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Reviews: Nintendo 3DS

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Harvest Moon: Das verlorene Tal

Simulation

07.09.2015

Autor: Matthias Küpper

 

Bei Harvest Moon denkt man sofort an saftige Wiesen, einen großen Bauernhof, den man nach und nach ausbauen kann. Eine tägliche Arbeit auf dem Feld, die sich immer wieder wiederholt und Bewohner, mit denen man sich anfreunden und sogar heiraten kann. Beim Einkaufen hält man ein nettes Gespräch mit dem Händler, während man auf dem Rückweg seine Herzensdame grüßt. So oder so ähnlich sah der Alltag in den meisten Teilen der Serie aus. Doch der neuste Titel für den 3DS benutzt einen anderen Ansatz.

 

Die weiße Pracht

 

Durch einen Schneesturm schleppt sich der Hauptcharakter, dessen Geschlecht von euch frei gewählt werden kann, zu einem verlassenen Haus hoch in den Bergen. Müde und erschöpft fallt ihr in einen tiefen Schlaf. Als ihr am nächsten Tag aufwacht, könnt ihr euch nur schemenhaft an einem Traum mit einer Erntegöttin erinnern. Da ihr nicht wisst, wo ihr euch befindet, macht ihr euch erst einmal auf Erkundungstour und erreicht kurz darauf ein Tal. Als ihr euch umschaut, ertönt eine Stimme aus der Erde, die euch bittet den Schnee auf die Seite zu schaufeln. Als ihr dies tut, befreit ihr einen Erntewichtel, der euch von seinem Dilemma erzählt.

 

Im Tal herrscht ewiger Winter, da die Erntegöttin ihre Kraft verloren hat. Zu allem Überfluss sind auch die Erntewichtel machtlos, gegen den Schnee etwas zu tun. Da euch der kleine Wicht ans Herz gewachsen ist, bietet ihr an, ihm zu helfen. Und schon geht der klassische Alltag von Harvest Moon los. Zuerst müsst ihr das Land bestellen, ehe ihr Pflanzensamen säen könnt. Danach müsst ihr sie noch bewässern und schon ist die Arbeit für den Tag erledigt und es geht ins Bett.

 

Nach und nach erfahrt ihr so, was ihr alles für Möglichkeiten habt. Dank den Wichteln wächst auch bei Schnee so manche Frucht oder Blume. Aber besonders interessant ist, dass sich das Land umgestalten lässt. Nicht nur die Bäume lassen sich fällen, sondern auch Erde abtragen oder aufschütten. So müsst ihr zum Beispiel den Weg zur Quelle der Göttin ebnen. Im späteren Verlaufen kommen dann noch andere Menschen in das verlassene Gebiet. Darunter Händler, bei denen Samen gekauft und Früchte oder Blumen verkauft werden können. Genauso darf das Angeln aber auch nicht fehlen und der Abbau von Erzen ist auch wieder dabei. Nach und nach füllt sich also der Tag mit weiteren Aktivität und auf Dauer kann einem die Zeit knapp werden. Denn die Zeit vergeht im verlorenen Tal doch recht schnell. Daher sollte man am besten an Regen- bzw. Schneetagen das Land umgestalten, da das zeitfressende Gießen der Pflanzen wegfällt. Am Anfang des Spiels kann es aber durchaus vorkommen, dass ihr nicht wisst, was ihr mit eurer Zeit anstellen sollt, da es recht lange dauert, bis alles erklärt wird. So haben aber auch Neulinge einen guten Einstieg in die Reihe und müssen nicht ratlos herumprobieren, ehe sie ein Feld bestellen können. Euer Ziel ist den Winter zu vertreiben und die Jahreszeiten zurückzuholen. Dabei könnt ihr auf die spärliche Hilfe der Wichtel vertrauen und den Rat der Erntegöttin. Viele Spielstunden sind also auf dem Feld schon vorprogrammiert, in denen euer Charakter ganz schön ins Schwitzen kommt.

 

Steuerung und Technik

 

Bei der Steuerung hat sich auch etwas getan im Vergleich zu den Vorgänger. Zum einen lassen sich dabei Bäume nun einfach per Knopfdruck fällen. Genauso gibt es aber quasi einen Modus, der mit Y aktiviert wird, bei dem ihr anfangt, euch um das Feld zu kümmern. Auch hier wird mit der selben Taste gesät wie gegossen oder geerntet. Dies ist halt abhängig davon, welchen Status das ausgewählte Feld hat. Dadurch fällt das aufwendige Ausrüsten und durchaus auch nervige Wechseln der Werkzeuge weg und man kommt schneller voran. Dabei ist aber darauf zu achten, welches Feld man ausgewählt hat, da man ansonsten eine unerwünschte Aktion durchführt, die wieder Zeit und Nerven frisst.

 

Grafisch ist das Spiel in Ordnung. Die Optik ist Geschmackssache. Mir hätte der Animelook frühere Teile deutlich besser gefallen. Beispielsweise Pokémon macht ja vor, wie ein Spiel auf dem 3DS aussehen kann. Die Figuren erinnern aber eher an Miis, wo es dann vielleicht möglich gewesen wäre, den eigenen Mii zu verwenden. Dann wäre diese Grafik wieder interessant gewesen. Der 3D Effekt ist in Ordnung, aber gerade beim normalen 3DS oft verschwommen. Insgesamt wirkt die Grafik so, als sollten vor allem jüngere Spieler damit angesprochen werden. Da man zu jeder Zeit im Haus speichern kann, lässt sich das Spiel auch gut zwischendurch anschalten. Begleitet wird das Spiel von ein paar netten Musikstücken. Viel Abwechslung gibt es hier aber leider nicht.

 

Kritik

 

Das verlorene Tal geht neue Wege, in dem die Steuerung verändert wurde und die Herangehensweise ans Farmerleben mal anders gestaltet wird. Dennoch bietet das Spiel keine große Geschichte, die über aufwendige Sequenzen erzählt wird. Man bleibt hier halt klassisch und nimmt sich nicht ein Beispiel an Rune Factory Frontier. Das soll aber auch kein Vorwurf sein. Die Grafik hätte man sicherlich noch besser hinbekommen und auch an den Charakteren hätte man ruhig noch ein wenig mehr arbeiten können. Der Alltag wird auf Dauer dann aber doch wieder sehr eintönig. Große Abwechslung kann es eben in den Bergen nicht so viel geben, wie in einem belebten Dorf. Außerdem ist der Zeitplan ein wenig zu eng, sodass man sich gerade beim Umformen des Landes über jeden Fehler ärgert. Beispielsweise das Gießen kostet zudem viel zu viel Zeit, ohne das es groß interessant wäre.

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Harvest Moon: Das verlorene Tal ist ein gutes Spiel, welches auch zwischendurch gespielt werden kann. Von der Grafik, richtet es sich eher an ein junges Publikum, aber auch ältere Fans der Reihe brauchen nicht vor dem Titel zurückzuschrecken. Es zeigt Fortschritte im Vergleich zu den Vorgängen, nur wäre es schön, wenn man diesen Weg weiter gehen würde, damit sich die Arbeit auf dem Feld stetig weiterentwickelt. Schließlich gehört Fortschritt auch in der Landwirtschaft dazu. Wer sich den Titel holt, kann sich darauf verlassen viele Stunden mit den Bestellen von Feldern, dem Ernten oder dem Angeln zu verbringen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

78%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

19.06.2015

Developer

Tabot Inc

Publisher

Rising Star Games

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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