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Thorium Wars

Action

18.10.2010

Interview mit Big John Games

Autor: Mario Kablau

 

 

Willkommen in der Matrix!

 

Okay, wirklich passend ist die Überschrift nicht, aber der Zusammenhang ist einfach zu deutlich, um ihn unerwähnt zu lassen: Im Shooter Thorium Wars von Big John Games, der Anfang Oktober 2010 nach einem Jahr Wartezeit endlich auch in Europa erschienen ist, geht es nämlich wieder mal um den Kampf Mensch gegen vom Menschen erschaffene Maschinen. Die Matrix lässt also grüßen, oder Battlestar Galactica, oder I Robot, oder, oder, oder. Kurzum: mit der Geschichte lässt sich schon mal kein Blumentopf für Kreativität gewinnen. Aber man muss ja nicht jedes Mal das Rad neu erfinden, oder?

 

Jedenfalls haben die Thorions ihre Schöpfer angegriffen und versuchen, die Kontrolle über die Erde an sich zu reißen. Nach dem fatalen Erstschlag beginnen sich die Menschen jedoch langsam zu sammeln und schlagen nun zurück, um das zu verhindern. In diesem Moment kommt der Spieler ins, äh, Spiel und übernimmt die Kontrolle über diverse futuristische Fahrzeuge im Kampf gegen die scheinbar übermächtigen Gegner. Doch wie so oft sind die Roboter nicht wirklich mächtig, sie sind einfach nur zahlenmäßig dermaßen überlegen, dass es wirklich schwer ist, ihnen Einhalt zu gebieten. Doch ein Mann (oder eine Frau, je nach Geschlecht des Spielers) kann es schaffen, sie alle aufzuhalten. Dazu braucht er (oder sie) nur eines von fünf Fahrzeugen und schon beginnt der Kampf gegen die zahlenmäßige Übermacht.

 

Dabei war den Entwicklern besonders Vielseitigkeit wichtig, die fünf verschiedenen Fahrzeuge sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie steuern sich auch alle komplett anders. Und das liegt nicht nur daran, dass es neben zwei Flugzeugen auch einen Panzer, ein Boot und ein Hovercraft gibt. Logischerweise steuert man ein Flugzeug anders als einen Panzer, aber dass sich das Boot und das Hovercraft unterschiedlich anfühlen, erwartet man bei einem Download-Titel nicht unbedingt.

 

In der ersten Mission steigt man ins Flugzeug und muss jede Menge feindliche Drohnen sowie ein paar größere Flugschiffe zerstören, um am Ende dann auf einen großen Boss zu treffen. Das Ziel ist es also, möglichst geschickt zu fliegen, den gegnerischen Geschossen auszuweichen und selbst möglichst effektiv zu treffen. Danach bleibt man dann erstmal für ein paar Missionen am Boden bzw. im Wasser und bekämpft die bösen Maschinen auf eine andere Art und Weise. Vorbildlich finde ich, dass man vor fast jeder Mission die Wahl aus zwei verschiedenen Fahrzeugen hat. Ob man in der Mojave Wüste nun besser den Panzer oder das Hovercraft nutzt, die natürlich auch unterschiedlich austeilen und einstecken können, bleibt dem Spieler überlassen.

 

 

Steuerung und Technik

 

Standardmäßig werden die Fahrzeuge mit den Tasten gesteuert, es gibt jedoch auch die Möglichkeit Tasten in Kombination mit dem Touchscreen zu nutzen. Letzteres empfehle ich jedoch keinem, da sich das einfach nicht natürlich anfühlt. Man gibt dann nämlich mit einer Taste Gas, feuert mit einer anderen und lenkt Geschütz sowie Fahrzeug per Touchpen. In meinen Augen geht das gar nicht, weil ich oft das Bedürfnis habe, mich nur kurz umzusehen, ohne gleich auch die Fahrtrichtung zu wechseln. Aber ich will nicht zu viele Worte darüber verlieren, ich wurde einfach nicht warm mit dieser Methode.

 

Allerdings ist auch die andere Option weit weg von Perfektion, was jedoch nicht nur daran selbst liegt. Die Entwickler haben sich bewusst gegen ein Tutorial erschienen, was in meinen Augen der größte Fehler überhaupt war. Ohne das virtuelle Handbuch hat man keine Chance, die Fahrzeuge vernünftig zu bedienen und wer liest schon gerne, bevor er mit einem Spiel anfängt? Es hätte ja auch nicht unbedingt ein echtes Tutorial sein müssen, was bei der Vielzahl an verschiedenen Fahrzeugen den Spielfluss echt ziemlich gebremst hätte, aber warum wird dem Spieler nicht bei jedem neuen Fahrzeug am Anfang einer Mission kurz gezeigt, welche Möglichkeiten man überhaupt hat. Gerade wegen der sehr unorthodoxen Eingabeform und keiner Möglichkeit, etwas daran zu modifizieren, ist das für mich ein absolutes Pflichtprogramm.

 

Aber ich will nicht denselben Fehler wie die Entwickler machen und nur über die Folgen reden. An sich ist die Steuerung per Tasten nämlich gut, wenn man sie einmal verinnerlicht hat. Das Flugzeug lässt sich meiner Meinung nach am besten und einfachsten bedienen. Mit dem Steuerkreuz lenkt man es im dreidimensionalen Raum und bewegt so gleichzeitig das Fadenkreuz, das in der Mitte des Bildschirms fixiert ist. Über A und B gibt man mehr oder weniger Gas, X löst eine Rolle aus und mit Y kann man die Ansicht in 90-Grad-Schritten um das Flugzeug drehen. Die Waffe setzt man mit der rechten Schultertaste ein, zum Glück reicht ein dauerhafter Druck zum dauerhaften Feuern. Das ist noch intuitiv und bietet einen guten Einstieg in das Spiel.

