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Reviews: Nintendo 3DS

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LEGO City Undercover: The Chase Begins

Action Adventure

01.05.2013

Autor: Mario Kablau

 

 

Zwei Jahre zuvor...

 

Lego City Undercover auf der Wii U hat mich die letzten Wochen extrem begeistert. Im Spiel verzichtet man auf die Verknüpfung von Lego mit einer weiteren Lizenz, sondern erzählt eine eigene Geschichte in einer großen, offenen Welt – in der Stadt Lego City. Im Spiel für die Heimkonsole geht es darum, Rex Fury, der aus dem Knast ausgebrochen ist, wieder einzufangen und die Kronzeugin, die ihn damals mit ihrer Aussage hinter Gitter gebracht hat, vor seiner Rache zu schützen.

 

Auf dem Nintendo 3DS wird die Uhr zwei Jahre zurück gedreht, das Spiel erzählt die Geschichte des jungen Cops Chase McCain, der in seinem ersten Fall damit betraut wird, den Schwerverbrecher Rex Fury dingfest zu machen. Man erfährt hier also, wie die Situation im Wii U-Teil überhaupt entstehen konnte und warum Rex eigentlich so genau weiß, wer ihn verpfiffen hat.

 

Dabei ist The Chase Begins im Prinzip dem großen Bruder ziemlich ähnlich, allerdings mit vielen, sehr vielen Abstrichen. Man rennt auch hier durch eine große Stadt und erfüllt Missionen, um dem Ziel näher zu kommen – allerdings ist die Stadt wesentlich kleiner als auf der Wii U und das Spiel gibt einem absolut linear vor, was man wann zu tun hat. Trotz eigentlich großer Freiheit fühlt es sich daher einfach nicht so an. Auch auf dem Handheld gibt es abseits des Weges jede Menge zu entdecken – allerdings deutlich weniger abwechslungsreich und deutlich schlechter versteckt als auf der Heimkonsole. Zuletzt leidet die Darstellung der Stadt leider sehr unter den doch eher begrenzten Möglichkeiten, die der 3DS bietet – und über den mauen 3D-Effekt habe ich da noch gar nicht gesprochen...

 

 

Ist das Spiel wirklich so viel schlechter?

 

Anders als bei Lego City Undercover in HD, gibt es bei The Chase Begins keine Spezialaufträge, sondern man bewegt sich das gesamte Spiel über in der offenen Welt der Stadt – die allerdings wie schon gesagt wesentlich kleiner ist. Einige Stadtteile wurden einfach ersatzlos gestrichen, dafür sehen die sieben, die es auf den Handheld geschafft haben, genauso aus wie im anderen Spiel – nur eben nicht in HD und damit deutlich detailärmer. Man bekommt hier immer ein Ziel auf der Karte auf dem unteren Bildschirm angezeigt, muss das entweder zu Fuß oder mit einem Auto – kontrollierbare Hubschrauber, Bahnen und Boote gibt es nicht – erreichen. Dort bekommt man dann eine Aufgabe, meist einfach das nächste Ziel zu erreichen und so geht es immer weiter.

 

Hier und da muss man zwar auch mal ein wenig denken, um weiter zu kommen, allerdings lange nicht so viel wie auf der Wii U. Quasi jeder Schritt wird bis ins kleinste Detail erklärt, sogar bei den Bosskämpfen bekommt man immer haargenau gezeigt, was man als nächstes machen muss – so kommt wirklich kein Gefühl von Freiheit auf.

 

Wie zwei Jahre später auch, hat Chase nun schon diverse Verkleidungen, auf die er zurückgreifen kann, um seine Ziele zu erreichen. Anfangs ist er einfach nur ein Cop, aber später dann auch Gauner, Bauarbeiter und mehr. Die Verkleidungen sind dabei dieselben wie in der Zukunft, allerdings kriegt man sie in einer anderen Reihenfolge.

