Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo 3DS

< zurück

Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant

Adventure

13.11.2013

Autor: Christian Kohls

 

Jedes Jahr ist es wieder so weit. Pünktlich kurz vor Weihnachten gibt es ein neues Professor Layton-Spiel. Die Reihe, die erst als gewisser "Underdog" anfing, erfreut sich inzwischen so großer Beliebtheit, dass mit Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant der nunmehr sechste Teil hierzulande erschien. Mit dem neuesten Ableger wird auch die zweite Trilogie um den englischen Gentlemen zu einem Abschluss geführt. Im Folgenden erfahrt ihr, was sich denn im Vergleich zu den Vorgängern getan hat und ob die Rätsel, die in den letzten Teilen eher nicht so begeistern konnten, hier wieder besser geraten sind.

 

 

Eine lebende Mumie

 

Wie in fast jedem Vorgänger auch werden unsere Helden, in diesem Fall Layton, sein selbsternannter Lehrling Luke und des Professors Assistentin Emmy, zu einem Schauplatz ungewöhnlicher Ereignisse gerufen. Im neusten Abenteuer bittet ein gewisser Professor Locklair die Truppe darum, ihn im verschneiten Snoborg zu treffen, weil er angeblich eine lebendige Mumie gefunden hat und Laytons Meinung zu diesem Fund einholen möchte. Um die Strecke von London nach Snoborg zurückzulegen, lassen sich unsere Helden vom Diener Professor Locklairs in dessen fliegendem Luftschiff, der Bostonius, abholen.

In Snoborg angekommen stellt sich die Mumie als ein im Eis eingeschlossenes Mädchen heraus, welches aber wohl immer noch Lebenssignale aufweist. Nachdem die Helden das Mädchen aus dem Eis gerätselt haben, entdecken sie, dass sie wohl eine Nachkomme der legendenbehafteten fortschrittlichen Rasse der Aslanti ist. Aurora, wie sich das Mädchen vorstellt, hat aber zu großen Teilen ihr Gedächtnis verloren. Aurora ist der Schlüssel um die Geheimnisse der Aslanti zu ergründen, also macht sich die Gruppe auf dem Weg rund um die Welt, um genau diese Geheimnisse aufzudecken. Immer auf den Fersen ist ihnen dabei die kriminelle Organisation Targent, die ebenfalls Aslants Geheimnisse finden und für ihre dunklen Zwecke missbrauchen wollen.

 

Später im Spiel gibt es ein langes Kapitel, in dem 5 Artefakte gefunden werden müssen, alle an verschiedenen Orten auf der Welt. Diese kann man mit der Bostonius einzeln und in beliebiger Reihenfolge anfliegen. Jeder dieser Orte hat seine eigene kleine Geschichte zu erzählen und ist quasi ein Mini-Layton-Abenteuer. Diese Freiheit hatte man bisher noch in keinem Layton-Spiel und ist wirklich ein großer Pluspunkt. Die Geschichten der Orte sind schön knackig erzählt und es entsteht kaum Leerlauf.

Von der Geschichte erwartet man diesem Ableger schon von vornherein, dass diese nicht ganz so rational erklärt wird, wie es die Reihe in vorigen Teilen immer wieder versucht hat, und dabei meist kläglich gescheitert ist. Immerhin gelten die Aslanti als eine vergangene Hochkultur, welche der unseren weit voraus war. Dadurch lässt man sich wesentlich besser auf die Geschichte ein und hat nicht ständig das Gefühl, dass alles doch ein wenig unlogisch ist. Der Spielablauf und die die Story ist auch in diesem Teil wieder der große Pluspunkt, die Rätsel konnten zuletzt ja leider nicht mehr so begeistern.

 

Dieser Teil der Reihe schließt die zweite Trilogie rund um unseren Lieblingsprofessor ab, im Prinzip haben auch schon die anderen beiden Vorgänger subtil auf dieses Finale hingearbeitet. Dadurch erwarten euch, besonders zum Ende, einige Wendungen.

