auch direkt auf den zu singenden Tonhöhen platziert wurde, sodass man den Blick von diesen nicht abwenden muss. Außerdem ist es sinnvoll, dass das Treffen der Töne nicht alleine für die Bewertung entscheidend ist, auch Ausdruck und Kraft werden berücksichtigt. Hier habe ich im Übungsmodus jedoch einfach mal ausprobiert, was passiert, wenn ich ganz emotionslos und ohne jegliche Power singe – ich bekam seltsamerweise oft gute Wertungen in der Kategorie „Kraft“. Deshalb sei hier mal die Frage erlaubt, ob die Bewertungen in diesem Bereich wirklich akkurat sind. Dennoch lobenswert, dass die Spieler zu stimmungsvolleren Performances angestachelt werden und dass ein simples Herunterleihern der Texte nicht mehr ausreicht (zumindest in der Theorie der Entwickler...).

 

Die Eigenarten der neuen Konsole werden nur teilweise ausgenutzt, da das GamePad in diesem Genre nicht allzu viel Spielraum für Kreativität bietet und die Miiverse-Anbindung auch keine bahnbrechende Neuerung darstellt.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Unterm Strich ist Sing Party ein übliches Karaokespiel, das eine Hand voll netter Ideen in das Genre einstreut, aber auch unnötig viel falsch macht. Bei der Beurteilung des Titels ist die persönliche Geschmacksfrage von hoher Bedeutung. Ich finde die Tracklist mäßig und den Look des Spiels grausam. Eine andere Person mag hier aber durchaus ganz anderer Ansicht sein. Bei unserer letzten Karaoke-Session wurde Sing Party nach ein paar Runden aber wieder durch andere Karaoke-Titel ersetzt, mit denen wir dann auch mehr Spaß hatten. Starker Download Content könnte diesen Titel aber gewaltig aufwerten, ich warte mal drauf. Also Nintendo, wenn es soweit ist – call me maybe.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

18.01.2013

Developer

FreeStyleGames

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

theoret. unbegrenzt



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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