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Reviews: Nintendo 3DS

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Metal Gear Solid - Snake Eater 3D

Action Adventure

07.03.2012

Zum Video-Test

Autor: Martin Küpper

 

Mit Metal Gear Solid: Snake Eater 3D feiert eine der bekanntesten Videospiel-Serien ihren Einstand auf dem 3DS. Allerdings nicht mit einem völlig neuen Abenteuer, sondern mit einer PS2 Portierung. Das sollte Nintendo-Fans aber keinesfalls verschrecken, schließlich waren sich Fachpresse und Spieler 2005 einig, dass Snake Eater ein richtig gutes Spiel ist. Auch ich war (und bin) schwer angetan und habe mich folglich natürlich sehr auf die mobile Neuauflage gefreut. Doch spätestens nach der gamescom machten sich erste Zweifel breit. Funktioniert die Steuerung auf dem 3DS? Gewinnt das Spiel etwas durch den 3D Effekt? Und vor allem: War diese Portierung überhaupt nötig?

 

 

Mehr Film als Spiel?

 

Doch fangen wir erstmal ganz von vorne an. Schließlich schlich Snake in den letzten Jahren vornehmlich auf Sonys Konsolen umher und ist somit gewiss nicht jedem Nintendo-Fan vertraut.

 

Die meisten von euch werden vermutlich dennoch wissen, dass Metal Gear Solid für eine recht verworrene Handlung bekannt ist. Aber das ist kein Grund zur Beunruhigung, denn chronologisch gesehen ist Snake Eater der Ausgangspunkt des Story-Wirrwarrs und somit der perfekte Einstieg. Da die Handlung mit all ihren Wendungen einen Großteil der Qualität des Spiels ausmacht, verzichte ich hier auf eine großangelegte Einführung und belasse es mit dem Setting: In den 60er Jahren, also während des Kalten Krieges, wird ein amerikanischer Geheimagent mit dem Code-Namen „Naked Snake“ in den sowjetischen Urwald geschickt, um einem Wissenschaftler beim Überlauf zu den USA behilflich zu sein. Dieser Wissenschaftler wird von den Sowjets gezwungen, an einer mobilen, nuklearen Raketen-Abschlussplattform zuarbeiten. Der sogenannte Shagohod könnte, wenn er in die falschen Hände fällt, das Ende des kalten Krieges bedeuten und eine Ära der Zerstörung einläuten.

 

Klingt vielleicht anfangs relativ langweilig, doch glaubt mir, die Story entwickelt insbesondere durch die zahlreichen interessanten Charaktere eine große Faszination. Bei vielen Figuren weiß man nicht so recht, was man von ihnen halten soll, dann meint man sie zu kennen – und plötzlich war alles doch ganz anders. Einfach nur großartig! Darüber hinaus entwickelt die Beziehung zwischen Lehrmeister (The Boss) und Schüler (Snake) eine unvergleichliche Dramatik, die in einem Klimax endet, den ich so noch nie erlebt habe. Echte Männer stehen zu ihren Tränen, also scheue ich mich nicht zuzugeben, dass ich am Ende dem Wasser mehr als nur nahe wahr.

 

Die Art und Weise wie diese Story präsentiert wird, ist sicherlich nicht Jedermanns Sache und vielleicht der Scheidepunkt, ob man Metal Gear Solid nun liebt oder eben nicht. Die zahlreichen, oft sehr langen Zwischensequenzen haben der Serie den Ruf eingebracht mehr Film als Spiel zu sein. Das da etwas Wahres dran ist, lässt sich kaum bestreiten. Doch die Sequenzen sind so cineastisch geschrieben und geschnitten, dass mich das wirklich nicht stört. Mich unterhalten die Sequenzen vorzüglich – und das mit einer Bandbreite von Pipiwitzen bis zu ernsthaften, moralischen Fragen. Das klingt sehr eigen und ist es eben auch – daher trifft es, wie gesagt bestimmt nicht jeden Geschmack. Doch ich für meinen Teil, freue mich sogar darauf nach dem Speichern einem neuen Codec-Gespräch über einen Film zu lauschen. Selbst solche Nebensächlichkeiten macht das Spiel mit seinen tollen Charakteren, dem guten Sprachwitz und der exzellenten (englischen) Vertonung zu einem Highlight.

