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Reviews: Nintendo 3DS

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Sports Island 3D

Sport

03.07.2011

Autor: Lukas Strübig

 

 

Reif für die Insel?

 

Sportspiele lassen sich grob in zwei Genres einteilen: Die einen wollen realistisch sein, die anderen nicht. Zu letzterem zählt Sports Island 3D. Als Herausforderer auf dem Gebiet der seichten Sportspiele hatte Hudson jedoch den Vorteil, auf dem 3DS bisher kein Nintendo 3DS Sports herausfordern zu müssen. Nutzt es diese Chance?

 

 

Gameplay

 

Sports Island 3D ist eine klassische Sportspiele-Sammlung und bietet dem Spieler gleich zehn Disziplinen, denen er sich stellen kann. Dies zeugt entweder von einem echt guten Team oder fungiert einfach nur als Ausrede, zehn schlechte Spiele auf einmal zu verkaufen, um die Klasse in der Masse zu erdrücken. Letzteres ist hier der Fall, zumindest ansatzweise, denn die Spiele an sich kann man nicht unbedingt mit "schlecht" beschreiben, sondern eher mit "langweilig". Da haben wir zum Einen Basketball, welches einfach nur daraus besteht, den Ball zu nehmen, damit dreist direkt vor den gegnerischen Korb zu rennen und den mit 100%iger Sicherheit einzulochen. Sollte der Gegner einmal dasselbe versuchen, darf man jedoch nicht auf die Hilfe seiner KI-Kollegen hoffen, denn die stehen allerhöchstens im Weg herum und... existieren so vor sich hin. Darüber hinaus funktioniert eine Ballabnahme ausschließlich von vorne und wenn der Gegner im Ballbesitz mit dem Rücken zum Spieler steht, kann man eh nichts mehr reißen. Das geht dann über zwei Halbzeiten mit jeweils zwei Minuten. Und am Ende hat man verloren und zwar vier Minuten wertvoller Lebenszeit, in der man seine Raufasertapete hätte anstarren können oder etwas anderes, das interessanter war als dieses Spiel.

 

Da überrascht es auch nicht, dass Fußball praktisch dasselbe ist, mit schlechterer Steuerung und einer gegnerischen KI, die im Gegensatz zum eigenen Team auch was drauf hat. Tennis beeindruckt durch fragwürdige Ballphysik, in der Bälle, die mit besonders viel Schwung getroffen werden, langsamer fliegen, als es die Schwerkraft erlaubt und einem Gameplay, das lediglich daraus besteht, den Ball zu treffen, das aber ohne wirkliche Raffinessen. Getoppt wird dies nur durch Eishockey, das sich gleich an einer nicht funktionierenden Touchscreen-Steuerung versucht. Bei der Schneeballschlacht versucht sich das Spiel dann an einem Capture the Flag Modus. Funktioniert dieses Mal auch so wie es funktionieren will, bleibt aber aufgrund des sehr kleinen Feldes eher ereignislos. Da es unglaublich für die Sportinsel ist, dass etwas mal funktioniert, mimt das Sumo-Ringen auch gleich mal das langweiligste Prügelspiel auf Erden. Anders ist da das Bowling, das funktioniert zu gut, da man die Kugel per Touchscreen anrollen muss, und sie daher völlig gerade in die etwas zu schweren Kegel schieben kann.

 

Das Schneemobilrennen erinnert an alte Mario Party Zeiten, nur, dass der Strecke jeglicher Schwierigkeitsgrad fehlt und man so langsam vor sich hinschlendert, dass man am liebsten aussteigen und zu Fuß laufen würde. Dafür ist Trampolin springen quasi nur ein Quick Time Event. Funktionert überhaupt etwas richtig? Ja, das Blasrohrschießen. Toll! In jedem Spiel kann man darüber hinaus noch eine Art Super-Modus einschalten, der die Spielfigur kurzzeitig schneller und geschickter macht. Aber bei dem Gameplay ist das eigentlich völlig egal und bringt keinen Vorteil. Genau so wenig wie die RPG-Elemente, in denen man nach jedem Spiel Erfahrungspunkte erhält, die bei einem Levelaufstieg dafür sorgen, dass man die Fähigkeiten der Spielfiguren verbessern kann.

 

Dazu kann man zwei Teams personalisieren, Charaktere austauschen, anders benennen und die Teamnamen und Wappen ändern. Leider muss man die meisten Gesichter oder Wappen erst freischalten, was hier einfach sinnlos ist, da die Möglichkeiten nicht genug sind, um den Spieler zu motivieren. Generell motiviert gar nichts an diesem Spiel. Es ist wie eine graue Masse, die man weder mögen noch hassen kann, da es weder gut noch schlecht ist und es ist einfach langweilig und schneller vergessen als die letzten zehn der 20 Ouzo vom Vorabend. Mir fällt nicht einmal mehr ein, was ich hier im Gameplaybereich noch schreiben kann, so langweilig ist es. Der Multiplayer reißt da auch nichts mehr raus. Es ist zwar wirklich toll, dass sich das Spiel mit einem Modul auf vier 3DS' spielen lässt, das macht die Minispiele an sich aber auch nicht besser. Die Steuerung ist immer noch zu kompliziert, die Disziplinen immer noch ereignislos und das Gameplay immer noch Lahm. Auch zu viert.

 

 

Grafik

 

Grafisch kann man dem Spiel nichts vorwerfen, einen Preis erhält es aber auch nicht. Genau wie das Spiel selbst ist der Stil uninspiriert, die Figuren sehen aus wie etwas realistischere Miis, versprühen aber nicht im Geringsten ihren Charme. Ansonsten sieht alles nett aus, die Texturen sind klar, die Effekte in Ordnung und die Beleuchtung, vor allem bei den Charakter-Modellen, wirklich gut. Dafür fehlt es aber ganz klar an Animationen, die Charaktere stehen meistens nebeneinander herum und machen ganz genau dasselbe. Vor jedem Basketballspiel machen alle die selbe Dehnübung und nach einem Fußballtor rennen alle mit den Armen ausgestreckt wie ein Flugzeug über das Spielfeld. Öde. Dazu ist Aliasing ziemlich stark vertreten, ich hoffe, das entwickelt sich nicht zu einem Problem auf dem 3DS. Da rettet der wirklich gute 3D Effekt auch nichts mehr, aber die Tiefe ist gegeben und zu Ghosting kommt es eigentlich nie.

 

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Was gibt es da noch groß zu sagen: Sports Island 3D ist einfach nur extrem langweilig. Die Spielkonzepte sind lahm und uninspiriert, die freischaltbaren Inhalte unmotivierend und die Grafik zwar technisch gut, aber stilistisch zum Gähnen. Ich hatte Hudson besser in Erinnerung.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

40%

Singleplayer

40%

Multiplayer

Release

09.06.2011

Developer

Hudson

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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