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Reviews: Nintendo 3DS

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Rabbids Rumble

Party

15.12.2012

Autor: Marc Müller

 

 

 

Raving Rabbids werde ich aus einem bestimmten Grund nie vergessen: Im Jahre 2006 gehörte ich zu den glücklichen Auserwählten die bereits auf der Games Convention in Leipzig die Nintendo Wii ausprobieren konnten. Vor unserem mit Spannung erwarteten Termin bei Nintendo, hatten wir Gelegenheit zum Besuch bei Ubisoft. Und unerwarteter Weise konnte ich schon dort zum ersten Mal Wiimote und Nunchuk schwingen – mit einem brandneuen Spiel namens Raving Rabbids. Nun der etwas derbe und durchgeknallte Humor hat mir in Kombination mit der interessanten Wii-Steuerung recht gut gefallen und mein erstes Mal in punkto Kühe durch die Gegend werfen hat mir durchaus ein Schmunzeln beschert. Als die Entwicklerin allerdings andeutete, dass Ubisoft eine eigenständige Franchise etablieren möchte, war ich mehr als skeptisch.

 

Nun, die Zeit schritt voran, ich wurde eines besseren belehrt und mittlerweile erscheint fast jedes halbes Jahr irgendein neuer Rabbids Titel. Der aktuellste im Handheld-Bereich, ist nun Rabbids Rumble für den 3DS. Im Gegensatz zum ersten, dreidimensionalen Teil, liegt nun wieder der Schwerpunkt auf den Minispielen. Dazu soll euch das Sammeln der verschiedenen Rabbids motivieren. Insgesamt gibt es über 100 verschiedene, welche ihr durch rundenbasierte Kämpfe besiegen und somit für euch gewinnen könnt.

 

Mario Party in simpel

 

Der Kern des Titels ist zweifelsohne die Einzelspieler-Kampagne. Hier bewegt ihr euch auf einem Spielbrett, welches in unterschiedliche Themenbereiche eingeteilt ist, fort und zieht von Feld zu Feld – allerdings ohne zu Würfeln. Erinnerungen an die bekannte Brettspiel Serie von Big N kommen zwar schnell auf, verflüchtigen sich aber ebenso flott, da die Gestaltung in Sachen Details und Charme schon in diesem Punkt bei weitem nicht mithalten kann. Dasselbe Fazit kommt leider auch bei den allermeisten Minispielen auf. Selbst wenn man die technische Umsetzung völlig außer Acht lässt, sind die „Herausforderungen“ meisten einfach nur dröge und alles andere als fesselnd. Aber auch hier gibt es Lichtblicke, wie z.B. die Abwandlung vom bekanntet „Face Raiders“ oder einigen kurzweiligen Reaktionsspielen. Ein weiteres Manko ist der viel zu einfache Schwierigkeitsgrad. So schafft man es oftmals direkt beim ersten Anspielen eines neuen Minispiels, den höchsten der drei Highscore-Bereiche zu erklimmen. Die diesbezügliche Motivation ist also eher etwas für den Bereich der unter zehnjährigen. Diese Gruppe wird vielleicht auch so gerade eben noch beim Humor zufrieden gestellt. Ich mag durchaus den derb-infantilen Witz der bisherigen Rabbids Teile, beim aktuellen Spiel ist dieser aber nur äußerst dürftig vorhanden. Und ein paar gelegentliche Flatulenz-Geräusche reichen für gute Stimmung einfach nicht mehr aus.

 

Schnapp sie dir alle!

 

Die spektakulärste Erneuerung ist wohl das Kampf und Sammelsystem. Die rund 100 unterschiedlichen Rabbids haben zumindest in punkto Gestaltung ihren knuffelig-skurrilen Charme behalten und zeichnen sich durch schräge Kostümierung und verrückte Eigenarten aus. Aber nun zum Kampf-Modus: Durch verschiedene Elementklassen und Eigenschaften der Häschen müssen hier der Einsatz eures drei-Rabbids-starken Teams und deren einzelnen Attacken gut durchdacht sein.