 

Ganz anderes läuft es leider bei den Bodenfahrzeugen. Auch hier beschleunigt man zwar mit A, jedoch bewegen sich die Fahrzeuge nicht automatisch die ganze Zeit vorwärts, so dass man die Taste ziemlich häufig gedrückt halten muss. Gleichzeitig lenkt man das Fahrzeug mit dem Steuerkreuz nach links und rechts und bewegt ebenso das Fadenkreuz nach oben und unten. Gefeuert wird wieder mit der rechten Schultertaste, während X und die linke Schultertaste die Ansicht verändern. Gerade am Anfang ist das alles andere als intuitiv, vor allem, weil man immer in Bewegung bleiben muss, um dem gegnerischen Feuer auszuweichen. Das bedeutet, dass man ständig mindestens drei Tasten drückt, darauf muss man erstmal kommen... Nach etwas Übung geht es jedoch gut von der Hand, das Spiel macht es uns jedoch nicht leicht, diese Übung zu bekommen. Denn anders als von den Entwicklern uns gegenüber erklärt, finde ich nicht, dass die Missionen mit neuen Fahrzeugen relativ einfach anfangen. Ich habe mich in der zweiten Mission direkt komplett überfordert gefühlt, weil ich keinen Plan hatte, wie ich den Panzer sinnvoll zu steuern habe.

 

Dafür ist jedoch die Grafik wirklich sehr gelungen. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Fahrzeuge und Gegnertypen, die Bosse sehen toll aus und die Umgebungen sind abwechslungsreich und hübsch anzusehen. Zwar kriegen wir nichts geboten, was es nicht in der Form schon mal irgendwo gegeben hat, aber darauf kommt es mir gar nicht so sehr an. Durch die Modell-Transformationen sehen alle Objekte auch aus der Nähe sehr gut aus, so dass Thorium Wars grafisch eines der besten DSiWare-Spiele ist.

 

Sound und Musik sind auch gut gelungen, wenngleich ebenso wenig innovativ wie die Grafik. Augen und Ohren bekommen unterm Strich aber wirklich gute Kost serviert, die man sonst bei einem Download-Titel für ein System von Nintendo nur äußerst selten geboten bekommt.

 

 

Meckerecke

 

Auch wenn ich schon ziemlich viel meckern musste, bin ich leider noch nicht am Ende. Was mich wirklich noch gestört hat, ist die absolut unzureichende Karte. Wenn man schon angezeigt bekommt, wo sich Gegner und Zielobjekte befinden, warum wird dann dort nicht auch die Umgebung dargestellt? Und wieso gibt es auf der Karte keine Himmelsrichtungen? Ohne die ist ein Hinweis wie „begebe dich zum Tor im Osten“ relativ nutzlos.

 

Auch hat mich ein Gegnertyp wirklich frustriert. Sein einziges Ziel scheint es zu sein, den Spieler unentwegt zu nerven, denn er kreist einfach um das Fahrzeug und feuert gelegentlich seine Waffe ab. Um einen solchen Thorion zu zerstören, muss man also am besten anhalten, ihn bei seinen Kreisbewegungen ausfindig machen und dann abschießen. Blöd ist nur, dass das absolut keinen Sinn macht, da ständig neue von seiner Sorte nachkommen. Also kann man sie nur ignorieren und damit leben, dass man laufend ein wenig Energie verliert. Zum Glück ist das nicht schlimm, da es recht faire Rücksetzpunkte gibt.

 

Diese sind jedoch nur bedingt sinnvoll programmiert, weil man keine Möglichkeit hat, während des Spiels zu speichern. Hat man also einen Checkpoint erreicht und will das Spiel länger pausieren, dann muss man die Konsole eingeschaltet lassen. Tut man das nicht, dann muss man die Mission wieder von vorne beginnen. Auch diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen, gerade bei einem Spiel für unterwegs und bei Missionen, die gut und gerne 30 Minuten dauern können. Für zwischendurch ist es damit absolut nicht geeignet. Leider!

 

 

Vielen Dank an Big John Games für die Bereitstellung des Testmusters.

Fazit

Auch wenn sich der Test vielleicht nicht so liest, hat mir Thorium Wars echt Spaß gemacht. Das Spiel ist abwechslungsreich, fordernd, sieht gut aus und bietet genug Spielzeit für die 800 Punkte. Leider lässt sich Spielspaß jedoch nur schwer mit Worten übermitteln, da er subjektiv ist. Die zahlreichen kleinen Mängel und Fehlentscheidungen sind dagegen ganz genau beschreibbar. Wer kein Problem mit einer komplexen Steuerung hat, die man nur durch Lesen des Handbuchs und viel Übung wirklich verstehen kann und auch die anderen, kleineren Mängel nicht schlimm findet – wie ich zum Beispiel – für den ist Thorium Wars definitiv zu empfehlen. Es ist ein unterhaltsamer Titel, der mich einige Zugfahrten gut unterhalten hat; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wären die kleinen Mängel nicht so zahlreich und die Steuerung besser erklärt, dann wäre die Note wesentlich höher ausgefallen. So bleibt es unterm Strich leider nur durchschnittliche Kost. Shooter-Fans kann ich das Spiel aber dennoch ans Herz legen!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

71%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.10.2010

Developer

Big John Games

Publisher

Big John Games

Nintendo Points

800

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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