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Reviews: Nintendo 3DS

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Rune Factory 4

RPG

17.02.2015

Autor: Matthias Küpper

 

Mit Rune Factory 4 erscheint bereits der vierte Ableger des Harvest Moon-Spinoffs für ein Nintendo-Handheld. Dazu sind mit Rune Factory Frontier und Rune Factory Ocean zwei weitere Titel für die Nintendo Wii erschienen. Inzwischen soll die Reihe eigenständig weiterlaufen, weshalb der Name Harvest Moon nicht mehr im Titel vorkommt. Bisher war von Spiel zu Spiel ein gewisser Fortschritt zu sehen, deshalb stellt sich die Frage, ob das im vierten Ableger, der für den 3DS erschienen ist, genauso ist.

 

 

Der Prinz in Selphia

 

Schon am Anfang fällt eine positive Neuerung auf: Zum ersten Mal lässt sich vor Beginn des Spiels das Geschlecht einstellen. Dazu ist auch der Name frei wählbar, der aber später im Spiel auch noch geändert werden kann. Kurz danach beginnt das Spiel auch schon auf einem Luftschiff. Die genauen Umstände sind nicht bekannt, wohin sich der Held auf dem Weg befindet. Denn er hat leider nicht genug Zeit, um davon zu berichten. Das liegt an zwei Banditen, die ihn überfallen. Diese sind aber nicht ganz so geschickt, weshalb ihr vom Schiff fallt.

 

Zu eurem Glück landet ihr in Selphia auf der heimischen Drachendame Ventuswill, die zuerst gar nicht begeistert ist. Leider habt ihr euer Gedächtnis verloren, weshalb ihr für einen Prinzen bzw. einer Prinzessin gehalten werdet. Ohne, dass ihr groß etwas dagegen tun könnt, werdet ihr aufgenommen. Aber auch als Adliger kommt ihr um die Farmarbeit nicht drumherum. Denn diese gehört zu euren Aufgaben als Prinz. Das schöne daran ist, dass euch die einzelnen Möglichkeiten, die euch im Spiel erwarten, nach und nach erklärt werden. Das geschieht vor allem durch die Quests, bei denen ihr kleine Aufgaben mal auf der Farm und mal außerhalb der Stadt erledigen müsst. Obwohl sich recht schnell herausstellt, dass ihr nicht der erwartete Adlige seid, dürft ihr weiterhin die Aufgaben übernehmen. Denn zum Glück ist der wahre Gast recht freundlich und überlässt euch die harte Knochenarbeit.

 

Bei der Farmarbeit hat sich nicht wirklich viel geändert. Wie auch zuvor bestellt ihr euer Feld und gießt eure Pflanzen, damit ihr eine ertragreiche Ernte habt. Jede Pflanze hat dabei eine unterschiedliche Anzahl an Tagen, die sie zum Reifen braucht. Hier wurde die Zeit im Vergleich zur Realität stark verkürzt. Eine Sekunde entspricht zudem im Spiel einer Minute. Also habt ihr insgesamt 24 Minuten pro Tag. Insgesamt gibt es wieder die vier Jahreszeiten, zu denen nur bestimmte Pflanzen wachsen. Allerdings sollte der wohlverdiente Schlaf aber nicht all zu oft ausgelassen werden. Denn wie auch in echt, hat man nur eine bestimmte Ausdauer, ehe man krank wird und für mehrere Tage ausfällt.

 

Anbauen kann man wieder Rüben, Kartoffeln, Tomaten und vieles mehr, aber auch Blumen oder Gras. Dazu gibt es aber auch viele Aufgaben, die nicht mit der Farmarbeit zu tun haben. So erlebt man rund um Selphia einige Abenteuer und wird von Lady Ventuswill zu unterschiedlichen Orten geschickt, um dort die Monster zu bekämpfen. Außerdem darf das Kochen und Herstellen von Waffen nicht fehlen. Hier werden vor allem die Materialien genutzt, die ihr auf eurem Feld abbauen könnt. Denn durch die Runen, die auch hier wieder ein wichtiger Bestandteil sind, wächst alles deutlich schneller. Das gilt auch für Steine. Außerdem lassen sich wieder Monster fangen, die bei der Farmarbeit oder beim Kämpfen helfen können.

