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Reviews: Nintendo 3DS

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Inazuma Eleven 3

Sport

07.11.2013

Autor: Christian Kohls

 

Fußball und RPG. Zwei Worte die man sicher nur relativ selten in einem Satz hört. Aber genau das ist die Inazuma Eleven-Reihe aus dem Hause Level-5, die mit Inazuma Eleven 3 in gleich zwei verschiedenen Editionen kürzlich die Reihe fortsetzte, ein Fußball-RPG. Wie gesagt gibt es auch wie schon beim Vorgänger zwei verschiedene Versionen: Kettenblitz und Explosion, beide mit einer etwas anderen Story und anderen Kleinigkeiten, wie dem ultimativen Gegnerteam. Ich habe mit dem nun dritten Ableger mein erstes Inazuma Eleven gespielt und mir die Kettenblitz Edition genau angesehen. Im folgenden Test möchte ich euch meine Eindrücke vom Spiel mitteilen und aufklären ob der ungewöhnliche Mix aus Fußball und RPG funktioniert.

 

 

Eine einmalige Chance

 

Weil Inazuma Eleven nun mal im Kern ein RPG ist und eben kein Sportspiel kommt das Spiel natürlich auch mit einer Story daher. Und so viel schon mal vorweg: für ein Spiel in dem es im Wesentlichen „nur“ um Fußball geht ist die Story sogar recht gut und passend ausgefallen.

 

Los geht es als Mark Evans, seinerseits der Kapitän und Torwart von Inazuma Japan, dem Team der Raimon Jr. High in Tokio die Nachricht bekommt, dass der Trainer etwas mit dem Team zu besprechen hat. Also macht sich Mark mit drei Freunden auf dem Weg zum Fußballplatz vor der Schule und stellt zu seiner Überraschung fest, dass sich ebenfalls viele alte Bekannte dort eingefunden haben. Hätte ich die beiden Vorgänger gespielt, dann hätte ich sicherlich auch so das ein oder andere Gesicht wiedererkannt, als Neuling der Reihe sah ich mich allerdings erstmal mit mindestens 14 Charakteren konfrontiert die ich erst nach und nach im Abenteuer richtig kennen lernte und die Beziehungen der Charaktere untereinander verstand.

 

Trainer Hillman hat alle wegen einer ganz besonderen Nachricht zu sich beordert: Inazuma Japan darf als Vertreter ihres Landes an dem asiatischen Vorentscheid und gegebenenfalls an der Weltmeisterschaft um die Weltspitze im Jugendfußball spielen. Natürlich sind alle von dieser Neuigkeit hellauf begeistert, wäre da nicht eine Sache: Trainiert wird das Team nämlich hauptsächlich von einem ihnen unbekannten Trainer über den einige unschöne Gerüchte existieren.

 

Dies ist im Prinzip der Aufhänger der Story, die ab da in Episoden erzählt wird. Jedes Kapitel erzählt dabei immer eine kleine Geschichte abseits des großen Turniers und war somit interessanter als ich zu Beginn erwartet hätte, gewinnt aber natürlich trotzdem keinen Innovationspreis. Ein Kapitel schließt meist mit einem entscheidenden Spiel gegen ein anderes Nationalteam ab.

 

Da ich weiß, dass der Vorgänger wohl eine etwas übertriebene Geschichte mit Aliens erzählt haben soll, kann ich an dieser Stelle alle Gegner dieses Settings beruhigen. Die Geschichte wird zum Ende hin zwar noch ein wenig abstrus, allerdings ist der Kern wirklich das Gewinnen der Weltmeisterschaft.

 

 

Der RPG Modus

 

In Inazuma Eleven gibt es im Großen und Ganzen zwei verschiedene Modi: Einmal natürlich die zahlreichen Fußballspiele gegen andere Teams und Gruppen und daneben noch den RPG-Modus, in dem man sich zwischen den Spielen befindet. In diesem läuft man mit Mark und drei anderen Teammitgliedern in einer Draufsicht durch relativ begrenzte Areale, die mit einer Übersichtskarte verbunden sind. Zu Beginn ist man nur in Japan unterwegs, im späteren Verlauf kommt man aber auch noch in ein weiteres großes Gebiet. RPG typisch kann man im RPG-Modus mit Personen sprechen in Geschäfte gehen oder sein Team und Inventar verwalten. Eure jeweiligen Ziele werden im Übrigen immer genau angezeigt, ein Verlaufen ist also eigentlich nicht möglich.

 

Zum Anfang wird man von den Möglichkeiten etwas erschlagen weil es wirklich viele gibt, allerdings sind viele davon leider nur etwas halbgar, aber dazu später etwas mehr. Mit Druck auf dem X-Knopf gelangt ihr in ein Menü in dem ihr so allerhand verwalten und einstellen könnt. Wie auch in anderen RPGs habt ihr die Möglichkeit, eure Teammitglieder auszurüsten und Spezialtechniken beizubringen. In Inazuma Eleven zieht ihr euren Sportlern dazu neue Schuhe an und verpasst ihnen Anhänger, welche die Statuswerte der Spieler erhöhen. Zusätzlich kann jedes Teammitglied bis zu sechs Spezialtechniken lernen.

