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Reviews: Nintendo 3DS

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Steel Diver

Simulation

13.05.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein neues Franchise von Nintendo für 3DS!

 

Nach Nintendogs + Cats und Pilotwings Resort, die beide zum Launch des Nintendo 3DS erschienen sind, hat sich Nintendo zunächst für fast sechs Wochen zurück gehalten und keinen neuen Titel auf den Markt gebracht. Als drittes Spiel schicken die Japaner aber noch immer keine ihre großen Serien für Gamer ins Rennen sondern ein komplett neues Konzept: Steel Diver. Der Spieler steuert darin eins von drei U-Booten, die Teil einer Spezialeinheit sind, um den durch einen Schurkenstaat bedrohten Weltfrieden wieder herzustellen.

 

Das Spiel ist dabei grob in drei Modus eingeteilt, die jeweils ein völlig anderes Spielerlebnis bieten. Zunächst wären da die Missionen, die unterteilt sind in Spezial- und Zeitmissionen. Ersteres sind sieben Aufgaben, bei denen man das gewählte U-Boot in zwei Dimensionen von links nach rechts durch die Umgebung steuert und dabei Hindernissen und Minen ausweichen sowie Gegner bekämpfen muss. Hin und wieder trifft man auf riesige Wale oder auch mal auf ein amphibisches Tier, das vertrieben werden muss. Hat man eine Spezialmission geschafft, gibt es danach eine Bonusaufgabe im Stil des im nächsten Absatz beschriebenen Modus. Dort bekommt man für jedes versenkte Schiff ein Emblem, was ich später noch genauer erklären werde. Hinter den Zeitmissionen verbergen sich acht Parcours, die in einer vorgegeben Zeit von links nach rechts beendet werden müssen. Hier trifft man zwar nicht auf Gegner, sehr wohl aber auf bewegliche Plattformen und Minen.

 

Der zweite Modus hört auf den Namen Periskop. In diesem setzt man das Gyroskop – nein, das ist keine griechische Mahlzeit, sondern ein Bewegungserkenner – ein, um sich durch das Periskop eines U-Bootes in der Umgebungen über oder unter Wasser umzusehen und gegnerische Schiffe per Torpedo abzuschießen. Am besten setzt man sich dafür auf einen Drehstuhl. Das funktioniert erstaunlich gut, ist aber nicht für unterwegs geeignet, denn das System erkennt ja auch, wenn der Bus in dem man sitzt eine Kurve fährt, was es ziemlich unspielbar macht. Blöderweise kann man es zwar auch per Touchpen bedienen, aber selbst dann das Gyroskop nicht ausschalten, so dass Bewegungen der Konsole immer ins Spiel gebracht werden.

 

Zuletzt gibt es noch die Seeschlacht. Dabei handelt es sich um eine Art „Schiffe versenken“, also ein Strategiespiel. Auf einem Spielbrett, das aus hexagonalen Feldern besteht, steuert man seine Flotte und muss die Schiffe des Gegners finden und zerstören. Das Spiel ist relativ komplex und hat sogar eine eigene Bedienungsanleitung im Spiel spendiert bekommen. Da jedoch die Kämpfe immer komplett gezeigt werden und sie sich nicht überspringen lassen, wurde mir das ganze sehr schnell zu blöd. Auch finde ich das Spielprinzip generell nicht so gelungen, das ist aber Geschmackssache, wem „Schiffe versenken“ Spaß macht, der wird auch die Seeschlacht im Spiel mögen. Für Abwechslung sorgen hier verschiedene Spielbretter und der Download-Modus, dank dem man das Spiel an einen anderen 3DS schicken kann, um es gegen einen menschlichen Gegner zu spielen.

 

Und leider war es das auch schon. Zwar bietet die Seeschlacht potentiell ein paar Stunden zusätzlichen Spielspaß, allerdings ist das gegen CPU-Gegner irgendwie nicht so spannend. Und obwohl die Entwickler es belohnen, wenn man die Missionen mit allen drei U-Booten schafft, sorgt das nur begrenzt für einen ordentlichen Umfang. Man muss halt jede Mission dreimal spielen und da die jeweils nur ca. 5 bis maximal 15 Minuten lang sind, ist man trotzdem sehr schnell durch; und hat dabei ein ständiges Déjà-vu-Gefühl.

 

 

Technik, Steuerung und Extras!

