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Reviews: Nintendo 3DS

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Castlevania: Lords of Shadow - Mirror of Fate

Action Adventure

08.03.2013

 

Autor: Martin Küpper

 

Seit ich im Herbsturlaub 2005 Castlevania: Dawn of Sorrow in meinen DS gesteckt habe, ist es um mich geschehen. Ich habe mich in die Serie verliebt und seitdem so gut wie alle Teile der Reihe nachgeholt. Was mich an Castlevania so fasziniert? Alles! Angefangen beim grandiosen Soundtrack, über das Setting, bis hin zum Gameplay. Insbesondere die Spiele im „Metroid-Vania-Stil“ können mich mit ihrer Mischung aus Action, Sprungpassagen, kleineren Rätseln, den Rollenspiel-Elementen und dem Erkunden der Spielwelt in ihren Bann ziehen. Folglich war ich natürlich heiß auf Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate, dass hohen Erwartungen gerecht werden musste.

 

 

Die Belmonts - Eine schrecklich nette Familie

 

In Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate übernehmt ihr die Kontrolle über vier unterschiedliche Charaktere. Nach einem kurzen Prolog als Gabriel Belmont, startet die eigentlich Handlung mit seinem Enkel Simon, der in das Schloss von Dracula aufbricht, um den dunklen Fürsten zu stürzen und den Tod seines Vaters Trevor zu rechen. Der ist vor 30 Jahren mit gleicher Absicht ins Schloss aufgebrochen, kam aber nie zurück. Was damals vorgefallen ist, erfahren wir im 3. Akt des Spiels, indem wir als Trevor zu ebenjener Mission aufbrechen.

 

Der vierte Charakter im Bunde ist Alucard, Draculas Sohn, dessen Handlung parallel zu der von Simon verläuft. Die Pfade der beiden kreuzten sich auch hin und wieder, sodass wir bestimmte Situationen aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln erleben.

 

Mit all diesen Charakteren und ihren Schicksalen müsste sich eigentlich eine wirklich gute Story spinnen lassen. Das gelingt Mirror of Fate aber leider nur bedingt. Grund dafür ist vor allem eine ungeschickte Erzählstruktur. Der dritte Akt mit Trevor, 30 Jahre vor den ersten beiden Akten, kann der Handlung einfach nicht mehr bereichern. Nach dem Ende von Akt ist nämlich eigentlich bereits klar, was damals geschehen ist. Hätte man Akt zwei und drei getauscht hätte die Geschichte eine weit bessere und spannendere Struktur. So ist leider auch das Ende extrem unbefriedigend. Für mehr Details zu meinen Problemen mit der Story, empfiehlt sich ein Blick auf mein Spoiler-Video, indem ich (der Name sagt es ja schon) die ganze Problematik ohne Rücksicht auf Spoiler erkläre.

 

 

Gut Kampf will Weile haben

 

Beim Gameplay setzt Mirror of Fate auf die bereits angesprochene Mischung, die hier allerdings nicht komplett aufgeht, da einige Aspekte einfach nicht perfekt umgesetzt wurden.

 

Das bezieht sich aber nicht auf die Kämpfe, bei denen sich im Vorfeld die Sorge breit machte, sie würden einfach zu lange dauern. Es stimmt zwar durchaus, dass die Auseinandersetzungen mit normalen Gegnern länger dauern als in anderen 2D Castlevanias, aber das sehe ich eher positiv. Es bedeutet nämlich schlicht, dass auch abseits der Boss-Gegner eine Herausforderung auf euch wartet. Stößt man auf neue Gegner, sollte man erst einmal schauen was ihre Angriffsmuster sind und wo ihre Schwächen liegen. Und wenn man das berücksichtigt, sind die Gegner auch recht schnell besiegt. Vorausgesetzt natürlich ihr timet eure Angriffe gut, nutzt eure Zweitwaffen geschickt und weicht gegnerischen Attacken aus oder blockt sie.

 

Die Waffe eures Vertrauens ist dabei einmal mehr das aus Lords of Shadow bekannte Kampf-Kreuz. Nur als Simon verwendet ihr anfangs die Serien-typische Peitsche. Das tut dem „Castlevania-Gefühl“ aber keinen Abbruch, da sich das Kampf-Kreuz ja nicht groß anders anfühlt. Nur schwingt man eben nicht mit Leder, sondern mit einer Eisenkette. Dabei habt ihr die Wahl zwischen gezielten Direktangriffen (Y) und Flächenangriffen (X), die sich natürlich auch in kombinieren lassen.

Eure Zweitwaffenunterscheiden sich hingegen von Charakter zu Charakter. Als Simon könnt ihr beispielsweise eine Axt werfen, während Trevor Elektro-Bomben zur Verfügung hat. Selbiges gilt auch für eure magischen Fähigkeiten. Während Simon etwa einen Geist beschwören kann, der gegnerische Attacken abwehrt, verwandelt sich Alucard bei Bedarf in einen Werwolf.

 

Übrigens bietet das Spiel ein überaus faires Checkpoint-System, sodass ihr auch im Falle eures Scheiterns nicht frustriert werdet. Etwas seltsam finde ich hingegen, dass es auch während der Bosskämpfe gleich mehrere Checkpoints gibt. Das schmälert irgendwie doch die Befriedigung des Sieges. Dennoch sind die Boss-Gegner das Highlight des Spiels, denn sie sind sowohl fordernd, als auch abwechslungsreich und interessant gestaltet. Kurzum: Sie machen Spaß.

