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Reviews: Nintendo 3DS

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Tetris

Puzzle

04.11.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Tetris ist wieder da, nun aber mit Spieltiefe!

 

Wenn man alle Menschen auf der Welt nach einem Videospiel fragt, dann würde vermutlich ziemlich häufig Angry Bird genannt werden. Genauso wie dieselbe Frage im Jahre 1999 zur Antwort Moorhuhn geführt hätte. Abseits dieser Modeerscheinungen, die dann auch recht schnell wieder in der Versenkung verschwinden, gibt es 10 weitere Jahre früher aber wohl eine Antwort auf das Spiel, die auch heute noch vielen im Gedächtnis sein dürfte: Tetris.

 

Nach einem großen Streit um die Rechte, gefolgt von Prozessen und der Vernichtung von hunderttausenden Modulen bei Atari landete Nintendo mit dem einfachen aber abhängig machenden Spiel einen echten Hit. Der Gameboy wurde dank Tetris zum Inbegriff der tragbaren Konsolen, was Nintendo wie wir es heute kennen erst möglich gemacht hat.

 

 

Über 20 Jahre später kehrt das Konzept immer mal wieder zurück, zuletzt habe ich es auf dem DS dank 10-Spieler-Modus so richtig bewusst wahrgenommen. Nun ist es erneut in meinem "Modulschacht" gelandet, diesmal in dem des Nintendo 3DS. Völlig unerwartet habe ich so in den letzten Tagen das erste Tetris mit "Tiefgang" erlebt.

 

 

Klassisches Spiel – neue Perspektive!

 

Im Prinzip ist Tetris auch heute noch das, was es vor über 20 Jahren war. Von oben fallen verschiedene Steine herunter, die man durch Bewegungen und Drehungen geschickt am unteren Bildschirmrand platzieren muss. Füllt man eine komplette Reihe, dann löst sie sich auf. Ist der Bildschirm voll, ist das Spiel vorbei. Doch natürlich erwarten wir heute mehr von einem Spiel, weshalb die Entwickler neben dem klassischen Modus noch viele weitere Spielarten eingebaut haben, dazu aber später mehr.

 

Zunächst ein paar Worte zur Ansicht, bekannterweise stellt der Nintendo 3DS ja 3D Grafiken (ohne Brille™) dar, während Tetris aber ein sehr flaches Spiel ist. Bei dieser Version kann man jedoch das Spielfeld im Pausenmenü recht frei in alle vier Richtungen kippen, so dass man dann entweder von schräg oben, links, unten oder rechts, bzw. aus einer fast beliebigen Kombination davon, darauf blickt. Dabei kommt nicht nur der 3D-Effekt zur Geltung, man bekommt auch einen völlig neuen Blick auf das Geschehen und muss sich auch als langjähriger Blöckeschieber wirklich umgewöhnen.

 

 

Das ist an sich zwar eine nette Idee, aber dann unterm Strich eben auch nur "nett". Es erfindet weder das Spielprinzip neu, noch sorgt es für offene Augen aufgrund der 3D-Grafiken. Tetris wird dadurch nicht besser, aber zumindest merkt man daran, dass sich die Entwickler Gedanken gemacht haben. Das haben sie übrigens auch an anderen Stellen.

 

 

Was ist der Plural von Modi?

 

Wenn man das Spiel das erste Mal anmacht, dann ist man zunächst etwas überfordert. Das Menü ist zwar übersichtlich, man bekommt aber den Eindruck, dass es mindestens 100 Spielmodi geben muss, so viel wie man da findet. Ganz so ist es dann jedoch nicht, aber mangelnde Abwechslung kann man dem Titel sicher nicht vorwerfen, auch wenn nicht wenige Spielarten von anderen Tetris-Versionen geklaut wurden.

 

Den Anfang macht natürlich das klassische Endlos-Spiel, bei dem die Steine immer schneller von oben herab fallen und so lange sortiert werden müssen wie es geht, um möglichst viele Punkte zu sammeln. Darüber hinaus gibt es einen Computer-Kampf, bei dem man sich nacheinander 10 CPU-Gegnern im Duell stellen muss und das Fieber. Hier spielt man auf einem schmalen Feld und muss ich 60 Sekunden möglichst viele Linien auflösen.

 

 

Obendrein sind auch neun Party-Modi dabei, so zum Beispiel Puzzle, bei dem man mit Steinen ein Bild nachmalen muss oder Schatten, bei dem man einen Schatten auf dem Spielfeld möglichst genau mit Steinen zu belegen hat. Bei Turmkletterer ist das Spielfeld ein Zylinder und es geht darum, einem Kletterer einen Weg nach oben zu bauen. Interessant finde ich Levelrenner, denn darin muss man einen Spielstein durch die Umgebung immer weiter nach unten lotsen. Für Engstellen sammelt man unterwegs Sprünge, so dass man einfach darüber hüpfen kann. Es gibt hier also mehr als genug zu tun.

