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Reviews: Nintendo 3DS

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PilotWings Resort

Simulation

18.03.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Auf, auf und davon...

 

Nach viel zu vielen Jahren Wartezeit hat Nintendo sich passend zum Launch ihres neuen Handhelds 3DS an eine Serie erinnert, die mir schon sehr viel Freude bereitet hat. Pilotwings hat bislang zwei Vorgänger und erschien zuletzt als Launchtitel für das Nintendo 64, es ist also tatsächlich schon lange ruhig gewesen um die Flugsimulation aus dem Hause Nintendo. Während die 64er-Version sich damals mit 3D-Grafiken vom auf Mode7-Grafik bauenden SNES-Vorgänger sprichwörtlich abhob, sind es nun echte 3D-Effekte, die die Entwicklung wohl angetrieben haben. Aber kann das neue Spiel mit seinen positiv in Erinnerung gebliebenen Vorgängern mithalten?

 

Kurz gesagt: jein. Aber warum ist das so? Im Prinzip ist Pilotwings Resort ein gut gelungenes Spiel, es hat jedoch auch ein paar Schwächen und Nachteile, die nicht zu verachten sind. Aber eins nach dem anderen: Bevor das Spiel beginnen kann, muss man sich zunächst im Flug-Club von Wuhu-Island, der aus WiiSports Resort bekannten Insel, einschreiben. Danach kann man entweder ein kurzes Tutorial mit den ersten drei Fluggeräten fliegen und sich an die Kisten gewöhnen oder direkt auf der ersten Stufe im Missionsmodus einsteigen. Ich empfehle letzteres, denn Anfangsmissionen geben einen viel besser Einstieg und man hat nicht das Gefühl, die Fluggeräte zweimal beigebracht zu bekommen.

 

Ich bin zunächst in das normale Flugzeug gestiegen und habe mich damit vertraut gemacht. Am Anfang beschränken sich die Missionsziele darauf, dass man starten und durch Ringe fliegen bzw. sicher landen muss. Gesteuert wird das Flugzeug mit dem Schiebepad in alle vier Himmelsrichtungen sowie nach oben und unten. Die A-Taste setzt den nach kurzer Aufladezeit immer wieder verfügbaren Turbo ein und mit B wird gebremst, was vor allem bei der Landung und für gewisse Flugmanöver wichtig ist. Die beiden Schultertasten dienen dazu, enger um Kurven zukommen und drückt man eine von beiden kurz hintereinander zweimal, dann macht das Flugzeug eine Schraube in die entsprechende Richtung. Drückt man erst die eine Taste, hält sie gedrückt und drückt anschießend die andere, dann dreht sich das Flugzeug auf den Kopf.

 

Nachdem ich die beiden ersten Missionen mit dem Flugzeug ohne Probleme mit drei Sternen abgeschlossen habe, mache ich mich an den Raketengurt. Hierbei werden meinem Mii-Pendant zwei Raketendüsen links und rechts um die Hüfte geschnallt, so dass er sich frei wie ein Vogel durch die Lüfte bewegen kann. Auch hier steuere ich mit dem Schiebepad und gebe mit A und B mal mehr und mal weniger Gas. Während sich nach links und rechts fliegen grundsätzlich ähnlich anfühlt wie im Flugzeug, ist der Rest wesentlich anders. Drückt man A für viel Power, dann geht es erstmal einfach nur immer weiter senkrecht in den Himmel. Drückt man auf dem Schiebepad nach oben, dann richten sich die Düsen nach hinten aus und es geht vorwärts. Man muss jedoch aufpassen, denn nun ist der Schub nach oben weg, so dass man langsam an Höhe verliert. Ein gesundes Mittelmaß ist zum schnellen Vorankommen also nötig. Drückt man die linke Schultertaste, dann schwebt man auf der Stelle und mit der rechten senkt man den Blick nach unten, um zum Beispiel besser landen zu können.

 

Dazu gibt es von Anfang an noch den Hängegleiter im Programm. Dieser kommt komplett ohne Motor aus, so dass man wesentlich unflexibler ist. Die Steuerung ist analog zum Flugzeug, jedoch eben ohne Motor, so dass man stetig an Höhe verliert und dies nur durch grafisch entsprechend dargestellte Höhewinde umkehren kann. Dementsprechend sind natürlich auch die Missionen darauf ausgelegt. Weitere Tasten braucht man für den Gleiter nicht, mal abgesehen davon, dass man mit den Schultertasten in speziellen Missionen Fotos schießen und per Steuerkreuz nach oben blicken kann, um auch in den Aufwinden zu sehen, wo die Reise hingeht.