 

Aber als Prinz bzw. Prinzessin hat man auch die Aufgabe, sich um das Wohl seiner Bürger zu kümmern. Deshalb lassen sich Prinzenpunkte sammeln, die wiederum gebraucht werden, um Befehle zu erteilen. Zu den Befehlen gehören Feste, der Ausbau des Inventars oder der Erwerb einer Kochbescheinigung. Die Prinzenpunkte gibt es zum Beispiel für getötete Monster oder geerntete Pflanzen. Es gilt so beliebt und damit so gut wie möglich zu werden. Außerdem besteht wieder die Chance, eine Bewohnerin oder einen Bewohner zu heiraten. Es gibt also so viele Möglichkeiten, was man an einem Tag machen kann, dass die Zeit wie im Flug vergeht. So wird es auch nicht so schnell langweilig. Das liegt auch daran, dass die Geschichte in diesem Teil interessanter ist und durchaus Fesseln kann. So gibt es zum Beispiel auch die ein oder andere Wendung. Luft nach oben ist hier aber immer noch. Dennoch sind viele Stunden Spielspaß bei Harvest Moon-Fans schon vorprogrammiert.

 

 

Steuerung und Technik

 

Bei der Steuerung setzt man auch bei diesem Teil eher auf die klassische Variante. Dadurch steuert sich das Spiel aber auch gut und man gewöhnt sich relativ schnell daran. Über den Touchscreen lässt sich schnell und einfach der Rucksack öffnen oder der Zauber wirken, der einen zu den Toren der Stadt bringt. Außerdem lässt sich das Notizbuch öffnen, in dem die angenommenen Aufträge aufgelistet werden. Auf B lässt sich immer ein Werkzeug bzw. eine Waffe legen. Die Tasten X und Y sind zum Verwenden von Skills gedacht. Mit A interagiert man mit anderen Bewohnern, hebt oder wirft Gegenstände und bestätigt Eingaben. Mit dem Circle Pad lässt sich zudem der Prinz bzw. die Prinzessin gut steuern. Mit der rechten Schultertaste öffnet man eine Inventarleiste, in der sich Gegenstände schnell ausrüsten lassen. Dabei pausiert das Spiel, sodass auch in einem Bosskampf keine unnötige Hektik entsteht. Trägt man einen benutzbaren Gegenstand ändert sich die Belegung. So isst man genießbare Gerichte und Pflanzen mit B oder behält sie mit X.

 

Rune Factory 4 erstrahlt in einer Animeoptik, die auf dem 3DS gut gelungen ist. Sicherlich wäre noch etwas mehr möglich gewesen, aber die Spielwelt ist schön und farbenfroh. Dazu ist der 3D-Effekt relativ gut. Ein Highlight sind die Sequenzen, die immer wieder im Spiel vorkommen, beispielsweise wenn ein neuer Charakter vorgestellt wird. Hiervon hätte es gerne noch mehr geben können. Beispielsweise beim Auftreten der Bossgegner. Darüber hinaus gibt es in der Spielwelt einiges zu entdecken, die größer ist, als man am Anfang erwarten würde.

 

Dazu wird das Spiel von netter Musik begleitet. Hier hätte es zwar noch mehr Stücke geben können, aber immerhin gehen die vorhandenen gut ins Ohr. Für eine Sprachausgabe hat es nicht komplett gereicht, aber durch die vorhandenen Sprachschnipsel kann man sich die einzelnen Stimmen gut vorstellen. Bei der Menge an Text ist das aber auch nicht verwunderlich. Was aber wirklich schade ist, dass das Spiel lediglich mit englischen Text in Europa erschienen ist. Hier wäre eine Übersetzung sehr schön gewesen und hätte das Spielerlebnis aufgewertet. Auch ich lerne hier noch ein paar neue Vokabeln.

