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Reviews: 3DS eShop

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Weapon Shop de Omasse

Sonstiges

08.04.2014

Autor: Mario Kablau

 

 

Die andere Seite eines RPGs!

 

In einem Rollenspiel kommt es häufig auch sehr stark auf die Ausrüstung der eigenen Charaktere an. Allen voran sind die Waffen wichtig, weil man nur mit starken Waffen seinen Feinden auch wirklich weh tun kann. Aber bisher hat niemand die Frage beantwortet, warum Waffenschmiede im Laufe eines Spiels eigentlich nie besser werden, die Kampftruppe sammelt ja schließlich auch Erfahrungspunkte und wird stärker. Für stärkere Waffen muss man aber immer neue, bessere Schmiede finde.

 

Außer, man spielt Weapon Show de Omasse. Okay, das ist kein RPG, sondern eigentlich das genaue Gegenteil, aber der Vergleich zieht trotzdem. Warum? Weil man in diesem Spiel ein Schmied ist, der zahlreiche Helden mit den richtigen Waffen versorgen muss. Der dunkle Lord, der vor einigen Jahren erst von einem Helden bezwungen wurde, scheint kurz vor seiner Rückkehr zu stehen und ein Sieg der dunklen Seite muss natürlich um jeden Preis vermieden werden.

 

Und hier kommt man selbst ins Spiel. Als junger Lehrling eines alten Meisters in einem Waffenladen muss man lernen, möglichst starke Waffen herzustellen, um diese an NPCs zu verleihen. Verleihen? Ja! Der Lehrling hat sich nämlich ein neues Konzept für den Laden ausgedacht: Man verleiht die Waffen und nur wenn der Krieger seine Mission erfüllt, wird die Miete fällig. Man hat also ein elementares Interesse daran, gute Waffen herzustellen und sie dann dem zu leihen, der etwas damit anfangen kann.

 

Dabei gibt es eine Vielzahl von Waffen, insgesamt fast 100 Stück, die nach und nach verfügbar werden. Diese sind unterteilt in diverse Klassen, darunter Schwerter, Äxte, Speere, Messer usw. Jeder NPC, der in den Laden kommt, hat eine gewisse Vorliebe und ist außerdem stark in bestimmten Eigenschaften. Man muss dann nur schnell die richtige Waffe herstellen, damit man etwas für ihn hat, wenn er nach kurzer Zeit wieder kommt.

 

 

Gameplay: Tolle Idee, aber zu monoton!

 

Man stellt die Waffen mit dem Touchpen her. Man bekommt einen heißen Block Metall vorgesetzt und muss den dann bearbeiten. Der Takt wird von der Musik vorgegeben und es geht nur darum, zum richtigen Zeitpunkt zu tippen und außerdem eine Stelle zu erwischen, die man noch nicht getroffen hat. Das klingt jetzt vielleicht etwas abstrakt, stellt es euch am besten einfach als Rhythmusspiel vor, bei dem man eine Form passend zu Musik nachtippen muss.

 

Sobald die Waffe fertig ist, kann man sie verleihen. Ist der NPC erfolgreich, dann bekommt man sie und die Miete und kann sich mit dem Geld neues Material für weitere Waffen kaufen. Aber man sollte jede Waffe auch gut in Schuss halten, nach jedem Einsatz ist sie etwas abgenutzter und muss gut geschärft werden, damit sie lange hält. Auch das macht man ganz einfach mit dem Touchpen durch Rubbeln auf dem unteren Bildschirm.

 

Problematisch ist, dass es nicht mehr zu tun gibt. Wenn man sich nicht gerade mit einem NPC unterhält, kann man entweder zu einem von sechs Musikstücken eine Waffe schmieden oder benutzte schärfen. Okay, es gibt auch noch Material zu kaufen, das ist aber sehr trivial. Es könnte also sehr schnell langweilig werden.

 

 

Grindcast: Twitter im Mittelalter!

 

Wäre da nicht der Grindcast. Das ist so eine Art Twitter im Spiel. Durch die Waffen sind die NPCs live mit dem Laden verbunden und der Lehrling kriegt dadurch mit, was auf den Missionen so passiert. Und da haben die Entwickler jede Menge Arbeit rein gesteckt. Man erfährt alles über die Hintergründe der nicht steuerbaren Helden und erhält tiefe und teilweise sehr lustige Einblicke. Zwei Beispiele:

 

Als ein Held ein Monster besiegt und einen Gegenstand zurück lässt, liest man die folgenden Zeilen: Oh, das Monster hatte gar keine Tasche, ich hoffe das hier kam nicht DA her... Das zweite Beispiel ist der wohl lustigste Spruch, den ich je gelesen habe. Mitten in einer Mission kommt auf einmal das hier durch den Grindcast: Liebe ist wie ein Furz - wenn du es erzwingen musst, ist es wahrscheinlich Scheiße!

