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Reviews: Nintendo 3DS

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Monster Hunter 4 Ultimate

Action

23.03.2015

Autor: Matthias Küpper

 

Die Monster sind mal wieder los, denn Monster Hunter erscheint zum ersten Mal auf einem Nintendo-Handheld. Genauso ist es das erste Mal, dass wir die Jagd mit 3D-Effekt genießen können. Aber sicherlich fragt sich der eine oder andere, wie das Spiel optisch überzeugen kann. Schließlich ist Monster Hunter für große Dinos und weite Landschaften mit traumhaften Videosequenzen bekannt. Auch die Umsetzung des Multiplayers ist für so ein Spiel sehr entscheidend.

 

 

Auf die Jagd

 

Ein Monster Hunter könnte nicht viel epischer beginnen, als es in Monster Hunter 4 Ultimate geschieht. Nach der Charaktererstellung, die wieder viele Gestaltungsmöglichkeiten für das Aussehen und die Wahl zwischen einem weiblichen und einem männlichen Jäger bietet, geht es direkt los. Unser Jäger befindet sich gerade auf einer Überfahrt auf einem Schiff. Das erinnert zunächst stark an Monster Hunter Tri. Allerdings handelt es sich hier um ein Sandmeer, in dem dazu auch noch einige gefährliche Kreaturen hausen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir direkt ins kalte Wasser geworfen werden und gegen so ein Ungetüm kämpfen sollen. Zum Glück ist unser Kapitän ein erfahrener Mann, der uns einige Tipps beim Kampf gibt. Mit der Hilfe von anderen Schiffen von Val Haber, unserem Zielort, gelingt es uns das Monster zu besiegen und das Spiel kann endlich los gehen.

 

Der Kapitän stellt sich als Karawanenführer vor und will den Jäger sofort anheuern. Der Kampf war so überzeugend, dass es erst einmal genügend Aufträge zu erledigen gibt. Hier beginnt die Einweisung in das Spiel, durch die leider sowohl erfahrene als auch unerfahren Monster Hunter Spieler durch müssen. Für letztere ist diese Erläuterung aber durchaus notwendig, da das Spiel einem sonst mit den Möglichkeiten erschlagen würde. Schließlich ist Monster Hunter nicht einfach nur simples auf die Jagd gehen und irgendwelche Dinosaurier abschlachten.

 

Auch Sammeln spielt hier eine wichtige Rolle, da aus den gefunden Materialien neue Ausrüstung hergestellt werden kann. Grundsätzlich ist in Monster Hunter die Vorbereitung so wichtig, wie in kaum einen anderen Spiel. Je besser eure Ausrüstung ist, desto leichter habt ihr es auf der Jagd. Genauso verhält es sich auch mit Tränken. Diese lassen sich mit Hilfe der notwendigen Rohstoffe kombinieren, wodurch ihr euch auf der Jagd nach besonders heftigen oder vielen Treffern regenerieren könnt.

 

Am Anfang mag es noch recht einfach sein, da die Monster nicht zu den stärksten und gefährlichsten gehören, aber ziemlich schnell wird klar, dass der Spieler eben nicht einfach losziehen kann und jedes beliebige Ungetüm mit einem Schlag tötet. Da ist es teilweise ganz praktisch, dass die Aufgaben auch über eine Nebenquest abgeschlossen werden können. Zum Beispiel kann es so aussehen, dass eine bestimmte Anzahl an kleineren Monstern besiegt werden soll oder ein großes Exemplar soll einmal umgeworfen werden. Für die Nebenquest gibt es dann zusätzlich noch eine Belohnung.

 

Nach und nach arbeitet sich der Spieler so vor. Neben den klassischen Sammel- und Jagdaufträgen gibt es nun auch Erkundungsquests, in denen ein unerschlossenes Gebiet auf Vegetation und Artenvielfalt überprüft werden muss. Diese Aufträge können so aussehen, dass man einfach nur den Karren erreichen muss oder man muss sich mit einem Fleischfresser anlegen, der einen am liebsten in Stücke reißen würde. Für gelungene Aufträge gibt es Karawanenpunkte, die einem für den weiteren Fortschritt weiterhelfen. Je besser man sich schlägt, desto mehr Punkte gibt es.

 

Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass man von Anfang an alle Waffen zur Verfügung hat. Man kann also sofort wählen, ob man den schweren Zweihänder nimmt oder doch lieber eine der Fernkampfwaffen. So kann jeder seine persönlich liebste Waffe sofort nutzen. Verbessern muss man diese Waffen beim Schmied aber im Laufe des Spiels selber. Neben den Waffen gibt es auch noch einen Begleiter, der Level aufsteigen kann. Dieser hilft euch beim Kampf, indem er selber Schaden austeilt, die Aufmerksamkeit des Monsters auf sich zieht oder euren Kopf bei Verwirrung wieder klärt.

