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Reviews: Nintendo 3DS

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Professor Layton und die Maske der Wunder

Adventure

14.11.2012

Autor: Christian Kohls

 

Nachdem die letzten Layton Teile leider immer ein wenig schlechter wurden, und die Auflösung bei „Der Ruf des Phantoms“ wahrlich als lächerlich bezeichnet werden darf, ging ich mit einer gewissen Skepsis an den neuesten Teil mit dem pfiffigen Professor heran. So viel sei vorweg verraten: so ganz hanebüchen und unlogisch ist die Erklärung der Ereignisse in die Maske der Wunder zum Glück nicht, auch wenn es natürlich auch in diesem Spiel wieder eine Menge Ungereimtheiten gibt.

 

 

Ein maskierter Gentleman

 

Die Handlung wird losgetreten als unser guter Professor einen Brief seiner alten Freundin Angela, welche er seit 18 Jahren nicht gesehen hat, bekommt. In diesem Brief bittet sie um Hilfe bei der Aufklärung eines Geheimnisses: Ein maskierter Gentleman, wie er sich selbst nennt, terrorisiert die Stadt Monte d'Or mit seinen Wundern welche Menschen verschwinden lassen oder Gemälde zum Leben erwecken. Die Macht diese Wunder zu erschaffen soll von der Maske die der Gentleman trägt ausgehen, der Maske des Chaos. So schnappt sich der Professor also seinen Lehrling Luke und seine Assistentin Emmy, verlässt die staubigen Vorlesungssäle und macht sich auf dem Weg nach Monte d'Or.

 

Kaum ist unsere Heldengruppe dort angekommen, werden sie auch schon Zeuge von einem Wunder des Gentleman. Dieser prophezeit das baldige Ende der Stadt und lässt auf einem belebten Platz Menschen zu Stein erstarren nur um danach mit Schwingen über die Dächer zu flüchten. Unsere Gruppe verfolgt den Maskierten auf Pferden. Ganz untypisch für die Serie startet ein Minispiel, in dem es auf Geschicklichkeit ankommt und ihr auf dem Rücken des Pferdes Fässern ausweichen und Fahnen einsammeln müsst. Letztendlich ist der Gentleman aber schneller als der Maskierte und Hinweise auf dessen Identität müssen gesammelt werden. Im Laufe des Abenteuers erfahrt ihr so, wer hinter der Maske steckt, inwiefern Layton selbst in die Geschichte verwickelt ist und was es mit einer zweiten Maske, der Maske der Ordnung, auf sich hat.

 

 

Der junge Layton

 

Erstmals in der Serie wird die Geschichte komplett in zwei verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Der Handlungsstrang der Gegenwart, in der Professor Layton dem maskierten Gentleman hinterher jagt wird hin und wieder von längeren Abschnitten aus Laytons Vergangenheit unterbrochen. Gerade diese Abschnitte, in denen Layton gerade einmal 17 Jahre alt ist und einen uralten Schatz sucht, sind dabei besonders interessant. Gerade für langjährige Fans der Serie halten diese Sequenzen die ein oder andere Überraschung parat, unser lieber Herr Professor fand nämlich früher Rätsel und Archäologie alles andere als gut.

 

Mit der Zeit werden die Zusammenhänge dieser beiden Zeiten deutlich, so wurde die Stadt Monte d'Or vor 18 Jahren gegründet, also genau in der Zeit, seit der Angela und Layton keinen Kontakt mehr hatten. Außer Angela gibt es viele Personen welche in beiden Handlungssträngen erscheinen. Im Großen und Ganzen ist die Story, durch die gute Erzählstruktur und den vielen spannenden Verbindungen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, eine der besten aus der gesamten Reihe.

 

 

Rätsel, Rätsel, Rätsel

 

Am eigentlichem Gameplay hat sich auch im neuesten Abenteuer nichts geändert. Noch immer reist ihr durch überwiegend statische Bildschirme, sucht diese nach Hinweismünzen und Rätseln ab und unterhaltet euch mit verschiedenen Personen. Einiger der Figuren sehen natürlich wieder einmal Wunderbar skurril aus. Bei den Gesprächen mit den Bürgern und Touristen Monte d'Ors winken nicht nur Informationen sondern häufig auch neue Rätsel.

 

Apropos Rätsel: Diese sind auch bei „Die Maske der Wunder“ der Hauptbestandteil des Spiels. Nahezu jeder Bürger, mit dem ihr sprecht, hat eines für euch auf Lager, womit ihr letztendlich bis zu 150 Rätsel lösen könnt. Wo bei der Story mal etwas frischer Wind rein gekommen ist, herrscht bei den Rätseln staubige Gewohnheit. Ein großer Teil der Rätsel gab es so, oder so ähnlich schon mal in einem Vorgänger. Dazu kommt, dass viele Rätsel viel zu leicht sind oder durch simples rumprobieren oder durch Ausschliessverfahren gelöst werden können. Falls ihr nun doch einmal nicht weiter wisst so könnt ihr Hinweismünzen gegen Tipps eintauschen, welche euch das Knacken des Rätsels erleichtern. Bis zu vier solcher Tipps sind pro Rätsle möglich. Von den Hinweismünzen habt ihr im Übrigen mehr als genug, selbst wenn ihr nur mäßig danach suchen solltet.

 

Jedes Rätsel ist zudem eine bestimmt Anzahl an Pikarat wert, welche ihr nach dem knacken des Rätsels einstreicht. Wenn ihr genug Pikarat gesammelt habt könnt ihr einige zusätzliche Inhalte freischalten, auch das sollte hinlänglich aus den Vorgängern bekannt sein.