 

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist das bei mindestens 16 Charakteren (11 Spieler, 5 Ersatzleute) schon recht komplex. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, neue Spieler anzuwerben. Beispielsweise wollen sich Spieler, denen ihr eine Niederlage beigebracht habt, ab und zu eurem Team beitreten. Oder ihr versucht euer Glück an einer Art Losmaschine und könnt so quasi neue Spieler gewinnen. Eine weitere Möglichkeit ist es nach und nach neue Charaktere auf einer Spielbrettähnlichen Karte freizuspielen. Dies hört sich ja auf dem ersten Blick alles erstmal ganz ambitioniert und gut an, die Sache hat nur einen entscheidenden Haken. Ich habe quasi nie auch nur einen der zusätzlichen Charaktere in mein Team genommen und dies hat zwei Gründe: Zum ersten waren die Statuswerte der angeworbenen Spieler denen des Hauptteams auf vergleichbarer Stufe immer noch etwas unterlegen, der andere Grund ist das die Story nur mit den Hauptmitgliedern erzählt wird, ich also automatisch eine viel stärkere Bindung zu diesem habe.

 

Ganz ähnlich verhält es sich mit verschiedenen Möglichkeiten des Trainings. An bestimmten Stellen könnt ihr gegen Elanpunkte, die ihr durch gewonnene Spiele erlangt, Statuswerte eines eurer Mitglieder steigern. Wenn ihr das tut, dann startet eine kurze aber nicht abbrechbare Animation. Das Ganze war mir einfach zu Zeitaufwendig, weshalb ich eigentlich so gut wie nie trainiert habe. Später gibt es noch ein anderes Training, in dem man im Prinzip einen klassischen RPG-Dungeon durchstreifen muss, dieser dauert pro Durchgang ungefähr 10 Minuten oder länger. An dessen Ende bekommt jedes Teammitglied dann einen Punkt in einem Attribut. Auch hier war mir der Zeitaufwand einfach zu hoch und so habe ich dieses Spezialtraining auch nur zwei Mal absolviert. Probleme hatte ich übrigens nicht dadurch. Ich bin relativ gut durch das gesamte Spiel gekommen, hab mich teilweise sogar unterfordert gefühlt. Allerdings gibt es immer wieder Spiele, die wirklich alles von einem fordern und wo mein Team quasi genau die richtige Stärke hatte damit das Spiel interessant blieb.

 

Somit muss leider gesagt werden, dass einem das Spiel viele Möglichkeiten liefert aber man letztendlich keine davon wahrnehmen muss um erfolgreich durch das Spiel zu kommen.

 

 

Ab auf den Platz

 

Der zweite Modus im Spiel sind natürlich die Fußballspiele. Von diesen gibt es noch einmal zwei verschiedene Arten. Da wären zum einen die ganz klassischen 11 vs. 11 Spiele und dann noch die 4 vs. 4 Minibegegnungen. Die Minibegegnungen ersetzen sozusagen die Zufallskämpfe aus anderen RPGs. Lauft ihr also in der Gegend rum kommt es häufiger vor, dass euch eine kleine Gruppe herausfordert. In den 4 vs. 4 Matches gibt es immer ein bestimmtes Ziel, beispielsweise als erster ein Tor zu schießen oder dem gegnerischen Team den Ball abzunehmen. Diese Zufallsbegegnungen werden mit der Zeit aber immer lästiger, zumal 95% nicht gerade herausfordernd sind. Besonders nervig wird das, weil man in vielen Kapiteln von A nach B und zu C geschickt wird. Manchmal hatte ich da das Gefühl das dies nur so ist um das Spiel mit diesen Zufallsbegegnungen zu strecken.

 

Die 11 vs. 11 Spiele sind aber natürlich das Highlight des ganzen Spiels, weil ihr hier einfach alle Tricks und Kniffe auspacken müsst die ihr drauf habt. Zu Beginn eines Matches könnt ihr eure Formation und die Teilnehmenden Spieler auswählen.

 

Nach Anpfiff steuert ihr dann alle eure Spieler aus einer Vogelperspektive. Gesteuert wird mit dem Stylus, indem ihr beispielsweise Wege für eure Spieler zeichnet die dann diesen Wegen folgen. Gepasst wird mit einem simplen Berühren des Bildschirms auf den entsprechenden Punkt. Natürlich bewegen sich die Spieler denen ihr gerade keine Anweisung erteilt auch selbstständig, jedoch agieren sie mit einer Strategie wesentlich effektiver. Kommt einer eurer Spieler in Tornähe, dann könnt ihr dieses mit dem Stylus berühren und einen Torschuss wagen. Weil es mitunter ein wenig hektisch werden kann, mehrere Charaktere gleichzeitig zu steuern, kann man in bestimmten Abständen das Geschehen anhalten und in Ruhe die nächsten Schritte planen. Eine Option, die man anfangs noch häufiger wahrnimmt weil man sich doch zu einem beträchtlichen Teil selbst ins Spiel einfinden muss und nicht mit ellenlangen Tutorials überschüttet wird.

