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Reviews: Nintendo 3DS

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The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D

Action Adventure

16.06.2011

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

Ein Meisterwerk neu aufgelegt!

 

Fast 13 Jahre ist es her, dass Nintendo mit The Legend of Zelda: Ocarina of Time Spieler und Kritiker gleichsam begeisterte. Der erste Auftritt von Link in „3D“ gilt heute als Meilenstein in der Videospiel-Geschichte, hat er doch wie kaum ein anderes Spiel Dinge verändert und war gleichzeitig quasi perfekt programmiert. Und genau deshalb schreien viele Fans schon seit Jahren nach einem Remake des Titels. Nun hat uns Nintendo diesen Wunsch erfüllt. Auf dem Nintendo 3DS ist eine neue Version des Spiels erschienen, die nicht nur bessere Grafik, ein paar inhaltliche Verbesserungen und eine angepasste Steuerung bietet, sondern auch echtes, stereoskopisches 3D. Vor diesem Hintergrund kann das Spiel doch eigentlich nur ein weiteres Meisterwerk sein... Oder?

 

Zunächst aber ein paar (kurze) Worte zur Geschichte. Der junge Link lebt zusammen mit den Kokiri im Wald und hat als einziger von ihnen keine Fee als Begleiterin. Das ändert sich jedoch als der Deku-Baum ihn um Hilfe bittet und ihm dafür Navi an die Seite gibt. Mit ihr zusammen soll sich sein Schicksal erfüllen: das Land Hyrule vor dem Bösen bewahren. Dazu macht er sich zunächst auf die Suche nach drei Artefakten, die sich im Besitz von drei Völkern befinden, um mit diesen Zugang zum heiligen Reich zu erhalten. Da er aus Sicht der Weisen jedoch zu jung für seine Aufgabe ist, wird seine Seele dort sieben Jahre gebannt und er kehrt als beinahe Erwachsener erst in die Welt zurück. Die ist jedoch mittlerweile vom König der Gerudos beinahe zerstört, eins fehlt Ganondorf jedoch für seinen Triumph noch.

 

Der Rest dürfte hinlänglich bekannt sein, falls nicht, dann will ich auch nicht unnötig spoilern, daher komme ich ohne Umschweife zum nächsten Teil. Am Gameplay hat sich mal abgesehen von der Anpassung an den 3DS nur wenig getan. Man steuert Link mit dem Schiebepad durch die Umgebung und benutzt B um das Schwert zu schwingen. Mit der linken Schultertaste lassen sich Gegner anvisieren und mit einem Druck auf die rechte zückt Link seinen Schild. Während seines Abenteuers findet er darüber hinaus noch zahlreiche Waffen, Extras und Zauber, die man früher auf die gelben Richtungstasten legen konnte. Heute kann man sie komfortabel per Touchscreen auf X oder Y bzw. auf einen der beiden Touch-Buttons legen.

 

Der Touchscreen selbst wird im Spiel hauptsächlich für das Menü eingesetzt. Unten befinden sich drei Buttons, die Direktzugriff auf die Ausrüstung, die Karte und besagte Items bieten. Das ist eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Original, da man nun viel schneller am Ziel ist und außerdem viel flexibler auf alles zugreifen kann. Als weitere Neuerung ist wird auch die Bewegungserkennung der Konsole unterstützt, so kann man sich zum Beispiel zum Zielen auch einfach in der realen Welt umsehen und Link macht es einem in der virtuellen nach. Das ist vor allem dann cool, wenn man sich mit Link umsieht und dabei selbst steht und so das Gefühl hat, mitten in Hyrule zu stehen. Glücklicherweise lässt sich dieses Feature auch abschalten, da es vor allem im Auto oder in Bus und Bahn zu Problemen führen kann. Gut ist auch, dass die beiden anderen Stiefelpaare nun auch als Items gelten und somit sehr schnell und einfach an- und ausgezogen werden können – das ist vor allem im Wassertempel eine Wonne.