 

Okay, tiefste Humor-Stufe, aber trotzdem genial. Durch diese Art von Kommunikation, die das ganze Spiel auf hohem (nicht geistigen) Niveau abläuft, wird man trotz monotonem Gameplay nicht müde. Man wartet jederzeit auf neue Sprüche und bleibt dadurch motiviert. Und auch wenn die Geschichte an sich eher langweilig und vorhersehbar ist, macht es dennoch Spaß.

 

Das liegt auch an den tollen NPCs. Es gibt ein paar Haupthelden, die mit einem Namen, eigener Musik und bestimmtem Charakterzügen daher kommen und immer wieder in den Laden kommen. So erfährt man im Laufe der Zeit auch ihre Geschichte, zum Beispiel die einer alten Frau, die auf der Suche nach ihrem Mann ist - später finden wir heraus, dass der Mann vor nicht allzu langer Zeit den dunklen Lord bezwungen hat. Ein anderes Beispiel ist die Geschichte von einem Zwillingspaar, das oft gehänselt wird. Sie wollen sich wehren, müssen aber erst stärker werden - wobei sie sich mehr untereinander zoffen als mit ihren Gegner. Die jüngere schreibt im Grindcast immer unter dem Tag #Secondbornsucks. Köstlich!

 

Daneben gibt es noch generische NPCs, die vielsagende Namen wie NPC A oder NPC B tragen. Hier kommen auch ein paar lustige Szenen zusammen, weil diese Charaktere wissen, dass sie eigentlich nur Lückenfüller sind und auch so reagieren. Gibt man einem zum Beispiel eine starke Waffe, dann fragt er, ob man die nicht lieber für einen echten Charakter aufsparen will. Daneben gibt es eine ganze Menge Referenzen in andere Videospiele - die will ich hier aber nicht spoilern, das würde zu viel verderben.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch ist das Spiel ganz okay. Die meiste Zeit sieht man den Laden von ihnen und den Lehrling, wie er sich darin bewegt. Beim Waffenschmieden erinnert es stark an ein Rhythmusspiel, aber genau das ist es in dem Moment ja auch. Insgesamt ist jedoch eher durchschnittlich, einfach weil man kaum Abwechslung geboten kommt. Das gleiche gilt für die Musik, es hätten einfach viel mehr Stücke beim Schmieden geben müssen. Dafür sind die Themen der Helden echt cool. Vor allem der Franzose und die Piratin sind absolut großartig vertont.

 

Ein interessanter Ansatz ist die Art, wie das Spiel erzählt wird. Wie in einer Sitcom gibt es Applaus, wenn bestimmte Charaktere das Bild betreten und bei Witzen wird ordentlich gelacht sowie andere Szenen entsprechend mit Geräuschen hinterlegt. Das gibt dem Ganzen noch eine nette Ebene, die ich aber nicht gebraucht hätte. Lacher vom Band von ich eh noch nie gut. ;-)

 

Die Steuerung geht gut von der Hand. Meistens bedient man das Spiel über den Touchpen, in dem man sich durch das Menü oder Gespräche tippt. Auch beim Schmieden geht es mit dem Stift sehr gut. Mich nervt einzig, das man die Bewegung der Schmiedevorlagen mit dem Schiebepad nicht umdrehen kann.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Eins muss man den Entwicklern bei Level-5 lassen: Sie haben mal etwas Neues ausprobiert, in dem sie ein Spiel um einen Waffenladen in einem RPG gestrickt haben. Leider ist die Herstellung von neuen Waffen sehr monoton, so dass das Gameplay nicht viel her gibt. Dafür ist die Erzählweise extrem innovativ und teilweise zum Weinen lustig. Weapon Shop de Omasse bietet ohne Frage ein paar der besten Sprüche, die ich je in einem Videospiel gelesen habe - leider jedoch auf Englisch, denn das Spiel wurde nicht lokalisiert. Wer also gerne viel liest und dabei lacht - und auch nichts gegen leicht monotones Gameplay hat, der kann bei diesem außergewöhnlichen Spiel nicht viel falsch machen. Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes, aber auf keinen Fall für jeden etwas. Mir hat es aber großen Spaß gemacht - habe selten so viel gelacht!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

62%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.02.2014

Developer

Level-5

Publisher

Level-5

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskale für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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