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Divergent Shift

Jump 'n Run

05.01.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Spiegel zwischen zwei Bildschirmen!

 

Kennt ihr das Gefühl, euch sehr positiv an ein bestimmtes Spiel zu erinnern und es unbedingt noch einmal spielen zu wollen? Wenn ihr es dann tut, seid ihr irgendwie enttäuscht, weil es in der Erinnerung viel besser war, als es tatsächlich ist. Mir geht es ja bekanntlich öfter so, jedoch betrifft das meist ältere Spiele, die ich länger nicht gespielt habe. Es gibt aber leider auch aktuelle Beispiele, von einem will ich heute berichten.

 

Auf der gamescom 2009 habe ich etwa 15 Minuten ein Spiel namens Reflection gespielt, das im Winter desselben Jahres noch heraus kommen sollte. Danach habe ich bis Ende 2010 nichts mehr von dem Titel gehört, bevor er dann plötzlich einfach da war. Lange habe ich mich darauf gefreut, mehr Zeit mit dem Spiel zu verbringen und nun war es endlich soweit. Hat sich die Wartezeit aber gelohnt? Und worum geht es in dem Spiel überhaupt?

 

Bei dem jetzt unter Divergent Shift bekannten Spiel handelt es sich um ein 2D Jump ’n Run, das jedoch ein kleiner Kniff wesentlich von allen anderen Genre-Vertretern abgrenzt. Statt einfach nur beide Bildschirme des DSi als eine große Spielwiese zu nutzen, ist der Raum dazwischen quasi ein Spiegel. Durch ein Unglück teilt sich die Heldin und ist nun in der wahren Welt ebenso gefangen wie hinter dem Spiegel. Auf dem Touchscreen steht sie natürlich auf dem Kopf, sonst wäre es ja kein echter Spiegel dazwischen! Der Spieler bewegt sie per Steuerkreuz. Man muss jedoch stets darauf achten, dass ihr weder oben noch unten etwas zustößt, denn sie bewegt sich zwar auf beiden Bildschirmen simultan, die Umgebung unterscheidet sich jedoch teilweise erheblich.

 

Und genau das ist es, was mich bei der Demo so fasziniert hat, denn man braucht nicht nur Geschick sondern auch noch ein gutes Auge, um beide Umgebungen stets im Blick zu haben und die Vorteile der einen so zu nutzen, dass man die Nachteile der anderen clever umgeht. An dieser Stelle sei schon mal gesagt, dass das Leveldesign wirklich gut durchdacht ist, sodass es hier schon mal keinen unnötigen Frust gibt.

 

An manchen Stellen kommt jedoch noch ein anderes Element dazu: die beiden Körper trennen sich voneinander. Im Normalfall bleibt die Figur oben auch stehen, wenn die untere gegen ein Hindernis rennt, in diesen speziellen Abschnitten ist das jedoch nicht so, was es noch anspruchsvoller macht. In diesen Teilen muss man oft noch mehr um die Ecke denken, um Hindernisse und Abgründe erfolgreich zu überwinden.

 

 

Frust im Sonderangebot!

 

Während also das Gameplay nicht nur gut durchdacht ist, sondern auch entsprechend umgesetzt wurde, gibt es doch in Teilen echte Probleme, die die Entwickler scheinbar zwar erkannt, aber in meinen Augen falsch gelöst haben. Das größte Manko sind meiner Meinung nach einige echt frustrierenden Stellen. Es gibt Abschnitte, vor allem kurz vor dem Ende jeder Welt, die man zügig und dabei fehlerfrei am Stück absolvieren muss. Nicht selten ist das jedoch (auch) eine Frage von Glück, weil zum einen die Steuerung hier und da nicht so ganz einwandfrei reagiert und zum anderen ein paar bewegliche Teile nur schwer abzuschätzen sind.

 

Diese Abschnitte kommen zwar nicht häufig vor, dafür sind sie umso nerviger. Umgangen haben die Entwickler ein echtes Problem damit, dass man unendlich viele Versuche hat und die Rücksetzpunkte sehr kurz hintereinander kommen. Außer bei den eben erwähnten Abschnitten, die man auf jeden Fall am Stück knacken muss, was bei mir ganz schön an den Nerven gezerrt hat. Vor allem in der letzten Welt muss alles perfekt sitzen, was durch einen kleinen Bug in der Steuerung nicht leicht ist, aber dazu später noch mehr.

 

 

Kurzes Spiel + lange Entwicklung = nicht so gut!

 

Ein weiteres Manko ist die recht kurze Spielzeit, die überhaupt nur durch besagte hin und wieder vorkommende Passagen auf ein akzeptables Maß gezogen wurde. Okay, bei einem Download-Titel zu einem relativ geringen Preis muss man kein Umfangs-Monster erwarten, aber eine reine Spielzeit von knapp drei Stunden ist für meinen Geschmack dann doch etwas zu wenig. Dazu kommt ja auch noch, dass das Spiel weit über ein Jahr lang entwickelt wurde und ich mich so langsam frage, wo die ganze Zeit wohl geblieben ist...

 

Wenn sie schon nicht in den Spielumfang geflossen ist, dann könnte man doch zumindest meinen, Steuerung und / oder Technik wären das Nonplusultra, sind sie jedoch nicht. Bedienen lässt sich Divergent Shift an und für sich recht ordentlich. Die Steuerung per digitalem Pad funktioniert super und ist sehr genau. Auch Sprünge gehen über einen Tastendruck präzise. Allerdings gibt es vereinzelt Moves, wie beispielsweise das Rutschen, was lange Zeit wunderbar funktioniert, in Teilen aber einfach den Dienst verweigert, obwohl man nichts anders macht als zuvor. Das treibt weiter den Frust an.

 

Grafisch macht das Spiel zumindest einen soliden Eindruck. Die Umgebungen sind relativ abwechslungsreich und interessant gestaltet, bietet jedoch an sich nicht allzu viel fürs Auge. Viele Elemente wiederholen sich sehr häufig und die Auflösung der Texturen ist auch nicht der Bringer, was auf dem DSi XL besonders auffällt. Zumindest die Animationen der Heldin sind wirklich gut, ebenso wie die abwechslungsreiche und stimmige Musik.

 

Insgesamt kann ich allerdings nicht sagen, was die Entwickler die ganze Zeit wohl getrieben haben, vor allem da sich das fertige Spiel fast genauso anfühlt wie die Demo fast 18 Monate zuvor.

 

 

Vielen Dank an Konami für das Testmuster.

Fazit

Ich hatte mich so auf das Spiel gefreut, doch dass es so lange in der Versenkung verschwunden war, hätte mir eigentlich zu denken geben sollen. Leider wurden meine hohen Erwartungen nicht erfüllt, was das Spiel aber insgesamt nicht schlecht macht. Es macht Spaß und bietet ausreichend Inhalt fürs (relativ) kleine Geld. Verglichen mit anderen DSiWare-Spielen braucht es sich auf keinen Fall zu verstecken. Lediglich die zu häufigen Frustmomente trüben das Spielvergnügen. Das sollte echte Fans des Genres aber nicht vom Download abhalten. Bleibt nur die Frage ob der Name nur gewechselt hat, weil der neue so schön zur Konsole passt...

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

17.12.2010

Developer

Intrinsic Games

Publisher

Konami

Nintendo Points

800

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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