 

 

Kritik

 

Rune Factory 4 macht vieles richtig und geht einen Schritt weiter nach vorne im Vergleich zu den Vorgängern. Allerdings gibt es auch hier wieder ein paar Dinge, die man hätte besser machen können. Die Einführung in das Spiel und die Erklärung der einzelnen Möglichkeiten hätte deutlich schneller gehen können. So müssen sich Veteranen am Anfang ein bisschen gedulden, bis sie mehrere Aufträge am Tag lösen können. Außerdem ist die Bezeichnung Prinz nicht wirklich passend. Denn unter einem Prinz versteht man eigentlich niemanden, der sich um alle Bedürfnisse des normalen Volkes herumschlägt.

 

Genauso seltsam ist es, dass man für ein erweitertes Inventar einen Befehl erteilen muss. Hier hätte man deutlich interessantere Befehle geben können. Denn die Gestaltung von Selphia kann man zum Beispiel nicht übernehmen. Das wäre ein Punkt gewesen, den man als Prinz sicherlich gerne gemacht hätte. Anstelle dessen ist man eigentlich eher ein normaler Bürger. Man hätte also die ganze Geschichte mit dem Prinzen auch weglassen können.

 

Auch bei der Geschichte wäre noch Luft nach oben gewesen, um das Spiel auch für Leute interessant zu machen, die bisher nicht unbedingt etwas mit Harvest Moon oder Rune Factory anfangen konnten. Dazu kann die Masse an möglichen Aufgaben erschlagend wirken. Es ist dabei gar nicht so einfach, ob es mehr Sinn macht auf der Farm Gemüse zu säen oder doch lieber die Monster im Wald zu bekämpfen. Wo wir schon beim Kämpfen sind, muss auch noch etwas zum Schwierigkeitsgrad gesagt werden. Zwar lässt sich dieser im Spiel umstellen, allerdings hat man bei den Bossen das Gefühl, dass diese auf "normal" schon recht heftig sind. Sich treffen lassen ist hier keine gute Idee, da sie ganz schön viel Schaden austeilen. Man sollte also vorsichtig sein, wenn man nicht im Krankenbett landen möchte.

 

Auch die Schilder mit dem empfohlenen Level sind ein bisschen blöd. Eine Villa, für die man Level 18 brauchte, habe ich mit Level 22 betreten und trotzdem hatte ich am Ende beim Boss richtig Probleme. Als letztes wäre dann noch das Problem mit dem englischen Text. So können Leute, die mit der englischen Sprache nicht zurechtkommen, nicht in den Genuss von Rune Factory kommen. Denn wenn man nicht so viel Erfahrung von der Farmarbeit hat, kommt man dadurch nur schwer zurecht.

 


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Fazit

Auch wenn es einige Kritikpunkte gibt, ist das Spiel durchaus gelungen. Luft nach oben ist aber noch genug da. Dennoch verspricht Rune Factory 4 viele Stunden Spielspaß, die man mit den Bewohnern von Selphia verbringen kann. Dank den Kämpfen, die es stark von der Harvest Moon-Reihe abgrenzen, gibt es auch die notwendige Abwechslung. Wer also Spaß am Bestellen von Feldern und knüpfen von virtuellen Beziehung hat, macht hier nichts verkehrt. Aber auch Leute, die bisher noch nicht in Kontakt mit Rune Factory gekommen sind, aber Freunde von Rollenspielen sind, sollten auch mal einen Blick hierauf werfen. Außerdem gibt es leider keinen deutschen Text. Für den nächsten Ableger gibt es also noch Einiges zu verbessern.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

11.12.2014

Developer

Neverland Co.

Publisher

XSEED Games

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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