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Reviews: Nintendo 3DS

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Chibi-Robo!: Zip Lash

Jump 'n Run

07.12.2015

Autor: Mario Kablau

 

 

Chibi-Robo ist wieder da!

 

Der liebenswerte Roboter, den ich zuletzt auf dem Nintendo GameCube erlebt habe, ist wieder da. Ein neues Abenteuer erwartet ihn und seinen Akku, dieses Mal jedoch in nur zwei Dimenstionen – zumindest was das Gameplay angeht.

 

Auf seinem Kampf gegen Aliens muss er über sechs Kontinente mit jeweils sechs Levels reisen. Sowohl die Kontinente als auch die Levels an sich sind dabei sehr abwechslungsreich und teilweise auch richtig lang. Sobald er alle sechs Levels eines Kontinents geschafft hat, erscheint der Boss. Ist der besiegt, dann kann er mit seinem Schiff zum nächsten Kontinent fliegen.

 

Dabei handelt es sich zwar um ein Jump & Run, aber es ist nicht so ganz klassisch, da Chibi seinen Stecker als Waffe einsetzt. Mit der X-Taste kann man einen Angriff nach vorne oder schräg oben starten, hält man Y gedrückt, dann lädt sich der Angriff auf und man kann viel stärkere Angriffe durchführen. Unterwegs sammelt man in jedem Level Upgrades für den Stecker, die sein Kabel länger werden lassen. Am Anfang jedes Levels ist es 15 cm lang und kann somit nur wenig entfernte Dinge oder Gegner treffen. Mit diesen Upgrade kann das Kabel auf bis zu 3 Meter verlängert werden.

 

Das ist auch nötig, denn in den Levels ist allerhand versteckt, was man oft nur mit einem längeren Kabel erreichen kann. So sind in fast jedem Level kleine Roboter versteckt oder große Münzen. Besonderes Highlight sind Snacks aus der realen Welt, die man finden kann. Vermutlich ein Mittel zur Finanzierung des Titels… Nur wenn man alle diese Dinge in einem Level findet, hat man ihn zu 100% geschafft. Ach ja, man muss dazu auch noch ohne Schaden oder Absturz durchkommen.

 

So weit, so gut. Nervig wird es, wenn man Level 1 geschafft hat. Dann startet nämlich das Reiseroulette, mit dem man festlegt, was das nächste Ziel ist. Auf dem Roulette stehen die Zahlen 1, 2 und 3 in verschiedenen Kombinationen und je nachdem wo der Zeiger am Ende steht, zieht man im Kreislauf des Kontinents 1, 2 oder 3 Level weiter. Frei bewegen kann man sich erst, wenn man den Boss bezwungen, das heißt, wenn man Pech beim Roulette hat, dann wird man gezwungen, bereits geschaffte Level noch mal zu spielen. Eine selten dämliche Idee!

 

Man kann sein Glück zwar beeinflussen, aber warum man dieses Roulette braucht, erschließt sich mir nicht wirklich. Am Ende jeden Levels trifft man auf drei Ufos: Ein großes, ein mittleres und ein kleines. Trifft man das große Ufo, dann hat man einen Dreh beim Roulette, beim mittleren zwei und beim kleinen drei. Außerdem kann man gegen gesammelte Münzen Felder kaufen und mit anderen Zahlen belegen. Damit lässt sich gut vermeiden, dass man Levels mehrfach spielen muss, weshalb ich noch weniger verstehe, was das Roulette überhaupt soll.

 

 

Gameplay!

 

Ein paar Sätze noch dazu, wie es genau abläuft. Man landet am Anfang mit Chibis Schiff im neuen Level, steigt aus und muss das Ziel mit den drei Ufos erreichen. Unterwegs setzt man den Stecker ein, um Gegner auszuschalten und Rätsel zu lösen. Dabei sorgt der Stecker für ein ordentliches Maß an Spannung, denn manchmal muss man sehr schnell und sehr genau abpassen, wann und wie man den Stecker wirft. Das kann gleichzeitig auch nervig sein, da die Rücksetzpunkte in den Levels häufig nicht so clever gewählt sind. Wenn man zum Beispiel erst mal drei anspruchslose Minuten spielen muss, um wieder zu der schweren Stelle zu kommen, an der man mehrfach scheitert, dann macht das irgendwann keinen Spaß mehr.

 

Der Akku von Chibi startet zu Beginn bei 999 und läuft im Sekundentakt langsam runter. Außerdem zieht jeder Treffer von einem Gegner oder Absturz in einen Abgrund Energie ab. Wenn der Akku leer ist, ist man gescheitert und muss unabhängig von den erreichten Rücksetzpunkten im Level ganz von vorne anfangen. Auch das kann sehr nervig sein. Zum Glück kann man den Akku unterwegs an Steckdosen wieder aufladen, allerdings nur, wenn das Schiff auch genug Saft hat. Um dafür zu sorgen sollte man den hier und da herum liegenden Müll einsammeln und den im Generator des Schiffs zu Energie verbrennen.

