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Reviews: Nintendo 3DS

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Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall

Jump 'n Run

19.12.2014

Autor: Mario Kablau

 

Sonic explodiert...

 

In den letzten Jahren hat Sonic nicht gerade viel Glanz gezeigt, die meisten Spiele waren im Ansatz irgendwie gut, aber unterm Strich dann doch eher schlecht, von wenigen Ausnahmen wie Lost World mal abgesehen, die ganz OK sind. Nun versucht es Sega ein weiteres Mal mit Sonic und zwar mit Sonic Boom – Der Zerbrochene Kristall auf dem 3DS und der Wii U. Auf dem 3DS handelt es sich dabei um ein 2D Jump & Run, das aber auch einige andere Elemente zu bieten hat, aber dazu später mehr.

 

Die Geschichte ist – mehr oder weniger typisch – total banal. Ein Bösewicht will Kristalle nutzen, um die Herrschaft an sich zu reißen und Sonics Freundin Amy kann ihm dabei helfen, da nur sie weiß, wo diese Kristalle zu finden sind. Also wird sie entführt. Die Aufgabe von Sonic und seinen Freunden ist klar: Amy retten und den Bösewicht aufhalten. Die Geschichte wird in ganz wenigen vorgerenderten und vertonten Videosequenzen erzählt, dazwischen gibt es viele ellenlange Textpassagen, die man nicht beschleunigen oder überspringen kann. Mein Kritikpunkt Nummer 1, der schon nach fünf Minuten für miese Laune sorgt. Die Texte sind einfach so unglaublich platt und unlustig, dass das Lesen fast weh tut. Am besten legt man den 3DS währenddessen einfach weg und schaut ab und an mal nach, ob das Grauen schon vorbei ist.

 

Wenn es dann ans eigentliche Spiel geht, wendet sich das Blatt aber zum Glück – jedenfalls vorerst. Die 2D-Levels sind abwechslungsreich gestaltet, durch die verschiedenen Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die man nach und nach freischaltet, wird es auch nicht langweilig. Problematisch – um nicht zu sagen für das Spiel tödlich – ist jedoch, dass man die acht (!!) Levels nicht einfach nur durchspielen muss, sondern jeden Level gefühlt 100 Mal schaffen muss. Warum? Weil es nicht nur um das Ziel geht, sondern auch um Abzeichen und Kristalle sowie Blaupausen.

 

In jedem Level gibt es drei Abzeichen, eins bekommt man für das Schaffen, eins für das Sammeln aller Kristalle und das letzte für das Sammeln aller Blaupausen. Und da man ohne genug Abzeichen oft nicht weiter gelassen wird, muss man wohl oder übel alles durchsuchen. Wenn dabei wenigstens die Karte eine Hilfe wäre, dann würde ich das noch verkraften, aber leider ist das Gegenteil der Fall: Sie ist völlig nutzlos. Auch wenn man in den ersten beiden Levels irgendwie alle Blaupausen gefunden und damit zwei Upgrades bekommen hat, die die Lage von Blaupausen auf der Karte anzeigen, kommt man trotzdem nicht weiter. Die Karte zeigt nicht an, welche Bereiche man schon betreten hat, zeigt wegen der zwei Dimensionen, zwischen denen man hin und her wechselt keine Logik, der man folgen kann und ist durch ihre Größe einfach nur unübersichtlich. So machen die toll gestalteten und abwechslungsreichen Levels leider nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr.

 

Zum Glück gibt es aber wenigstens noch etwas Abwechslung: In den Wurmtunneln sieht man Sonic von hinten und muss den automatisch und schnell rennenden Igel durch einen Tunnel steuern. Dabei gilt es Ringe zu sammeln und möglichst schnell zu sein, um Extras freizuschalten. Diese vier Levels machen Spaß und sind fordernd sowie genau richtig dosiert eingesetzt. Daneben gibt es zum Abschluss jedes Gebiets noch ein Rennen gegen einen von Sonics Gegner. Man läuft hier in einem sehr schnellen Level um die Wette und muss das Ziel so schnell wie möglich erreichen und dabei die Wege wählen, die mit vielen Ringen gepflastert sind. Auch diese vier Levels machen Spaß und sind für mich das Highlight des Spiels.

 

Leider war es das aber schon. Die acht Hauptlevels sind vom Grundsatz her gut, aber durch den Suchzwang machen sie mittelfristig einfach keinen Spaß. Alles zu suchen ist eine Quälerei, trotz vier cooler Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Sonic kann zum Beispiel Hindernisse zerstören, Tails mit seinen zwei Schwänzen fliegen und Knuckles sich durch die Erde buddeln. Insgesamt also viele gute Ideen, aber durch zu viel echt langatmiges Rumsuchen und eine wirklich schlechte Karte wird fast alles kaputt gemacht!

 

 

Technik. Steuerung und Umfang!

 

Grafisch ist das Spiel „so lala“. Die 3D-Modelle sind zwar schick und die Level wirklich sehr vielseitig, aber der 3D-Effekt kann dafür gar nicht überzeugen und alles wirkt irgendwie nicht besonders rund. Es ist auf keinen Fall schlecht, aber auch weit weg von richtig überzeugend. Ähnliches gilt für den Ton, den habe ich meist ganz runter gedreht, nervige Melodien wechseln sich ab mit mehr nervigen Melodien – nichts, was man haben muss, zumindest nicht nach meinem Geschmack. Die komischen Ausrufe in den Zwischensequenzen finde ich auch eher peinlich, die Stimmen in den drei Videos dagegen aber eher gelungen. Auch hier insgesamt eher Durchschnitt.

 

Die Steuerung funktioniert dafür aber meistens gut, man kann die Figuren gut kontrollieren und das Spiel tut das, was der Spieler von ihm erwartet. Auch die Direktwahl der Charaktere über das Steuerkreuz finde ich sehr gut, da man dadurch nicht immer auf dem Touchscreen zum Charakter-Bildschirm wechseln muss, wenn man einmal gelernt hat, wer der vier auf welcher Taste sitzt.

 

Der Umfang ist wirklich bescheiden. Nur acht reguläre Level, dazu vier Wurmtunnel und vier Rennen, insgesamt viel zu wenig. Trotz quälender Suche und dem stolzen Ergebnis, alles im Spiel gesammelt zu haben (ich hatte im Urlaub nur dieses eine Spiel dabei...) bin ich deutlich unter 10 Stunden geblieben. Will man nur durchspielen, geht das vermutlich in 7-8 Stunden, aber auch nur, weil man Ewigkeiten durch die Levels läuft und jeden Winkel absucht. Nicht, weil man das will, sondern weil man es muss, wenn man weiter kommen will.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Die Ansätze von Sonic Boom sind gut, teilweise sehr gut sogar. Es steuert sich flott, die Levels sind gut und es gibt reichlich Abwechslung. Das alles wird aber leider durch den extremen Suchzwang sowie die sehr schlechte Karte komplett zerstört. Dass ich es dennoch durchgespielt habe, lag nur an der mangelnden Abwechslung in meinem Urlaub – empfehlenswert ist das nicht. Und damit ist das Spiel leider auch insgesamt unten durch. Wirklich schade, mit ein wenig mehr Feinschliff und einer deutlich besseren Karte hätte Sonic Boom viel, viel, viel besser sein können.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

49%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

21.11.2014

Developer

Sanzaru Games

Publisher

Sega

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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