 

Das Inazuma Eleven nicht nur optisch an Animeserien wie Captain Tsubasa oder Kickers erinnert, wird spätestens dann deutlich wenn man die Spezialmanöver betrachtet. Für fast jede Spielsituation gibt es Fähigkeiten, die übertrieben in Szene gesetzt sind und die Macht dahinter demonstrieren sollen. So kann man Ballabnahmen, Torschüsse oder auch Abwehrmanöver mit solchen Fähigkeiten ausführen. Dies kostet den Charakter allerdings einige TP, im Prinzip das Pendant zu Manapunkten. Eine weitere Ressource, auf die man innerhalb des Spiels achten sollte sind die KP der Charaktere, die deren Kondition repräsentieren.

 

Bei niedrigen KP wird der Charakter spürbar langsamer und verliert auch mehr Zweikämpfe. Sollte einer der beiden Werte in ein niedriges Niveau rutschen, könnt ihr entweder ein Item einsetzen um diese aufzufüllen (davon allerdings nur drei pro Match), oder eben den Spieler auswechseln. Es gibt noch mehr kleine Feinheiten wie zum Beispiel die Elemente der Spieler und deren Beziehung untereinander, Teambewegungen oder die heiße Phase, in der ein Team kurzzeitig stärker spielt, allerdings sind auch viele nett als Option zu besitzen, wirklich häufig Gebrauch machen, muss man von diesen, wie auch schon bei einigen Features des RPG Modus, aber nicht.

 

 

Präsentation

 

Inazuma Eleven kommt in einem eher schlichten optischen Gewand daher. Ich würde sogar so weit gehen, dass bis auf die Animationen die bei Spezialmanövern in richtigem 3D abgespielt werden, das Spiel nur einen Tacken besser als ein GBA Spiel aussieht. Wenn man wie ich auf den Stil steht, kann dies aber noch verkraftet werden. Welche Designentscheidung ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die überwiegende Darstellung des Spielgeschehens auf dem unteren Bildschirm. Somit kann man die meiste Zeit eine 2D Karte auf dem 3D Bildschirm des 3DS bewundern. Nur in den eben schon genannten Animationen wird der 3D Effekt genutzt und da dann noch nicht einmal schlecht. Hier verschenkt das Spiel einiges an Potenzial.

 

Hin und wieder wird die Geschichte im Übrigen durch kurze Anime Filmchen weitererzählt. In diesem kommen dann auch deutsche Synchronsprecher zum Einsatz. Diese sind eigentlich ok, mehr aber auch nicht.

 

Die Musik fällt nicht negativ auf und passt in den meisten Fällen auch gut zum Geschehen. Manche Lieder kann man auch schon bald mitsummen, also insgesamt empfand ich den Soundtrack eher als gelungen.

 

Inazuma Eleven 3 hinterlässt als Gesamtpaket bei mir eigentlich einen guten Eindruck mit ein paar Schwächen und vor allem viel ungenutztem Potenzial. Es werden einem viele Möglichkeiten im RPG sowie im Fußball-Modus angeboten und eine Komplexität vorgegaukelt, nur warum kann man vieles davon links liegen lassen und kommt trotzdem relativ angenehm durchs Spiel. Positiv ist auf jeden Fall die doch einigermaßen interessante Geschichte, was ich als nicht Fußballfan so nicht erwartet hätte. Insgesamt konnte mich das Spiel von sich überzeugen, so dass ich immer am Ball blieb (höhö :-D) und vor allem mit seinem ungewöhnlichen Genremix unterhält.

 

Wenn ihr einmal genug von den CPU Gegnern habt, bietet euch das Spiel auch die Möglichkeit, gegen die Fußballteams eurer Freunde anzutreten. Dazu kann man auch Spieler untereinander tauschen. Das erinnert schon ein wenig an Nintendos Taschenmonster. Leider konnte ich das Spiel nicht im Multiplayer antesten und verteile somit auch keine Multiplayer Note.

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Inazuma Eleven 3 ist ein tolles Spiel, welches durch die ungewöhnliche Mischung zwischen RPG und Fußball interessant ist. Möglichkeiten, sein Team zu individualisieren sind zahlreich vorhanden, werden allerdings nicht zum erfolgreichen Abschluss der Hauptgeschichte benötigt. Die Fußballmatches machen, wenn man den Bogen erst einmal raus hat, ziemlich viel Spaß. Genug Möglichkeiten innerhalb der Spiele sind vorhanden, diese entfalten aber nicht ihr volles Potenzial, weil es möglich ist, einen großen Teil einfach links liegen zu lassen und trotzdem kaum Nachteile hat. Trotz allem hatte ich aber viel Spaß mit dem Spiel und das sogar als nicht Fußballfan.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

77%

Singleplayer

-

Multiplayer

Developer

Level-5

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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