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Reviews: Nintendo 3DS

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Spider Man Edge of Time

Action Adventure

09.12.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Wie verhindert man den eigenen Tod?

 

Wie Martin in seinem Test der Wii-Version schon geschrieben hat, gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen Superman, Captain America, Batman und Hellboy. Ja, sie sind Superhelden, aber das ist natürlich nicht gemeint, vielmehr dass sie alle mindestens einmal gestorben und dann wieder zurück gekommen sind. Warum ich meinen Test genauso anfange wie mein Kollege? Weil die beiden Spiele mal abgesehen vom 3D-Effekt auf dem modernen Handheld identisch sind und daher die Einleitung so schön passt.

 

Worum geht es also? Spider-Man verliert im Intro sein Leben und die Aufgabe des Spielers ist es, dieses Szenario zu verhindern. Hier haben Superhelden einen klaren Vorteil gegenüber uns Normalsterblichen, denn wenn mir jemand aus der Zukunft helfen würde, könnte ich meinen Tod vermutlich auch abwenden. Damit ist wohl klar, dass sich das Spiel um Zeitreisen dreht. Gleich nach dem Intro wird Peter Parker nämlich von Miguel O’Hare kontaktiert, dem Spider-Man der Zukunft. Er nutzt dazu ein Zeitportal, das von einem Großindustriellen gebaut wurde, um sein Unternehmen früher gründen zu können, um seine Macht zu erhöhen.

 

Und da es langweilig wäre, nur einen Kampf gegen einen solchen Wahnsinnigen zu führen, steht auch gleich noch Peters Leben auf dem Spiel. Das Gameplay basiert dann auf der Zusammenarbeit der beiden Helden über die Grenzen der Zeit hinweg, um mindestens ein Leben zu retten und den Plan des Bösen zu vereiteln.

 

 

Warum eigentlich nur zwei Zeiten?

 

Dieses Spielprinzip ist ja grundsätzlich nichts Neues, also die Zusammenarbeit verschiedener Spider-Mans. Gegen Böse kämpfen wir ja schon sein Space Invaders, da das Wort „neu“ zu verwenden, wäre also irgendwie komisch. Jedenfalls gab es bereits vor einer Weile einen Spider-Man Titel mit dem Namen Dimensions. Darin gab es vier verschiedene Versionen der Spinne, die gemeinsam eine Aufgabe zu erfüllen hatten. Bei Edge of Time sind es nun nur noch zwei, aber weniger ist eben nicht immer mehr.

 

Hätten sich die Entwickler darauf konzentriert, die Zusammenarbeit zu intensivieren und die Stärken des Vorgängers auszubauen, dann wäre dieser Schritt sicher nicht schlecht gewesen. Da das nicht passiert ist, fühlt es sich eher wie ein halbes Spiel an. Okay, die direkte Zusammenarbeit über die zwei Bildschirme des Handhelds ist schon irgendwie cool, aber man hätte wesentlich mehr draus machen können.

 

Während ich am Anfang noch recht begeistert war, weil das Spiel sehr cineastisch aufgebaut ist, ging mir genau das irgendwann auf den Zeiger. Am Anfang kriecht man zum Beispiel mit Spidey durch die Lüftung eines Gebäudes und folgt dem Bösen, um ihm lauschen zu können. Währenddessen läuft der Vorspann, so dass man sich fast wie im Kino fühlt. Gepaart mit dem guten 3D Effekt sorgt das für ein völlig neues Gefühl auf einem Handheld. Doch die Ernüchterung kommt schnell.

 

Spätestens nach dem ersten Kampf fragt man sich, was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Nicht nur, dass die Kämpfe schnell zu reinem Button-Mashing verkommen, gibt es auch noch Lücken im Gameplay. So haben zum Beispiel die ersten Gegner schon einen Klammergriff drauf, aus dem man aber erst später zu entfliehen lernt. Lässt man sich also am Anfang schnappen, folgt dem unweigerlich der Tod des Helden. Das nervt. Und es wird noch besser. Nachdem man sich schon ein wenig durch das einzige Gebäude im Spiel geschwungen hat, kam bei mir großer Frust auf, denn ich musste den Spider-Man der Zukunft vor einem großen Roboter retten, indem ich ihn in meiner Zeit schon zerstöre. Dabei ist die Zeit aber so knapp bemessen, dass wirklich alles perfekt klappen muss.