 

Neben den „normalen“ Levels, in denen man mit Chibi herum läuft und springt, gibt es auch einige besondere Abschnitte, zum Beispiel in einem U-Boot, an drei Gasballons oder auf einem Wasserski. Lustige Ideen, die das Gameplay zwar auflocken, aber teilweise auch sehr nervig sein können. Das eben noch nicht genannte Skateboard mal als Beispiel. Das muss man kontinuierlich durch Items beschleunigen, bleibt man durch ein paar Fehler stehen, geht man sofort Game Over und muss den Level ganz von vorne anfangen. Verbunden mit allen Ladezeiten, bis es wieder soweit ist, eine wahnsinnige und vollkommen überflüssige Nerverei.

 

Ladezeiten sind eh ein Problem. Wenn man einen Level betreten will, dann muss man dazu erst die Tür vom Schiff öffnen. Nach einer gefühlt ewigen Sequenz dazu (die wirklich jedes Mal abläuft) kann man das Schiff auch erst dann verlassen, wenn sich Chibis Begleiter verabschiedet hat. Danach lädt der Level und man sieht die selbe Tür-Animation noch mal von außen, Chibi guckt raus und traut sich irgendwann abzuspringen. Nach der Landung rappelt er sich langsam wieder auf und dann kann es endlich losgehen. Zum Glück kann man jeden Level überspringen, wenn man zwei Mal Game Over war…

 

Noch mal kurz zurück zu den besonderen Abschnitten: Hiervon ist besonders das U-Boot nervig, denn ist es so unglaublich träge und langsam, das jede Schnecke drei Mal um die Welt gelaufen ist, bevor das Schiff sich überhaupt bewegt. Keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat und warum?!?

 

 

Technik, Umfang und Steuerung!

 

Optisch ist das Spiel wirklich gelungen. Obwohl Chibi sich nur in zwei Dimensionen bewegt, ist das ganze Spiel in 3D-Optik gestaltet. Hin und wieder kommt man auch mal an eine „Ecke“, beigt um sie rum, die Kamera dreht sich mit und man geht weiter in 2D. Das ist ganz lustig gemacht. Auch der 3D-Effekt kann überzeugen, hier haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben. Ebenso überzeugend ist die Abwechslung. Die sechs Kontinente wie Europa oder Nordamerika sind sehr vielseitig aufgebaut und bieten immer wieder Neues fürs Auge.

 

Der Ton ist dagegen eher Mittelmaß. Die Musik ist eher langweilig und eine Sprachausgabe gibt es auch nicht, obwohl hier und da sogar recht viel geredet wird, was man auch gut hätte vertonen können. Komisch, dass in die Optik so viel Liebe zum Detail geflossen ist, in die Akustik aber nicht.

 

Der Umfang ist nicht schlecht, unter 10 Stunden geht nicht, wenn man das Spiel auch wirklich durch spielt und nicht den Assistenten nutzt. Wenn man alles sammeln will, dann dauert es sogar noch länger, da es dafür aber keine mir bekannten Anreize gibt, sehe ich keinen Grund, das zu tun. Ich war froh um jeden Level, den ich geschafft hatte.

 

Die Steuerung ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits lässt sich Chibi gut steuern und reagiert auf die meisten Kommandos gut. Allerdings ist die Steuerung des Steckers manchmal etwas ungenau. Vor allem die Richtungsangabe beim Weitwurf mit Y ist über das Schiebepad sehr grob, über das Steuerkreuz dagegen sehr genau, dafür aber unendlich träge. Gerade in hektischen Momenten, zum Beispiel bei Bossen, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht als einen Mittelweg.

 

 

Viele Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Chibi-Robo Zip Lash ist an sich ein sehr gutes Spiel. Es bietet viel Umfang und Abwechslung, sieht gut aus, lässt sich ordentlich steuern und hat tolle Bosskämpfe. Leider macht es aber viel zu viele Fehler, um auf dieses Niveau zu kommen. Zwischen den Levels dauert alles viel zu lang, manche Dialoge in den Levels treiben einen in den Wahnsinn und das Reiseroulette ist so überflüssig wie ein zweiter Wii U-Teil von Super Mario Maker. Wären die Entwickler etwas mutiger gewesen und hätten sich getraut, nicht für jedes noch so kleinen Feature einen zeitraubenden Sinn zu suchen, wäre Zip Lash bei mir viel besser angekommen. So ist es trotz guter Ansätze leider nur Mittelmaß.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

06.11.2015

Developer

skip Ltd.

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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