 

Nach den sechs Missionen für Anfänger schaltet man, entsprechende Bewertungen vorausgesetzt, den Bronze-Modus frei, anschließend Silber, dann Gold und zuletzt Platin. Doch natürlich bleibt es nicht bei den drei Fluggeräten, weitere kommen im Laufe der Zeit dazu, so zum Beispiel ein schneller Turbo-Jet, ein mit Beinkraft betriebener Tretgleiter und ein stylischer Flughörnchen-Anzug, die sich im Prinzip ähnlich steuern wie die ersten fliegenden Kisten, aber im Detail unterschiedlich sind und damit Abwechslung ins Spiel bringen.

 

 

Ich will der Allerbeste sein!

 

Doch natürlich sind die Missionen nicht das Einzige, was Pilotwings Resort zu bieten hat, auch wenn es sicherlich der Hauptteil ist. Insgesamt gibt es knapp 40 Missionen, die man jedoch nicht einfach nur schaffen muss, um weiterzukommen. Am Ende einer Aufgabe wird man bewertet und das Ziel ist es, mindestens zwei der maximal möglichen drei Sterne zu bekommen, denn nur dann schaltet man weitere Stufen frei. Natürlich kann man das auch ausgleichen, nervige Missionen kann man also auch völlig weglassen, wenn man dafür andere perfekt abgeschlossen hat. Die Reihenfolge der Missionen in einer Stufe ist nicht vorgegeben.

 

Die Anzahl Sterne bezieht sich auf die bei einer Mission erreichte Punktzahl, die sich wiederum aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt. So bekommt man zum Beispiel Zeitpunkte je nachdem wie lange man gebraucht hat, Bonuspunkte für eine möglichst zielgenaue und sanfte Landung oder Fotopunkte für besonders gelungene Aufnahmen in speziellen Foto-Missionen. Da es jedoch diverse Bonusinhalte für perfekte Abschlüsse gibt, macht es durchaus Sinn, dieses Ziel erreichen zu wollen, auch wenn es alles andere als leicht ist.

 

 

Was die Spielzeit angeht ist das auch bitter nötig, denn im Prinzip kann man die Missionen in wenigen Stunden – ich habe zwei gebraucht – komplett durchspielen. Zeit frisst nur, dass man eben im Schnitt mindestens zwei Sterne braucht und dass man einen Anreiz hat, es perfekt zu schaffen. Und Abseits von den Missionen gibt es noch den Freiflug-Modus, der jedoch weniger bietet als der Name verspricht.

 

Man kann hier zwar völlig frei über das einzige Areal im Spiel, Wuhu-Island, fliegen und unterwegs Gegenstände einsammeln, jedoch ist die Zeit pro Durchgang auf zwei Minuten begrenzt, was die Freiheit nicht gerade fördert. Das haben die Entwickler wohl so gemacht, damit die freischaltbaren Extras nicht allzu leicht erreichbar sind, denn es gilt hier auch verschiedene Dinge zu tun. So muss man zum Beispiel mit dem Flugzeug durch Trickringe mit einem bestimmten Manöver fliegen, mit dem Raketengurt Mii-Trophäen einsammeln und mit dem Hängegleiter Goldringe durchfliegen. Insgesamt gibt es auf Wuhu-Island von jedem 60 Stück mal mehr mal weniger gut versteckt und erreichbar und je mehr man findet, desto mehr Dioramen schaltet man frei. Dabei handelt es sich quasi um Trophäen der Fluggeräte, die man sich dann in 3D von allen Seiten ansehen kann.

 

 

Außerdem geht es hier darum, die vielen Spots auf Wuhu-Island zu entdecken. Fliegt man an diesen Stellen durch die Info-Blasen, dann kann man sich im Menü viele Infos über die Insel durchlesen. Insgesamt gibt es 75 solche Punkte. Darüber hinaus kann man die Spielzeit im Freiflug-Modus zum Glück erweitern, indem man weiße Ballons findet. Insgesamt lassen sich 120 Stück suchen und finden und alle 20 Stück bekommt man 30 Sekunden mehr Zeit. Anfangs sollte man sich also möglichst darauf konzentrieren. Die letzten findet man dann spätestens, wenn man auch Nachts fliegen kann, dann stechen sie aus der Landschaft förmlich heraus.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Pilotwings Resort ist das erste 3D-Spiel, das ich wirklich umfassend und ausführlich gespielt habe, so dass ich erst jetzt wirklich bewerten kann, was der 3D-Effekt auf Dauer und in verschiedenen Situationen wert ist. Zunächst jedoch zur Grafik des Titels. Diese ist richtig gut gelungen, die verschiedenen Fluggeräte sehen toll aus und auch die Umgebung wurde ansprechend und detailliert programmiert. Es mangelt lediglich etwas an Abwechslung, da Wuhu-Island nunmal relativ klein ist und wenig verschieden aussehende Areale bietet. Klar, es gibt durchaus Unterschiede und durch die vielen versteckten Plätze und engen Tunnel auch einiges zu entdecken, aber insgesamt steckt einfach zu wenig drin im Spiel.

