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Reviews: Nintendo Wii U

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FIFA 13

Sport

29.01.2013

Autor: Martin Küpper

 

 

Fifa 13

 

Lange Zeit musste Fußballfans auf der Wii mit einer abgespeckten Version von Fifa vorlieb nehmen. Während sich die Serie auf den HD-Konsolen prächtig entwickelte und dem ewigen Konkurrenten Pro Evolution Soccer auch bei Kritikern den Rang ablaufen konnte, blieben die meisten Neuerungen den Wii Spielern vorenthalten. Mit Fifa 13 für Wii U hatte EA nun die Gelegenheit, endlich wieder ein gleichwertiges Fifa auf eine Nintendo-Konsole zu bringen. Doch was wir stattdessen bekommen haben, ist eine dreiste Mogelpackung.

 

 

Fifa 12 oder 13?

 

Ich habe Fifa 13 schon für die Xbox 360 gekauft und bin mit dem Spiel im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Es gibt zwar immer noch viele Dinge, die mich stören und einige Neuerungen im Vergleich zu Fifa 12 finde ich nicht besonders gut. Wieso zum Teufel, darf ich nicht mehr als Spielertrainer mit meinem eignen Spieler spielen? Aber insgesamt ist Fifa 13 dennoch das wohl beste Fußballspiel momentan.

 

Die Wii U-Version fällt da leider extrem ab. Ich war erst furchtbar verwirrt, bis ich endlich realisiert habe, was EA hier gemacht hat. Im Grunde ist Fifa 13 auf der Wii U quasi Fifa 12, nur natürlich mit aktuellen Kadern, Trikots etc. Aber auf dem Rasen spielt sich Fifa 13 wie Fifa 12. Das ist gar nicht so schlimm, wie es zunächst klingt, da sich auch Fifa 12 schon gut gespielt hat. Aber die kleinen Veränderungen sucht man hier vergebens. Das finde ich persönlich gar nicht so schlecht, da mir viele der Neuerungen nicht gefallen haben. In Fifa 13 verspringt den Spielern etwa viel zu oft der Ball (hallo EA? Das sind Profi Fußballer keine Dorfkicker!). Außerdem kann ich mich darüber freuen, dass ich hier noch mit meinem virtuellen Pro als Spielertrainer antreten kann.

 

 

Wo sind all die Modi hin?

 

Das große Problem der Wii U-Version liegt also nicht in dieser (ziemlich unverständlichen) Entscheidung. Der Hund liegt woanders begraben. Fifa 13 (oder 12?) ist auf der Wii U radikal zurück gekürzt worden! Viele Spielmodi, die ich in der 360 Version lieb gewonnen habe, gibt es hier einfach nicht.

 

Als erstes wäre da die virtuelle Bundesliga, die in Fifa 13 neu war. Okay, wenn wir zu Grunde legen, dass wir es hier eigentlich mit Fifa 12 zulegen haben ist das nicht groß überraschend. Aber immer hübsch der Reihe nach, worum geht es hier eigentlich? Nun, in der virtuellen Bundesliga tritt man für seinen Lieblingsclub online und offline an, um für den Verein punkte zu sammeln. Der Prozentsatz der Siege aller Spieler der jeweiligen Vereine entscheidet über die Platzierung in der virtuellen Liga. Und da alle Teams dieselben Attribute haben, spiegelt sich hier tatsächlich wieder, welcher Verein die besten Fifa-Spieler als Fans hat. Aktuell führt Fürth und Bayern München ist 16.

 

Für mich wiegen die beiden anderen fehlenden Spielmodi aber noch weitaus schwerer. Zunächst wäre da der Pro Club, den es in Fifa jetzt eigentlich schon eine ganze Weile gibt. Bevor ich den eigentlichen Modus erkläre, aber zunächst noch ein paar Worte zum eigenen Pro, den ich ja jetzt schon einige Male erwähnt habe. Der Pro ist ein Spieler, den man selbst erstellt hat. Man kann also etwa sein eigenes Ebenbild (so gut es mit dem Charakter Editor eben geht) erstellen und mit ihm seine eigene Karriere nachspielen. Durch bestimmte Leistungen verbessert man dabei seine Fähigkeiten. Also wenn man zum Beispiel 5 Tore erschießt, verbessert sich der Schusswert, bei 10 Torverlagen per Pass in den Lauf die Passgenauigkeit und so weiter. Mit diesem Pro kann man nun auch online in Spielen antreten, in denen bis zu 11 Pros gegen 11 andere Pros antreten können. Es ist also tatsächlich möglich, mit anderen Spielern rund um den Globus einen virtuellen Verein zu gründen und gemeinsam zu spielen. Zumindest auf den anderen Konsolen, auf der Wii U bleibt den Spielern diese tolle Erfahrung leider verwehrt.

 

Der dritte fehlende Modus heißt Ultimate Team. Das ist quasi eine Mischung aus Sammelkartenspiel und Fifa. Man kann sich wie bei Magic, Yu-Gi-Oh, oder Pokémon Booster kaufen, in denen sich zufällige Karten befinden. Man zieht Spieler, Verträge, Stadien, Trikots, Trainingsbonusse etc. Die Booster sind in Bronze, Silber und Gold unterteilt. Gold ist am teuersten, enthält aber natürlich auch die besten Karten. Darüber hinaus kann man Karten von anderen Spielern abkaufen oder die eigenen Karten verkaufen. Man kann sich das Geld für die Karten also durch Handel erarbeiten oder man gewinnt mit seinem zusammengestellten Team Spiele, Turniere und Liegen. Und falls euch das alles zu anstrengend ist, könnt ihr auch echtes Geld in eure Mannschaft investieren.

 

 

One-Touch Fußball

 

Als kleinen Ausgleich bietet Fifa 13 immerhin schon eine Unterstützung des GamePads und dem dazugehörigen Touchscreen. So kann man über diesen Weg etwa in Echtzeit taktische Entscheidungen wie eine Formationsänderung oder eine Auswechslung planen. Wer möchte kann auch direkt mit dem Touchscreen das Spielgeschehen steuern: Spieler schicken, Passen, Schießen... Das wirkt allerdings noch nicht zu hundert Prozent ausgereift und ist etwas ungenau. Einzig das Schießen von Freistößen ist auf der Wii U nun sehr viel präziser möglich und macht somit mehr Spaß als in den anderen Versionen. Das gilt auch für Elfmeter, wobei das im lokalen Multiplayer nicht wirklich sinnvoll ist, da man ja sieht, wohin man schießt.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für das Testmuster.


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Fazit

Fifa 13 ist auch auf der Wii U prinzipiell ein gutes Fußballspiel. Wer aber um die vielen fehlenden Modi und Neuerungen weiß, wird das Gefühl nicht los, dass er hier eine ziemlich beschnittene Version vorgesetzt bekommen hat. Wer die Wahl zwischen verschiedenen Versionen hat, sollte sich auf keinen Fall für die Wii U entscheiden. Und jedem, der nicht unbedingt jetzt schon ein Fußballspiel auf der Wii U haben muss, rate ich dringend auf Fifa 14 (oder Pro Evolution Soccer) zu warten. Dann wird EA hoffentlich ein vollwertiges Fifa auf die Wii U bringen. Der Einsatz des GamePads ist immerhin vielversprechend und könnte kommende Ableger sogar zur besten Version erheben.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

70%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

EA Canada

Publisher

Electonic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-5

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-5



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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