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Reviews: Nintendo 3DS

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Mario Party: Island Tour

Party

11.02.2014

Autor: Bastian Bunzeck

 

 

Man mag es kaum glauben, aber schon seit 1998, also seit 16 (!) Jahren gibt es die Mario-Party Reihe. Damals noch Heimkonsolen-exklusiv, denn Handhelds wie der Gameboy hatten einfach nicht die nötige Rechenpower und Möglichkeiten, um vielfältige Minispiele darzustellen. Inzwischen sieht das anders aus, Mario Party DS mauserte sich sogar still und leise zum erfolgreichsten Teil der Reihe. Mit 2 Bildschirmen, einem Touchscreen und dem Mikrofon boten sich nämlich schlagartig viele neue Möglichkeiten für innovative Spiele an. Nun möchte Nintendo auf dem 3DS, der seinerseits stereoskopisches 3D beherrscht und zusätzlich einen Neigungssensor besitzt, an diesen Erfolg anknüpfen. Ob ihnen dies gelungen ist? Nun ja, finden wir es heraus!

 

Mario Party: Island Tour beginnt wie eigentlich jeder Teil der Reihe. Mario und seine Freunde/Feinde wie Luigi, Peach, Toad, Wario oder der freischaltbare Bowser Jr. haben Lust auf eine "Party", d.h. Minispiele bis zum Abwinken. Diese finden auf der titelgebenden Partyinsel statt (womit auch schon die gesamte Story erklärt ist) und lassen sich entweder auf Spielbrettern, komplett eigenständig oder in "Bowsers Turmturnier" spielen. Die Spielbretter bilden das Herzstück des Spiels und sind auch aus vorherigen Teilen bekannt. Angelehnt an klassische Brettspiele wird per Würfel die voranzurückende Augenzahl bestimmt, wer als erstes das Ziel erreicht, gewinnt das Spiel. Natürlich ist dies einfacher gesagt als getan, denn jedes Spielbrett zeichnet sich durch andere Spielmechaniken aus. Im Item-Imperium zum Beispiel gibt es zahlreiche einsetzbare Items wie den Turbo-Pilz, der die Würfelsumme um 3 erhöht oder den Wechsel-Kamek, der die Plätze mit einem Rivalen tauschen lässt. Außerdem werden im Item-Imperium mit Minispielen Bonuswürfel verteilt, die zusätzlich zum eigenen Wurf geworfen werden können. In der Raketen-Rallye hingegen werden Booster verteilt, die geschickt eingesetzt die Würfelsumme mit einem bestimmten Faktor multiplizieren. Das linear aufgebaute Spielfeld, wird dabei durch Warpfelder unterbrochen. Mit insgesamt 7 unterschiedlichen Spielbrettern, die sich in Spielzeit, Glücksbedarf und Minispiel-Häufigkeit unterscheiden, wird also für viel Abwechslung gesorgt.

 

Bowsers Turmturnier ist deutlich linearer aufgebaut als die vielfältigen Spielbretter. In diesem Modus gilt es nur, Etage für Etage Bowsers Turm zu bezwingen. Dazu muss ein aus zwei Minispielen selbst gewähltes Spiel gegen Computergegner gewonnen werden. Alle 5 Etagen wartet dann auch noch ein Boss-Minispiel, welches nach erfolgreichem Abschluss in der Minispiel-Sammlung zur Verfügung steht. Natürlich lassen sich in der Minispiel-Sammlung auch alle anderen Minispiele finden. Und die sind leider nur bedingt innovativ. Wirklich neu sind eigentlich nur die Spiele, die den Bewegungssensor benötigen. Dafür sind diese auch wirklich gelungen. In "Fuzzys im Visier" muss zum Beispiel die Spitze des Pfeils per Bewegung des 3DS so ausgerichtet werden, dass sie möglichst viele der kleinen pelzigen Monster erwischt, die sich in geometrischen Mustern bewegen. Und das fühlt sich erfrischend anders an, viel besser als beispielsweise der "Magmathon", dem gefühlt 1000sten "Drücke schnell den Kopf, der dir angezeigt wird"-Spiel. Auch sonst bekommt man oft das Gefühl, alles schon mal gesehen zu haben. Es gibt wieder ein paar lustige "Bewege deinen Stylus im Kreis"-Spiele, einige Motorsport-Disziplinen etc. pp.

