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Call of Duty: Black Ops 2

Ego Shooter

02.01.2013

Autor: Gunnar Schreiber

 

Ein neues Jahr, ein neues Call of Duty. Doch während die letzten Spiele mehr wie ein Update anmuteten und weniger wie ein neues Game, hat Black Ops 2 doch tatsächlich einige nennenswerte Neuerungen zu bieten. Ob es deshalb auch besser ist, werde ich im Folgenden verraten.

 

 

Die Geschichte

 

Black Ops 2 schließt an die Geschichte des Vorgängers an, ist aber auch für Neueinsteiger verständlich. Der Zusammenhang entsteht vor allem durch David Mason, dessen Vater im Vorgänger einer der Protagonisten war. Im neuen Abenteuer wird dabei u.a. erzählt, wie Davids Vater gestorben ist. Aber natürlich ist das nur ein Teil des Ganzen. Denn die Hauptbedrohung geht von Raul Menendez und seinen Terroristen aus, der auf seinem Rachefeldzug gegen den Westen versucht die Supermächte USA und China gegeneinander auszuspielen und somit eine globale Katastrophe auszulösen.

 

Auch wenn das ziemlich abgedroschen klingt, kann die Geschichte dennoch überzeugen. Sie passt bestens zum Popcorn-Kino-Charakter des Spiels, bietet aber auf der anderen Seite genügend Überraschungen und Wendungen, um bis zum Ende interessant zu bleiben. Erzählt wird die Story mit teils aufwendig inszenierten Videosequenzen, die aber nicht nur auf Bombast und schnelle Bilder setzen. Ein großer Teil wird einem alternden Soldaten namens Woods erzählt, der im Rollstuhl sitzend, gezeichnet von seiner Vergangenheit, David Mason erklärt, was wirklich geschehen ist. Hier kommt auch eine weitere Stärke des Spiels zum Tragen. Die Missionen spielen alle zu unterschiedlichen Zeitepochen auf der ganzen Welt und bieten somit seitens der Schauplätze und des verfügbaren Equipments sehr viel Abwechslung.

 

 

Das Gameplay

 

Prinzipiell sind die Zutaten noch die gleichen, wurden aber um ein paar schmackhafte Gewürze erweitert. Also ihr lauft immer noch von A nach B in zumeist fest abgesteckten Levels, ballert alles nieder, was sich euch in den Weg stellt und erfüllt dabei recht simple Missionsziele wie „sicher das Objekt“ oder „finde eine bestimmte Person“.

 

Aber das Gameplay wurde sehr sinnvoll verfeinert. Erstens wirken die Missionen nun viel homogener. Während früher z.B. Snipermissionen nach Ballerorgien zu künstlich eingestreut wurden, um mal das Tempo rauszunehmen, geschieht dies nun organischer. Abwechslung ist mehr eine logische Folge der Missionsanforderungen als eine aufgesetzte Veränderung. So springt ihr mit Gleitern aus extremer Höhe über Feindgebiet ab, um punktgenau mitten im Geschehen zu landen. Und um auf die besagten Scharfschützenmissionen zurückzukommen: In den Levels, wo der Einsatz der Sniper sinnvoll wäre, habt ihr einfach eine als sekundäre Waffe dabei und dürft selbst entscheiden, wie ihr die Situation löst.

 

Grundsätzlich sind viele Levels endlich etwas weitläufiger als zuvor. Auch wenn ihr beim Lösen keine wirklichen Freiheiten habt, suggeriert dies gewisse Freiheiten. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist eine Mission in Pakistan, wo ihr in einem so großen Areal unterwegs seid, dass euch ein Pferd zur Verfügung steht. Aber ihr reitet nicht nur und nutzt einen Gleitschirm. Mal nehmt ihr auch am Steuer eines Fahrzeugs Platz oder ihr sitzt am Steuerknüppel eines Kampfflugzeugs.

