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Guitar Rock Tour

Musik

07.08.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Auf Tour mit Gitarre und Schlagzeug

 

Das Genre der Musik-Rhythmus-Spiele ist auf Konsolen ja jetzt schon eine ganze Weile alt. Angefangen hat alles vor ein paar Jahren mit Guitar Hero, das die Rockgitarre massenweise in die Wohnzimmer dieser Welt holte. Mittlerweile gibt es zahlreiche Klone des Konzepts und man kann neuerdings sogar sehr realistisch Schlagzeug spielen und die Rocksongs auch mitsingen. Der nächste logische Schritt war die Umsetzung des Konzepts auf einem Handheld, was durch Guitar Hero und das Guitar Grip auf dem Nintendo DS möglich wurde. Durch den Erfolg werden natürlich andere Hersteller neugierig und trauen sich an eigene Serien heran, so auch Gameloft mit Guitar Rock Tour, einem Spiel, das es auch schon für Handys gibt. Vor einem Jahr kam dieser Titel auf den Handheld und nun wurde er für DSiWare umgesetzt. Geändert haben sich dabei am Spiel nur zwei Dinge, auf die ich später eingehen werde. Erstmal zum Spiel an sich.

 

Man rockt sich auf Gitarre oder Schlagzeug durch die Welt und muss die Rock Tour bestehen und die eigene Band zum Erfolg führen. Der Hauptmodus des Spiels ist logischerweise also der Karrieremodus, in dem man an acht Orten jeweils zwischen zwei und fünf Songs bestehen muss, um zum nächsten Ort und zur nächstgrößeren Bühne reisen zu können. Insgesamt spielt man auf der Tour 25 Lieder, da es im Spiel allerdings nur 15 verschiedene Songs gibt, kommen manche doppelt vor, was aber kaum störend ist. Vor dem Beginn der Tour muss man sich entscheiden, ob man lieber Gitarrist oder Drummer sein will, denn ein Wechsel ist währenddessen nicht mehr möglich, man braucht also zwei Profile. Jedes Instrument hat zusätzlich noch drei Schwierigkeitsgrade und unterscheidet sich in der Bedienung.

 

 

Gitarrist oder Drummer?

 

Spielt man mit der Gitarre, dann hat man auch dem Touchscreen sechs Saiten angezeigt und von oben laufen Notenpunkte auf eine Leiste zu. Treffen sie auf diese, dann muss man den entsprechenden Punkt mit dem Stylus antippen. Bei langen Noten hält man den Touchpen einfach länger auf der Note und bei Akkorden zieht man den Stylus in einem Zug über die zwei oder drei Noten des Akkords.

 

Zwischendurch kommen spezielle Noten, eine Power-Sequenz, mit denen man die Power-Anzeige nach und nach füllt. Hat man zwei der vier Felder voll, dann kann man sie über einen Kippschalter auf dem Touchscreen oder per Tasten auslösen und der Multiplikator verdoppelt sich für eine gewisse Zeit. Dieser steigt unabhängig davon immer höher, je mehr Noten man am Stück trifft und kann maximal vier betragen, was natürlich deutlich mehr Punkte ermöglicht. Lädt man die Power-Anzeige bis zum Anschlag auf, dann kann man Feuernoten aktivieren, die alle gerade auf dem Bildschirm befindlichen Noten automatisch in Punkte umwandeln, so dass man eine kleine Verschnaufpause bekommt.

 

Wichtig ist ebenso die Rockleiste am linken oberen Bildschirmrand des Touchscreens. Diese zeigt an, wie beliebt man gerade beim Publikum ist. Trifft man zu viele Noten nicht, dann bricht der Auftritt ab und man muss von vorne beginnen. Passieren sollte das jedoch auf den ersten beiden Stufen eher wenig bis niemals, denn wirklich schwer ist es nicht. Auf der höchsten Stufe wird es dagegen schon richtig knackig.

 

Wählt man das Schlagzeug als sein Instrument aus, dann steuert man leicht anders. Dieses kann man nämlich zum einen auch nur mit Tasten bedienen und man hat zum anderen nur drei „Noten“ zu treffen. Spielt man per Tasten, dann setzt den Bass mit A, B, X, Y oder der rechten Schultertaste ein, die Trommel mit einer beliebigen Richtung auf dem Steuerkreuz oder der linken Schultertaste und das Becken mit einer Taste aus den beiden Gruppen gleichzeitig. Das klingt einfach, ist es aber nur bedingt, da die Noten hier sehr viel enger aneinander liegen und es gar nicht so leicht ist, zwei Tasten genau gleichzeitig zu treffen.

