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Angespielt: Nintendo Switch

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Octopath Traveller

RPG

14.07.2018

Zum Video-Test

Autor: Julian Richter

 

 

Acht Helden – Ein Schicksal

 

Octopath Traveler ist ein klassisches JRPG, in dem man einen aus acht Charakteren auf seiner ganz individuellen Geschichte begleitet, dabei durch verschiedene Länder und Territorien reist und dort Monster bezwingt.

 

Ihr startet zu Beginn mit eurem Anführer, den ihr aus den acht Charakteren frei wählen könnt. Dabei hat jeder der verfügbaren Anführer spezielle Fähigkeiten, die euch im Kampf behilflich sein können. So gibt es zum Beispiel den Krieger, den Apotheker, die Klerikerin oder die Tänzerin. Außerdem hat jeder der acht Helden noch ein ganz besonderes Talent: Die Tänzerin kann beispielsweise Dorfbewohner überzeugen, mit ihr einen beliebigen Kampf auszutragen, während der Meisterdieb besonders wertvolle Truhen öffnen kann oder die Krämerin den Händlern legendäre Items abkaufen kann.

 

Auf der weiteren Reise werden sich die Wege der Charaktere kreuzen und ihr könnt bis zu drei weitere in euer Team rekrutieren. Dabei ist es essenziell, welchen Weg ihr einschlagt. Denn finden könnt ihr alle sieben übrigen in der Welt von Orsterra – welche ihr nun jedoch unterstützen wollt, liegt allein in eurer Hand. Somit könnt ihr euch eure eigene Geschichte immer wieder neu zusammenbasteln und die einzelnen Schicksale stets neu verknüpfen. Dabei ist es euch möglich, alle acht Handlungsstränge in einem Durchgang zu erleben. Indem ihr zum Beispiel erst alle ersten Kapitel aller acht Charaktere spielt, dann alle zweiten und so weiter. Somit können sich auch im selben Durchgang mehrere Charakter-Konstellationen ergeben und ihr müsst das Spiel dadurch nicht 70 Mal durchspielen, um bei einer Anzahl von acht Charakteren zu je vier Gruppenmitgliedern alle möglichen Kombinationen erzielen zu können.

 

Auf der anderen Seite könnt ihr natürlich auch erst die komplette Story eures Anführers durchspielen, bevor ihr eine neue startet. Ihr müsst auch nicht zwangsläufig dem linearen Verlauf der einzelnen Kapitel folgen, sondern könnt meinetwegen auch erst einmal nach Nebenquests Ausschau halten und diese erledigen, um besondere Items zu erhalten.

 

Ich habe beispielsweise mit der Story der Tänzerin begonnen, da ich diese bereits in der Demo angespielt hatte und sehr interessant fand. Der Vater der Tänzerin Primrose wurde von drei mysteriösen Männern mit Krähen-Tattoos getötet, als sie noch ein Kind war. Seitdem lebte sie auf der Straße, bis sie am Haus eines Gastwirtes klopfte, der sie aufnahm und als Tänzerin verwandt. Allerdings schändete er sie seitdem mehr, als dass er sie umsorgte. Eines Tages taucht dann plötzlich einer der Männer mit Krähen-Tattoo in dem Gasthaus auf und selbstverständlich nimmt Primrose sofort die Verfolgung auf. Den weiteren Verlauf, wie gesagt, bestimmt ihr ganz persönlich.

 

 

Zu den Waffen

 

Selbstverständlich gehören zu einem klassischen RPG auch die altbekannten, rundenbasierten Kämpfe. Die laufen genau so ab, wie man sie aus anderen Spielen dieser Art kennt. Erst greift der Spieler an, dann der Gegner. Jedes Mal, wenn der Spieler einen Angriff ausführt, bekommt er einen Boost-Punkt. Mit diesen Boost-Punkten kann man den nächsten Angriff bis zu dreimal verstärken.