 

Apropos Wassertempel: Dort gibt es auch einige inhaltliche Anpassungen im Spiel, die dafür sorgen, dass man leichter zurecht kommt. Nicht nur, dass man hier dank des schnelleren Zugriffs auf die Eisenstiefel leichter vorwärts kommt, darüber hinaus gibt es hier auch noch ein paar extra Hinweise. So erkennt man in der großen Haupthalle direkt, an welchen Stellen sich der Wasserpegel auf welche Stufe ändern lässt. Die leidige Suche danach entfällt also, was bei mir dazu geführt hat, dass der Wassertempel erstmals Spaß gemacht hat.

 

Weitere inhaltliche Anpassungen findet man hier und da im Spiel. Besonders stechen noch die Shieka Steine hervor, die vor allem für Anfänger eine Hilfe sein können. An diversen Stellen im Spiel, zum Beispiel in der Zitadelle der Zeit, findet man sie und kann dort Visionen empfangen. Darin wird gezeigt, was als nächstes zu tun ist bzw. wie man an bestimmte Bonusinhalte kommt. Um wirklich hilfreich zu sein hätten die Steine jedoch an wesentlich mehr Orten platziert werden müssen. So wie es umgesetzt wurde, ist die Reise zum nächsten Stein meistens ziemlich lang und daher nervig.

 

Darüber hinaus gibt es noch das Master Quest als zusätzlichen Inhalt. Diese Version, die bereits auf der Special Edition Zusatzdisk von The Wind Waker dabei war, besticht durch die gespiegelte Welt sowie einen höheren Schwierigkeitsgrad. Dort sind nicht nur mehr und schwerere Gegner anzutreffen, sondern es wurden auch Items und andere Dinge an anderen Orten platziert. So müssen sich auch Veteranen zumindest in Teilen an etwas Neues gewöhnen. Blöd finde ich nur, dass man erst das Original durchspielen muss, bevor man das Master Quest genießen kann. Ich hätte gerne von Anfang an die Wahl gehabt.

 

Zuletzt ist noch die Boss Challenge erwähnenswert. Bereits besiegte Bosse kann man darin noch einmal genießen und sogar die Zeit messen lassen. Allerdings ist dieser Modus gut versteckt, man muss sich mit Link vor sein eigenes Bett stellen und kann dort dann zu den Endgegnern kommen.

 

 

Die technische Seite!

 

Grafisch war Ocarina of Time zum Release ein echtes Meisterwerk. Eine riesige dreidimensionale Welt, bewohnt von sehr verschiedenen Völkern und Wesen sowie tolles Artdesign machten es optisch nahezu perfekt. Auch heute sieht das Original noch toll aus, jedoch hat sich Nintendo nicht lumpen lassen und natürlich grafische Anpassungen vorgenommen. So ist die Welt heute noch viel schöner, die Charaktere noch detaillierter und die Animationen wesentlich geschmeidiger. Dazu kommt natürlich der stereoskopische 3D-Effekt, der für eine nie dagewesene Tiefe sorgt. Vor allem die große Welt profitiert davon, da alles einfach noch viel besser aussieht und auch beim Schwimmen gibt es ein viel besseres Gefühl der optischen Tiefe. Besser hat den Effekt bis heute noch kein Spiel genutzt!

 

Allerdings kommt dies zu einem Preis: Treppchen. Schaltet man den Effekt nämlich ein, dann bilden sich an Linien deutlich mehr Treppchen als ohne ihn. Im Spiel selbst fällt das zwar nicht so sehr auf, vor allem da der Bildschirm ja nicht so groß ist, beim direkten Vergleich sieht man es aber sehr deutlich. Der Preis ist das Ergebnis aber in meinen Augen wert. Absolut inkompatibel mit 3D ist jedoch die Bewegungssteuerung, weil man damit ständig den optimalen Blickwinkel verlässt. Also entweder 3D oder Bewegungssteuerung, zum Glück kann man beides einfach an- und ausschalten.