Am besten könnte man Mario Party: Island Tour mit einer Folge "Schlag den Raab" vergleichen. Man weiß ganz genau, was einen zu erwarten hat, einige Disziplinen kommen immer, andere werden abgewandelt, ein oder zwei sind neu, alles in allem sehr unaufregend. Und so ist auch MP: IT eines - sehr unaufregend.

 

Unaufregend ist auch die Galerie. Dort können durch Siege erspielte Mario Party-Punkte für Figuren, die man sich dann in 3D ansehen kann, oder für Soundsets der einzelnen Spielbretter und Modi ausgegeben werden. Ein nettes Gimmick, aber mehr als die obligatorischen 10 Minuten wird wohl niemand die Galerie betrachten.

 

Auch grafisch gesehen, ist das neue Mario Party recht unaufregend. Mario und Konsorten sind wieder in dem quietschbunten 3D-Look gehalten, der eigentlich alle Mario Party/Kart/Sportspiele schmückt. Das sieht zwar ganz gut aus, aber es einfach immer noch dasselbe wie immer. Nintendo, wie wäre es denn mal mit einem Paper Mario Party? So bleibt es die x-te Inkarnation desselben Looks, der zwar nicht schlecht, aber einfach nur ausgelutscht ist. In der The Legend of Zelda-Reihe klappt es ja auch, mal wirkt Link ultrarealistisch, mal ist er im kindlichen Comic-Look gehalten. Warum sieht Mario fast immer gleich aus? Warum nicht mal eine Mario-Party mit den Spielzeugmarios aus Mario vs. Donkey Kong?

Das 3D-Vermögen des 3DS wirkt sich sehr positiv auf das Spiel aus, denn durch die Spielzeugoptik der Spielbretter hat man manchmal wirklich das Gefühl, auf ein Brettspiel zu gucken.

Auch musikalisch bietet Mario Party: Island Tour viel gewohntes. Die Stimmen der Charaktere sind allesamt bekannt, ihre "Sprüche" und Geräusche wiederholen sich aber nicht allzu oft. Die Hintergrundmusik besteht zum Teil aus neuen, eingängigen Melodien und zum anderen Teil aus Remixen bekannter Stücke, die nahezu nostalgische Gefühle wecken.

 

Am meisten Spaß macht Mario Party natürlich immer noch im Multiplayer, weshalb ich mir anlässlich des Tests einen Mitspieler mit 3DS geschnappt habe. Von technischer Seite her gibt es am Multiplayer nichts zu meckern. Der Download der Software klappte relativ zügig und es gab quasi keine Ruckler o.Ä. zwischendurch. Und die alleine eher langweiligen Spielbretter (wer schaut schon gerne 3 Computergegnern beim Spielen zu, bis er selbst an der Reihe ist) wurden bedeutend interessanter. Ein wirklich starkes Konkurrenzgefühl wie etwa bei Mario Kart kam aber nicht auf. Das lag zum einen an den Ladezeiten zwischen den Minispielen im Verhältnis zur Dauer der Minispiele an sich. Einige Spiele sind quasi in 20 Sekunden beendet. Und wenn dann auch noch 15 Sekunden geladen und angeleitet wird, fühlt man sich schon etwas um seine Zeit betrogen. Außerdem erkennt man am Schwierigkeitsgrad einiger Minispiele, dass MP: IT eindeutig auf eher kleinere Kinder ausgelegt ist. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn nicht einige Minispiele eher auf WarioWare als auf Mario Party-Niveau wären. Und warum gibt es eigentlich immer noch keinen Online-Multiplayer? So oft gewünscht - so oft enttäuscht.

 

Nach viel Kritik muss ich Nintendo natürlich auch zugestehen, vieles richtig gemacht zu haben. Mario Party fühlt sich an, wie "nach Hause" zu kommen. Es ist zwar nichts neu, aber alles so wunderbar vertraut. Wenn zum Beispiel auf dem Spielbrett die Untergrund-Musik aus Super Mario Bros. ertönt und Bowser später in dem Clownsgefährt aus Super Mario World rumfliegt, merkt man, wie sehr Nintendo doch das gesamte Franchise liebt und nostalgische Referenzen einbaut. Und das ist meist einfach nur schön.


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Fazit

Eine klare Kaufempfehlung kann ich für Mario Party: Island Tour nicht aussprechen. Wer Lust auf Mario Party hat, braucht nicht lange überlegen und sollte das Spiel kaufen. Wer aber innovative Neuerungen erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist das gleiche wie immer und dementsprechend zwar immer noch ganz gut, aber auch ganz schön unaufregend.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

73%

Singleplayer

78%

Multiplayer

Release

17. Januar 2014

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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