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Reviews: Nintendo 3DS

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Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers

Musik

05.04.2012

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Phantom auf der Suche nach seinem Vater!

 

Raphaël ist alles, nur kein gewöhnlicher Junge. Seit sein Vater ihn vor drei Jahren verlassen hat, ist er auf sich alleine gestellt. Doch er ist nicht etwa in einem Heim gelandet, sondern in einer außergewöhnlichen Rolle. Verkleidet als Phantom R raubt er regelmäßig Kunstgegenstände aus den verschiedenen Museen der Stadt Paris. Die Polizei konnte ihn bisher nicht schnappen, er ist einfach zu flink und geschickt. Komisch ist vor allem, dass die gestohlenen Kunstwerke nach kurzer Zeit wieder an ihrem alten Platz auftauchen. Mysteriös!

 

Der Spieler schlüpft in dem Moment in die Rolle von Raphaël als er den ersten Hinweis auf seinen Vater findet: eine Münze. Er hat nämlich nie aufgegeben, ihn zu finden und zu erfahren, warum er vor drei Jahren gegangen ist. Und so begleiten wir den jungen Mann auf seinen Raubzügen durch Paris und finden nach und nach alles über ihn heraus. Natürlich treffen wir auf der Reise auch auf einige Probleme, Napoleon ist eins davon. Ob wohl der Kaiser des französischen Reichs eigentlich schon seit fast 200 Jahren tot ist, macht er auf einmal mit seltsamen Rittern die Stadt unsicher.

 

Auch wenn die Geschichte an sich spannend klingt, ist sie das leider nicht wirklich. Das Problem sind die Linearität und die Erzählweise. Da man einfach mitten in die Geschichte geschmissen wird, ist es schwer, mit Raphaël mitzufühlen. Man kennt ihn einfach nicht wirklich und hat daher auch keine wirkliche Bindung mit dem Charakter. Diese entsteht auch im Laufe des Abenteuers nicht wirklich, weil man stets das Gefühl hat, ihn nur zu begleiten, statt selbst in seine Rolle zu schlüpfen.

 

Man bekommt nämlich vom Spiel laufend gesagt, wo man als nächstes hin muss und kriegt auch oft bei den musikalischen Kleinaufgaben so viele Tipps, dass man es gar nicht verhunzen kann. Es fühlt sich daher so an, als würde man neben ihm herlaufen und einfach nur beobachten, was er tut. Dazu kommt auch noch, dass man dreister kaum klauen könnte, aber darauf gehe ich gleich noch genauer ein.

 

 

Ganz Paris liegt dir zu Füßen!

 

Auch wenn man sich theoretisch in der ganzen Stadt frei bewegen kann, hat man nie das Gefühl von Freiheit. Warum? Weil man einfach alles vorgekaut bekommt. Es gibt verschiedene Pfade, die man per Steuerkreuz oder Schiebepad gehen kann, jedoch ist der, den man aktuell nehmen soll, immer rot eingefärbt, während die anderen gelb sind. Oft verbietet einem das Spiel sogar einen anderen Weg einzuschlagen. Freiheit sieht anders aus... Aber das ist ja zum Glück nicht das einzige, was man im Spiel zu tun hat.

 

Insgesamt 50 musikalische Aufgaben haben Rafaël, sein Hund Fondue oder ein anderer Charakter, den ich hier aber nicht spoilern will, zu lösen. Dabei geht es stets darum, dem Rhythmus zu folgen und im richtigen Moment das zu tun, was das Spiel von einem will. In manchen Aufgaben muss man so mit dem Touchpen auf den Bildschirm tippen oder über ihn ziehen. Andere Aufgaben verlangen einen Druck auf Tasten und wieder andere werden durch die Bewegung des Handhelds selbst gesteuert.

 

Wie für ein solches Spiel üblich, ist es an sich viel wichtiger, der Musik zu folgen als auf den Bildschirm zu blicken. Den Kommandos zu folgen ist dann nämlich meistens viel einfacher. Zum Glück sind die Aufgaben recht abwechslungsreich, es gibt nur wenige Wiederholungen. Unterm Strich würde ich sagen, dass es etwa 30 wirklich verschiedene Musikspiele sind.

 

Je besser man sich anstellt, desto mehr Punkte gibt es, stellt man sich zu blöd an, dann scheitert der Versuch und man muss es erneut versuchen. Da sich der Schwierigkeitsgrad nicht ändern lässt, muss man sich dann Hilfestellungen dazu kaufen, sollte man alleine nicht klar kommen. So lässt sich gegen Münzen zum Beispiel die Toleranz der Erkennung erhöhen, so dass man nicht so leicht vollkommen daneben liegt. Münzen? Wo kommen die denn her?

 

Diese sind auf dem Touchscreen versteckt. Das Spiel ist so aufgebaut, dass man oben die Karte der Stadt bzw. des aktuellen Gebäudes sieht und unten die Detailansicht des aktuellen Standortes. Dort stehen nicht nur Leute rum, die man antippen kann, um mit ihnen zu reden, sondern es sind auch allerhand Gegenstände versteckt. So zum Beispiel kleine Geschenkpakete, die einige Münzen enthalten. Dazu gibt es noch versteckte Notenblätter, die sehr schwer zu finden sind und Geräusche, die Raphaël aufzeichnen und so mitnehmen kann. Diese braucht man in der Story hin und wieder und außerdem um ein geheimnisvolles Musikinstrument zu komplettieren.