 

An der Engine, also wie man sich durch die Welt bewegt, hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts Grundlegendes geändert. Auf einer Übersichtskarte geht man von Punkt zu Punkt, mittels einer Lupe sucht man die Hintergründe nach Hinweismünzen, Rätseln und Krimskrams ab und kann mit Leuten sprechen. Da sich dort nichts verändert hat, verweise ich jeden, der mehr dazu wissen will, auf einen unserer Tests zu den Vorgängerspielen.

 

 

Kein Rätsel ohne Lösung

 

Das Haupt-Gameplay-Element sind natürlich auch in diesem Spiel wieder die zahlreichen Rätsel. In der Hauptgeschichte kann man bis zu 150 von den Kopfnüssen finden. In den letzten Teilen hat die Qualität der Rätsel ja leider doch recht stark abgenommen und ich muss auch vorweg sagen, die Tendenz bleibt leider bestehen. Somit markiert dieser Teil meinen persönlichen Tiefpunkt in puncto Rätsel. Das liegt zum einen daran, dass gefühlt 80% der Rätsel Lege-, Schiebe-, oder Puzzlerätsel sind. Sehr viele Rätsel haben auch quasi Nachfolger, ergo existieren immer 2 bis 3 Stufen der selben Rätselart. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, irgendwie alles schon einmal gesehen zu haben. Ein Umstand der noch verstärkt wird durch recycelte Rätselarten aus den Vorgängern. Sehr viele Rätsel sind durch Rumprobieren lösbar. Dadurch besteht kaum die Gefahr, falsche Antworten zu geben. Bei Rätseln, wo man falsche Antworten geben kann, sind diese meist so begrenzt, dass man diese auch durchprobieren kann. Die paar Pikarat, die bei einer falschen Antwort abgezogen werden, fallen auf lange Sicht gesehen nicht ins Gewicht. Falls man doch einmal nicht weiterkommt, gibt es natürlich auch wieder bis zu vier Tipps, die man sich mit Hinweismünzen kaufen kann. Diese gibt es auch wieder wie Sand am Meer, sodass man wahrscheinlich in jedem Rätsel alle Tipps kaufen müsste, um seinen Vorrat komplett aufzubrauchen.

 

Es ist schade, aber die Professor-Layton-Reihe wird für mich nur noch durch die Geschichte und die Charaktere getragen, die Rätsel sind schon lange nicht mehr wirklich interessant. Viel zu oft hatte ich bei Rätseln das Gefühl „Och nö, darauf hab ich jetzt gar keinen Bock“, was besonders durch die Wiederholung mancher Rätsel kam.

Ich geh3 sogar so weit, dass ich sage, dass der Layton-Reihe viellicht ein Genrewechsel gut tun könnte. Eine Art Point and Click Adventure wie Phoenix Wright könnte die Stärken der Reihe im Moment besser ausspielen. Ein weiterer Teil mit dieser Qualität an Rätseln lockt mich jedenfalls nicht mehr hinter dem Ofen hervor.

 

 

Der wundersame Koffer des Professors

 

Mit dabei ist natürlich auch wieder der prall gefüllte Koffer des Professors, welcher gleichzeitig als eine Art Menü dient. Wie immer könnt ihr hier euren Spielstand speichern, die bisher erlebte Reise nachlesen oder euch Geheimnisse der Spielwelt ansehen. Auch alle bereits gelösten Rätsel kann man hier noch einmal anwählen. Aus den früheren Teilen bekannt sind auch schon die sogenannten Episoden. Dies sind kurze Gespräche zwischen Figuren der Spielwelt, die keinerlei spielerischen Nutzen haben, sondern euch nur die Charaktere näher bringen sollen. Allerdings gibt es tatsächlich auch zwei Neuerungen in diesem Teil der Reihe: die „Wunder Weltweit“ und den, ich nenne es jetzt einfach mal „Kram“. Die Wunder Weltweit ist quasi eine Zeitung, in der allerhand mysteriöse Begebenheiten abgedruckt werden. Man kann sich dann immer aufmachen und herausfinden, was an diesen Gerüchten dran ist und diese aufklären. Ganz nette Idee das Ganze, allerdings trägt es jetzt auch nicht sonderlich zum Spielerlebnis bei. Der „Kram“ sind Dinge, die man so in der Welt finden kann, also Gegenstände oder andere Objekte. Wenn man ein paar Objekte hat, dann kann man sich drei daraus aussuchen und andere Spieler über Street Pass herausfordern, diese Objekte auch zu finden. Andersherum kann man natürlich auch Aufgaben von anderen Spielern annehmen. Man kann dann Punkte sammeln und diese gegen verschiedene Preise eintauschen.