Zudem erhalten eure eingesetzten Rabbids für besiegte Gegner Erfahrungspunkte, die zum Levelaufstieg führen und logischerweise in Statusverbesserungen resultieren. Die Kämpfe laufen aber nicht vollends automatisch ab. Wählt ihr einen Angriff aus, müsst ihr in einem kurzen Touchscreen-Minispiel im richtigen Moment einen rotierenden Zeiger stoppen, um so euren Angriff zu verstärken. Gleichzeitig kann dies aber auch in die Hose gehen und euer Angriff auch fehlschlagen. Ansonsten ist die Auswahl eurer Angriffe recht beschränkt, zu Beginn habt ihr pro Rabbid nur zwei unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten, welche aber im Spielverlauf ausgebaut werden.

Besiegt euer Dreier-Team das gegnerische, dürft ihr euch ein neues Rabbid eurer Kontrahenten aussuchen. Neben den Minispielen und den Kämpfen bietet Rabbids Rumble auch noch eine erfreuliche Vielzahl an AR-Minispielen mit Hilfe der 3DS Kamera. Hier können Rabbids innerhalb eures Zimmers abgeschossen werden oder innerhalb eurer Umgebung hinter imaginären Objekten aufgespürt werden.

Einen überschaubaren Multiplayermodus bietet Rabbids Rumble auch. In diesem könnt ihr eure Rabbids in den sieben verfügbaren Kampfarenen gegen die eurer Freunde antreten lassen. Das Spielprinzip bleibt das Gleiche wie im Single-Player Modus, kann aber auch (nur) für einige Runden motivieren. Die StreetPass-Funktion wird ebenfalls unterstützt: Hierbei könnt ihr mittels drahtloser Verbindung neue Rabbids von Ubisoft und euren Begegnungen erhalten und automatisch Kämpfe bestreiten.

 

Toller Sound, opulente Optik? Bwwaaaaahh!!!

 

Nun sicher ist das Spiel auf der technischen Seite kein totaler Griff ins Klo, aber die Technik ist bei weiten nicht auf der Höhe der Zeit, bzw. eines Vollpreis-Titels würdig. Die Grafik wirkt verwaschen, der 3D Effekt nutzt nicht richtig die Schärfe- und Tiefenmöglichkeit aus. Auch die teilweise recht lustigen Zwischensequenzen wiederholen sich zu oft. Obendrein hapert der Titel auch noch mit einigen Einbrüchen der Framerate, was bei der recht simplen Spielarchitektur einfach nicht passieren dürfte. Das spannendste im Spieldesign sind noch die hundert unterschiedlichen Rabbids, die alle für sich ihren eignen Witz versprühen. Auch die akustische Untermalung erklimmt wahrlich keine Höhen. Die recht fipsige und einfach gestrickte Untermalung der Minispiele kann man wohl noch verkraften. Aber leider wurde sich auch in Sachen Soundtrack keine Mühe gegeben. Hier ist es keinem zu verübeln wenn man nach einiger Zeit den Regler schlicht und einfach herunter dreht.

Teilweise wird dieses Defizit durch die Steuerung wettgemacht. Hier ist zwar keine Innovations-Revolution zu vermelden, aber immerhin hat man sich Gedanken gemacht, möglichst alle Optionen einzubinden – mitsamt Kamera und Mikrophon. Dafür gibt es dann auch eine deutliche Aufwertung in der B-Note.


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Fazit

Liebe Hasen-Verantwortliche bei Ubisoft: Das war wohl nix. Rabbids Rumble ist ein Tiefpunkt der Serie und in fast allen Belangen nicht auf der Höhe der Zeit. Dass ist doppelt ärgerlich, da viele Ideen wie die Sammelei der Hasen und die neuen rundenbasierten Kampfelement gar keine schlechte Sache sind, sondern nur schludrig und lieblos umgesetzt wurden. Kann man vielleicht trotzdem eine Kaufempfehlung aussprechen? Ich drücke es mal so aus: Falls ihr riesiger Fan der Rabbids und noch nicht im Teenager-Alter angekommen seid, sehr leichte Spiele mögt und ihr den Titel deutlich reduziert im Laden seht, dann, ja dann könnt ihr bedenkenlos zugreifen…

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

53%

Singleplayer

50%

Multiplayer

Release

15.11.2012

Developer

Headstrong Games

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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