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Reviews: Nintendo 3DS

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Starfox 64 3D

Shoot 'em Up

08.09.2011

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

Das Team Starfox ist zurück!

 

Es gibt einige Reihen, die von Nintendo in den letzten Jahren etwas stiefmütterlich behandelt worden sind, eine davon hört auf den Namen Starfox. Nach zwei sehr guten Shoot 'em Ups auf dem SNES und dem Nintendo 64 war es lange ruhig. Zwischenzeitlich hat sich Rare auf dem GameCube an der Serie versucht, was auch noch gelungen jedoch nicht mehr reines Shoot 'em Up war. Zwei weitere Titel der Reihe für GameCube und Nintendo DS kamen leider auch nicht mehr an die Klasse von früher heran. So steht Starfox 64, das bei uns aus Lizenzgründen unter dem Namen Lylat Wars veröffentlicht wurde, weiterhin auf dem Thron der Reihe - und ein Spiel, das es davon verdrängen kann, war nicht in Sicht.

 

Das hat sich nun geändert. Der Herausforderer: Starfox 64! Aber nicht das Starfox 64, das wir bisher kannten, sondern sein Ich aus der aktuellen Zeit. Zugegeben, das kann kein wirkliches Duell sein, wenn man rein auf die Fakten und die Technik schaut, doch bei Spielen geht es um einiges mehr als nur die Hülle. Und gerade bei Starfox 64, das vor allem durch den N64-Controller profitiert hat, ist eine gute Handheld-Umsetzung viel leichter gesagt als getan. Aber ich möchte diesen Test gar nicht als Duell aufbauen, sondern vielmehr das neue Spiel aus heutiger Sicht beurteilen und den einen oder anderen Vergleich zum 15 Jahre alten Original ziehen.

 

 

Das Lylat System ist in Gefahr!

 

An der Geschichte hat sich im Vergleich zum Original nichts verändert. Es ist nach wie vor Andross, der ein weiteres Mal das Lylat System angreift. Schließlich ist er der Herrscher des Universums und darf das seiner Meinung nach daher tun. Doch er hat die Rechnung ohne General Pepper gemacht, der das Starfox Team zur Hilfe herbeiruft. Also stürmen Fox, Peppy, Slippy und Falco los zu ihren Arwings und stürzen sich ins Gefecht.

 

Die erste Schlacht wird auf Corneria geschlagen, so weit sind die Bösen nämlich schon vorgedrungen. Der Spieler schlüpft in die Haut von Fox McCloud und steuert seinen Arwing durch die dreidimensionalen Levels. Dabei geht es zumeist darum, der vorgegebenen Route zu folgen und unterwegs möglichst viele Gegner zu besiegen, um das Punktekonto steigen zu lassen. Hin und wieder verlassen die vier Gleiter jedoch die geschlossene Formation und fliegen in einem Gebiet offen herum, das ist zum Beispiel beim ersten Endgegner der Fall.

 

Neben dem Arwing gibt es noch zwei weitere Fahrzeuge, die aber leider nur selten zum Einsatz kommen. Zum einen ist der Panzer zu erwähnen, den Fox in zwei Missionen benutzt und zum anderen das U-Boot, das leider nur einmal zum Einsatz kommt. Insgesamt führen sieben Missionen zum Ziel, das logischerweise der Kampf gegen Andross ist.

 

Doch das Spiel bietet mehr als nur sieben Missionen, insgesamt sind es sogar 16. Es gibt also unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen. Je nachdem, wie man eine Mission abschließt, kommt man danach entweder auf der Standardroute weiter oder weicht davon ab. Ein Beispiel: Wenn man in der ersten Mission Falco rettet und ihn durch eine Flugeinlage beeindruckt, dann entdeckt er einen neuen Weg, der zu einem anderen Endgegner führt und nachher den Weg in Sektor Y öffnet. Dort wiederum muss man dann mindestens 100 Punkte sammeln, um auf der alternativen Route zu bleiben.

 

Und so bietet jede Mission die Möglichkeit, durch das eigene Verhalten den weiteren Weg zu beeinflussen. So hat man unzählige Optionen, das Ziel zu erreichen und es ist einiges an Können erforderlich, um wirklich alle Missionen zu sehen und zu schaffen. Das U-Boot zum Beispiel bekommt man auf dem Standardpfad gar nicht zu Gesicht. Also auch wenn man das Spiel in 60 Minuten durchspielen kann, ist man dann noch lange nicht am Ziel, vor allem dann nicht, wenn man alle Orden haben will, die man pro Mission für eine bestimmte Punktzahl bekommt.

 

Inhaltlich bietet das Spiel also mehr als genug Umfang. Aber das war schon damals so und zum Glück haben die Entwickler sich bei der Umsetzung einige Gedanken gemacht, wie man die moderne Version von der klassischen abheben kann.

 

 

Neuheiten auf dem 3DS!

 

Die offensichtlichste Neuerung ist natürlich die moderne Grafik. Die Entwickler von Q-Games haben sich dabei wirklich Mühe gegeben und für meine Begriffe eines der optisch besten Spiele auf dem 3DS geschaffen – bis heute zumindest. Das könnt ihr euch auf den Bildern ansehen oder einfach meinen Video-Test ansehen - da könnt ihr sehr gut erkennen, was die Grafik kann. Das einzige Manko sind die vielen Popups, es erscheinen nämlich laufen Dinge am Horizont, die man eigentlich schon viel früher hätte sehen müssen. Nebel bleibt zwar aus, aber dennoch trübt das den Gesamteindruck und macht es manchmal unnötig schwer, denn man muss nicht selten eben solche Dinge schnell und zielsicher treffen.

