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Reviews: Nintendo 3DS

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Sonic Generations

Jump 'n Run

14.12.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Frust gesucht - Sonic gefunden!

 

Ich schreibe diesen Test zu später Stunde, gerade habe ich endgültig einen Fluch auf das Spiel ausgesprochen, das mich in den letzten Tagen am meisten geärgert hat. Und da ich nebenbei auch eine ganze Menge Mario Kart 7 im Einzelspieler-Modus gezockt habe, will das schon was heißen. Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei dem Spiel um Sonic Generations, das Spiel dass Sega Sonic zum 20. Geburtstag schenkt. Es soll ein Feuerwerk sein für alle alten Fans des flinken Igels aber auch ein neues Publikum ansprechen. Das, wie ich leider gleich vorab sagen muss, ist gehörig in die Hose gegangen. Warum werdet ihr in den folgenden Zeilen lesen können.

 

Zunächst einmal ein paar Worte zur Geschichte, sofern das bei einem Sonic Spiel überhaupt notwendig ist. Irgendwas, oder besser gesagt irgendwer, hat das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinander gebracht. Das führt dazu, dass die Welt irgendwie nur noch weiß ist und es bloß hier und da ein Tor in bestimmte Umgebungen gibt. In dieser weißen Sphäre finden sich Sonic, Sonic, Tails und Tails wieder. Wieso ich beide Namen doppelt schreibe? Weil nicht nur Sonic und Tails aus der aktuellen Zeit dort rumlaufen, sondern auch die von vor 20 Jahren, das Beste aus zwei Welten sozusagen. Als Spieler schlüpft man pro Gebiet nun einmal in die Schuhe des klassischen Igels und einmal in die des modernen. Über diesen Kniff sollen eben die langjährigen Fans ebenso begeistert werden wie auch die neueren.

 

Im ersten Akt jeder Umgebung rennt man als kleiner und noch sprach- und fast aktionsloser Sonic durch die Welt. Der kleine kann außer rennen zu Beginn nur springen und sich einrollen. Ziel ist es, das Ende des Levels zu erreichen und das auch noch möglichst schnell. Unterwegs trifft man auf viele Gegner, Ringe, Extras, Fallen und so weiter. Wirklich was machen außer springen und rennen kann man jedoch - zumindest am Anfang - noch nicht. Im zweiten Akt ist dann der Sonic von heute dran, ebenso meist von links nach rechts durch den Level zu rasen. Er hat jedoch mehr Moves drauf, er kann nicht nur springen, sondern auch Gegner, Boxen und andere Hilfsmittel anvisieren und dann direkt dorthin springen. Ebenso hat er einen Turbo zur Verfügung, sofern der denn aufgeladen ist. Außerdem kann der moderne Held über den Boden rutschen.

 

Hat man die beiden Akte einer Umgebung irgendwie gemeistert, dann gilt es einen Chaos Emerald zu fangen. Dazu rennt man mit dem modernen Sonic durch eine Röhre, ähnlich wie die in F-Zero X und GX und muss den Diamanten einholen, bevor die Zeit abgelaufen ist. Um möglichst lange den Turbo einzusetzen, sollte man unterwegs nicht gegen Hindernisse laufen und diese komischen bunten Kugeln einsammeln. An drei Stellen im Spiel trifft man dann noch auf ein Bosstor, hier gilt es zunächst gegen einen anderen Igel, sei es nun Shadow oder Silver, ein Wettrennen zu gewinnen und danach einen großen Bosskampf zu bestehen. Während die Rennen noch ganz lustig sind, gefallen mir die drei anderen Bosse gar nicht, es ist den Entwicklern nämlich mal wieder nicht gelungen, den goldenen Mittelweg zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit zu finden. Das Spiel versucht, schnell zu sein, setzt hin und wieder aber darauf, exakt und punktgenau zu springen oder anzugreifen. Das passt einfach nicht zusammen. Spätestens beim letzten Boss geht das sogar soweit, dass man bei einem kleinen Fehler, eine ganze Phase von vorne anfangen muss. Selten hat mich etwas so genervt und frustriert - der Grund warum ich das Spiel letzten Endes in die Ecke geknallt habe.

