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Reviews: Nintendo Wii U

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Transformers Prime

Action

25.01.2013

Autor: Marc Müller

 

 

Erfolgreich - mal anders

 

Eigentlich ist der Weg ja fast immer derselbe: Es gibt eine Literaturvorlage, also ein Buch oder ein Comic. Darauf folgte dann irgendwann eine Verfilmung oder wahlweise auch eine Trickfilm-Serie im TV. Wenn hiermit gepunktet wurde, wird die stetig wachsende Videospielegemeinschaft mit einem - meist mäßigen - Spiel bedacht und etwa im gleichen Zeitraum, aber nur wenn das Geschäft besonders gut läuft, wird der nimmersatte Markt mit Merchandise und Figuren aller Art beglückt.

 

Nein, dieser 08/15 Werdegang ist ein Punkt, den man der doch recht aufgeblähten Transformers Marke wirklich nicht vorwerfen kann, denn Transformers ging den Weg beinahe spektakulär rückwärts. Zuerst waren die Spielzeugfiguren da. Der Abverkauf wurde dann durch eine Zeichentrickserie unterstützt und dann kamen erst nach und nach die anderen Medien zum Laufen. Mittlerweile, fast 20 Jahre nach den ersten Spielzeugfiguren, gibt es zahlreiche Serien, Spin-Offs und Auskopplungen. Eine davon ist das im CGI / Comiclook gehaltene Transformers Prime. Und das passende Spiel dazu haben wir in den letzten Wochen im Testlabor gehabt.

 

 

Aus Wii mache Wii U

 

Wenn man sich ein bisschen mit Transformers Prime oder dem Videospiele-Markt auskennt, oder einfach nur recherchiert, stellt man leider sehr schnell fest, dass es das nahezu identische Spiel schon seit einiger Zeit für die Wii gibt. Es handelt sich somit also nicht wirklich um einen innovativen und neuen Support für Big Ns neuste Konsole, sondern lediglich um die „Wii U Version eines Wii Spiels“. Aber gut, erstens sind wir so was ja schon von diversen Publishern gewohnt und zweitens kann es ja auch durchaus etwas für sich haben wenn die Möglichkeiten der neuen Konsole genutzt wurden. Widmen wir uns also vorurteilsfrei dem Spiel.

 

Bei Transformers Prime habt ihr nun die Möglichkeit, selber die Rolle der Autobots zu übernehmen und gegen die bösen Decepticons zu kämpfen. Diese wollen der Menschheit an den Kragen und in ihrem scheinbar grenzenlosen Wahn die Erde mit einem Meteoriten zerstören. Dies zu verhindern ist nun eure Aufgabe. Ihr schlüpft abwechselnd in die Karosserie von den Autobots, darunter die bekannten Namen wie Optimus Prime oder Bumblebee. Jeder von ihnen kann laufen, springen, ballern und sich natürlich in ein Fahrzeug verwandeln. Die Unterschiede zwischen den Charakteren beschränken sich auf kleinere Punkte wie Stärke oder Geschwindigkeit.

 

Ihr durchstreift die linearen Abschnitte in der Third-Person Ansicht und bahnt euch von Speicherpunkt zu Speicherpunkt den Weg bis zum jeweiligen Bosskampf. Einige Abschnitte sind Fluchtmissionen in denen ihr unter Zeitdruck aus dem Level rast. Das Gameplay ist im Großen und Ganzen recht abwechslungsreich und gelungen, auch wenn sich die Herausforderungen und Gegnertypen recht oft wiederholen.

 

Insgesamt gibt es aber nur ein gutes Dutzend Level, danach ist das Spiel auch schon vorbei. Rechnet ihr mit allerhöchstens 20 bis 30 Minuten pro Abschnitt, könnt ihr euch den zeitlichen Gesamtumfang rasch ausmalen.

 

 

Ein Autobot mit eckigen Reifen

 

Die Levels sind allesamt sehr überschaubar, recht schlauchig und vor allem optisch ziemlich spärlich ausgestattet. Egal ob ihr euch unter freiem Himmel oder in einem Gebäude befindet: Abseits von Wänden, Böden oder Felshaufen gibt es nur selten etwas zu bestaunen. Dafür könnt ihr euch aber über neue Autobots freuen. Diese haben eckige, abgekantete Reifen mit denen man wahrscheinlich wesentlich schneller und spektakulärer gegen die Decepticons in die Schlacht ziehen kann. Anders kann ich mir das zumindest nicht erklären, denn technisch bedingte, schlecht programmierte achteckige Reifen kann es heutzutage ja eigentlich auf der Konsolengeneration nicht mehr geben, oder?

 

Seltsam sind auch einige Schatteneffekte bei denen die Treppchenbildung wirklich unglaubliche Dimensionen annimmt. Auch hier kann der Gedanke aufkommen: Ist dies vielleicht ein künstlerisches Stilmittel, welches unglücklich eingesetzt wurde? In jedem Fall entstehen viele Fragezeichen im Kopf wenn man den Schattenwurf eines Oberkörpers, der aus circa 25 klobigen Stufen besteht, betrachtet.

Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass die meisten Grafikelemente in HD hochskaliert wurden, welche dann in der Tat recht ansehnlich sind. Unterm Strich ist der Titel aber in der grafischen Gestaltung eine deutliche Beleidigung im Hinblick auf die Möglichkeiten der Konsole und auch in Sachen Kreativität.

 

Besser sieht’s bei der musikalischen Untermalung aus. Die Tracks passen zum Geschehen und verstärken recht gut die Action auf dem Bildschirm. Das Spiel wurde in punkto Synchronisation komplett ins Deutsche übersetzt, die Sprecher lieferten zwar nicht unbedingt eine Glanzleistung ab, machen aber im Wesentlichen einen guten Job. Zu Beginn des Titels könnt ihr auf Wunsch auch in andere Sprachen umschalten.

 

 

Mach mir den Laster, Kumpel!

 

Neben dem, leider viel zu kurzen, Storymodus, könnt ihr auch noch im Multiplayermodus spielen. Lustigerweise geht dies auch alleine, gegen einen dann von euch auserwählten CPU-Bot.

 

Insgesamt habt ihr drei Modi, welche sich alle sehr ähneln. Entweder müsst ihr in einem bestimmten Zeitfenster möglichst viele Gegner töten, einen Schild beschützen oder euch einfach gegenseitig abmurksen – die Spannung und Vielfalt hält sich also in Grenzen.

 

Steuerungstechnisch spielt ihr mit dem GamePad, klassisch mit den beiden Sticks. Lediglich bei den Fluchtmissionen steuert ihr euer Gefährt durch Neigen mit dem Bewegungssensor. Alternativ könnt ihr allerdings auch den Pro Controller oder die Wiimote Nunchuk-Kombination nutzen. Der Touchscreen wird lediglich durch die Belegung einiger Kampffähigkeiten und Statistiken genutzt.

 

 

Vielen Dank an Activision für das Testmuster.


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Fazit

Wenn ihr nur eine Stunde pro Woche Zeit habt, Transformers-Fans seid und das letzte Konsolenspiel vor zehn Jahren gesehen habt, werdet ihr wochenlangen Spielspaß haben. Alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen. Im Grunde ein ordentliches Spiel, das aber viel zu wenig Umfang hat und schlampig in die neue Generation transformiert wurde. Eher ein alter Traktor, statt leistungsstarker Truck-Autobot.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

58%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Now Production

Publisher

Activision

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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