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Reviews: Nintendo 3DS

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Sherlock Holmes - Geheimnis der gefrorenen Stadt

Adventure

13.11.2012

Autor: Mario Kablau

 

 

London liegt auf Eis!

 

London ist ja für vieles bekannt, zum Beispiel sein schlechtes Wetter. So schlecht wie im Setting vom "Geheimnis der gefrorenen Stadt" ist es jedoch eher selten. Dort fegt nämlich ein Sturm über die Stadt hinweg, der das kälteste Wetter aller Zeiten mit sich bringt, sogar die Themse friert zu und das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Da es Vermutungen gibt, dass dieser Sturm keine natürlich Ursache haben könnte, wird der Meisterdetektiv Sherlock Holmes zur Hilfe gerufen.

 

Und da kommt der Spieler ins, äh, Spiel. Wir sollen gemeinsam mit Holmes und Watson das Geheimnis aufklären, dass schon im Intro keins mehr ist. Dort wird nämlich schnell klar, dass eine außer Kontrolle geratene Maschine für das schlechte Wetter verantwortlich ist. Mit vier Sensoren beeinflusst diese das Wetter in den vier Himmelsrichtungen. Der Erfinder ist zwar begeistert von der Funktionsfähigkeit seiner Maschine, gesteht jedoch ein, dass es derzeit etwas chaotisch ist.

 

Woran liegt's? Die Kontrollkristalle sind gestohlen worden, ohne die kann man die Maschine nicht bedienen. Der Spieler muss nun also die Kristalle finden und London sein "gutes" Wetter zurück geben.

 

 

Ein Layton-Klon?

 

Im ersten Moment kommt einem das Spiel wirklich wie eine Kopie von Professor Layton vor, unterm Strich ist es aber dann doch sehr anders. Man klickt sich zwar mit dem Touchpen durch verschiedene Umgebungen und muss Puzzle lösen, um voran zu kommen, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Bei Sherlock Holmes geht es darum, in den verschiedenen Bereichen Dinge zu finden, die dann dazu führen, dass ein Rätsel erst verfügbar wird.

 

Ein Beispiel: Ihr müsst an einen Behälter ran kommen, der jedoch zu hoch hängt. Der Apparatur, die ihn für euch erreichen könnte, fehlen aber drei Zahnräder. Also müsst ihr diese in der Umgebung erst suchen. Doch auch diese können wiederum so versteckt sein, dass man dafür zum Beispiel Teile eines Bauplans braucht, um einen Tresor zu öffnen, in dem eins der Zahnräder liegt. Für den Bauplan braucht man dann vielleicht ein paar andere Dinge, um das letzte fehlende Teil von einem NPC zu bekommen. Und so klickt man sich also die ganze Zeit munter durch die statischen Bildschirme, durchsucht die Umgebung und nimmt mit, was man findet.

 

Im Inventar wird zum Glück immer gleich angezeigt, wie viele Gegenstände eines Typs man finden muss. So weiß man immer, ob sich der Rückweg schon lohnt. Denn herumlaufen muss man im Spiel eine ganze Menge. Doch auch hier wird man unterstützt: Die Räume, in denen es etwas zu tun oder zu entdecken gibt, sind auf der Karte mit Ausrufezeichen versehen. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch, dass man einfach nur nach und nach alle Räume abklappern muss, um alles zu finden. Wirklich denken muss man dabei nicht.

 

Ähnlich ist es bei den Puzzles, die die Entwickler wohl absichtlich nicht "Rätsel" genannt haben. Es sind nämlich wirklich keine Denkaufgaben, sondern Probierspiele. So muss man hin und wieder ein klassisches Solitaire lösen, Steine verschieben, Codes durch herumprobieren knacken und und und. Ich fand die Puzzle teilweise so blöd, dass ich einfach nur blind auf dem Bildschirm rumgetippt habe, bis ich es irgendwann gelöst hatte. Wenn das nicht passiert ist, kann man jedes Rätsel zum Glück auch nach ca. 2 Minuten einfach überspringen. Klingt nach Spaß, oder?

 

 

Es wird noch besser: Die Steuerung!

 

Wenn schon das Gameplay keinen Spaß macht, dann kann man sich doch wenigstens bei der Steuerung Mühe geben. Ja, das dachten sich wohl auch die Entwickler und haben sich deshalb etwas ganz Neues einfallen lassen. Warum auch sollte man so ein Spiel auf die bekannte und bewährte Art für einen Handheld mit Touchscreen steuern, wenn man es auch wie auf dem PC machen kann...

