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Reviews: Nintendo 3DS

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Dead or Alive: Dimensions

Beat 'em Up

14.06.2011

Autor: Lukas Strübig

 

 

Noch ein Versuch, noch ein Kampf.

 

Da der Nintendo 3DS in seiner recht jungen Phase zur Zeit zwar einige gute Spiele am Horizont sieht, jetzt jedoch nur recht wenig Interessantes im Petto hat, gehört Dead or Alive: Dimensions tatsächlich zu den interessantesten Titeln, die der Handheld bisher bieten kann. Und, lasst mich ehrlich sein, das ist mein erster Kontakt mit der gesamten Serie, also seht es mir nach, falls ich einen Fehler begehe zu sagen, DoA Beach Volleyball wäre der letzte Titel gewesen, der "Dead or Alive" in seinem Namen trug und sich die Serie in Sachen Seriosität somit selbst ins Aus geschossen hat. Aber wie es bereits hinten auf der Verpackung steht: Dimensions ist "noch ein Versuch", die Menschen wieder an ein gutes Beat 'em Up denken zu lassen, wenn sie den Namen "Dead or Alive" hören.

 

 

Gameplay

 

Ich glaube, selbst hart gesottene Prügelspieler geben mir in diesem einen Punkt Recht: An der Oberfläche sind alle 3D-Brawler gleich. Zwei Gegner, eine Arena und Tausende Kombos, die dafür sorgen, die Lebensenergie des Gegners deutlich herunter zu ziehen.

 

Dabei bietet DoA extrem viele Möglichkeiten, hohe oder tiefe Tritte oder Schläge präzise zu verteilen und zu blocken. Sehr bald entpuppt sich Dimensions als ein "easy to learn, hard to master" Spiel, indem man sich verschiedene Combos schnell aneignet, aber lange braucht um das wichtige Kontern und Abwehren zu lernen. Ein geübter Spieler kann nicht mehr mit kleinen und schnellen Attacken zugespammt werden, da er genau weiß, wann er einen Kontergriff einsetzen muss, um den Angriff des Gegner zurück zu schicken. Dazu kommt noch die Vielfalt der 25 Kämpfer, die unterschiedlicher nicht sein können. Da gibt es natürlich die typischen Ninjas wie den aus Ninja Gaiden bekannten Ryu Hayabusa, der im krassen Kontrast zu dem versoffenen Brad steht, der nur betrunken richtig kämpfen kann.

 

Im Storymodus spielt man die meisten Charaktere frei und lernt auch immer wieder alle möglichen Tricks, die einem das Kämpfen leichter machen. Wirklich in Fleisch und Blut geht das zwar in den recht kurzen Lehrphasen nie über, aber man sieht, was alles möglich ist, und das ist eine Menge. Die Story selbst versucht eine spannende Geschichte zu erzählen, scheitert aber gewaltig. Die Story ist nicht einmal trashig, sie ist einfach nur schlecht. Es werden im Sekundentakt neue Handlungsstränge angefangen und auch genau so schnell wieder fallen gelassen und damit übertreibe ich nicht. Somit geht es mal um ein Labor in Deutschland, kurz darauf tarnt sich Kasumi als normale Schülerin in Japan um von Hayate, der sie jagen soll, nicht gefunden zu werden. Der befindet sich aber auf einem Schiff, dann plötzlich auf einer Art Pilgerreise, dann wieder auf einem Schiff und dann haben zwei Typen Streit und wollen kämpfen, dann kämpft der eine aber doch gegen Hayate, der damit gar nichts zu tun hat und verdammt noch mal, es ergibt einfach alles keinen Sinn! Es ist so, als hätte Team Ninja versucht, alle möglichen Anime-Klischees gleichzeitig abzufeiern und sich dabei um Zeit, Raum und handelnde Figuren nicht die geringsten Gedanken gemacht.

 

Nicht, dass eine Story in einem Prügler wirklich wichtig wäre, zumindest die englische Vertonung ist gelungen, viele der Stimmen kennt man auch aus englischen Anime Vertonungen, und zwar aus den guten. Wem das nicht japanisch genug ist, der kann das Spiel auf eben diese Sprache umstellen.