 

 

Tarnung ist die halbe Miete

 

Aber natürlich hat Snake Eater auch ein wenig Gameplay zu bieten und das ist sogar gar nicht mal so unkomplex. Um Snakes Mission zu einem erfolgreichen Ende zu führen, ist es wichtig, dass ihr euch so unauffällig wie möglich durch's Unterholz schleicht. Eine gute Tarnung ist dabei die halbe Miete. Per Touchscreen könnt ihr unterschiedliche Uniformen und Gesichtsbemalungen auswählen, die euren Tarnwert beeinflussen. Je höher der in Prozenten angegebene Wert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ihr von patrouillierenden Soldaten entdeckt werdet. Wenn ihr eure Tarnung also regelmäßig an die Umgebung anpasst, seid ihr auf der sicheren Seite, oder?

 

Falsch! Denn natürlich nützt die beste Tarnung nichts, wenn ihr wir ein Irrer durch den Dschungel trampelt. Ihr müsst euch schon Gedanken machen, auf welchem Weg ihr am besten an den Wachen vorbei kommt. Mit offenen Augen, leisen Sohlen und zahlreichen Tricks gilt es unbemerkt von A nach B zu kommen. Ihr könnt die Wachen dafür zum Beispiel durch Klopfgeräusche oder mit Dessous-Katalogen ablenken.

 

Und falls ihr doch mal entdeckt werden solltet, ist das auch kein Weltuntergang. Ihr könnt im Laufe des Spiels zahlreiche Waffen finden, mit denen Snake sich ganz gut zur Wehr setzen kann. Tatsächlich ist der Action-Anteil des Spiels fast genauso hoch, da es immer wieder Passagen gibt, in denen ihr auf unauffälliges Verhalten getrost verzichten könnt und den Ballermann raushängen müsst. So gilt es etwa, einen Helikopter aus der Luft zu schießen, oder eine wilde Verfolgungsjagd per Motorrad zu überstehen. Und außerdem sind da ja noch die Boss-Kämpfe, die man getrost als spielerisches Highlight deklarieren kann. Okay, ich muss ehrlich gesagt eingestehen, dass für die Bosskämpfe meines Erachtens im direkten Vergleich zu den anderen Metal Gear Solid Teilen etwas abfallen, aber es sind doch noch einige coole dabei. Zum Beispiel ein völlig seniler Scharfschütze, den ihr auch auf sehr unkonventionelle Art besiegen könnt. Mehr möchte ich euch da gar nicht verraten.

 

 

Snake: Geheimagent, Arzt und Gourmet

 

Doch die Feuergefechte werdet ihr nicht ohne Blessuren überstehen, die sich hier nicht nur über den Verlust von Lebensenergie bemerkbar machen. Snake kann sich auch Schuss- und Stichwunden zuziehen, genau wie Verbrennungen, Brüche und so weiter. Und da im Dschungel natürlich weit und breit kein Krankenhaus ist, müsst ihr die Sache selbst in die Hand nehmen. Das klingt aber schwerer als es ist. Je nach Verletzung müsst ihr nur die passenden Heilmittel, wie Salben, Desinfektionsmittel und Verbände auswählen und der gute Snake ist wieder wie neu.