 

Schade ist auch, dass die Rätsel nur äußerst selten direkt in die Story eingebunden sind. Die meisten Personen von denen ihr die Rätsel erhaltet kommen nur gerade an eben diesem nicht weiter. Aber auch dies ist ja leider schon immer so in der Serie.

 

Wem die 150 Rätsel des Spiels noch immer nicht reichen, der wird ein Jahr lang jeden Tag mit einem herunterladbaren Rätsel versorgt, dass sind sage und schreibe 365 extra Rätsel. Diese sind in 20 verschiedene Kategorien aufgeteilt. In jeder Kategorie müsst ihr andere Aufgaben erfüllen. Zur Veröffentlichung dieses Tests sind allerdings erst Rätsel in den ersten 10 Kategorien erschienen. Die bisher erschienenen Rätsel waren allesamt sehr einfach und schnell zu lösen. Die schwierigeren Aufgaben werden also wohl erst im Laufe des Jahres erscheinen. Als kleine Belohnung erhaltet ihr manchmal ein Möbelstück welches in ein Wohnzimmer gestellt wird. Somit könnt ihr nach und nach das Zimmer einrichten.

 

Eine Neuerung im Gameplay gibt es zum Glück doch und dies ist auch der heimliche Höhepunkt im Spiel: Im Laufe des Abenteuers betretet ihr einen Dungeon, welcher euch etwa zwei Stunden beschäftigen wird. Das Besondere an diesem Dungeon ist die Art wie ihr euch darin bewegt. Das Spiel gleicht mit seiner Sicht von Oben auf das Spielgeschehen und der direkten Steuerbarkeit mit dem Steuerkreuz eher einem RPG als Professor Layton. Natürlich gibt es auch in diesem Dungeon allerhand Rätsel zu lösen. Auf eurem Weg immer tiefer hinab könnt ihr klassische Rätsel und Hinweismünzen ausgraben, aber auch Schieberätsel lösen. In einigen Räumen gibt es auch Mumien welche versuchen euch zu fangen und welche es auszutricksen gilt.

 

Neben diesem Dungeon ist im Bereich des Gameplays (bis auf eine für den 3DS angepasste Steuerung) absolut alles wie bei den Vorgängern. Gewisse Abnutzungen des Spielprinzipes sind deutlich zu spüren.

 

 

Des Professors Koffer

 

Der obligatorische Koffer, welcher als Menü fungiert, darf auch bei der Maske der Wunder nicht fehlen. Auch hier ist alles beim Alten. Ihr könnt die Notizen des Professors zum Spielgeschehen ansehen oder auch die bereits entdeckten Rätsel noch einmal lösen.

 

Das wichtigste sind aber wieder die drei besonderen minispielartigen Rätsel welche im Koffer platz finden. Beim ersten müsst ihr einen Roboter durch einen Hindernisparcours auf ein Zielfeld lotsen. Der Roboter kann sich mit jedem Zug allerdings immer nur genau drei Felder weit bewegen, was eure Aufgabe erschwert. Im zweiten Rätsel müsst ihr die Auslagen eines Geschäftes so anordnen das sich aneinander anliegende Gegenstände immer genau ein Attribut wie die Farbe teilen. Das letzte Rätsel beschäftigt sich mit der Dressur eines Hasen. Wenn ihr diesem genug Tricks beigebracht habt müsst ihr in einem Theaterstück die zur Geschichte passenden Aktionen ausführen.

 

Diese drei Rätsel sind allesamt einigermaßen spaßig können mehr als die des direkten Vorgängers motivieren.

 

 

Präsentation

 

Der 3D Effekt ist sehr gut gelungen. Die Figuren, welche jetzt mit 3D-Modellen dargestellt werden, wirken sehr plastisch. Gerade in den hin und wieder eingestreuten Zeichentrick Sequenzen verpasst man wirklich etwas, wenn man den 3D Effekt ausschaltet. Der Rest ist dann wieder Layton-typisch: schicke und detailreiche Hintergründe, aber auch hier keine Weiterentwicklung in Sicht.

 

Die akustische Untermalung passt sehr gut zum Spielgeschehen und besitzt eingängige Musikstücke. Gerade das Rätselthema kann man sicher bald mit summen. Die deutschen Sprecher sind auch die gleichen wie in den Vorgängern, wodurch die Sprachausgabe in Ordnung geht aber alles andere als überragend ist.

 

 

Logik

 

Nun einmal aber noch etwas über die logische Aufklärung des ganzen Falles. Die oben genannten Wunder werden alle mit mehr oder weniger logischen Erklärungen aufgelöst. Allerdings gibt es innerhalb dieser doch teils arge Logiklücken. Um ein sehr Spoiler armes Beispiel zu nennen: es gibt einen für ein Wunder relevanten Ort im Spiel welcher relativ groß ist. Diesen Ort kennt allerdings scheinbar niemand, obwohl dieser direkt an der Stadt liegt, weder unterirdisch oder sonst etwas ist und sehr nah ein sehr belebter Ort existiert.

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

So langsam tritt die Serie um den Rätsel lösenden Professor auf der Stelle. Die Rätsel fühlen sich alle so an als ob man diese schon hundert mal gelöst hätte, dort fehlen einfach neue Ideen. Das was diesen Teil der Serie rettet ist die spannende Geschichte, die für Layton Fans sicherlich eine der besten der gesamten Reihe ist. Ebenso war der Part in dem Dungeon eine schöne neue Idee die durchaus noch ausbaufähig gewesen wäre. Nur warum ist der beste Teil am Spiel etwas welches sich komplett vom typischen Layton Spielen unterscheidet? Für die Zukunft müssen viele neue Ideen her, ansonsten sieht es für die Serie düster aus.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

77%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.10.2012

Developer

Level-5

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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