 

 

Abseits der Wege

 

Kommen wir zum Aspekt des Erkundens, wo Mirror of Fate hingegen leider etwas krankt. Der Grund dafür ist zum einen der Aufbau des Schlosses. Mit jedem Charakter durchwandern wir andere Teile des gewaltigen Gemäuers, die jeweils nochmal in kleinere Abschnitte unterteilt sind. So kommt leider nicht wirklich das Gefühl auf, eine große, zusammenhängende Spielwelt zu erkunden. Noch schwerwiegender liegt aber, dass die Belohnungen für das Erkunden einfach nicht besonders verlockend sind. Am ehesten lohnt es sich noch nach Truhen ausschau zu halten, in denen ihr eine Erweiterung euer Energie- oder Magie-Leiste (wie packt man so etwas in eine Kiste?) oder eure zusätzliche Zweitwaffe findet. Darüber hinaus könnt ihr Einträge für das Bestiarium finden, indem ihr euch die Modelle der Gegner in Ruhe ansehen könnt. Ansonsten gibt es nur noch Schriftrollen, die zwar teils interessante Infos preisgeben (es gibt etwa eine lustige Super Mario Anspielung) aber darüber hinaus nicht viel Nützen haben.

 

Was hier fehlt sind die Ausrüstungsgegenstände, die in anderen 2D-Castlevanias immer der größte Anreiz für das Erkunden der Spielwelt waren. Aber in Mirror of Fate gibt es weder andere Waffen noch Rüstungs-Gegenstände zu finden. Was erschwerend hinzu kommt ist, dass auch das Level-System nicht wirklich motiviert. Für besiegte Gegner und gelöste Rätsel bekommt ihr Erfahrungspunkte, die man natürlich für einen Level-Aufstieg sammelt. Das Problem ist nur, dass ein Aufstieg einfach keine wirklichen spürbaren folgen mit sich bringt. Man hat nicht das Gefühl stärker zu werden. Wozu also leveln?

 

Aber zum Glück sind die verbleibenden Aspekte der „Castlevania-Mischung“ gelungen. Die Jump'n Run Passagen, in denen ihr meist per Kampf-Kreuz durch die Lüfte schwingen dürft, sind teilweise wirklich clever gestaltet, gehen leicht von der Hand und machen einfach Laune. Auch die Rätsel wissen zu überzeugen. Das Spiel bietet alles vom simplen Kisten-Verschieben, über das Regeln des Wasserstandes, bis hin zu komplexen Denkaufgaben, bei denen auch Link ins grübeln käme. Gerade als Alucard bekommt man es mit zwei richtigen Kopfnüssen zu tun. So muss man etwa über das verschieben und drehen von Spiegeln einen Laserstrahl zum Zeil führen.

 

 

Drücke X oder stirb!

 

Bevor wir zur Präsentation übergehen muss ich aber noch mal meckern. Warum haben die Entwickler immer noch nicht mit bekommen, dass Quicktime-Events nicht gerade die hohe Kunst des Gamedesigns sind. Ich will ja gar nicht abstreiten, dass Quicktime-Events bei richtiger Anwendung ein Spiel sogar bereichern können, aber hier gingen sie mir einfach nur auf die Nerven.

 

Drückt man nur einmal einen falschen Knopf ist man Tod. Immer. Natürlich wird man nur kurz zurück gesetzt und darf sein Glück dann erneut versuchen, aber wenn man einen ganzen Bosskampf um dieses Prinzip gestaltet, geht das einfach nur auf die Nerven.

 

Das ich beim öffnen von Truhen wie blöde auf B hämmern muss, missfällt mir übrigens auch. Für diese Bereicherung des Gameplays muss ich mich wohl bei God of War bedanken...

 

 

Die Präsentation

 

Optisch gibt es nichts zu meckern. Das Spiel sieht gut aus, läuft flüssig und auch der 3D Effekt kann – gerade in den Zwischensequenzen – überzeugen. Von einem Augenschmaus zusprechen wäre sicherlich übertrieben, aber es ist durchaus nett anzusehen. Ich finde es nur etwas schade, dass der Stil von Lords of Shadow auf dem 3DS nicht eingefangen wurde. Den fand ich nämlich einfach nur grandios – ich würde sogar soweit gehen, dass Lords of Shadow dank ihm eines der schönsten Spiele überhaupt ist.

 

Musikalisch sieht es ähnlich aus. Eigentlich gibt es kaum etwas zu meckern, da der epochale und pompöse Soundtrack stets zur Situation und Umgebung passt und die Atmosphäre des Spiels wunderbar unterstreicht. Ich persönlich vermisse dennoch die klassischen Castlevania Melodien, die einfach wunderbar ins Ohr gingen. Blody Tears, Vampire Killer, Simon's Theme... diese Stücke werde ich nie vergessen. So etwas bietet Mirror of Fate nicht.

 

Übrigens solltet ihr das Spiel unbedingt mit Kopfhörern spielen, weil die Musik über die 3DS-Lautsprecher teilweise richtig übersteuert. Das sorgt gepaart mit der Wiederholung der Stücke doch für merkliche Abzüge in der B-Note.

 

Zum Schluss noch drei Worte zur englischen Sprachausgabe: Sie ist gut.


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Fazit

Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate ist ohne Frage ein gutes Spiel, aber doch weit davon entfernt die Qualität anderer 2D-Castlevanias zu erreichen. Ich hatte für ca. 8 bis 9 Stunden meinen Spaß mit dem Spiel, aber wirklich hängengeblieben ist nichts. Schade, denn gerade in der Geschichte steckt so viel ungenütztes Potential. Fans und Neueinsteiger dürften hier aber dennoch gleichermaßen ihren Spaß mit dem Titel haben. Allen die mit Mirror of Fate ihren Einstieg in die Serie planen, kann ich aber nur folgendes mitgeben: Castlevania kann noch so viel besser sein.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.03.2012

Developer

Mercurysteam

Publisher

Konami

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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