 

Grafisch macht das Spiel einen guten Eindruck. Auch wenn sich im ersten Moment nicht so richtig erschließen lässt, wieso die Missionen wie in einem klassisches 2D Jump ’n Run aussehen mussten, macht das durchaus Sinn. Zum einen wäre das Spiel in 3D wohl kaum zu bedienen gewesen und zum anderen hat man durch den extrem gelungenen 3D-Effekt das Gefühl seitwärts in ein riesiges Aquarium zu blicken. Da darüber hinaus auch noch die Grafik an sich wirklich gelungen ist, bekommt das Auge etwas richtig Gutes geboten. Auch im Periskop-Modus haben sich die Entwickler nicht lumpen lassen, vor allem Wasser und Wellen kommen gut rüber, aber auch die gegnerischen Schiffe sind nicht von schlechten Eltern. Vor allem hat mir aber die recht große grafische Vielfalt in den Missionen gefallen. So sieht man zum Beispiel einmal einen gigantischen Unterwasser-Vulkan und ist mal in einem von Eisbergen durchzogenem Meer unterwegs.

 

Auch die Musik ist gelungen, es gibt einiges an Abwechslung und dazu sind die Stücke sehr passend geschrieben. Zwar militärisch aber nicht so, dass man das Gefühl hat, es wäre eine übertrieben patriotische Nationalhymne. Die Sounds sind auch gelungen, jedoch hätte die Auswahl der Kommandos ruhig größer sein können. Gerade der nervige Ausruf „Ship damaged“, der bei jedem Treffer panisch aus den Lautsprechern scheppert hängt einem irgendwann zu den Ohren raus.

 

Die Steuerung ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber dennoch gut gelungen. Da ein U-Boot nun mal recht träge reagiert, braucht es eine Weile, bis man richtig damit umgehen kann. Daher empfiehlt sich zum Einstieg das kleine, wendige Schiff. Die Bedienung läuft ausschließlich über den Touchscreen: Mittels zweier Schieberegler legt man den Schub nach vorne und hinten sowie nach oben und unten fest. Ebenso gibt es je nach Boot mehrere Tasten für Torpedos und einen Neigungsregler. Anfangs habe ich mich damit echt schwer getan, vor allem weil eine Vollbremsung wirklich lange dauert und man in engen Situationen leicht dazu neigt, ständig zwischen den Extremen zu pendeln. Nach einer Weile wird es jedoch immer leichter und sobald man es raus hat, werden auch die Missionen schaffbar.

 

Zuletzt noch ein paar Worte zu den Extras im Spiel. Leider gibt es absolut keine Einstellungsmöglichkeiten, um zum Beispiel die Bewegungserkennung oder die nervige Kommentare der Crew auszuschalten. Einzig Embleme, die man in den Bonusmissionen freischalten kann, sorgen für etwas Variation. Hat man von einem Typ eine ausreichende Anzahl gesammelt, dann kann man diese vor einer Mission auf das Boot kleben und damit bestimmte Bedingungen ändern. So sorgt zum Beispiel der Oktopus dafür, dass Schäden durch gegnerische Torpedos verringert werden und der goldene Falke für eine höhere Geschwindigkeit sowie das Seepferdchen dafür, dass Unterwasserströmungen keinen so großen Einfluss auf das U-Boot haben. Insgesamt gibt es 31 Embleme, da jedoch leider immer nur eins aufgeklebt sein kann, sind keine Kombinationen möglich. Die richtige Auswahl kann aber leicht über Sieg oder Niederlage entscheiden...

 

Zuletzt noch eine kurze Frage an die Entwickler: Wieso dauert es so verdammt lange, nach einer Mission zu speichern? Abseits vom Fakt, dass die Missionen geschafft wurde sowie das Eintragen der Zeit in die Rangliste müsste absolut nichts gesichert werden, dennoch dauert es teilweise 10 oder sogar 15 Sekunden. Das ist einfach nur unnötig und nervig. Ich vermute jetzt einfach mal, dass das an den Geist-Daten liegt, aber warum dem Spieler hier keine Option angeboten wird, kann ich nicht nachvollziehen. Hätten wir eine Goldene Himbeere für Optionseinfalt, Steel Diver würde sie mit Bravur und für alle Zeiten gewinnen...

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Steel Diver ist zwar kein schlechtes Spiel, aber auch keins, was uneingeschränkt überzeugen kann. Gameplay, Grafik und Steuerung sind zwar gut gelungen, jedoch ist es trotz dreier Spielmodus einfach viel zu kurz. Nach wenigen Stunden hatte ich alles geschafft und auch der schwerere Experten-Modus hat mich dann nicht mehr gereizt, schließlich hatte ich alle Missonen schon dreimal geschafft. Unterm Strich kann ich das Spiel nur denjenigen empfehlen, die auch gerne „Schiffe versenken“ spielen, da die Seeschlacht dann ein wenig mehr Spielspaß generiert. Wirklich umfangreich ist es aber auch dann nicht, so dass der Vollpreis kaum zu rechtfertigen ist. Schade, denn mehr Missionen und Optionen hätten den Titel leicht zu einem wirklich guten Spiel machen können.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

06.05.2011

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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