 

Blöd ist nur, dass dieses „einfache“ Verstecken auf dem Touchscreen bloß dazu führt, dass man einfach auf jedem Bild wie wild mit dem Touchpen herum tippt, bis man alles gefunden hat. Das erinnert mich total an Layton und die dortigen Hinweismünzen. Und auch sonst sollte euch einiges vom bisher Geschriebenen an den englischen Professor erinnern, das Spiel ist bis auf die Musikspiele quasi eine 1:1 Kopie der Reihe von Nintendo. Das geht sogar soweit, dass man hin und wieder auch kleine Rätsel lösen muss, zum Beispiel um geheime Türen zu öffnen. Diese haben zwar immer einen Bezug zur Musik, aber es sind und bleiben trotzdem Denksportaufgaben.

 

 

Kämpfe und StreetPass

 

Daneben gibt es auch noch einen lokalen Multiplayer über die drahtlose 3DS-Verbindung. Der ist aber eher vernachlässigbar, denn es probieren sich einfach nur beide parallel an einem der nur acht wählbaren Tanzspiele und am Ende werden die Punkte verglichen. Hat nur einer das Spiel, dann kann man es dem anderen per Download-Spiel schicken, dann gibt es jedoch auch nur drei Musikspiele zur Auswahl. Das ist also eher schwach...

 

StreetPass ist zwar an sich eines der Besseren, aber immer noch nicht wirklich gut. Trifft man unterwegs Leute, die das Spiel haben, dann wird der Highscore eines Spiels angezeigt, den man dann in einem Versuch schlagen muss. Schafft man das, bleibt die Figur im eigenen Paris. So füllt sich die Stadt dann nach und nach mit Fans. Je mehr man sammelt, desto öfter kommen hier auch besondere Gäste mit speziellen Aufgaben. Wie gesagt: Nett, haut aber keinen vom Hocker.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Nicht nur spielerisch bietet das Spiel wenig bis nichts eigenes, auch die Grafik sieht dem offensichtlichen Vorbild sehr ähnlich. Die Charaktere sind in Dialogszenen ebenso platt, die Hintergründe wecken Erinnerungen und die französische Musik könnte auch die aus einem Layton-Spiel sein. Okay, hier passt sie wenigstens besser als in der sonst eher englischen Reihe. Außerdem ist die Sprachausgabe konsistent, die englisch sprechenden Charaktere haben zumindest einen französischen Akzent, auch wenn das bei genauerem Nachdenken absolut keinen Sinn ergibt.

 

Nichtsdestotrotz ist die Technik nicht schlecht, die Umgebungen sind sehr abwechslungsreich und die Charaktere toll gezeichnet. Auch die Zwischensequenzen passen sehr gut und sehen wirklich toll aus, auch wenn sie natürlich an du-weißt-schon-was erinnern... Zu Meckern habe ich allerdings auch was: Den 3D-Effekt finde ich vollkommen überflüssig, weil die Charaktere wie gesagt platt sind. Daher wirken sie einfach wie eine flache Scheibe auf einem tiefen Hintergrund, das wirkt in meinen Augen irgendwie nicht so gut. Zusätzlich stört der Effekt in den Musikspielen eher, da man sehr schnell den Fokus verliert, wenn man auf den Bildschirm guckt.

 

Musikalisch ist das Spiel allerdings wirklich gut gelungen, der Rhythmus kommt in den Aufgaben gut rüber und auch außerhalb dessen ist alles sehr gut untermalt. Dazu kommt eine sehr gute Sprachausgabe, die jedoch in meinen Augen zu selten zum Einsatz kommt. Die Layton-Spiele bieten da auf jeden Fall mehr, und dabei hat Rhythm Thief gar nicht so viel Text, das Spiel ist nämlich recht kurz.

 

Ich habe für das Abenteuer etwa 6-7 Stunden benötigt und dabei sogar so gut wie alles einsammeln können. Die insgesamt 60 Geräusche hatte ich ebenso alle wie die 18 geheimen Notenblätter. Nur einige der versteckten Soundfiles habe ich nicht gefunden. Und da das auch nicht wirklich belohnt wird, denn den Soundtrack möchte ich mir nicht zwingend einfach so anhören, ist für mich damit nun die Luft raus. Daran ändert auch der Marathon nix, hier kann man alle Musikspiele am Stück spielen, um zu schauen, wie gut man wirklich ist.

 

Zu guter letzt noch ein paar Worte zur Steuerung: Die funktioniert sehr gut, man kann sich per Steuerkreuz gut durch die Umgebung bewegen und auch der Touchpen kommt gut zum Einsatz. Mich stört nur, dass die Bereiche von Personen und Gegenständen nicht klar genug abgegrenzt sind, so dass man auf der Suche nach versteckten Dingen oft aus Versehen zum Beispiel ein Gespräch anfängt. In den Musikspielen gibt es dagegen keine Probleme, alles wird gut und sauber erkannt. Ausnahme hier sind die mit Bewegungssteuerung, die gehen teilweise gar nicht, vor allem Spiel 30 hat mich in den Wahnsinn getrieben...

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Unterm Strich ist Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers ein eher enttäuschendes Spiel. Es ist zwar nicht wirklich schlecht, aber es hat einfach viel zu wenige eigene Ideen. Und da ich bekanntermaßen die Layton-Reihe mangels Innovationen wirklich über habe, brauche ich schon gar keinen Klon. Jedoch machen wenigstens die Musikspiele Spaß und auch die Story dürfte für jüngere Spieler fesselnd sein, ich fand sie dagegen sehr vorhersehbar und auch wenig eigenständig. Dafür ist es technisch sauber und größtenteils sehr gut bedienbar. Mit ein wenig mehr Eigenleistung hätte es ein wirklich tolles Spiel werden können, so ist es leider nur langweilige Durchschnittskost, die ich nicht wirklich empfehlen kann.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

55%

Singleplayer

39%

Multiplayer

Release

05.04.2012

Developer

Sega

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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