 

So lohnt es sich dann also auch hier, nach und nach die Stadt nach versteckten Dingen zu erforschen. Als Gauner muss man beispielsweise Geldautomaten zertrümmern und als Bauarbeiter Sicherungskästen reparieren. Dafür bekommt man dann meistens neben einer Auszeichnung auch noch ein neues Fahrzeug oder eine neue Verkleidung. Jede der Hauptverkleidungen von Chase gibt es nämlich noch in vielen Abwandlungen, so dass man z.B. nicht als Standard-Gauner rumlaufen kann, sondern auch beispielsweise als einer aus Rex‘ Gang.

 

Daneben gibt es auch in der kleinen Stadt rote Legosteine und Supersteine. Mit ersterem schaltet man spezielle Features frei, die man aber dann zunächst noch kaufen muss, wenn man den Stein gefunden hat. Letzteres dient dazu, Superbauten zu errichten. So kann man z.B. Rufsäulen aus Legosteinen bauen, an deren man sich dann bereits gefundene und gekaufte Fahrzeuge bestellen kann.

 

Man kann sich also selbst überlegen, ob man das Spiel einfach nur schnell durchspielen oder alles erreichen will. Ich habe es einfach nur durchgespielt und war damit nach etwa sieben Stunden und 25% Fertigstellung durch – ein Witz gegenüber den 25 Stunden für 30% beim großen Bruder.

 

 

Gameplay, oder: kann sich das auch alleine spielen?

 

Wie im Absatz hier drüber schon angedeutet, ist Lego City Undercover: The Chase Begins kein wirklich komplexes oder gar herausforderndes Spiel, ganz im Gegenteil. Und obwohl das in der Wii U-Version auch nicht so viel anders ist, versteht die es doch viel mehr, den Spieler durch viele Kleinigkeiten, in ihren Bann zu ziehen. Auf dem 3DS läuft man einfach nur von Punkt A nach Punkt B nach Punkt C nach Punkt D und so weiter.

 

Dazwischen kommt es viel zu häufig zu Kämpfen, ständig laufen einem „böse“ Legofiguren über den Weg, die man dann vermöbeln muss. Und obwohl das Kampfsystem dasselbe ist wie beim spielzeitlichen Nachfolger, macht es hier einfach keinen Spaß. Warum? Weil man es ständig machen muss. Hat man gerade vier Gegner besiegt, kommen hinter der nächsten Ecke schon weitere vier auf einen zu. Also muss ich meinen Satz von eben wohl noch mal umschreiben. Man läuft von Punkt A nach Punkt B, trifft unterwegs auf Gegnergruppen C, D, E und F, läuft dann von Punkte B nach Punkt G und trifft dabei dann zur Abwechslung auf Gegnergruppen H, I, J und K bis Z. So schreibt man Abwechslung nicht groß...

 

Und am Kampfsystem stört mich auch noch, dass man im Prinzip einfach nur stehen bleiben muss und dann in dem Moment wo das Spiel X anzeigt, diese Taste drücken muss, dann kontert man alle Angriffe automatisch. Am Ende muss man die Bösewichte dann nur noch kurz mit A in Handschellen verfrachten und gut ist. Zwischenzeitlich hat mich das sogar so genervt, dass ich Gegner wenn möglich einfach nur gepackt und irgendwo runter geworfen habe, das sorgt nämlich meist auch für deren Ende.

 

Leider muss ich dann hier zum Gameplay abschließend sagen, dass das Spiel im Vergleich zu Lego City Undercover einfach nicht mal ansatzweise mithalten kann, denn es bietet genau dasselbe, was alle Lego Spiele vorher auch schon hatten, nur eben ohne zweite Lizenz, aber auch ohne den Charme und das Gefühl der Freiheit der Wii U-Version. Das ist echt schade, denn im Prinzip hätten die Entwickler nur dem HD-Spiel nacheifern müssen, aber das war auf dem 3DS wohl leider nicht drin.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch ist Lego City Undercover: The Chase Begins leider alles andere als gelungen. Zwar ist die Stadt für Handheld-Verhältnisse relativ groß und auch abwechslungsreich gestaltet, aber davon unabhängig krankt es einfach an allem. Objekte, die weiter entfernt sind als 15 Meter verschwinden einfach, vor allem auf der Straße ist das echt nervig, da ständig Autos vor einem aus dem Nichts erscheinen, denen man dann hektisch ausweichen muss. Dazu ist die ganze Welt in eine Suppe Nebel getaucht, so dass man darüber hinaus auch noch kaum Weitsicht hat.