 

 

Der 3D-Effekt hat mir dagegen sehr viel gebracht. Es ist zwar manchmal etwas schwierig, da man dazu neigt, in Kurven auch die Konsole mitzudrehen, das gewöhnt man sich mit dem 3DS aber ganz schnell ab. Auch unterwegs muss man aufpassen, dass man nicht zu viel wackelt, im Zweifel kann man den Effekt aber ja auch kurzzeitig ausstellen. Ist er aktiviert, dann erwartet den Spieler eine grandiose Tiefenwirkung und eine Übersicht, die man sich nicht vorstellen kann, wenn man sie nicht erlebt hat. Es ist damit wesentlich einfacher, Objekte und ihre Entfernung richtig einzuschätzen, was gerade für ein Spiel wie Pilotwings extrem wichtig ist. Sobald man den Effekt mal ausschaltet, merkt man, dass man an ganz andere Probleme stößt. Blöd finde ich nur, dass die Bildschirme relativ stark spiegeln, was gerade in einem Zug mit Deckenlicht nerven kann, hier hätten sich die System-Designer bei Nintendo durchaus cleverer anstellen können. Normalerweise stört das aber nur wenig, zum Glück!

 

Für die Musik und den Sound gilt im Prinzip das gleiche wie für die Grafik an sich. Es gibt zwar einige schöne Melodien und die Effekte sind auch gelungen, aber beides sticht einfach nicht heraus und bleibt irgendwie unauffällig. Das passt zwar einerseits zum ruhigen Erkunden der Insel mit diversen Fluggeräten, jedoch wenig zu den teils hektischen Missionen. Irgendwie habe ich einfach mehr erwartet.

 

Was den Umfang angeht bleibt diese Meinung auch bestehen. Zwar bietet Pilotwings Resort relativ viel zu entdecken und stellt dem Spieler einige echt knackige Aufgaben, die lange fesseln können, jedoch fehlt mir ein bisschen der letzte Kick. Warum gibt es nur ein Gebiet? Wieso sind nur sieben Fluggeräte dabei (Ich vermisse zum Beispiel die Sprungstiefel und die Kanone.)? Warum hat man den Freiflug-Modus so unnötig beschränkt? Daran sieht man, dass das Spiel relativ leicht wesentlich besser hätte sein können, vor allem im Vergleich zu seinen Vorgängern.

 

 

Um jedoch mit etwas Positivem abzuschließen, kann ich sagen, dass die Steuerung rundum gelungen ist. Zwar muss man sich an gewisse Eigenarten der verschiedenen Fluggeräte erst gewöhnen, das ist aber vollkommen normal, da sich ein Turbo-Jet und ein Tretgleiter nun mal nicht gleich anfühlen. Alle Steuerungsarten sind gut und sauber umgesetzt, man lernt schnell, braucht zum meistern aber lang und die Option, normal oder invertiert zu steuern. Hier bleiben bei mir keine Wünsche offen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wie schon gesagt, ist Pilotwings Resort ein nur teilweise gelungenes Spiel, es hat zwar gute Ansätze und ist technisch sauber, aber im Detail gibt es einfach zu viele Schwachstellen. Wären mehrere Gebiete und zusätzliche Fluggeräte dabei gewesen und gäbe es insgesamt mehr Abwechslung und Umfang, dann hätte die Note leicht deutlich besser sein können. Vor allem stört mich aber die extreme zeitliche Beschränkung im Freiflug-Modus, die es unmöglich macht, einfach mal einen Flug zu genießen. Schade, wo die Serie doch so viel Potential hat. Für die absoluten Fans führt vermutlich eh kein Weg dran vorbei, wer aber nicht so viel von Flugspielen hält, der investiert sein 3DS-Launch-Geld lieber nicht in Pilotwings Resort.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

72%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.03.2011

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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