 

Doch Frust kommt nicht nur bei den Bossen auf, auch in den Welten selbst geht es viel zu oft darum, per Trial and Error den richtigen Weg oder Move zu finden. Da man jedoch nur zwei Leben hat und einen Akt ganz von vorne anfangen muss, wenn die verbraucht sind, führt das dazu, dass man vor allem die vorderen Abschnitte immer und immer wieder spielen muss, bis es endlich mal klappt. Besonders frustrierend ist das, wenn man kurz vor dem Ziel ist und an einer Stelle nicht sicher ist, was man tun muss und nur deshalb wieder ganz von vorne anfangen muss darf. Wieso zum Teufel gibt es in einem Sonic Spiel Abschnitte, bei denen man langsam und punktgenau über sich bewegende Säulen springen muss? Oder wieso ändert Sonic oft die Laufrichtung durch enge Kurven auf der Strecke, so dass man beim nächsten Sprung plötzlich in die andere Richtung drücken muss? Und wieso gibt es Unterwasser-Abschnitte, die Präzision verlangen und die Möglichkeit bieten, es mehrmals zu versuchen, wenn Sonic nach 15 Sekunden die Luft ausgeht?

 

Wie man es auch dreht und wendet, an allen Ecken und Enden befinden sich Dinge, die einfach nicht passen. Und statt die klassischen Levels klassisch zu lassen, lernt der Retro Sonic im Laufe des Abenteuers auch noch neue Moves, so dass es bei ihm bald auch so chaotisch wird. Und wieso zwei der Wisps auf einmal im Spiel auftauchen, kann ich auch nicht so ganz verstehen. Okay, es sollte halt eine Art "Greatest Hits" von Sonic werden, aber leider sind einfach viel zu viele schlechte Songs ausgewählt worden.

 

 

Die technische Seite!

 

Grafisch ist Sonic Generations dagegen allerdings eine Bank. Die sieben Welten sind sehr vielseitig, lebendig und das Spiel läuft jederzeit butterweich und absolut flüssig. Dazu kommt ein sehr gelungener 3D-Effekt, der aufgrund der Tatsache, dass das Spiel ein 2D Jump 'n Race ist, jedoch nicht so richtig intensiv zur Geltung kommen kann. An dieser Ecke kann man den Entwicklern jedoch absolut keinen Vorwurf machen, grafisch spielt Sonic Generations ganz oben mit.

 

Von der Musik kann man das nicht so ganz sagen. Im Ohr geblieben ist mir eigentlich nur das nervige Thema der "weißen Umgebung". Ansonsten gibt es ein paar klassische und ein paar moderne Stücke, gerade in den Levels halten die sich aber viel zu sehr im Hintergrund. Das finde ich echt schade, denn auf diesem Gebiet hat Sonic ja auch eine ganze Menge zu bieten.

 

Akustisch auch nicht ganz so brillant ist die Sprachausgabe, wenn man die denn so nennen kann. Okay, der klassische Sonic kann eh nicht sprechen, seine Textboxen zeigen die meiste Zeit nur Ausrufezeichen, die anderen drei können es aber sehr wohl. Jedoch hat Sega nicht den gesamten Text vertont, sondern nur einige wenige Sätze pro Charakter. Dabei handelt es sich aber nicht um das, was in der Textbox steht, sondern um Ausrufe, die mehr oder weniger dazu passen. Das finde ich irgendwie schwach.

 

Die Steuerung ist in meinen Augen ein zweischneidiges Schwert: per Steuerkreuz super, per Schiebepad murks. Da jedoch zum Glück beides geht und man jederzeit wählen kann, was man lieber mag, drehe ich daraus keinen Strick. Das Schiebpad ist einfach nur viel zu schwammig für das Spiel, daher kann ich nur dazu raten, es mit dem Steuerkreuz zu spielen, wenn man es denn schon unbedingt spielen muss. Darüber hinaus finde ich es etwas schade, dass man die Tastenbelegung nicht ändern kann. Mir wäre es zum Beispiel lieber gewesen, den Turbo auf eine der Schultertasten zu legen, damit ich meinen Finger immer auf der Sprungtaste lassen kann, die braucht man schließlich teilweise innerhalb von Bruchteilen von Sekundenbruchteilen.

 

 

Und sonst so?

