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Reviews: 3DS eShop

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Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

Action Adventure

31.07.2014

Autor: Bastian Bunzeck

 

Neben dem 3D-Effekt, der ja eigentlich das Killer-Feature des 3DS darstellt, ist Nintendos jüngster Handheld natürlich mit noch mehr Spielereien ausgestattet. Dazu gehören auch zwei Kameras, wirklich wichtig waren diese aber bisher für die wenigsten Spiele. Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! möchte dies nun ändern!

 

 

Die Welt, durch die Kamera des 3DS gesehen…

 

Die Prämisse des Spieles ist so einfach wie genial: In einer (fernen) Zukunft fungiert unser 3DS als Tor in die Vergangenheit. Denn der Kurator des “Nostalgieramsch-Museums” beauftragt den kleinen Roboter Chibi Robo, Bilder vom namensgebenden Nostalgieramsch, also Gegenständen aus unserer Zeit, per 3DS-Kamera aufzunehmen, um die Ausstellung zu einem vollen Erfolg zu machen.

 

Dies ist natürlich einfacher gesagt als getan. Denn die Gegenstände werden nicht willkürlich gewählt, man bekommt Schablonen mit Umrissen (z.B. kreisrund, quadratisch und später auch ziemlich verrückt krumm), in die man per Kamera Gegenstände aus der realen Welt einpassen muss. Je nach Präzision gibt es noch eine prozentuale Übereinstimmungswertung, die dann entscheidet, ob der Gegenstand in der Ausstellung landet.

 

Und hier offenbaren sich schon die ersten zwei Kritikpunkte: Zum Einen ist die Kamera des 3DS, man kann es nicht anders sagen, grottenschlecht. Die Auflösung von 0,3 Megapixeln spiegelt sich deutlich in den verpixelten Bildern wieder. Deshalb macht es auch nicht wirklich Spaß, seine Umgebung dort quasi zu digitalisieren. Zum Anderen ist auch die Übereinstimmung mit den gegebenen Konturen mehr als fragwürdig. Während ich bei der ersten Fotografie mit einer runden Silhouette versucht habe, einen Ball perfekt einzupassen und trotzdem nur 76% bekam, gab es glatte 100% für ein Buch, das deutlich die Kanten überschnitt. Merkwürdig und frustrierend!

 

Danach wird man erstmal in das Hauptmenü geworfen. Dieses besteht im Wesentlichen aus einem Schreibtisch mit einem Laptop, an dem man neue Schablonen erwerben und auf Fototour gehen kann und dem Portal, welches dem Rückkehrpunkt darstellt, den man nach erfolgreichen Ausflügen ansteuert.

 

 

Because I’m happy!

 

Natürlich besteht im Schießen von Fotos nicht die einzige Herausforderung. Zum Erwerb der Filme mit den vorgegebenen Silhouetten bedarf es nämlich der sogenannten Happy-Punkte. Ja, Happy-Punkte, die Währung im Spiel heißt wirklich so. Sie lassen sich durch mehr oder minder interessante Minispiele verdienen, zu denen man sich der Laptop anmelden kann.

 

In der Mehrheit sind diese Missionen sogar ziemlich uninteressant, beispielhaft sei hier eine kurz beschrieben: Eine Herausforderung besteht darin, dass ein Spielzeugroboter unseren kleinen Chibi Robo dazu auffordert, ein Maßband nach Augenmaß um eine bestimmte Länge aus der Hülle zu ziehen. Ganz ehrlich, was haben sich die Entwickler denn dabei gedacht? Welcher Gamedesigner denkt denn, dass sowas Spaß macht? Wir können nur mutmaßen, welche Substanzen in Japan während der Entwicklung konsumiert wurden, legal wären sie hierzulande sicherlich nicht.

 

Das Maßband-Spiel stellt zwar den Tiefpunkt der Minispiele dar, besonders happy macht der Rest aber auch nicht. So muss man bei den französischen Meisterköchen Ketschsborg and Mostardin zwei Minuten an wirklich gewöhnungsbedürftigen Zwischensequenzen über sich ergehen lassen, bis man in ihrem Kühlschrank verschiedene Fleischsorten identifizieren muss. Wer sich halbwegs vegetarisch ernährt, hat dort zum Beispiel äußerst schlechte Chancen.

 

Zusätzlich lassen sich noch Happy-Punkte verdienen, indem man an verschiedenen Orten der Chibi Robo-Welt mal wieder richtig schön sauber macht. Klingt langweilig? Ist es auch. Wer schon im richtigen Leben nicht gerne putzt, wünscht sich dies wohl am wenigsten als Feature für ein Spiel.

 

 

Stimmt dann wenigstens die Präsentation?

 

Auch grafisch lässt das Spiel leider zu wünschen übrig. Eigentlich sieht es ganz gut aus, die 3D-Grafik ist sauber modelliert und wirkt wie aus einem Guss, die Umgebungen sind abwechslungsreich und bunt. Wäre da bloß nicht die katastrophale Bildfrequenz. Sobald sich ein Objekt bewegt, merkt man deutlich, dass es sich nicht um 30 Bilder pro Sekunde halten kann, es ruckelt wirklich stark.

 

Auch die musikalische Untermalung ist nicht besonders berauschend. Die Hintergrundmelodien klingen wie Fahrstuhlmusik und bleiben nicht wirklich im Kopf. Bedeutend schlimmer ist aber die “Sprachausgabe”. Wie in Animal Crossing wird der Text nämlich mit Kauderwelsch-artigen Tönen unterlegt. In Chibi Robo sind diese aber nicht halb so charmant und niedlich, sondern klingen einfach nur blechern und schlecht.

 

 

Was macht die Steuerung?

 

Über die Bedienung ist eigentlich nicht viel zu sagen. Per Schiebepad bewegt sich der kleine Roboter, mit A wird gesprungen oder eine Aktion ausgelöst. Per Y wird der kleine Stecker, den unser Roboter immer hinter sich herzieht aufgehoben, um ihn dann ihn die Steckdose zu stecken und den kleinen Roboter aufzuladen und gleichzeitig zu speichern.


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Fazit

Dieses Spiel macht keinen Spaß. Ich habe wirklich versucht, Spaß zu haben. Ich habe über alle kleineren Mängel hinweggesehen aber trotzdem macht es gar keinen Spaß. Dieses Spiel ist empfehlenswert für alle, die gerne stundenlang monotone, langweilige und frustrierende Arbeit durchführen und sich dabei auch nicht von ruckelnder Grafik oder blechernem Sound stören lassen. Allen anderen kann ich nur raten: FINGER WEG!

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

sch...

30%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

03.07.2014

Developer

SKIP

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung



Neue Wertungsskale für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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