 

Anders als die dank der Verbesserungen auch heute noch (für einen Handheld) guten Grafik hat sich bei der Musik leider nichts getan. Das ist vor allem deshalb schade, weil Nintendo zum 25. Geburtstag der Serie vor allem auf musikalische Ereignisse setzt. Klar, den ganzen Soundtrack von einem Orchester einspielen zu lassen wäre vermutlich zu teuer gewesen, aber einfach die alten Klänge beizubehalten ist definitiv zu billig für ein Remake dieses großartigen Spiels. Es gibt ja auch noch Mittelwege, die man hätte gehen können, um das Spiel akustisch besser zu untermalen.

 

 

Meckerecke

 

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, dagegen können sich auch Meisterwerke nicht wehren. Bei Ocarina of Time 3D halten sich die Schattenseiten zwar zum Glück in Grenzen, ich will sie aber auf keinen Fall verschweigen. Man merkt nämlich in Teilen recht deutlich, dass das Remake nicht ausschließlich aus den Händen der Meister bei Nintendo kommt. Zwar haben die 37 Mitarbeiter von Grezzo durchaus gute Arbeit geleistet, jedoch fehlt in Teilen der Feinschliff. Das muss zwar nicht an den Personen liegen, sondern vielleicht auch am Budget oder der zu knappen Zeit, aber viele Kleinigkeiten machen sich einfach bemerkbar.

 

So passiert es zum Beispiel ständig, dass sich Link wenn er ein Rätsel gelöst hat und die Kamera zeigt, was das zur Folge hat, plötzlich auf der Stelle im Kreis dreht. Das ist zwar nicht störend und sieht auch irgendwie lustig aus, zeigt aber was ich meine. Ebenso reagiert Navi manchmal nicht so schnell wie gewohnt, das ist mir vor allem beim letzten Endgegner aufgefallen. Wenn man vor ihm wegläuft und sich wieder umdreht, dauert es eine halbe Sekunde zu lange, bis man ihn wieder anvisieren kann, was mich fast in den Wahnsinn getrieben hat. Auch störend ist, dass es eine gefühlte Ewigkeit dauert bis man Gegenstände wieder einpacken kann. Ach ja, Epona ist auch nicht die Schlauste, sie bleibt, nachdem man sie mit dem Song gerufen hat, ständig irgendwo hängen, so dass man die letzten Meter zu ihr laufen muss. Zu guter letzt ist auch die Steuerung auf dem Pferd nicht das Optimum, sie bleibt viel öfter als früher an kleinen Kanten hängen und legt den Rückwärtsgang ein.

 

Dies alles sind zwar keine Kriegsentscheidenden Mängel, die das Spiel schlecht machen, an diesen Kleinigkeiten merkt man aber einfach, dass es gewisse Einschränkungen bei der Entwicklung gab. Das kostet natürlich Wertungspunkte, denn das Spiel entfernt sich damit einen Schritt von der Perfektion, ohne jedoch allzu weit weg zu sein, es sind und bleiben einfach Kleinigkeiten.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Das 3D-Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time ist trotz seines im Prinzip hohen Alters für das bisher beste Spiel auf dem Handheld. Die verbesserte Grafik sowie die inhaltlichen Ergänzungen sorgen dafür, dass es sich modern anfühlt und spielt. Lediglich die nicht überarbeitete Musik sowie die im Text erwähnten kleineren Fehler verhindern eine noch bessere Note. Man könnte dem Spiel auch vorwerfen, dass es keinen wirklich neuen Inhalt spendiert bekommen hat, ich fände das aber nicht gut, denn so wie es ist passt alles perfekt zusammen. Und trotz der paar Mängel ist es – auch wegen der langen Spielzeit und dem Master Quest – ein Spiel, das jeder gespielt haben muss. Es ist und bleibt ein Meisterwerk, das auch heute noch überzeugen kann, wenn auch nicht mehr ganz so glänzend wie zu seiner Zeit.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

17.06.2011

Developer

Nintendo / Grezzo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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