 

Per Touchpen steuert man nämlich einen Zeiger auf dem oberen Bildschirm. Also legt man den Stift zum Beispiel genau in die Mitte des Touchscreens, dann zeigt der Zeiger auch auf dem oberen Bildschirm genau in die Mitte. Um etwas anzuklicken, muss man den Stift vom Bildschirm nehmen, was in etwas so intuitiv ist, wie eine offenen Flasche zu zudrehen, um etwas daraus zu trinken. Ständig verrutscht man beim Abheben des Stiftes, so dass man von vorne anfangen muss, unten genau den Punkt zu suchen, den man oben finden muss. Ganz großes Kino!

 

Ich habe mich auch nach den etwa vier Stunden bis zum sehr abrupten und unbefriedigenden Ende nicht daran gewöhnt und wollte immer wieder einfach auf den Bildschirm tippen, um etwas anzufassen, was dann aber jedes Mal dazu führt, dass der Zeiger irgendwo hin springt.

 

 

Grafik und Sound!

 

Grafisch ist das Spiel ganz ordentlich. Die handgezeichneten Hintergründe und Figuren sehen echt toll aus. Leider krankt es jedoch daran, dass alles viel zu statisch ist. Es bewegt sich so gut wie nichts, so dass es sehr schnell irgendwie langweilig fürs Auge wird. Daran ändert auch der gute 3D-Effekt nichts, durch den die ganze, eigentlich flach gezeichnete Umgebung eine schöne Tiefenwirkung bekommt.

 

Die Musik ist nicht wirklich der Rede wert. Einige belanglose Melodien dudeln die ganze Zeit vor sich hin, so dass ich den Ton nur hin und wieder überhaupt an hatte, um zu hören, ob es nicht vielleicht zwischenzeitlich spannend geworden ist. Ist es natürlich nie. Sprachausgabe gibt es keine, was dem Spiel irgendwie den letzten Sargnagel verpasst.

 

 

Meckerecke

 

Ich habe zwar schon viel gemeckert, aber ein paar letzte Punkte habe ich dann doch noch: Wenn man schon ein Spiel macht, bei den der Spieler eigentlich nur Klicker ist, dann sollte man doch zumindest nichts von einem fesselnden Kriminalfall, knackigen Puzzeln und harten Kopfnüssen schreiben. Selbst 3jährige dürften das Spiel nämlich irgendwann schaffen, weil man einfach nur blöd herum klicken muss, um irgendwann das Ziel zu erreichen. Außerdem bekommt man so viel Hilfe, die man nicht ausschalten kann, das man wirklich kein Gehirn mehr braucht.

 

Auch sind die Puzzle viel zu nervig. Oft sind es einfach nur stupide Aufgaben, die einfach nur nerven. Dann legt man den Handheld einfach zwei Minuten zur Seite und kann die Aufgabe dann überspringen. Wieso baut man keine Tipps oder andere Hilfen ein? Einfach nur warten, um dann um eine Aufgabe herum zukommen, wenn sie zu sehr nervt, spricht nicht dafür, dass die Entwickler selbst vom Spielprinzip überzeugt waren.

 

Zuletzt will ich noch über das Ende motzen, jedoch ohne zu spoilern. Da wird es einmal im Spiel spannend, weil etwas unerwartetes passiert und dann muss man noch ein Puzzle lösen und befindet sich plötzlich wieder im Hauptmenü. Keine Info darüber, dass man am Ende ist, kein Abspann, gar nichts. Wer weiß, vielleicht habe ich irgendwas falsch gemacht und es gar nicht erst geschafft. Dann sollte man den Spieler aber darauf hinweisen und nicht einfach am einzigen spannenden Moment fragen: Neues Spiel, Weiterspielen, StreetPass...

 

 

Vielen Dank an Koch Media für das Testmuster.


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Fazit

Sherlock Holmes - Geheimnis der gefrorenen Stadt ist für mich echt ein großes Rätsel. Wenn man sich schon viel Mühe gibt, Hintergründe und Figuren von Hand zu zeichnen, warum geht man dann nicht einen Schritt weiter und denkt sich auch eine fesselnde Geschichte aus, macht die Steuerung so, wie sie sich auf dem 3DS bewährt hat und nimmt auch bei der Akustik ein wenig Arbeit auf sich? Fragen, die wir vermutlich nie beantwortet bekommen. Was ich euch nur raten kann: Kauft dieses Spiel nicht, Layton ist besser, sogar der vierte Teil!

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

sch...

Spielspaß

schwach

43%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.10.2012

Developer

Frogwares

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

nicht bekannt

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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