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Reviews: Nintendo 3DS

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Animal Crossing: Happy Home Designer

Simulation

06.10.2015

Autor: Mario Kablau

 

 

Animal Crossing ohne Freiheit!

 

Als ein sehr großer Fan von Animal Crossing habe ich mich sehr gefreut, dass der 3DS einen neuen Ableger der Serie bekommen hat. Damit ist er tatsächlich die erste Konsole, auf der mehr als ein Spiel erscheint, wenn man mal den Taschenrechner außen vor lässt.

 

Doch wer (so wie ich) hier ein Spiel erwartet hat, bei dem man jeden Tag aufs Neue genießen kann, viel zu entdecken hat und auch einfach mal durch Nichtstun Spaß haben kann, der liegt leider falsch. Denn der Happy Home Designer hat mich einem Hauptspiel der Reihe so viel zu tun wie Tom Nook mit Sozialismus...

 

Es geht im Spiel ausschließlich darum, Häuser (innen und außen) zu gestalten. Man fängt als Mitarbeiter bei ImmoNook an und soll die Stadt auf Vordermann bringen. Dazu hilft man zunächst ein paar Einwohnern dabei, ihr Heim nach den geäußerten Wünschen zu gestalten. Am Anfang heißt das, Teppich und Tapete auszuwählen, sowie die entsprechenden Möbel zu platzieren. Ist das Werk getan – egal wie, dazu später mehr – kann man den Tag beenden und am nächsten Tag eine neue „Herausforderung“ annehmen.

 

Nach ein paar Tagen kommt dann Melinda ins Büro und gibt dem aufstrebenden Architekten die Möglichkeit, auch für die Stadt Projekte zu leiten. Sodann muss man neben einer Schule, verschiedenen Läden und einem Krankenhaus auch ein Konzerthalle und vieles mehr gestalten. So kommt etwas Abwechslung in die Hausgestaltung, da man hier natürlich andere Möbel braucht.

 

Über ein Lernbuch, das auf dem Schreibtisch des Spielers liegt, kann man neue Dinge freischalten, um dann auch Türen und Fenster verändern zu können oder auch an die Decke gelassen zu werden. Nicht zuletzt kann man hier auch – alles gegen Spielmünzen – freischalten, dass man die sonst so hart erkämpften Fossilien, Fische, Insekten und Gyroiden als Möbelstücke einsetzen kann. Ebenso wird es durch einen Kurs möglich, die Häuser auch von außen zu gestalten. Also Bäume und Pflanzen vor das Haus zu stellen oder auch diverse Möbel. Natürlich lassen sich auch die Häuser selbst verändern – Dach, Tür, Zaun usw.

 

Das war es dann aber auch leider schon mit dem Gameplay. Wenn man sich auf das Bauen der Stadtprojekte fokussiert und jeden Tag eine Lektion macht, dann ist man sehr kurzer Zeit fertig und kann fortan nur noch Häuser bauen. Bei mir war das nach sechs Stunden Spielzeit der Fall.

 

 

Was mich wirklich stört!

 

Diese Spielzeit bei einem Animal Crossing-Titel ist aber noch gar nicht das Schlimmste. Denn obwohl die Entwickler sich wirklich Mühe gegeben haben, das Spiel so zugänglich wie möglich zu machen, haben sie einen entscheidenden Punkt völlig vergessen: Motivation.

 

Ja, die neuen Möglichkeiten Möbel aus dem Katalog auszuwählen und im Haus zu platzieren sind gut. Es macht Spaß, mit dem Touchpen alles hin- und herzuschieben und zu kombinieren. Aber es macht keinen Spaß, wenn man das alles nicht tun muss. Ja, richtig gelesen. Jeder Bewohner bringt ein paar Möbelstücke aus seiner alten Behausung mit und alles, was man tun muss, um ihn glücklich zu machen, ist diese Kartons einmal anzutippen und sie damit auszupacken. Man muss sich nicht um die Fenster kümmern, nicht um die Tapete, nicht um das Außendesign, nicht um Licht und Farben. Alles ist völlig egal, so lange man die zwei bis drei Möbelstücke auspackt, die das Tier mitgebracht hat.

 

In den Stadtprojekten ist es im Prinzip genauso: Man bekommt eine Liste, was auf jeden Fall da sein muss – in der Schule zum Beispiel 4 Tische und 8 Stühle – und dann ist man fertig, sobald diese Teile stehen. Obwohl die AdsH (Akademie des schönen Hauses) in den Hauptspielen so schön zeigt, wie Häuser bewertet werden können, kommt das hier nicht zum Einsatz. Warum also sollte man sich Mühe geben?