 

Dazu wird auch die 3D-Kamera des Handhelds genutzt. Mit einer AR-Karte lassen sich der Marathon- und der Kletter-Modus auch in Augmented Reality, also zum Beispiel auf dem Wohnzimmertisch spielen. Das ist eine weitere nette Idee, die zeigt, dass man sich Gedanken gemacht hat, wie man die Funktionen des 3DS mit einbinden kann. Wer also zum Beispiel gerne Tetris auf dem Klo spielt, kann das jetzt wörtlich tun. Man braucht aber – vor allem im Klettermodus – viel Platz zum Spielen, denn logischerweise dreht sich der Turm hier nicht automatisch, sondern man muss um ihn herum gehen (oder die AR-Karte drehen...).

 

 

Auch mit dabei ist natürlich die Möglichkeit, gegen andere Menschen zu spielen, entweder lokal oder über das Internet. Lokal können sich andere 3DS-Besitzer das Spiel entweder vom Host runterladen oder jeder hat ein eigenes Modul. Letzteres ist natürlich etwas flotter einsatzbereit. Über das Internet lassen sich Gegner zufällig finden oder man sucht gezielt nach Freunden aus seiner Freundesliste. Es geht dann logischerweise darum, die anderen zu besiegen. Um das ein bisschen aufzumöbeln sind ein paar praktische Items mit an Bord, mit denen man zum Beispiel ganze Spielfelder tauschen oder durch Kippen des Systems Lücken in seiner Konstruktion füllen kann.

 

 

Zuletzt ist auch noch SpotPass mit an Bord. Was sich dahinter genau verbirgt, konnte ich jedoch leider nicht rausfinden. In der sehr knappen Anleitung steht nur drin, dass es diese Funktion und ein paar Extra-Items dafür gibt, aber mehr auch nicht.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch hat das Spiel abseits der schon erwähnten 3D-Möglichkeiten nicht viel Neues zu bieten. Klar, die Effekte sind etwas netter und die Hintergründe hübscher geworden, aber Grafikhuren werden trotzdem nie Tetris spielen. Die Darstellung erfüllt ihren Zweck, das Bild ist aufgeräumt und übersichtlich und die räumliche Darstellung ist recht gut gelungen. Vor allem, wenn die Steine in die räumliche Tiefe fallen, kommen diese Effekte gut zur Geltung. Ach ja, auf dem unteren Bildschirm tanzt ein Mii eurer Wahl in änderbarem Outfit und mit anpassbarem Tanzstil neben der Punkteanzeige herum. Was das soll, hat sich mir nicht so ganz erschlossen.

 

 

Musikalisch brauchte sich Tetris noch nie zu verstecken. Die langjährige Titelmelodie ist bei mir schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich sie beim Tippen dieser Zeilen wieder ganz automatisch im Ohr sitzen habe. Für diese Version wurden einige Überarbeitungen vorgenommen, das Stück klingt jetzt wesentlich moderner, aber immer noch nach Tetris. Auch sonst ist die Musik gut gelungen, jedoch nicht so toll wie auf dem DS, wo es wirklich gute Remixe und Abwandlungen gibt.

 

Die Steuerung tut ihren Dienst, komisch finde ich nur, dass man das Schiebepad nicht verwenden kann. Klar, damit kann es schneller mal passieren, dass man einen Stein direkt ablegt, statt ihn nur nach links oder rechts zu verschieben. Da das jedoch auch bei dem kleinen und schwammigen Steuerkreuz gerne mal passiert, spricht eigentlich nix dagegen, das besser gelegene Schiebepad zu nutzen. Geht aber leider nicht. Abseits davon ist alles so wie es sein sollte: A oder B drehen die Steine nach rechts oder links und die Schultertasten dienen dem Tausch mit der Ablage.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Tetris ist auch auf dem Nintendo 3DS ein gelungenes Spiel, was vor allem dank der großen Auswahl an Spielmodi und der guten Ideen für den Einsatz der speziellen Fähigkeiten des Handhelds Spaß macht. Dank Online-Modus findet man jederzeit Mitspieler und bekommt so einiges geboten. Darüber hinaus leistet die Technik ihren Dienst und bis auf kleinere Mängel ist bei der Steuerung auch alles gut. Wie gesagt: Ein gelungenes Spiel, das leider aber so gut wie nichts Neues bietet und daher auch nur für die absoluten Tetris-Fans oder langjährig Abwesende zu empfehlen ist. Wer Tetris DS oder Tetris Party schon über hat, der wird auch hiermit keinen Spaß mehr haben. Ein neues Tetrisphere wäre mir jedenfalls viel lieber gewesen.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

72%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

21.10.2011

Developer

Hudson

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-10

Anzahl Spieler (WLAN)

2-10



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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