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Reviews: Nintendo 3DS

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Rayman 3D

Jump 'n Run

02.04.2011

Autor: Sascha Zhivkov

 

 

Alter Wein in neuen Schläuchen oder auch: altes Spiel in neuer Hülle

 

Rayman 2 gilt als eines der besten Jump’n’Runs überhaupt. 1999 erschien der Titel unter dem Namen „Rayman 2: The Great Escape“ für Nintendo 64, Dreamcast, Playstation und den PC. Zum Launch des 3DS zieht Ubisoft also wieder mit seiner Allzweckwaffe in den Kampf um potentielle Käufer: schon beim Launch des Vorgängers Nintendo DS hatte man das Spiel neu aufgelegt. Auf dem Gameboy Advance ebenso. Mittlerweile kann man Rayman 2 auch auf Apples Ipod spielen. Bleibt die Frage, was sich Ubisoft beim Nintendo 3DS 2 einfallen lässt…

 

Rayman, das ist eine Videospielfigur ohne Arme und Beine, die aber trotzdem ziemlich gut hüpfen kann. In den letzten Jahren hat man von Rayman eigentlich nur noch im Zusammenhang mit den verrückten "Raving Rabbids" gehört. Da vergisst man leicht, welche Top-Spiele Rayman selber als Protagonisten hatten. In "Rayman 2: The Great Escape" wird die Welt von bösen Piraten aus dem Weltraum angegriffen. Rayman muss seine gesamten Fähigkeiten, die er alle verloren hat,in den zahlreichen Arealen wiedererlangen, um gegen diese Macht eine Chance zu haben. Durch das Einsammeln der "Lums" helfen ihm die Kleinlinge und andere bei diesem Unterfangen.

 

Spielerisch könnte sich so mancher Titel von diesem Jump’n‘Run noch heute eine Scheibe abschneiden: kreatives Gameplay, das nur so strotzt von Abwechslung zwischen Rätsel, Springen, Kampf und Rennen; Bonus-Herausforderungen, die nur beim Einsammeln jeglicher Objekte in allen Leveln freigeschaltet werden; Humor, der häufig zum unterschwelligen Schmunzeln versetzt; Unterstützer und Gegner, die niedlich bzw. grimmig daherkommen – all das findet sich in diesem Klassiker.

 

Und ja, die sehr unterschiedlich gestalteten Abschnitte machen auch heute noch Spaß. Sehr schön ist auch, dass ein Level die unterschiedlichen Elemente oft geschickt kombiniert, sodass selten Langeweile aufkommt. Nach einigen Hüpfpassagen kommt dann eine Reihe von Gegnern, bevor man schließlich eine überdimensionale Rutsche hinabgleiten muss, und teilweise aufpassen muss, nicht von den Verfolgern verspeist zu werden! Das war damals klasse und heute auch!

 

 

Kinderkrankheiten bleiben bestehen

 

Trotzdem hat Ubisoft die Zeit nicht genutzt, um 12 Jahre alte Fehler des Spiels auszubügeln: so zickt die Kamera und lässt sich nur unzureichend justieren. Bei neuen Abschnitten schwenkt sie automatisch um, was bspw. im laufenden Kampf zu großer Verwirrung führen kann. Stürzt man zwischen zwei Plattformen in ein Loch, so sieht man außer schwarz nicht viel – das muss heute nicht mehr sein. Wenn man eine Rakete endlich zum Stehen gebracht hat, um dann auf ihr durch das Level reiten zu dürfen, will man diese Hatz nicht erneut machen, wenn man versehentlich in der letzten Kurve einen Fehler begeht.

 

Für solche Patzer muss man Ubisoft offen kritisieren, denn sie müssten dies nach zahlreichen Veröffentlichungen und Rückmeldungen doch gemerkt haben. So bleibt leider die Vermutung, dass doch schnelles Geld gemacht werden wollte. Überdies findet nirgends auf der Verpackung ein Hinweis, dass man hier die aufgehübschte Version eines alten Klassikers spielt. Rayman 3D wird da als neues Spiel beworben.

 

 

Hübsches, aber belangloses 3D

 

In puncto 3D hat Ubisoft allerdings Wort gehalten und den Titel deutlich aufgehübscht. Der Effekt verleiht dem Spiel einen ganz neuen Flair. Schmetterlinge setzen sich plötzlich auf dem Bildschirm, der Tiefeneffekt macht die Rennpassagen wesentlich plastischer und man schwingt sich durch den 3D-Effekt direkt viel lieber von Ring zu Ring. Wirklich verändern tut der Effekt das Spiel nicht, hübsch ist er allemal. Schade nur, dass die Framerate so niedrig ist. Auch wenn man der Grafik ansieht, dass sie aus einer anderen Videospielgeneration stammt, wirkt sie dank des liebevollen Comic-Stils immer noch recht ansehnlich. Der 3D-Effekt trägt zu diesem Eindruck durchaus bei, denn wenn man ihn ausstellt, wirkt das Spiel gleich bedeutend kahler und eben einfach älter.

 

Ein zeitlos guter Soundtrack untermalt die Level schön. Auch die Umsetzung der Steuerung mit dem Slidepad ist deutlich besser gelungen als das mit einem einfachen Steuerkreuz möglich gewesen wäre. Das hilft jedoch nichts, wenn die beschriebenen Kameraprobleme alle Richtungen von Rayman ändern.


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Fazit

Dieser insgesamt zwiespältige Eindruck macht es mir wirklich schwer, dem Spiel eine angemessene Bewertung zu geben. Wäre Rayman 3D ein neuer Titel, den ich zum ersten Mal zocke, würde ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Das Spiel ist vom Gameplay gesehen ganz oben unter den Launchtiteln anzusiedeln. 10 Stunden abwechslungsreichen Hüpfspaß außerhalb des Mario-Universums findet man heute nur noch selten. Noch sehr gut kann ich mich an meine Kindheit erinnern, in der ich dieses Spiel mit einer Freundin verschlungen habe. Aber damals wie heute trübten ärgerliche Fehler wie die Kameraführung, die letztlich auch die Steuerung beeinflussen, den Spielspaß.
Meine Empfehlung: wer Rayman 2 noch nie gespielt hat, sollte dieses Jump’n’Run-Juwel nun endlich nachholen, da es wohl hoffentlich zum letzten Mal von Ubisoft portiert wurde. Wer es schon hat, verpasst außer dem netten, aber spielerisch unbedeutenden 3D-Effekt nichts. Meine Forderung an Ubisoft: entwickelt endlich ein vernünftiges, zeitgemäßes Rayman 4!

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

super

72%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.03.2011

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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