 

Vielleicht, weil es Spaß macht! Ja, guter Punkt, aber alles macht nur begrenzt Spaß und hier tut man wirklich Auftrag für Auftrag dasselbe: Grundstück aussuchen, Haus dekorieren, Möbel auswählen und platzieren, fertig! Wenn man das drei Mal gemacht hat, dann hört es schon langsam auf, so richtig Spaß zu machen. Nach der zehnten Gestaltung ist es dann nur noch lästig, also wird man schlampig und stellt irgendwann fest, dass es fast völlig egal ist, was man da tut.

 

Zugegeben, man kann seine Häuser im NdsH (Netzwerk der schönen Häuser) aller Welt zeigen und sich dort bewerten lassen. Aber mal ehrlich: Interessiert mich die Meinung des Internets? Und auch die WdsH (Wettbewerbe des usw.) sind da keine echte Hilfe, denn hier muss man nur eine vorgegebene Aufgabe erfüllen, die daraus besteht, ein Haus zu bemöbeln, lösen und kann dann einen Wettbewerb gewinnen. Toll!

 

 

Technik und Steuerung!

 

Über den Umfang habe ich ja schon gesprochen. Wenn man Spaß daran hat, immer und immer und immer und immer und immer wieder dasselbe zu tun – wohl wissen, dass es keine Sau (und kein anderes Tier) interessiert, was genau man da tut – dann kann man sich lange mit dem Happy Home Designer beschäftigen. Aber wenn selbst ich als riesiger Fan von Animal Crossing schon nach wenigen Stunden absolut keine Lust mehr habe, dann ist das kein gutes Zeichen. Man hat einfach viel zu wenig zu tun, hat nie das Gefühl, etwas geschafft zu haben und am Ende bekommt man nicht mal die Möglichkeit, frei herumzulaufen.

 

Technisch ist es allerdings sehr gut, das ist aber auch nicht schwer. Niemand würde so viel Liebe zum Detail in nur dieses Spiel stecken, da Nintendo aber auf dem 3DS schon ein Animal Crossing veröffentlicht hat gibt es die rund zehntausend Figuren, Pflanzen, Möbel, Insekten, Fische, Gyroiden, Gemälde, Fotos usw. schon. Und davon profitiert der Happy Home Designer: Optisch und akustisch ist es ein vollwertiges Animal Crossing-Spiel und das sieht man bei einem solch einfachen Spiel nicht oft. Hier gibt es also keinen Grund zur Klage.

 

Auch die Tatsache, dass man liebevoll als Mensch ins Spiel eingebaut ist und keine Menüs einfach nur lesen muss, ist toll. Man ist wirklich im Dorf und lebt dort mit den anderen Figuren zusammen. Das Problem ist nur, dass man kein Leben – wie sonst bei Animal Crossing – hat.

 

Die Steuerung ist erstklassig. Wenn das nächste Hauptspiel die ganzen Verbesserungen mit sich bringt, dann ist das schon ein gewaltiger Schritt. Man hat zahllose neue Möglichkeiten, Möbel aufzustellen und zu interagieren. Alles geht mit dem Touchpen leicht von der Hand. Man kann sogar mehrere Möbelstücke markieren und diese dann in einem Rutsch verschieben. Ein Traum! Lediglich die drei Ebenen innerhalb der Häuser sind manchmal etwas nervig. Man kann nämlich einen Teppich unter die Möbel und Lampen über die Möbel platzieren. Dann sieht man auf dem Touchscreen alles übereinander und es wird schwer, den Teppich zu verschieben. Dazu muss man erst die anderen beiden Teile aus dem Weg räumen. Sonst gibt es aber an der Steuerung nichts zu meckern.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.<


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Fazit

Animal Crossing: Happy Home Designer hat, außer dem Namen und der Optik, nichts mit der Reihe zu tun. Man tut hier nicht das, was man bei Animal Crossing sonst tut. Es gibt nur eine Aufgabe: Möbel aufstellen, egal wie. Das ist repetitiv und wird sehr schnell langweilig. Nicht einmal sammeln kann man etwas, weil Fossilien, Möbel usw. einfach nach Aufgaben oder durch Trainings freigeschaltet werden. Alles, was Animal Crossing auszeichnet – mit Ausnahme der Gestaltung von Räumen – bietet der Happy Home Designer nicht. Dazu ist das Spielprinzip nicht durchdacht, weil es keine Bewertung für die Kreationen gibt und es somit egal ist, was man tut. Wirklich schade, denn mit etwas mehr aus dem Hauptspiel hätte es ein spaßiges Spiel werden können. So schmeckt es einfach nur fad nach Franchise-Ausbeutung.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

schwach

59%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

02.10.2015

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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