 

In den Städten gibt es zudem wieder Läden, die Gildenhalle, den Schmied und einen Koch. Dieser bereitet euch für eine bescheidene Menge Gold eine warme Mahlzeit zu, die eure Statuswerte für den nächsten Auftrag erhöhen können. Besonders im späteren Verlauf, sollte man hierauf immer zurückgreifen. So erweitert das Mahl zum Beispiel eure Ausdauerleiste oder aber eure Gesundheit wird erhöht usw. Auch ein eigenes Haus steht euch zur Verfügung, in dem ihr speichern, eure Ausrüstung managen und auf das Lager zurückgreifen könnt. Dazu befindet sich natürlich auch die Gildenjungfer in der Stadt, bei der die zahlreichen Aufträge angenommen werden können.

 

 

Steuerung

 

Die Steuerung von Monster Hunter unterscheidet sich, je nachdem ob man mit dem Schiebepad Pro und dem New Nintendo 3DS oder mit dem alten, einfachen Modell spielt. Hauptsächlich geht es darum, wie man die Kamera dreht. Beim normalen 3DS geht das leider nur über das Steuerkreuz, was in Kämpfen ziemlich umständlich sein kann, da es nicht so handlich ist wie ein zweites Schiebepad. Ansonsten zieht man seine Waffe mit X und greift an und kann dann mit A auch angreifen. Der A-Knopf dient aber auch zum Bestätigen und Aufsammeln von Gegenständen, sofern die Waffe nicht gezogen ist. Die Waffe zurückstecken kann man mit Y. Darüber lassen sich aber auch Gegenstände einsetzten, sofern die Waffe nicht gezogen ist. Sich mal eben mit einem gezogenen Schwert heilen, geht also nicht, was aber auch sehr realistisch ist.

 

Mit dem L-Knopf lässt sich die Auswahl des benutzten Items ändern, in dem man mit A oder Y durchschaltet, bis man das gewünschte Item findet. Das mag recht umständlich klingen, geht aber gut von der Hand. Mit R kann man laufen, was aber Ausdauer verbraucht. Allerdings kann man so auch von Klippen oder Vorsprüngenauf Monster springen. Mit B rollt man in der Regel, außer man steht still, ohne die Waffe gezogen zu haben. Dann geht der Jäger nämlich in die Hocke. Über Select oder Start lässt sich das Menü öffnen. Pausiert wird dabei allerdings nicht. Mit dem Schiebepad kann man natürlich durch die Gegend laufen. Insgesamt kann ich hier nur sagen, dass sich das Spiel mit einem zweiten Pad deutlich besser steuern lässt. Allerdings haben die Entwickler versucht, durch eine Lock-on Funktion bei den Bossen das Problem zu minimieren.

 

 

Imposante Aussicht

 

Grafisch handelt es sich hier definitiv um eines der besten, wenn nicht sogar dem besten 3DS-Spiel. Durch die mangelnden Möglichkeiten ist die Vegetation leider immer noch etwas schwammig, aber für ein 3DS-Spiel ist die Bodenflora verdammt gut aussehend. Mehr wird wohl kaum auf dem Handheld gehen. Dazu sehen die vielen Sequenzen, die einen immer wieder im Spiel erwarten einfach nur schön aus und die Monster sind auch vom Design her wieder gelungen. Im Vergleich zur Wii-Version braucht sich das Spiel hier nicht einmal unbedingt verstecken, da es zusätzlich noch einen guten 3D-Effekt hat. Monster Hunter reizt hier alles aus den tragbaren Doppelbildschirmen heraus, was nur geht, weshalb es sich auch besser auf dem New Nintendo 3DS spielen lässt. Dort sind deutlich geringer Ladezeiten und der 3D-Effekt kommt noch deutlich besser zur Geltung.

 

Bei der Musik muss man leider sagen, dass es außerhalb von Bosskämpfen leider eher ruhig ist. Für Genießer sicherlich keine schlechte Sache, wenn man außer ein paar Vögeln und den eigenen Schritten nichts hört. Sobald einem aber ein besonderer Dino gegenüber steht, fangen die Stücke an. Hier sind tatsächlich ein paar Ohrwürmer dabei. Diese verraten einem auch, ob sich das gesuchte Monster tatsächlich noch in der Nähe befindet oder ob es schon über die Berge geflüchtet ist. Eine Sprachausgabe ist nicht vorhanden. Aber die Texte werden dafür mit kleinen Sprachfetzen unterlegt. So hat man schon eine recht gute Vorstellung, wie die Leute mit einer Sprachausgabe klingen würden.