 

Die größten Neuerungen sind allerdings eingeführte Entscheidungen. So dürft ihr in manchen Levels zum Beispiel entscheiden, ob ein Charakter stirbt oder nur verwundet wird oder ob ihr lieber vorsichtig oder wie Rambo vorgeht. Hinzu kommen optionale Strategiemissionen, die hier und da eingestreut werden. Hier kommandiert ihr ganze Truppenverbände und positioniert diese auf der Karte, um beispielsweise eine Basis zu verteidigen. Spaßig dabei ist, dass ihr jederzeit in die Rolle eines der Soldaten schlüpfen und mitkämpfen könnt. Die Steuerung ist hierbei zwar etwas überladen, aber dennoch zu meistern. Je nachdem, welche Entscheidungen ihr trefft und ob ihr die optionalen Aufgaben erledigt, erhaltet ihr eines von sechs verschiedenen Enden. Die Unterschiede sind dabei ziemlich krass und bieten somit einen echten Wiederspielwert.

 

 

Die Steuerung

 

Vorbildlich. Mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Die Entwickler von Treyarch haben so ziemlich jede Steuerungsvariante integriert, die ihr euch vorstellen könnt. So dürft ihr mit dem GamePad, dem alten und dem neuen Classic Controller oder der Wiimote/Nunchuk-Kombination zocken. Letztere Variante sollte auch bei der Wii U, gerade im Multiplayer, eure präferierte Art und Weise sein. Denn gerade beim Zielen ist die Pointervariante überlegen. Aber auch das Wii U GamePad bietet einige nette Funktionen wie eine stetige Übersichtskarte, eine sehr gut gelöste Inventarverwaltung, ein Display der Missionsziele usw. Das Beste dabei ist, dass ihr die Optionen auch kombinieren dürft. Spielt ihr mit Wiimote/Nunchuk könnt ihr optional das GamePad vor euch positionieren, um trotzdem all die Infos anzeigen zu lassen.

 

Ebenfalls vorbildlich sind die ganzen Einstellungsmöglichkeiten. So ziemlich alles lässt sich modifizieren, so dass für jeden am Ende das perfekte Spielgefühl bei rumkommen sollte.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Auch hier gibt sich Treyarch größtenteils keine Blöße. Gerade für ein Launchspiel überzeugt Black Ops 2 technisch gesehen auf nahezu ganzer Linie. Wie Vergleichvideos im Netz beweisen, sieht die Wii U Version sogar etwas besser aus als die Konkurrenzversionen, was nicht selbstverständlich ist, schaut man sich andere Games an. Die Unterschiede liegen vor allem bei etwas schärferen Texturen und satteren Farben. Überhaupt sieht das Spiel einfach klasse aus. Gerade die Partikeleffekte wie Rauch sowie der Lichteinfall überzeugen. Aber es gibt auch was zu meckern, Dinge, die sicherlich mit dem engen Zeitplan eines Launchspiels zu tun haben. An wenigen Stellen geht die Bildwiederholungsrate etwas in den Keller, aber nie so, dass es das Gameplay negativ beeinflussen würde. Nerviger ist die Soundabmischung in manchen Videosequenzen, wo man sich hart konzentrieren muss, um die Charaktere (übrigens mit richtig guter deutscher Sprachausgabe) verstehen zu können. Apropos Sound: Dieser ist ansonsten druckvoll, authentisch und passt immer zum Geschehen.

 

 

Der Multiplayer

 

Kernstück eines jeden Call of Duty und Garant für monatelangen Spielspaß, ist der Multiplayer. Black Ops 2 bietet dabei 13 Modi auf 13 Karten mit bis zu 12 Spielern gleichzeitig. Und das Beste: Endlich müssen wir als Besitzer der Version für eine Nintendo-Konsole nicht mehr neidisch zur Konkurrenz schauen. Denn alle Versionen sind quasi inhaltsgleich. D.h. alle Killstreaks, Kill-Cam, Emblem-Editor etc. sind endlich mit dabei. Lediglich die direkte Verzahnung mit YouTube und dem Community-Service Elite fehlen, sollen aber ggf. via Patch noch nachgereicht werden.

 

Weiterhin sammelt ihr für Abschüsse, bestimmte Aktionen usw. Erfahrungspunkte. Mit denen schaltet ihr neue Waffen und Equipment frei. So rüstet ihr sukzessive euren Soldaten aus. Dabei gibt es im Prinzip drei wichtige Bereiche: Einmal eure Bewaffnung, primäre und sekundäre Waffe samt Aufsätze und Granaten. Dann die so genannten Perks. Das sind Verbesserungen wie schnelleres Laufen oder eine ruhigere Hand beim Zielen, die ihr nutzen dürft. Und als drittes sind die Killstreaks zu nennen. Um diese während eines Matches auszulösen, braucht ihr eine bestimmte Anzahl an Punkten, die ihr u.a. durch Abschüsse bekommt. Je nachdem, welche Killstreaks ihr ausgewählt habt, dürft ihr beispielsweise ein Aufklärungsflugzeug oder verschiedene Luftangriffe rufen.

