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Reviews: Nintendo 3DS

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Mario Tennis Open

Sport

10.06.2012

Autor: Sascha Zhivkov

 

 

Advantage Mario!

 

Im Laufe der Jahre hat Mario viele Sportplätze dieser Welt erobert. Mit Mario Tennis Open auf dem 3DS kehrt der Klempner zum vierten Mal auf die Tenniscourts zurück.

 

Mario Tennis Open beinhaltet eine ganze Reihe unterschiedlicher Spielmodi: Man kann im Einzel und Doppel gegen computergesteuerte Gegner in insgesamt acht Turnieren mit jeweils drei Runden antreten. Hierbei spielt man auf abwechslungsreich gestalteten Courts, die das gesamte Universum der Charaktere abdecken - vom Pilzcourt bis zum feurigen Gittercourt Bowsers ist da alles dabei. Alternativ können auch einzelne Matches ausgetragen werden, wobei die KI-Stärke einstellbar ist. Wer keine Lust hat, die Kugel alleine zu schieben, kann sich im lokalem Multiplayer und in Online-Matches messen. Zuletzt hat sich Nintendo vier mehr oder weniger spaßige Minispiele ausgedacht.

 

 

Gameplay: Vereinfachung = Verschlimmbesserung?

 

Wie aber gestalten sich die Partien auf dem Court? Das erste, altehrwürdige Mario Tennis auf dem N64 kam noch ohne all die Glücksschläge des Nachfolgers auf dem GameCube aus, und bot durchaus herausfordernde Matches im höchsten Schwierigkeitsgrad. Die grundlegenden Schlagvarianten haben sich seither nicht geändert: Topspin (mit rotem Schweif), Slice (mit blauem Schweif), hart und glatt (mit lila Schweif), Stop und Lob. Jeder der insgesamt 12 Charaktere hat dabei leicht unterschiedliche Stärken und Schwächen: So ist Yoshi zum Beispiel sehr flink, Mario ein Allrounder und Donkey Kong sowie Bowser sehr kräftig, dafür aber langsam.

 

Leider hat der Entwickler Camelot zwar die (gute) grundlegende Mechanik übernommen, sie aber an vielen Punkten so vereinfacht, dass oft der Anspruch verloren geht. So zeigt einem das Spiel regelmäßig bunte Kreise an. Schlägt man innerhalb des Kreises mit der richtigen Schlagart (also z.B. rot für Topspin), entlädt die Figur einen besonders starken "Glücksschlag", gegen die die KI oft alt aussieht. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, aber dass man zum Beispiel durch Drücken des X-Knopfes immer automatisch den "richtigen" Schlag spielt, ist schon des Guten etwas zu viel. Standardmäßig muss man sich dank eingeschaltetem Gyrosensor nicht mal aktiv ums Laufen kümmern, und führt nur noch die Schläge selbst aus. Den Sensor kann man zum Glück abschalten (muss dies aber bei jedem neuen Durchgang aufs Neue oder einmal "richtig" im Hauptmenü tun!), die Glücksschläge sind jedoch fester Bestandteil des Spiels.

 

Was den Schwierigkeitsgrad angeht, versprühen die frühen Turniere nur gähnende Langeweile. Die ersten vier Cups sind problemlos zu schaffen. Danach schaltet man die "Stern"-Varianten des eigenen Spielers frei, und erlebt in den zweiten vier Cups langsam aber sicher fordernde Duelle. Nur die letzten beiden Turniere empfand ich jedoch so schwer, dass ich sie als Herausforderung und spaßig bezeichnen würde.

 

Die Präsentation des Spiels ist hingegen durchweg gelungen: Die Charaktere bewegen sich sehr geschmeidig über den Platz, sowohl in 2D als auch 3D sehen Animationen und Effekte wirklich gut aus. Passend zum jeweiligen Court oder der Spannung (z.B. beim Matchball) passt sich die Musik mit allerlei geremixten bekannten Stücken aus vielen Mario-Titeln der Situation an.

 

 

Die Gimmicks: Freischaltbare Tennisobjekte und Minispiele!

 

Der Entwickler preist in seiner Werbung, dass über 200 Objekte freigeschaltet werden können, die dann dem eigenen Mii angelegt und im Match ihren Einsatz finden. Die Objekte schaltet man beispielsweise durch Siege im Turniermodus frei, muss sich jdoch für ihren Kauf zusätzlich Münzen in den diversen Minispielen verdienen. Yoshi-Schläger, Mario-Outfit und Goomba-Mütze besitzen alle verschiedene Eigenschaften, die dann dazu dienen, den Mii-Charakter einen Spielstil zu geben. Die Unterschiede fühlen sich jedoch minimal an, und so entsteht leider kein echter Sammeltrieb. Hier hat man wirklich Potential verschenkt.