 

Der 3D-Effekt ist dagegen über jeden Zweifel erhaben. Gerade im Weltraum sorgt er für ein unglaubliches Tiefengefühl, so dass man wirklich mittendrin im Abenteuer steckt. Besser habe ich das noch nicht erlebt. Aber auch ohne 3D sieht das Spiel wirklich gut aus, nur die erwähnten Popups kosten hier einen Wertungspunkt.

 

Neu im Vergleich zum Vorgänger ist auch die Sprachausgabe, die ist jetzt nämlich deutsch. Vorher gab es nur englisch oder lylatanisch, was zwar sicher von einigen schmerzlich vermisst wird – nicht zuletzt wegen der kultigen Barrel-Roll – aber unterm Strich war dieser Schritt der richtige. Nicht verstehen kann ich dagegen, warum man die Sprache im Spiel nicht umstellen kann. Die einzige Option ist, das System umzustellen, dann kann man auch auf Englisch spielen. Die außerirdische Sprache ist nicht mehr dabei oder man muss sie frei schalten, was ich dann offensichtlich noch nicht geschafft habe.

 

Und wo ich gerade beim Sound bin, gleich noch ein paar Worte zur Musik, auch wenn das hier eigentlich nicht hin passt. Die Musik ist nämlich, wie schon bei Ocarina of Time 3D, leider nicht verändert worden. Es gibt nur ein neues Stück, das man im neuen Abspann zu hören bekommt. Das finde ich schade, auch wenn die Klassiker natürlich über jeden Zweifel erhaben sind.

 

Neu ist auch die Steuerung per Bewegung, die optional angeboten wird. Dann steuert man Arwing, Panzer und U-Boot nicht (nur) per Schiebepad, sondern durch Bewegungen der Konsole. Das funktioniert ganz gut, ist aber nicht mein Fall, weil es mir zu ungenau ist. Und außerdem ist das logischerweise nicht mit dem 3D-Effekt kompatibel, den ich aber auf jeden Fall genießen möchte. Die Steuerung kann man entweder so einstellen, wie auf dem N64 oder die Tasten werden so belegt, wie es aus heutiger Sicht intuitiver ist. Ich finde beide Optionen okay. Gut ist auch, dass man die Y-Achse invertieren kann.

 

Doch nicht nur die Steuerung wurde modernisiert, auch die Missionen an sich sind leicht verändert worden. So gibt es jetzt einen 3DS-Modus mit etwas geringerem Schwierigkeitsgrad, um Anfängern den Einstieg zu erleichtern. Doch das Original ist natürlich auch mit an Bord, so dass Profis gleich in die Vollen gehen können. Wer ein bisschen Training braucht, dem ist der Arcade-Modus zu empfehlen, hier kann man einzelne Missionen trainieren und auf Punktejagd gehen. Auch hier lassen sich Orden verdienen, mit denen man dann Zusatzinhalte freischaltet, dazu möchte ich aber nicht zu viel verraten.

 

 

Mehrspieler Spaß?

 

Wie schon das Original bietet natürlich auch das Remake einen Modus für mehrere Mitspieler. Per Download-Spiel kann man mit maximal vier Leuten auf einer von vier Karten gegeneinander in unterschiedlichen Modus antreten. Entweder geht es darum, als letzter zu überleben, eine bestimmte Punktzahl als erster zu erreichen oder nach Ablauf der Zeit die meisten Punkte zu haben. Aufgepeppt wurde dieser Modus lediglich an einer Stelle: So macht die Innenkamera der Konsole während des Spiels Bilder, die live übertragen werden. So sieht man zum Beispiel die Reaktion auf den Abschuss eines Gegners direkt bei sich auf dem Bildschirm.

 

Diese Idee ist sicher gut, aber wie immer geht Nintendo nicht weit genug. Es fehlt nämlich ein Online-Modus. Gerade Starfox wäre prädestiniert dafür gewesen, um Online-Kämpfe anzubieten. Ohne diese Option ist der Mehrspieler-Modus eher theoretischer Natur, zumindest für mich, weil in meiner direkten Umgebung quasi keine 3DS-Konsolen existieren. Von daher bekommt dieser nur mäßig überarbeitete Modus von mir auch keine wirklich gute Bewertung.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass das Remake auf jeden Fall besser ist als das Original. Es bietet nicht nur eine bessere Grafik, deutsche Sprachausgabe und eine neue Steuerungsoption, sondern schafft es gleichzeitig, den Geist des Originals einzufangen. Es ist den Entwicklern gelungen, Starfox von damals quasi 1:1 in die Moderne zu bringen, ohne dass etwas von seinem Charme verloren geht. Von daher kann ich diesen Klassiker in neuem Gewand jedem empfehlen, auch wenn man das Spiel schon oft gespielt hat. Jetzt kann man das auch unterwegs und in moderner Optik tun, was mir sehr viel Spaß macht. Etwas mehr Liebe beim Mehrspieler-Modus hätte jedoch echt nicht geschadet, aber wir kennen Nintendo in der Hinsicht ja (leider).

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

09.09.2011

Developer

Q-Games

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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