 

Auch für eure Verpflegung müsst ihr selbst sorgen. Snakes Mutter hat nämlich leider die Butterbrote vergessen. Aber was soll's, bedient euch halt an der üppigen Flora und Fauna. Pilze, Frösche, Krokodile und Schlangen sind doch eine gute Abwechslung zu Pizza, Döner und Burger. Also haltet die Augen offen und wenn ihr ein Tier beim kreuchen oder fleuchen ertappt, zögert nicht lange und vertraut eurem Jagdinstinkt. Denn nur wer regelmäßig isst, hat eine volle Ausdauerleiste und verhindert so, dass einem mitten im Feindeslager plötzlich der Magen knurrt.

 

 

Lohnt sich die Neuauflage?

 

Ich hoffe, ich konnte euch die Faszination Metal Gear Solid zumindest ein wenig näher bringen und habe deutlich genug gemacht, dass Snake Eater ein sehr eigenartiges (oder auch: einzigartiges) und ein sehr gutes Spiel ist. Jetzt würde ich nämlich gerne auf die Eingangsfrage zurück kommen: Wie schlägt sich die 3DS Portierung?

 

Zunächst einmal kann man rein optisch nicht meckern. Naja, ein wenig schon, denn die Framerate ist leider nicht wirklich konstant. Wirklich störend ist mir das aber nicht aufgefallen. Ansonsten sieht das Spiel aber recht schick aus und auch der 3D Effekt kann überzeugen. Im Vergleich zu Resident Evil: Revelations zieht Snake Eater zwar eindeutig den Kürzeren, aber die Tiefenwirkung ist durchaus nicht zu verachten.

 

Die Steuerung hingegen ist nicht ganz so erfreulich. Ohne Schiebepad-Pro ist das Spiel leider sehr unhandlich zu steuern. Mit dem zweiten Schiebepad und der doppelten Anzahl Schultertasten, fühlt es sich da doch wesentlich besser an. Perfekt ist es aber definitiv nicht. Besonders beim Zielen hatte ich immer wieder Probleme und habe teilweise aus nächste Nähe das Ziel verfehlt. Die Steuerung per PS2 Controller würde ich da also jederzeit bevorzugen.

 

Und das bringt mich zur entscheidenden Frage: Was bringt mit die Portierung? Okay, ich kann das Spiel mobil und in 3D spielen. Aber ansonsten gibt es da nicht viel. Das man mit der 3DS Kamera seine eigene Tarnung erstellen kann, ist nicht mehr als ein Gimmick. Ein ziemlich unnützes noch dazu. Erschwerend hinzu kommt, dass Konami unlängst eine HD Collection für PS3 und Xbox 360 auf den Markt gebracht hat, bei der man (in etwa) für das gleiche Geld wesentlich mehr bekommt. Snake Eater mit besserer Steuerung und in HD + Metal Gear Solid 2 und Peace Walker für das gleiche Geld? Da fällt es mir wirklich arg schwer für die 3DS Portierung zusprechen, Konami.

 

 

Vielen Dank an Konami für das Testmuster.


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Fazit

Metal Gear Solid: Snake Eater 3D ist ein vorzügliches Spiel, dem jeder zumindest eine Chance geben sollte. Schaut euch im 3DS eShop einfach mal die Demo an und überlegt euch, ob das Spiel mit den oben beschriebenen Eigenheiten euren Nerv treffen könnte. Wenn ja, dann kauft euch die HD Collection! Oder die PS2 Version! Beides sind in meinen Augen leider wesentlich bessere Alternativen. Snake Eater 3D ist leider einfach eine verdammt unnötige Portierung, die man nur dann kaufen sollte, wenn man das Spiel unbedingt in 3D oder mobil haben möchte. Wobei das Spiel in meinen Augen wirklich eindeutig für die Heimkonsole konzipiert ist. Nichtsdestotrotz ist das Spiel aber natürlich immer noch sehr gut und wer mangels PS3, 360 und PS2 keine andere Wahl hat, kann ruhig zuschlagen.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

84%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.03.2012

Developer

Kojima Productions / KCEJ

Publisher

Konami

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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