 

Neu sind hierbei zwei Dinge: Zum einem habt ihr diesmal mehr Freiheiten denn je. Es gibt eine Maximalzahl von 10 Slots, denen ihr Perks, Aufsätze etc. zuordnen dürft. Ihr könnt dabei aber entscheiden, ob ihr lieber auf eine Granate verzichtet und dafür einen extra Perk nutzt. Diese neue Freiheit lässt euch den Soldaten noch mehr als eh schon nach euren Bedürfnissen anpassen. Ebenfalls neu ist eine Art Währung, die ihr verdient. Viele Dinge werden zwar durch den gesteigerten Rang aktiviert, müssen aber mit dem „Geld“ freigekauft werden. Auch das motiviert zusätzlich immer weiter zu spielen.

 

Online läuft Black Ops 2 jedenfalls zur Hochform auf. Die Modi von Team Deathmatch bis hin zu Herrschaft oder Capture the Flag sind alle unterschiedlich genug, um lange zu motivieren. Durch Voice Chat (leider wird aber das alte Call of Duty Headset nicht unterstützt!) ist gerade Teamplay sehr spaßig. Toll ist auch nun von einer Konsole aus zu zweit online gegen oder mit anderen Spielen anzutreten. Auch hier nutzt Treyarch die Möglichkeiten der Konsole vorbildlich. Zum einen kann der zweite Spieler auf seinen Account auf der jeweiligen Wii U zurückgreifen und somit quasi seinen eigenen Status, sein eigenes Profil ausbauen. Zum anderen habt ihr die Wahl, ob ihr lieber an einem geteilten Fernsehbildschirm zocken möchtet oder auf die zweite Variante zurückgreift. Hierbei spielt einer auf dem TV, während der andere nur auf dem Bildschirm des Wii U GamePads in die Schlacht zieht. Sehr nette Idee!

 

Noch ein paar Worte zum Matchmaking: Am Anfang haben viele Tests bemängelt, dass kaum Spieler online sind und man so manchmal zu lange warten müsse, bis Matches zustande kommen. Nach Weihnachten hat sich die Situation deutlich entspannt. Es sind zu jeder Uhrzeit ein paar Tausend Gamer online, so dass zumindest die Standardmodi jederzeit spielbar sind.

 

 

Was gibt es sonst noch?

 

Im Kampftraining spielt ihr alleine oder mit drei Freunden im Splitscreen auf den Multiplayerkarten gegen vom Computer gesteuerte Bots. Ein ganzes Spiel im Spiel ist noch der spaßige Zombie-Modus. Hier müsst ihr alleine oder kooperativ an verschiedenen Standorten gegen Horden von Zombies bestehen. Das Ganze hat mehr Arcade-Charakter, geht es hier ums blanke überleben und Highscorejagd. Der Umfang ist aber groß genug, dass ihr euch auch hier noch Stunden beschäftigen könnt.


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Fazit

Call of Duty Black Ops 2 ist für mich der beste Teil der Serie seit vielen Jahren. Dafür sorgen einmal die sinnvollen Änderungen in der recht spannenden Kampagne. Wenn jemand mal erfahren möchte, wie Action-Popcorn-Kino in Videospielform aussieht, der muss das Spiel zocken. Aber auch die dezenten, aber ebenfalls sinnvollen Änderungen im Multiplayer sorgen für noch etwas mehr Spielspaß. Hinzu kommt ein wirklich gut gelungener Einstieg auf der Wii U, mit leicht besserer Grafik als bei der Konkurrenz und clever eingesetzten Steuerungsmethoden mit schier unendlicher Optionsvielfalt. Hier macht Treyarch wieder einmal alles richtig und setzt die Messlatte für alle kommenden Egoshooter auf ein verdammt hohes Niveau. Abgesehen von ein paar kleinen technischen Mängeln ist Call of Duty Black Ops 2 für Wii U also eine verdammt runde Sache!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Treyarch

Publisher

Activision

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

-12



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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