 

Und wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, wird klar, was ein Zeitlimit (!!!) hier bedeutet. Wenn ich einen Roboter also um 12:00 Uhr am Freitag, den 13. Mai 2011 vernichte, dann kann er dem Spidey der Zukunft im Jahre 2099 nichts antun. Schaffe ich es aber erst um 12:05 Uhr am selben Tag, dann ist er auf wundersame Weise in der Zukunft wieder da und kann die Spinne töten. Und genau daran krankt das Spiel, der Doc würde sich die Haare raufen bei soviel Einfluss auf die Zeitlinie und dem Quatsch der dabei raus kommt.

 

Aber nicht nur das ist eine große Schwäche des Titels, es fehlt auch einfach die Freiheit, die ich bei einem Spider-Man Spiel erwarte. Man bewegt sich das gesamte Spiel über nur durch das besagte Gebäude und das Netz kommt nur selten zum Einsatz. Das, was den Helden also ausmacht wurde deutlich reduziert. Dazu sind die Kämpfe größtenteils ein Witz, wie ich schon geschrieben habe, haut man meist einfach nur wild auf den Knöpfen rum, wirkliche Kombos gibt es nämlich nicht.

 

Und somit komme ich aus denselben Gründen wie Martin zum exakt gleichen Problem: Das Spiel wird viel zu schnell langweilig, es passiert zu wenig und ich musste ziemlich oft aufgrund von Design Mängeln schmunzeln oder mich sogar ärgern. So stelle ich mir kein gutes Spiel vor.

 

 

Kann die Technik wenigstens was?

 

Endlich mal eine Frage, die man schnell, einfach und positiv beantworten kann. Optisch macht Edge of Time durchaus etwas her, gerade durch den 3D Effekt und die gelungenen Kamerafahrten wird die hübsch gestaltete und glaubhafte Umgebung sehr gut in Szene gesetzt. Aber wir wissen alle, dass die Präsentation nur (wenn überhaupt) die halbe Miete bei einem Spiel ist. Vor allem, wenn die Geschichte per se stimmig ist und vor allem durch gute Dialoge der beiden Protagonisten spannend erzählt wird, ärgert das dröge Gameplay umso mehr. Es hätte so leicht so viel mehr aus dem Spiel gemacht werden können.

 

Besonders, wenn man liest, wie viel Mühe da eigentlich drin steckt, als Sprecher ist zum Beispiel Val Kilmer dabei, wahrlich kein „No Name“. Aber das alles hilft nicht, auch die passende musikalische Untermalung nicht, wenn der Rest einfach nicht stimmt. Ebenso kann die gut funktionierende Steuerung per Schiebepad nichts mehr retten. Echt schade.

 

 

Vielen Dank an Activision für das Testmuster.


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Fazit

Ich halte es auch hier wie Martin: "Spider-Man: Edge of Time hätte ein wirklich gutes Spiel werden können." Ja, das sehe ich auch so. Leider gibt es zu viele Schwächen, die Stärken des Vorgängers wurden zu stark dezimiert und das Gesamtpaket wirkt einfach nicht rund. Mangels Alternativen auf dem 3DS kann ich Spidey-Fans daher leider nur raten, die Finger davon zu lassen und nicht mal etwas anderes empfehlen. Aber wer weiß, vielleicht wird das nächste Spiel – das sicher kommen wird – ja besser und kann damit wieder an die gute Vergangenheit der Serie anschließen. Ich habe noch Hoffnung.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

45%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.10.2011

Developer

Beenox

Publisher

Activision Blizzard

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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