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Attack of the Friday Monsters! A Tokyo Tale

Adventure

06.08.2013

Autor: Lukas Strübig

 

 

In den 50er Jahren verarbeitete der Film "Godzilla" das japanische Trauma der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und warnte damit gleichzeitig davor, die Natur der Erde nicht zu sehr heraus zu fordern. Das Kaiju Genre war geboren. 20 Jahre später hatte es bereits seine ganze Seriosität und Ernsthaftigkeit verloren, im Japan der 70er bekämpften riesige Roboter riesige Monster im Vormittagsprogramm und beflügelten damit die Fantasie vieler Kinder.

 

Mit diesem Hintergrund startet Attack of the Friday Monsters, welches ein Liebesbrief an diese ganz besondere Zeit war.

 

 

Freitags greifen Monster an

 

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Sohta, einem ca. 10 jährigen Jungen, der gerade neu in einen kleinen Vorort von Tokyo gezogen ist. Es ist ein kleines verschlafenes Dorf, indem die Schornsteine einer kleinen Fabrik am Horizont grade mal Vorboten des Industriellen Aufschwungs sind, der in den kommenden Jahren in Japan Einzug halten wird. An einem sommerlichen Freitag Nachmittag macht sich Sohta auf, um für seinen Vater einen kleinen Liefergang zu erledigen, der ein recht erfolgloser Betreiber eines Waschsalons ist.

 

Doch er soll aufpassen, denn jeden Freitag greifen Monster an, und als Sohta beginnt, sich mit den örtlichen Kindern anzufreunden, versucht er gemeinsam mit ihnen heraus zu finden, was hinter den Monster Angriffen steckt.

 

Das Gameplay ist recht simpel und man könnte sogar argumentieren, dass es kaum existiert. Tatsächlich besteht das Spiel im Großen und Ganzen daraus, durch die Stadt zu laufen und mit Leuten zu sprechen. Durch diese Unterhaltungen schaltet man Quests frei (welche hier "Episoden" genannt werden), die dann in die allgemeine Haupthandlung einfließen, diese erstreckt sich über den gesamten Freitag und fokussiert sich auf die Gruppe von Kindern, die versuchen den Freitagsmonstern auf die Schliche zu kommen.

 

Hin und wieder gibt es kleinere, Adventure mäßige Rätsel, doch die sind sehr rar gesät. Das einzige, was das Herumlaufen und Textboxen lesen ein wenig auflockert, ist das Monster Kartenspiel. Diese Karten sind als "Glims" überall in der Stadt verteilt, findet man acht Mal dasselbe Glim, bekommt man eine weitere Monster Karte. Die Karten selbst haben einen Schere/Stein/Papier Wert und einen Angriffswert. Im Spiel legt man dann fünf Karten gegenüber, dann bekommt man eine Prognose, wer den Abgleich wie gewinnen würde und ein paar Tipps, welche Kartenkämpfe wie enden würden, dann bekommen beide Spieler noch einmal die Möglichkeit, jeweils zwei Karten miteinander auszutauschen. Haben zwei Karten den selben Schere/Stein/Papier Wert, gewinnt die mit dem höheren Angriffswert.

 

Dieses Kartenspiel ist insofern wichtig, als dass der Gewinner der Boss der Verlierers ist und man öfter nur als Boss einen wichtigen Dialog freischaltet. Um zielloses Umherstreifen zu vermeiden, gibt es darüber hinaus eine Karte, auf der vermerkt ist, wo man für welches Quest als nächstes hingehen muss. Und das wars. Mehr gibt es nicht. Im Endeffekt läuft man nur umher und spricht mit Leuten.

 

 

Charme muss man haben

 

Dennoch ist Attack of the Friday Monsters kein wirklich schlechtes oder langweiliges Spiel. Man muss einfach anerkennen wie viel Herz und Seele in diesem Spiel steckt. Die gesamte Stadt ist wunderschön gestaltet mit handgezeichneten Hintergründen, in die sich die Charaktermodelle der Figuren wunderbar einfügen. Die Musik ist wunderschön harmonisch und unterstreicht perfekt den kindlichen Charme der schön geschriebenen, wenn auch gegen Ende sehr abstrusen Handlung. Die kleinen Zwischenhandlungen sind eine Ode an all die kleinen Dorfkonflikte, die ein Kind noch nicht so richtig versteht und die Haupthandlung ist ein nostalgischer Blick zurück auf die Kindheit.

 

So kommt Sohta irgendwann auf die geniale Idee, die Fußspuren der Monster zurück zu ihrer Basis zu verfolgen, ohne zu Bedenken, dass ein Erwachsener doch schon längst selbst auf diese Idee gekommen wäre und so wird er auch gar nicht misstrauisch, als er für den Fund einer normalen Fabrikanlage von dem lokalen Fernsehsender, zum Junior Beschützer der Galaxie ernannt wird.

 

Und auch der kleine Gameplay Twist, dass man als Boss eines anderen Kindes einen Zauber über dieses Aussprechen kann, der es "zwingt", umzufallen, ist eine nette kleine Idee, die viel zur kindlichen Atmosphäre des Spiels beiträgt.


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Fazit

Gameplaytechnisch spielt sich Attack of the Friday Monsters wie das überlange Intro eines Rollenspiels, das nicht existiert. Doch sieht man davon ab, wird einem eine nette, kurze Episode der Kindheit geboten, ein Tag im typischen Kleinstadtleben Japans der 70er Jahre. Dies ist eine Nostalgie, die man hier leider kaum nachempfinden kann, dennoch hat das Spiel Charme und weiß, einen bis zum Ende bei der Stange zu halten.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

55%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

18. Juli 2013

Developer

Millenium Kitchen

Publisher

Level 5

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskale für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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