 

Macht es denn Spaß, die benötigten Münzen für die Objekte zu erspielen? Die Antwort ist ein klares "jein": Während man im sehr coolen Modus "Super Mario Tennis" das erste Level von Super Mario Bros nachspielt und mit Tennisbällen Gegner und Münzen beschießt, gähnt man beim "Tinten-Piranha-Training" nach kurzer Zeit vor sich hin. Mit dem aus Super Mario Galaxy bekannten Luma die Filzkugel zu schlagen und dabei die immer wieder auftretenden schwarzen Löcher im Platz zu vermeiden, macht da bei den "Galaktischen Ballwechsel" schon mehr Spaß. "Ringschießen" gab es so ähnlich schon beim allerersten Mario Tennis. Letztlich sind die Minispiele definitiv ein nette Abwechslung für zwischendurch.

 

 

Online-Funktionen!

 

Mit Mario Tennis Open kommt die Serie zum ersten Mal in den Genuss einer Online-Multiplayer-Erfahrung. Die Verbindungen klappen bei mir reibungslos, Lags konnte ich nicht feststellen. Sowohl das Spiel mit Freunden als auch fremden, zufälligen Gegnern klappte an sich reibungslos. Leider gibt es keine Möglichkeit, letztere zufällige Gegner zu speichern. Ein großes Manko ist hingegen, dass nicht zwischen Spielern unterschieden wird, die den Gyrosensor ein- oder ausgeschaltet haben. Das verzerrt die Partien leider.

Wer daheim zocken möchte, darf sich freuen: Für ein zu viert ausgetragenes Doppel ist nur ein einziges Modul notwendig. Sehr löblich! Auch Einzelmatches und sogar "Ringschießen" sowie "Super Mario Bros" sind zusammen spielbar. Und der mögliche Sieg gegen menschliche Gegner motiviert ja bekanntlich immer am meisten!

 

 

Zweitmeinung von Mario

 

Prinzipiell kann ich Sascha nur zustimmen, sehe aber auch einges etwas anders, daher melde ich mich auch noch zu Wort. Ja, das Spiel ist gut und macht auch Spaß, aber durch die farbigen Kreise ist es wirklich viel zu leicht. Ich hab zum Beispiel an einem Abend alle Charakter zu Star-Spielern gemacht, dazu muss man nur das letzte "normale" Turnier mit alle spielen. Dabei habe ich nicht ein Satz, ja nicht mal ein Spiel abgegeben. Geht's noch? EInfach langweilig!

 

Dagegen finde ich die Minispiele sehr gelungen, vor allem das Ringspiel hat mich echt motiviert. Diese vier Spiele sind nämlich die (fast) einzige Möglichkeit, neue Charaktere zu erhalten, wenn man die jeweils höchste Stufe schafft. Das war im Gegensatz zu den Turnieren eine wirklich gelungene Herausforderung, die mir lange Spaß gemacht hat. Im jeweiligen Endlos-Modus der Minispiele kann man dann noch ganze Kostüme für das Mii freischalten, auch das hat mich ziemlich lange motiviert. 800 Punkte beim Ringspiel zu bekommen ist kein Pappenstiel. Allerdings muss ich Sascha auch Recht geben, ein echter Sammlertrieb wird durch die Gegenstände nicht wirklich geweckt.

 

Einen genialen Punkt möchte ich auch noch erwähnen: Die Yoshi-Jagd. Über QR-Codes, die Nintendo im Netz versteckt hat, lässt sich Yoshi in unterschiedlichen Farben freischlaten. Um die Codes zu scannen muss man im Profilbildschirm gleichzeitig die Starttaste und die Oben-Taste des Steuerkreuzes drücken und schon ist man im Kamera-Modus und kann den Code scannen. Wenn ihr den weißen, blauen und schwarzen haben wollt, dann findet ihr die Codes dazu rechts in der Bildergalerie. Oder ihr folgt den Spuren von Nintendo. ;-)

 

Zum Abschluss soviel von mir: Mario Tennis Open ist ein gutes Mario Sportspiel, aber mir - ähnlich wie Mario Kart 7 - einfach zu Casual. Nach etwa drei Tagen mit dem Spiel war bei mir die Luft raus. Online-Gaming ist zwar gut, aber man kann ja nicht mal Turniere spielen... Meh!

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Mario Tennis Open hat bei mir insgesamt einen ernüchternden Eindruck hinterlassen. Es ist nie ein Kompliment, wenn man das Gefühl hat, seit dem Vorvorgänger auf dem Nintendo 64 habe sich nicht viel verbessert. Letztlich gibt es nicht genug zu tun, um den Spieler für länger als ein paar Stunden zu beschäftigen. Natürlich könnte man mit jeder Figur jeden Cup gewinnen, was aber nur halb so viel Spaß macht, wenn sechs von acht so leicht sind. Letztlich wurde zwar die gute Spielmechanik der Vorgänger übernommen und glücklicherweise wieder etwas mehr Wert aus "Realismus" anstatt Powerschläge gelegt, dennoch fehlt Mario Tennis Open zum Beispiel ein etwas ausgereifterer Karierremodus oder eine sinnvolle Verwendbarkeit der ganzen freizuspielenden Items. Unterm Strich bleibt kurzweilige Unterhaltung, die nur im lokalen Multiplayer auch länger an den 3DS fesseln kann.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

77%

Multiplayer

Release

25.05.2012

Developer

Camelot

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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