 

Mit dem Stylus wird es auch nicht viel einfacher, denn der Touchscreen ist in drei Bereiche aufgeteilt: Bass, Trommel und Becken, die recht weiter auseinander liegen, dafür aber sehr groß sind. Bei hektischen Sequenzen kann man schon mal leicht den Überblick verlieren, vor allem weil man sich selbst schnell die Sicht auf die nachkommenden Noten versperrt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ohne Stylus, stattdessen mit zwei Zeigefingern am besten funktioniert, was aber nur möglich ist, wenn man den DS ablegen kann.

 

Auch hier gibt es einen Superstar-Modus, der automatisch ausgelöst wird, wenn man zwei Power-Sequenzen erfolgreich gespielt wird. Dazu gibt es spezielle Feuernoten, die wie bei der Gitarre alle auf dem Bildschirm befindlichen Noten sofort in Punkte umwandeln, wenn man sie richtig trifft. Beim Schlagzeug ist die Schwierigkeit trotz weniger Noten auf jeden Fall größer, weshalb man hier schon eher mit „leicht“ anfangen sollte.

 

 

Die Songliste

 

Insgesamt bietet das Spiel, wie schon erwähnt 15 verschiedene Songs, die sehr massentauglich sind. Spezielle Tracks für ganz spezielle Rockfans sucht man vergeblich, aber das ist bei der geringen Anzahl auch nicht verwunderlich. Mir persönlich gefällt die Tracklist extrem gut, denn es sind ausnahmslos Titel, die wohl jeder kennen dürfte und demnach auch leicht mit rocken kann. Ob sie gefällt, muss aber letztlich jeder für sich selbst entscheiden:

  • Banquet - Bloc Party
  • The Great Escape - Boys Like Girls
  • Message In A Bottle - The Police
  • Smoke On The Water - Deep Purple
  • The River - Good Charlotte
  • What’s My Age Again - Blink 182
  • Beat It - Michael Jackson
  • If Everyone Cared - Nickelback
  • You Really Got Me - The Kinks
  • In The Shadows - The Rasmus
  • Rock You Like A Hurricane - The Scorpions
  • Underclass Hero - Sum 41
  • Girlfriend - Avril Lavigne
  • Walk Idiot Walk - The Hives
  • Who Knew - Pink

 

Die größte Schwäche an der Umsetzung für DSiWare ist jedoch, dass es keine Vocals gibt, vermutlich um Platz zu sparen. Man hört also lediglich die Musik der Titel, Gesang kommt nicht durch die Lautsprecher. Klar, man erkennt die Songs nach wie vor, aber ein wesentlicher Teil fehlt nun mal, was den Preisvorteil zur Laden-Version mehr als zunichte macht.

 

 

Technik

 

Grafisch macht Guitar Rock Tour einen soliden Eindruck, wirklich umwerfend ist es aber nicht. Vor allem an Guitar Hero On Tour kommt die Grafik leider nicht ganz heran. Allerdings erkennt man alles sehr gut und auch die Performance auf dem oberen Bildschirm ist gut. Zweckmäßigkeit ist also gegeben und das ist auch schon alles, was bei einem solchen Titel wichtig ist, also keine Kritik an dieser Stelle.

 

Als neues Feature wird wieder mal die Kamera unterstützt. Der Spieler wird damit zum echten Titel diverser Rock Magazine oder von Pressemitteilungen. Einen wirklichen Nutzen stiftet das ganze nicht, aber immerhin nutzt Gameloft die zur Verfügung stehenden Features auch.

 

War die Musik in der Laden-Version qualitativ noch einsame Spitze, so sorgt sie hier nicht selten für Lacher. Die Songs klingen einfach oft total bescheiden, was nicht zuletzt am fehlenden Gesang liegt. Warum man nicht lieber auf fünf Songs verzichtet und dafür den anderen Vocals spendiert hat, ist mir ein unerklärliches Rätsel. Dieser musikalische Fauxpas macht Guitar Rock Tour auf DSiWare für mich zum Flop.

Fazit

Guitar Rock Tour auf dem DS ist ein erstaunlich gutes Spiel, womit ich damals überhaupt nicht gerechnet hatte. Mit dem Re-Release auf DSiWare machen sich die Entwickler aber sicher keine Freunde. Es ist zwar günstig, dafür fehlt aber auch eines der Haupterkennungsmerkmale von den Songs. An sich ist das Spiel immer noch gut, sieht schön aus und spielt sich recht solide. Doch das kann nur wenig verhindern, dass die Note ins Bodenlose abstürzt.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

49%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

31.07.2009

Developer

Gameloft

Publisher

Gameloft

Nintendo Points

500

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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