 

Abseits des Weges gibt es viel zu erkunden, so kann man im Arcade Modus neue Kostüme für die Kämpfer freischalten und Trophäen gewinnen, die man dann fotografieren kann. Leider sind die Trophäen selbst nichts Besonderes und ermutigen einen nicht dazu, sie zu sammeln, anders als in Super Smash Bros. Brawl.

 

Der Arcade Modus ist in verschiedene Kurse unterteilt, deren Schwierigkeitsgrad stufenlos von extrem einfach bis zu sehr schwer ansteigt. Wem das noch zu einfach ist, der kann sich im Überlebenskampf messen, in dem er eine gewisse Anzahl an Gegnern nacheinander besiegen muss, ohne selbst einmal besiegt zu werden, während sich zwischen den Kämpfen die Energieleiste nur zur Hälfte wieder auflädt. Zur Belohnung erhält man in diesem Modus die Stimme des Charakters, mit dem man gekämpft hat, als Ansager.

 

Auch gut genutzt wurden die verschiedenen Fähigkeiten des 3DS-Systems: 3DS Punkte, die man sich durch das Mitnehmen des Handhelds verdient können gegen Überraschungsboni eingetauscht werden und anscheinend merkt sich das System deine bevorzugte Figur und deinen Kampfstil, denn man kann auch gegen Spieler antreten, mit denen man Streetpass-Daten ausgetauscht hat.

 

Da der Multiplayer in Prüglern eine große Rolle spielt, wurde DoA: Dimensions ein Online-Modus spendiert. Dieser läuft zwar nicht immer flüssig, jedoch macht die Eingabe keine Schwierigkeiten, Aktionen werden ausgeführt wann man will und wie man will. Ich persönlich finde das Spielen gegen einen echten Gegner aber nur dann wirklich spaßig, wenn man sich mit seinem Gegenüber unterhalten kann und dafür braucht man natürlich zwei 3DS Systeme und zwei Spiele. Das ist ein sehr offensichtlicher Fakt, der dennoch vor dem Kauf berücksichtigt werden sollte.

 

 

Grafik

 

Auch hier legt DoA gut vor und setzt die Latte für kommende Spiele recht hoch. Die Charaktermodelle sind gut gestaltet und protzen vor Details, mit einer Havok Engine die... an den richtigen Stellen gut zum Einsatz kommt. Die Bewegungen sind flüssig und Kontextsensitiv, so dass jeder Kampf wie eine voll durch choreographierte Actionszene aus einem Ninja Film aussieht, in dem selbst so mancher Fehltritt gewollt wirkt. Die Arenen sind gut gestaltet und haben viele Details, die allerdings nicht die Konzentration auf den Kampf stören. Außerdem gibt es viele Arenen, in denen sich die Schauplätze während des Kampfes ändern.

 

Der 3D-Effekt ist gut implementiert, Dinge, die im Vordergrund sein sollen, sind im Vordergrund und der Hintergrund befindet sich auch wirklich im Hintergrund. Wer sich an dem 3D-Effekt stören sollte, wird im Austausch dafür mit flüssigen 60 FPS belohnt.

 

Dennoch merkt man, dass das Spiel zeitig fertig gestellt werden musste. Einige Cutscenes sind in voller Bewegung, während andere eher so was wie 3D Standbilder sind, in denen sich nicht einmal die Lippen bewegen. Dazu kommt auch recht starkes Aliasing, das besonders bei weiter entfernt gelegenen Objekten ins Auge sticht. Dennoch bin ich froh, dass Zeit bei eher unwichtigen Teilen der Präsentation gespart wurde und das Gameplay nicht darunter leiden musste.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Eine Vielfalt an Charakteren, ein schnell erlernbares aber schwer zu meisterndes Gameplay und eine grandiose Grafik: Dead or Alive: Dimensions setzt die Messlatte für kommende 3D Prügler sehr hoch und gibt in diesem Bereich einen grandiosen Startschuss für Nintendos neuen Handheld. Wer sich da noch über die miese Story beschwert, will nur meckern.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

20.05.2011

Developer

Team Ninja

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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