 

Des Weiteren ist das erste Ziel, die gegnerische Verteidigung zu durchbrechen und ihn benommen zu machen. Hat man dies geschafft, richtet ihr enormen Schaden bei euren Feinden an. Und das ist auch sehr ratsam, denn die Gegner sind alles andere als schwach. Wer sich nicht regelmäßig auflevelt und jede Menge Beeren zum Auffüllen der Lebens- und Manaleiste dabei hat, der wird schon beim ersten Boss zu Grunde gehen. Des Weiteren wird unterhalb der Gegner angezeigt, gegen welche Angriffe sie immun sind. Dies geschieht allerdings erst, nachdem man sie das erste Mal mit diesen Attacken angegriffen hat. Der Schwierigkeitsgrad ist hier definitiv gegeben, allerdings nicht so stark, dass es unfair wird. Der taktische Tiefgang dieser Kämpfe hat mich sehr beeindruckt. Und wenn ich das sage, will das schon was heißen, da ich so überhaupt kein Freund von JRPGs bin.

 

Durch das Bezwingen von Gegnern erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Habt ihr genügend von diesen gesammelt, steigt ihr eine Stufe auf und werdet entsprechend stärker. Neben den Erfahrungspunkten erhaltet ihr außerdem noch so genannte Laufbahnpunkte. Wurde davon eine bestimmte Anzahl gesammelt, erhält euer Charakter neue Fähigkeiten und Angriffe, die im Kampf einsetzbar sind.

 

Das Einzige, was mich etwas genervt hat, ist, dass man die Gegner in so genanntem „Gefahrenterrain“ außerhalb von Städten und Dörfern nicht sieht. Es ist vom Prinzip her, wie bei den alten Pokémon-Spielen, wo man durchs hohe Gras oder eine Höhle läuft und plötzlich von wilden Pokémon attackiert wird. Da ich von sowas überhaupt kein Freund bin und lieber selbst entscheiden möchte, ob ich gerade kämpfen will oder nicht, hat mich das doch schon etwas aus der Stimmung gerissen. Klar, man kann natürlich Kämpfen entfliehen, aber das klappt leider auch nur ab und zu. Die Gefahrenterrains sind mit Leveln gekennzeichnet, um darzustellen, wie stark die Gegner in diesem Feld sind.

 

 

Märchenhafte Grafik und verträumte Soundtracks

 

Wenn es eine Sache gibt, in die ich mich bei Octopath Traveler verliebt habe, dann ist es die Atmosphäre. Die Landschaften sind so liebevoll dargestellt, die Charaktere besitzen eine unglaubliche Authentizität, obwohl sie nur 16-Bit sind, und die musikalische Untermalung noch dazu, ließen mich wirklich dahinschwelgen. Besonders in den Städten und Dörfern, wo man nicht darauf achten muss, wo man hintritt, hat mich das Spiel wirklich gefangen.

 

Was mich im ersten Moment auch beeindruckt hat, war die vorhandene Synchro, die den Cutscenes eine gewisse Tiefe gegeben haben. Allerdings wurde schnell klar, dass dies nur eine Art Aufmacher sein sollte, da die meisten Szenen eben nicht voll eingesprochen sind, sondern sich lediglich einige Sätze wiederholen, die den ungefähren Inhalt der Textbox wiedergeben. Das fand ich in der Demo bereits etwas schade und dachte, dass dies vielleicht im fertigen Spiel geändert werden würde.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Für mich war Octopath Traveler ein netter Zeitvertreib mit einer coolen Grundidee und einigen wirklich schönen atmosphärischen Elementen. Das Kampfsystem ist sehr tiefgründig durchdacht und lässt selbst einen Verächter von JRPGs wie mich leicht hineinsteigen. Es mangelt etwas an der allumfassenden Rahmenhandlung und wird viel mehr grob auf die einzelnen Geschichten der Charaktere runtergebrochen. Dies ist wie gesagt vom Grundgedanken her eine nette Idee, aber in der Umsetzung nicht ganz gelungen, finde ich, da doch hier und da einige Lücken und Logikfehler auftauchten. Alles in allem bereitete mir das Spiel jedoch Spaß und ich denke, dass dies der perfekte Einstieg in die Welt der JRPGs ist, für alle, die dem Genre bislang noch nichts abkonnten oder sich nie damit befasst haben.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

13.07.2018

Developer

Square Enix

Publisher

Square Enix

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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