 

Neben dem Hauptspiel bietet Sonic Generations jedoch noch eine ganze Menge mehr, aber reicht das, um die dürftige und schlecht präsentierte Geschichte sowie die Gameplay-Mängel vergessen zu lassen? Leider nein, dennoch muss ich Sega auch mal loben, denn sie haben sich zumindest Mühe gegeben. Zum einen bietet das Spiel einen Mehrspieler-Modus, sogar online. Hier kann man sich mit Freunden oder Leuten aus der ganzen Welt messen, der Haken ist jedoch, dass man die Levels des Hauptspiels spielt und es nur darum geht, als Erster das Ziel zu erreichen. Wirklich Neues bietet der Modus also nicht, aber im Prinzip ist es so auf jeden Fall spannender als einfach nur im Zeitangriff alleine das Level durch zu rasen. Wenn es nicht so furchtbar zäh wäre. Anders als offline, läuft es via Internet nämlich leider nicht wirklich flüssig, bei einem so schnellen Spiel fällt die dann eher geringe Framerate leider doppelt auf.

 

Daneben gibt es noch 100 Missionen, die von leicht bis beinhart bestimmte Dinge vom Spieler verlangen. So muss man entweder ein Level in einer bestimmten Zeit meistern, eine bestimmte Anzahl an Ringen sammeln, bestimmte Gegner besiegen oder auch mal bestimmt keine Gegner um die Ecke bringen. Die Missionen schaltet man durch gewisse Leistungen im Hauptspiel frei oder man kann sie auch für 3DS-Spielmünzen kaufen. Meistert man eine Mission, dann bekommt man dafür einen Gegenstand für die Sammlung. Hier kann man sich Musik anhören sowie Illustrationen oder Charaktermodelle ansehen. Für Fans ist das sicher nett, mich hat es nicht dazu gebracht, mich auch in den Missionen noch großartig zu bemühen, weil auch hier der Frustfaktor recht hoch ist.

 

Neben den schon erwähnten Zeitangriffen war es das dann auch schon, ein Umfangswunder ist Sonic Generations also nicht. Wenn man jedoch tatsächlich auf diese Art von Trial and Error steht und in allen Akten die höchste Bewertung haben sowie alle Missionen schaffen will, dann dürfte man sicher einiges zu tun haben. Sofern man nicht vorher eingeliefert wird. ;-)

 

Positiv erwähnen will ich an der Stelle noch, dass die Entwickler zumindest Humor bewiesen haben. Sie spielen in der "Geschichte" immer wieder mit den Dingen, die sich im Laufe der Zeit bei Sonic geändert haben, vor allem kurz vor dem Ende wird es richtig lustig. Das kann jedoch auch nicht darüber hinweg trösten, dass das Spiel trotz dem großen Potential und dem guten Ansatz nicht viel mehr geworden ist als ein weiterer gescheiterter Versuch, die Reihe um den schnellsten Igel der Welt zu altem Glanz zurück zu bringen. Zumindest in meinen Augen und ich habe Sonic schon auf dem Master System II lieben gelernt, heute fällt mir das echt ziemlich schwer - leider.

 

 

Vielen Dank an Sega für das Testmuster.


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Fazit

Mein Fazit ist recht einfach zu schreiben, genau genommen habe ich den Test sogar mit dem Fazit zu schreiben angefangen. Zugegeben, ein Moment des Scheiterns ist eigentlich kein guter Moment, um seine abschließenden Worte über ein Spiel zu schreiben, aber bei diesem ist es anders. Ich habe selten einen Titel gespielt, der mich so sehr frustriert hat. Schon in den Welten frustriert der ständige Zwang, sich wieder und wieder und wieder durch dieselben Levelabschnitte arbeiten zu müssen, aber am Ende haben die Entwickler dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Sonic Generations ist ein Spiel, bei dem zwar zwischendurch immer wieder sowas wie Spielspaß aufkommt, der dann aber ganz schnell wieder verschwindet. Technisch ist es zwar sauber und auch die Steuerung ist zweckmäßig, aber danach hört es für mich auf. Mag sein, dass Sonic-Fans genau das wollen, dann wundert es mich allerdings nicht, dass Sonic heute kaum mehr wen vor die Konsole lockt. Warum kann das Sonic Team nicht einfach mal wieder gutes Sonic-Spiel machen, ohne Spielereien, Schnickschnack und komische Endbosse. Das ist der Tag, an dem ich auch eine gute Note auspacken werde.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

51%

Singleplayer

51%

Multiplayer

Release

25.11.2011

Developer

Sonic Team

Publisher

SEGA

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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