 

Auch der 3D-Effekt ist eher mäßig, das Spiel entfaltet kaum Tiefenwirkung, vor allem keine unterschiedliche. Man hat einfach das Gefühl, dass das Geschehen ein bisschen in die Tiefe gerutscht ist, aber Dinge die nah dran sind, wirken in 3D genauso wie Dinge, die weiter weg sind. Das ist übrigens auch in dem guten Dutzend Zwischensequenzen so.

 

Akustisch hat das Spiel einen Vorteil vor der Version auf der Wii U: Musik im Auto. Zwar gibt es nur vier verschiedene Lieder, aber immerhin bleibt es nicht ganz still. Das war es dann aber auch schon an positiv zu erwähnenden Dingen. Darüber hinaus ist das Spiel extrem selten vertont und Sprachausgabe gibt es nur in den Videos, sonst muss man Textboxen lesen, die man nicht mal wegklicken oder beschleunigen kann. Wer denkt sich sowas aus?

 

Auch auf der Technik-Seite zu erwähnen sind noch die gelegentlichen Abstürze, die das Spiel produziert. Mir ist es zwar nur einmal wirklich abgeschmiert, aber zwei weitere Male ist die Kamera hängengeblieben, so dass ich neu starten musste. Da recht häufig gespeichert wird, ist das nicht wirklich tragisch, aber dennoch auch kein Grund für Lob. Ebenso wenig Grund zum Loben der Entwickler geben die Ladezeiten. Diese sind zwar nicht ganz so schlimm wie auf der Wii U, aber kommen dafür häufiger vor, es gibt nämlich eine Ladezeit, jedes Mal, wenn man einen neuen Stadtteil betritt.

 

Zuletzt noch ein paar Sätze zur Steuerung. Diese funktioniert im Prinzip sehr gut, alles geht gut von der Hand, das Schiebepad steuert die Figuren gut und die Aktionstasten sind sinnvoll belegt. Nervig finde ich lediglich, dass manchmal die Richtung nicht auf die Kamera reagiert, sondern nach der Blickrichtung von Chase geht. Vor allem an Leitern ging mir das richtig auf den Keks. Warum? Weil man nach oben drücken muss, um hoch zu klettern, oben angekommen springt Chase dann automatisch ab. Wenn die Kamera nun aber nicht direkt hinter ihm ist, springt er dann plötzlich in Blickrichtung Kamera, im Zweifel also direkt wieder in den Abgrund... Toll programmiert.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Okay, der Test liest sich schlechter als das Spiel ist, das ist mir beim erneuten Lesen gerade deutlich aufgefallen. Aber das liegt einfach daran, dass ich von Lego City Undercover auf der Wii U richtig begeistert bin und deshalb einfach hohe Erwartungen an The Chase Begins hatte. Die hat es leider nicht erfüllt. Es ist aber dennoch kein wirklich schlechtes Spiel - vielmehr einfach ein klassischer Lego-Titel. Wer die also grundsätzlich mag, die technischen Mängel verschmerzen kann und auch nichts gegen lineares Gameplay - aber mit vielen Geheimnissen drum herum hat, der wird seinen Spaß haben. Dennoch empfehle ich jedem viel eher die Wii U-Version, so spannend ist die Vorgeschichte dann nicht, als dass man die unbedingt spielen müsste.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.04.2013

Developer

TT Fusion

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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