 

 

Mehrspieler

 

Sowohl lokal als auch online ist es möglich gemeinsam mit drei anderen Spielern auf die Jagd zu gehen. Hierbei ist der Rang des Spielersteller entscheidend. Es kann also durchaus sein, dass man direkt gegen eines der stärksten Monster kämpfen muss, obwohl man gerade angefangen hat. Theoretisch ist das auch machbar, aber von der Erfahrung in Kampf gegen die Bosse eher nicht empfehlenswert. Gemeinsam lassen sich dann aber auch Bosse recht gut zerlegen, die im Einzelspieler womöglich einen zur Weißglut gebracht haben. Zu viert lassen sich schließlich deutlich bessere Taktiken erstellen. Hier ist es von Vorteil, wenn man sich schon kennt und die Möglichkeit hat vernünftig miteinander zu reden. Sofern man das Glück hat, im selben Raum zu sitzen, macht es einfach am meisten Spaß. Aber auch ansonsten lässt sich das Spiel hier gut spielen, sofern man nicht totale Chaoten bekommt. Aber man muss schließlich nicht unbedingt mit Fremden spielen.

 

 

Kritik

 

Es ist wirklich schwer, bei seinem so bombastischen Spiel etwas zu bemängeln zu finden. Nun, letztendlich kämpft das Spiel mit den Mängeln, mit denen auch die anderen Spiele zu kämpfen haben. Für Gelegenheitsspieler ist es nichts. Wer Spaß daran hat, raus zu gehen und ein paar Monster abzuschnetzeln, wird schnell nicht mehr weiter kommen. Es gibt in den Kämpfen so viel zu beachten und trotz guter Erklärung, ist der Einstieg nicht unbedingt leicht. Es kommt schon einmal vor, dass man gegen einen Boss verliert, was ziemlich frustrierend ist.

 

Eingefleischte Monster Hunter-Spieler würden auf die Idee kommen, ihre Ausrüstung mal zu verbessern oder einfach anders an den Boss herangehen. Für Einsteiger ist es aber schwer, jemals so weit zu kommen. Aber auf der anderen Seite ist es nun einmal auch schlecht für Veteranen, dass sie jedes Mal durch die auf Dauer recht langweiligen Einweisungsquests müssen, obwohl sie bereits wissen, wie das Spiel funktioniert. Hier wäre eine einfache Lösung einfach mal unterschiedliche Schwierigkeitsgrade anzubieten, die man auch während dem Spiel umändern kann. So würden auch Gelegenheitsspielern in den Genuss kommen. Und für die totalen Veteranen würde es vielleicht sogar eine neue Herausforderung geben.

 

Auch die fehlende Sprachausgabe ist ein Punkt, der leider immer wieder erwähnt werden muss. Er fällt hier nicht so stark ins Gewicht, da es sich um eine Handheld-Version handelt, muss aber erwähnt werden. Am schlimmsten ist aber wohl, dass man Sachen immer wieder machen muss, um wirklich eine Chance zu haben. Das Beschaffen von Gegenständen ist in der Regel verbunden mit einer Quest, da man das Dorf ansonsten nicht verlassen darf und das ist ein Punkt, den ich nicht verstehe. Als Jäger müsste man doch auch in der Lage sein in die weiten Steppen oder in die kalte Eiswüste zu gehen, um einfach mal nur so zu sammeln. Dort gleichzeitig einen Zeitdruck zu haben und eine Quest, die abgeschlossen werden möchte, ist ziemlich störend.


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Fazit

Monster Hunter 4 Ultimate macht fast alles richtig für Fans der Reihe. Sofern man sich als Veteran durch die Anfangsaufgaben durchgeschlagen hat, nimmt das Spiel schnell Fahrt auf und kann viele Stunden fesseln. Das Spiel weiß grafisch zu überzeugen und hat einige fordernde Bosskämpfe zu bieten. Für Neueinsteiger kann ich nur die Empfehlung aussprechen, vorher die Demo mal anzuspielen und zu schauen, ob das Spiel einem liegt. Wer nicht so der Freund von Bosskämpfen ist, wird hier vermutlich nicht so viel Spaß haben. Sofern man die Möglichkeit hat, den Multiplayer zu spielen und dort auch Freunde hat, mit denen man spielen kann, ist das Spiel aber definitiv einen Kauf wert.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

13.02.2015

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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