Der Höhepunkt des Koffers, sind wie immer die drei größeren Minispiel-Rätsel. Dieses Mal kann man sich als Modedesigner versuchen und unter acht Damen einen Haufen Klamotten verteilen. Natürlich gibt es nur eine richtige Kombination, wer welches Kleid bekommt und so weiter. Als zweites Spiel gibt es die Walnussbahn. In dieser steuert man einen kleinen Hamster, der klassische Schieberätsel lösen muss. Man muss Steine und Nüsse so auf den Weg rollen, dass sie Löcher ausfüllen und andere Objekte darüber rollen können, sodass die Walnuss letztendlich im Zielfeld liegen bleibt. Zum Schluss gibt es noch den Blumengarten. Hier gilt es, Pflanzen so anzuordnen, dass sie das ganze Spielbrett mit Lichtstrahlen beleuchten. Dabei hat jede Pflanze ihren eigenen Lichtradius. Aufpassen muss man, dass man keinen Pilzen Licht gibt, die hier und da herumstehen. Insgesamt sind die Rätselminispiele etwas besser als im Vorgänger.

 

 

Rätsel, so weit das Auge reicht

 

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, das war schon immer so bei der Professor-Layton-Reihe. Nach Abschluss der Geschichte kann man wieder alle - noch verbliebenen - Rätsel aufspüren und lösen. Dazu gibt es dann noch den Extra-Bereich, in dem es noch Einiges zu entdecken gibt. Auch dieses Mal versorgen euch die Entwickler ein Jahr lang jeden Tag mit einem neuen Rätsel. So kommt man allein deswegen schon auf 365 zusätzliche Rätsel. Diese Rätsel sind verteilt auf insgesamt 20 Rätselarten. Wenn man in der Hauptgeschichte besonders fleißig ist und bestimmte Aufgaben erfüllt, kann man auch wieder die extra schwierigen Rätsel freischalten. Damit kommt man auf insgesamt 15 zusätzliche, teils wirklich knackige Kopfnüsse. Fleißig ist ein gutes Stichwort, denn wer fleißig Pikarat sammelt, schaltet so die ein oder andere Belohnung frei. Dies sind meist Artworks oder Charakterprofile.

Zu guter Letzt gibt es auch wieder die Geheimtür. Befindet sich auf eurem 3DS ein Speicherstand des Vorgängerspiels, kann man noch eine kleine Überraschung freischalten, die hier natürlich nicht verraten werden soll.

 

 

Präsentation

 

Das Spiel sieht aus wie sein direkter Vorgänger. Hier hat sich gar nichts getan. Allerdings finde ich die Gestaltung trotzdem gelungen und passend zum typischen Layton-Stil. Die Umgebungen sind schön gestaltet und auch die Charaktermodelle können überzeugen und haben Charme. Der 3D-Effekt ist im Großen und Ganzen gelungen, sodass ich diesen die meiste Zeit sogar angeschaltet hatte. Ein großer Pluspunkt ist natürlich wieder einmal die Musik. Die Songs sind niemals zu aufdringlich und gehen ins Ohr. Besonders angetan hat es mir dieses Mal das London-Theme. Die Präsentation reißt sich also kein Bein aus, ist aber wie so vieles bei diesen Spiel, genau das, was man erwartet hat.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Jedes Jahr Professor Layton, jedes Jahr mehr oder weniger das gleiche Spiel. Die Geschichte ist wieder einmal interessant und verfolgt mit einem offeneren Spielprinzip endlich einmal neue Ansätze. Die Rätsel sind leider wieder der große Schwachpunkt. Diese sind noch einmal etwas schlechter als die des Vorgängers, dies liegt besonders an wiederholtem Rätselrecycling. Dadurch rettet sich Layton wieder einmal nur durch die Geschichte und die Charaktere, nicht aber durch das Kerngameplay auf diese Note.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

71%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.11.2013

Developer

Level 5

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Switch - Erste Eindrücke

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes